Cahan ist einer der wenigen Menschen, die sich in den gefährlichen Wäldern von Crua zurechtfinden. Doch einst war er mehr als ein Waldläufer. Udinny dient der Göttin der Verlorenen, der Beschützerin der Geringen und Hilflosen. Als Udinny in den Wyrdwood aufbrechen muss, um ein vermisstes Kind zu finden, bittet sie Cahan, ihr Führer zu sein. Doch in einem Land, in dem die Menschen den Launen gefühlloser Götter ausgeliefert sind und der Wald von Monstern heimgesucht wird, muss Cahan zwischen zwei Leben wählen – und seine Entscheidung wird Konsequenzen für seine ganze Welt haben.
Überblick über "Die Wyrdwood-Saga":
Band 1: Wächter des Wyrdwood
Band 2: Götter des Wyrdwood
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
LizzyCurse
Thalia Book Circle Community
5/5
17.12.2025
Buch (Taschenbuch)
Kreative Fantasy mit Ghibli-Vibes
„Wir betrachten die Bäume als friedlich, aber das sind sie nicht. Es sind Krieger, die sehr bedächtig gegeneinander kämpfen.“
Bemerkung: #godsofthewyrdwood ist in zwei Teil aufgeteilt - Wächter des Wyrdwood und Götter des Wyrdwood. Ich würde empfehlen, beide Teile als ein Buch zu betrachten.
Cahan Du-Nahere ist kein einfacher Bauer, obwohl er sich bemüht als ein solcher zu leben. Er ist clanlos und ein Cotta-Rai. Doch seine Cotta will er nicht einsetzen. Zudem ist er ein Waldläufer und wagt sich tiefer in Saumwald, Harnwood und Wyrdwood vor als jeder andere. Es wird schnell klar, dass ihn mehr als ein Geheimnis umgibt. Wir begleiten ihn in einem großen Teil des Buches und lernen durch ihn langsam die Cotta, die Rai, die verschiedenen Clans, die Wälder und die Bewohner, die Tiere und Pflanzen kennen. Verwirrend? Ja, das ist es - insbesondere zu Beginn musste ich einfach die Fragezeichen über meinem Kopf vehement zur Seite schieben und mich einfach an Cahans Fersen heften, der mit seiner fantastischen Fellnase unwillig Abenteuer erlebt und Wurzlinge rettet.
Wer sich fallen lässt, wird mit den eigentlichen Stars des Buches belohnt. Den Wäldern in all ihrer Pracht, mit all ihrer Gefahr, mit all ihrer Pflanzenvielfalt und den Wesen, die mehr oder minder gefährlich auf Beute lauern. Mit den Wäldern hat RJ Barker sich selbst übertroffen. Wo ich mit seinen Knochenschiffen relativ wenig anfangen konnte, hatte mich das Setting nach wenigen Seiten. Er malte mit Wortpinseln Bilder zwischen Urwald und fantastischer Landschaft, voller Lichter, riesiger Baumwurzeln und den ungewöhnlichsten Geschöpfen in meinen Kopf, und Cahen bewegte sich mit einer Sicherheit durch das Dickicht, die ich mir bald zu Eigen machte. Er verwendet in der ersten Hälfte des Buches (Wächter des Wyrdwood) viele Seiten darauf, dem Leser den Wald näher zu bringen. Irgendwie ist in meinem Kopf ein düsteres Ghiblisetting entstanden, was ich sehr begrüßt habe.
Es gibt die Wälder, es gibt die Dörfer und Höfe, in denen Cahan und die anderen Bürger wohnen, und dann gibt es noch die Turmstädte, in denen die nächste PoV angesiedelt ist. Die der hohen Leoric, einer Herrscherin, die unbedingt ihr Kind (ein Trion, ein Angehöriger des Dritten Geschlechts) zur nächsten Cotta-Rai machen will. Dafür muss Venn töten, wogegen Venn sich strikt weigert. Die Hohe Leoric kommt mit einem starken Konflikt zwischen dem Schutz ihres Kindes und dem Machtbestreben daher, was sie für mich zu einem spannenden Charakter macht, aber nicht unbedingt zu meinem Liebling. Venn fand ich dagegen richtig toll, insbesondere in der Interaktion mit Cahan.
