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Sasha Filipenko

1. Der Schatten einer offenen Tür

Der Schatten einer offenen Tür

Gesprochen von
7

8,95 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Alexander Gamnitzer

Spieldauer

5 Stunden und 37 Minuten

Abo-Fähigkeit

Nein

Erscheinungsdatum

25.09.2024

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

27

Verlag

Diogenes Verlag

Übersetzt von

Ruth Altenhofer

Sprache

Deutsch

EAN

9783257695793

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Mit Family Sharing können Sie Hörbücher innerhalb Ihrer Familie (max. sechs Mitglieder im gleichen Haushalt) teilen. Sie entscheiden selbst, welches Hörbuch Sie mit welchem Familienmitglied teilen möchten. Auch das parallele Hören durch verschiedene Familienmitglieder ist durch Family Sharing möglich. Um Hörbücher zu teilen oder geteilt zu bekommen, muss jedes Familienmitglied ein Konto bei einem tolino-Buchhändler haben.

Gesprochen von

Alexander Gamnitzer

Spieldauer

5 Stunden und 37 Minuten

Abo-Fähigkeit

Nein

Erscheinungsdatum

25.09.2024

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

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27

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Diogenes Verlag

Übersetzt von

Ruth Altenhofer

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Deutsch

EAN

9783257695793

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  • SimoneF

    5/5

    02.11.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Berührend und meisterhaft erzählt

    Bevor ich dieses Buch las, kannte ich Sasha Filipenko nicht und ich erwartete anhand der Kurzbeschreibung eine Art Kriminalroman. Ein klassischer Krimi ist „Der Schatten einer offenen Tür“ jedoch nicht. Dennoch - oder vielleicht gerade deswegen - hat der Roman für mich einen Sog entwickelt, der dafür sorgte, dass ich das Buch nicht mehr weglegen wollte und