Was ist denn nun eine Cotta? Letztendlich eine Art parasitäre Magie, der Leben, mag es noch so klein sein, geopfert werden muss, um die Magie zu nähren. Das muss man Barker lassen - da hat er wirklich außergewöhnliches erschaffen. Insbesondere da die Magie selbst als Wesenheit in kurzen Kapiteln „Tief im Wald“ oftmals zwischen den eigentlichen Kapiteln zu Wort kommt. Barker baut insbesondere in den Zwischenspielen eine wahnsinnig starke Atmosphäre auf, die beklemmend wirkt und zumindest mich sehr neugierig gemacht haben.
Im ersten Teil des Buches (Wächter des Wyrdwood) baut Barker lange an der Welt. Es ist nicht unspannend, doch der eigentliche Fokus, der auch im Klappentext des Buches angekündigt wird und der uns mit in den Wyrdwood selbst nimmt, kommt erst ganz am Ende des Buches zu tragen. Das kann anstrengend sein, ich fand’s richtig cool. Im zweiten Teil, Götter des WyrdWood kam der #foundfamily Charakter so richtig schön zum Tragen und die Figuren sind aneinander gewachsen.
Fazit: Ein toller Auftakt mit einer Figurenkonstellation, die mich mitgerissen hat und mit der ich mitfühlen konnte in einer innovativen Welt, die meinem Gehirn düstere Ghibli-Vibes beschert hat. Band zwei und drei werden wohl nicht übersetzt werden. Ich selbst habe den zweiten Teil vom ersten Band auf Englisch gelesen und bin eigentlich gut zurecht gekommen.
Sue
aus Uelzen
5/5
28.02.2025
Buch (Taschenbuch)
Unglaublich kreative Fantasy!
"Zwischen dem, was wir hören, und dem, was gesagt wird, kann ein Ozean liegen."
Mit "Wächter des Wyrdwood" zeigt RJ Barker erneut wie viel Kreativität durch seine Adern fließt. High Fantasy vom Feinsten, die von Michaela Link ins Deutsche übersetzt wurde.
Es ist Venttag und das heißt die Prozession der Geistlichen wird von Haran nach Groß Haran ziehen. Cahan Du-Nahere ist 6 Jahre alt und sehr aufgeregt, auch wenn ihm klar ist, dass die Prezession nicht an ihrem Hof anhalten wird. Denn Clanlose sind nichts wert - auch nicht den Segen der Cotta-Rai. Doch dann kommt alles anders: Die Geistliche erkennt eine Macht in Cahan und prophezeit, dass er der wahre Cotta-Rai sein wird, der alle - auch die Clanlosen - befreien wird.
Jahre später: Irgendetwas muss passiert sein, denn Cahan gehört nicht mehr zu den Rai. Er versteckt seine Identität und ignoriert seine Macht. Doch niemand kann ewig vor seinem Schicksal davonlaufen und erst recht nicht vor dem, was er ist. Als der Sohn einer Rai im Wald verschwindet, wendet sie sich an Cahan, der als Waldläufer einer der wenigen ist, die sich in die gefährlichen Wälder Cruas wagen. Man sagt, wer vom Wyrdwood gerufen wird, ist für immer verloren. Und so macht Cahan der besorgten Mutter nicht viel Hoffnung, aber er macht sich auf den Weg. Ihm schließt sich die verrückte Udinny an, die der Göttin der Verlorenen dient. Cahan und Udinny müssen ihren Weg weise wählen und vor allem Cahan muss feststellen, dass er ist, was er ist ...
RJ Barker hat mich wieder einmal restlos begeistert! Schon die "Knochenschiffe" fand ich unglaublich gut und kreativ, doch mit dem Auftakt seiner "Wyrdwood-Trilogie" übertrifft er sich nochmal. Wir haben hier eine wahnsinnig interessante Welt, die durch ihre Religion und ihre Götter geprägt ist. Die Macht, die sogenannte Cotta, ist unersättlich und schrecklich. (Aus Spoilergründen möchte ich nicht näher darauf eingehen.) Doch vor allem die Wälder und ihre Kreaturen haben es mir angetan! Hier zeigt Barker wieder seinen unglaublichen Einfallsreichtum und lässt mich einfach nur staunend durch seine magische Welt spazieren.
DAS ist genau die Art von Fantasy, die ich lesen möchte! Kreativ, magisch und einfach nur genial! Von mir gibt es daher dafür eine bedingungslose Leseempfehlung an all jene, deren Herzen für die Fantasy schlagen.
Meine große und einzige Kritik betrifft den Verlag: Der Panini Verlag hat den ersten Band leider in zwei Bücher à 400 und 432 Seiten aufgeteilt - in meinen Augen unnötig und unglücklich, da so der Lesespaß ziemlich ausbremst wird (es sei denn man hat die Geduld Monate auf die zweite Hälfte zu warten). Denn auch die Entscheidung die Leser 6 Monate warten zu lassen, ehe die zweite Hälfte des ersten(!) Buches erscheint, finde ich sehr unglücklich und unverständlich. Man hört doch sicher nicht mitten im Buch auf zu übersetzen? Warum also nicht zeitnah die zweite Hälfte nachliefern? Abgesehen davon, dass sich die Qualität des Buchrückens trotz Vorbereitungen des Buches meinerseits nicht wesentlich verbessert hat.
PMelittaM
aus Köln
5/5
23.11.2024
Buch (Taschenbuch)
Komplexer Fantasyroman, der mir sehr gut gefallen hat
Die Göttersprecherin Saradis erkennt besondere Fähigkeiten in dem aus einer clanlosen Familie stammenden Jungen Cahan und nimmt ihn mit. Jahre später treffen wir Cahan wieder, er lebt nun auf dem Land seiner Familie. Nachdem ihm, dem immer noch Clanlosen, übel mitgespielt wurde, benötigt er dringend Geld, weswegen er einige Aufträge übernimmt. Auf seinen Reisen muss er sich nicht nur seiner Vergangenheit stellen, sondern auch dem, was in ihm steckt.
Der Roman stellt eine gewisse Herausforderung dar, der ich mich aber gerne gestellt habe, denn ich mag es, wenn Fantasy-Welten erst nach und nach greifbar werden. RJ Baker hat eine komplexe Welt erschaffen, mit ihren eigenen Gesetzen, Hierarchien, Religionen und Begriffen. Für letztere gibt es kein Glossar, aber im Laufe der Handlung kann man das meiste entschlüsseln. Natürlich verlangt das eine gewisse Aufmerksamkeit, die sollte man dem Roman aber sowieso schenken.
Cahan ist ein gelungener und interessanter Charakter, mit dem man gut mitfühlen kann, seine Perspektive ist aber nicht die einzige. Eine weitere nimmt eine Frau ein, die in der gesellschaftlichen Hierarchie eine sehr gehobene Rolle spielt. Auch sie ist ein interessanter Charakter, Sympathie entwickelt man für sie, zumindest bisher, aber weniger. Neben diesen beiden gibt es weitere Charaktere, die den Roman bereichern. Ein wesentlicher Bestandteil des Romans ist außerdem die Welt, die mit einzigartigen Kreaturen bevölkert ist, und vor allem der Wald, der noch einmal ein Stück mehr besonders ist.
Im Original besteht die Reihe aus drei Bänden, die im Deutschen aber jeweils aufgeteilt werden, so dass dieser Band der erste Teil des ersten Bandes der Trilogie ist. Ich kann aber sagen, dass er passend geteilt wurde und dadurch auch kein schlimmer Cliffhanger entstanden ist. Hätte ich nicht gewusst, dass eine Teilung gemacht wurde, hätte ich das Ende des Bandes für ein normales Ende eines ersten Bandes gehalten.
Ich fand den Roman von Anfang an interessant zu lesen, Spannung kam zunächst durch all die Fragen auf, die in meinem Kopf entstanden. Später steigt der Spannungsbogen der Geschichte immer mehr an.
„Wächter des Wyrdwood“ ist ein komplexer erster Band, der aufmerksames Lesen verlangt, sich dafür aber mit einer interessanten Geschichte bedankt. Besonders der Protagonist hat es mir angetan, und ich freue mich darauf, ihn im nächsten Band wiederzutreffen. Wer komplexe epische Fantasy mag, die erst nach und nach ihre Welt offenbart, sollte zugreifen.
Cassandra
aus Berlin
5/5
17.11.2024
Buch (Taschenbuch)
Eine wahrhaft abenteurliche Waldgeschichte
In der ersten Hälfte des ersten Teil dieser Trilogie machen wir Bekanntschaft mit wirklich originellen ProtagonistInnen. Da ist Cahan, der desillusionierte Kämpfer, der zwar ein gutes Herz, aber aufgrund seiner geheimnisvollen Vergangenheit eine sehr harte Schale entwickelt hat. Dann Udinny, eine geschwätzige, neugierige, impulsive „Geistliche“ , einzige Anhängerin einer unpopulären Göttin. Und Venn, ein Trion, ein Mensch ohne Geschlecht oder gar ein drittes Geschlecht? Er ist der universelle Teenager, der so gar nicht dem Pfad folgen möchte, den seine Mutter Kirven für ihn vorgesehen hat. Und dann ist da noch der Wald, der sagenumwobene, lebensgefährliche Wyrwood mit seinen unfassbar hohen Himmelsbäumen und Bewohnern, denen man lieber nicht begegnen möchte. Die Menschenwelt außerhalb des Waldes lebt geknechtet unter den Rai, Menschen, die einen Parasiten beherbergen, der grausame Opfer verlangt und ihnen dafür eine schreckliche Macht verleiht.
Großartiges Worldbuilding, interessante Charakter und ein schöner Schreibstil machen das Werk zum Lesegenuss. Dass der Paniniverag das Epos übersetzen ließ ist schön, dass er den 1. Teil unangekündigt in zwei Teile zerschnitten hat, fand ich weniger gut. Aber auch das tut letztlich meiner Begeisterung keinen Abbruch. Da die Übersetzung mir nicht in allen Teilen geglückt scheint, überlege ich, mir die Fortsetzung eher im Original zuzulegen. Weiterlesen möchte ich in jedem Fall.
Literaturski
4/5
18.11.2024
Buch (Taschenbuch)
Atmosphärischer Auftakt, wünschte wir hätten das ganze Buch bekommen
Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks gewonnen und danke Panini Books für die Möglichkeit in diese düster-atmosphärische Welt eintauchen zu dürfen.
Cahan ist ein Waldläufer und wagt sich als solcher tiefer in die Wälder Cruas als jeder andere. Als ein Kind vermisst wird, wird er gebeten es in den Wäldern suchen zu gehen. Dabei schließt sich ihm die redefreudige Udinny an. Doch Cahan ist nicht nur ein einfacher Waldläufer, seine Vergangenheit macht ihn zur Zielscheibe einer machtgierigen Herrscherin. Und welche Rolle wird ihr Sohn noch spielen?
Wer dieses Buch in die Hand nimmt, muss sich bewusst sein, dass der Verlag sich dazu entschieden hat, die Übersetzung in zwei Teile zu spalten. Meine Sternebewertung bezieht sich auf die Geschichte, zu der Verlagsentscheidung schreibe ich unten mehr.
Dieses Buch fühlt sich an, als ob man in ein fremdes Land mit unbekannter Kultur, Politik und Sprache geworfen wird. Niemand nimmt uns an die Hand. Erklärungen fehlen anfangs komplett. Im Gegenteil, unbekannte Begriffe, werden mit unbekannten Begriffen beschrieben und auf ein Glossar wurde (vermutlich bewusst) verzichtet. Die erste Hälfte des Buches ist also sehr schwer zu verstehen, aber der Autor belohnt unser Durchhaltevermögen mit kleinen "Erklärungshäppchen".
Dieser Ansatz ist durchaus spannend, ich muss allerdings sagen, dass er den Bogen hier ein wenig überspannt hat. Wäre ich ein langsamer Leser, hätte mich dieses Buch frustriert. Ein paar mehr Informationen wären gut gewesen, insbesondere, da der relative Anteil Unverständnisses auf die Länge des (deutschen) Buches gesehen zu groß ist. Erst ab der Hälfte finden wir uns etwas zurecht und das Feeling, welches ich mir vom Klappentext erhofft hatte, kommt erst im letzten Drittel auf. Dennoch lohnt es sich dem Buch eine Chance zu geben.
Man mag jetzt denken, dieses Buch sei sackschwer zu lesen, aber das ist es tatsächlich nicht. Denn von den Begriffen abgesehen, ist Barkers Stil klar und flüssig und ich bin nur so durch die Seiten geflogen.
R.J. Barker nimmt uns mit in eine düstere, karge Welt voller Intrigen, Missgunst und Gewalt. Die Wälder nehmen eine Zentrale Rolle ein und werden fast als eigener Charakter beschrieben. Die Balance zwischen den Dingen und der Einklang mit der Natur sind es, die Cahan ermöglichen sich im Wald so fortzubewegen. Diesen Fakt liebe ich sehr. Selbst die Magie scheint durch Organismen zu Stande zu kommen. Ein sehr starkes Bild.
Die Charaktere sind interessant gestaltet und scheinen alle ihre eigenen Ziele zu verfolgen. Das mag ich ebenfalls sehr gerne. Leider bekommen wir noch nicht so viel von ihnen mit. Hier besteht durchaus Potenzial für mehr. Das Gespann aus Cahan und Udinny hat mir gut gefallen und durch sie bekommen wir ein paar mehr Erklärungen zur Welt. Cahan ist eine Art Antiheld, dessen Fähigkeiten ihn mehr zu belasten als helfen zu scheinen.
Das World Building scheint im ersten Moment gut durchdacht zu sein. Da wir gefühlt erst einen Bruchteil kennengelernt haben, will ich mögliche Lücken noch nicht beurteilen. Interessant finde ich, dass wir auf einer Seite eine typische karge mittelalterliche Welt haben, auf der anderen Seite aber Luftschiffe bzw. Luftfloße die mit Kreaturen (Gasmäulern) geflogen werden.
Ich habe eine sehr lebhafte Fantasie, aber manche Kreaturen konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Darüber hinaus scheint der Autor eine Obsession mit Tentakeln und zu vielen Augen zu haben. Da ich ein Fan von Lovecraft bin, ist das schon okay für mich, schmunzeln musste ich dennoch.
Am Ende des ersten Buches halten wir viele lose Handlungsstränge in der Hand, sind aber auch ein großes Stück weiter, was das Verständnis dieser Welt angeht. Leider bin ich erst ab der Hälfte in der Geschichte angekommen und das Ende lässt mich ein bisschen frustriert zurück. Das wiederum liegt natürlich an der Teilung des Buches. Ich gebe dem Autor den Benefit-of-a-doubt, dass er im Original vielleicht erste Fäden zusammenführt.
Die Verlagsentscheidung zur Teilung des Buches
Zunächst einmal möchte ich bei Panini bedanken, dass sie High bzw. Epic Fantasy überhaupt übersetzen. Das ist bei der großen Flut an Romantasy-Geschichten aktuell nicht selbstverständlich. Dass ich mir die Zeit für diese Kritik nehme, entsteht aus einer tiefen Sorge um die Zukunft dieser Serie, denn ich würde wirklich gerne wissen, wie es weitergeht.
Dass deutsche Bücher aufgrund der Langläufigkeit der Sprache öfter dicker sind, ist ja bekannt. Im Statement von Panini auf Instagram heißt es, dass der Verlag Bücher bisher nicht geteilt hat, es aber zu Qualitätsproblemen im Bereich des Rückens kam. Daher habe man sich entschlossen die Druckerei zu wechseln und Möglichkeiten zur Qualitätsverbesserung zu suchen. Dieser Prozess sei aber nicht pünktlich zum Erscheinungstermin abbildbar gewesen und man habe sich daher zur Teilung entschlossen. Man entschuldigt sich außerdem für die entstandenen Mehrkosten.
Dieses Statement klingt erstmal nachvollziehbar. Fragen darf ich mich allerdings, ob man im Bereich der High-Fantasy die Qualitätsanforderungen anpassen könnte. Z.B. Hardcover-Ausgaben, dünnere Seiten, Anpassung am Satzspiegel etc..
Die erwähnten Mehrkosten für die Leser werden deutlich ausfallen. Der nächste Teil ist zu 20 Euro vorbestellbar. Macht 120 Euro für die 6 Bücher der Serie. Würden wir z.B. 30 Euro für einen Einzelband bezahlen, lägen wir bei drei Büchern nur bei 90 Euro. Ich denke, das könnte für viele ein Grund sein, die Reihe gar nicht erst zu lesen. Für die Differenz bekommen wir schon wieder ein anderes Buch.
Meine Sorge ist, dass so interessierte Leser verschreckt werden, die Rezensionen schlechter ausfallen, die Reihe so für Panini nicht lukrativ genug ist und im Worst-Case eingestellt wird.
Ich bin mir sehr sicher, dass sich der Verlag diese Entscheidung nicht leicht gemacht hat. Aus Sicht der Lesenden ist diese Entscheidung nachteilig für den Autor, die Geschichte und auch den Verlag.
Ich kann nur an den Panini appellieren, noch einmal die Möglichkeiten einer Komplettübersetzung des 2. und 3. Teils zu prüfen.
Fazit:
Ein toller Auftakt für eine vielversprechende Serie. Zunächst empfand ich die mangelnden Erklärungen als befremdlich, doch im späteren Verlauf, habe ich mich jedes Mal gefreut, wenn ich wieder etwas herausgefunden habe / wenn der Autor mir wieder etwas verraten hat. Auch, wenn ich das Gefühl habe, dass ich noch nicht viel von der Haupthandlung gelesen habe, habe ich den nächsten Teil vorbestellt. Auch als Signal, an den Verlag dass ich Interesse an der Fortführung der Serie habe.
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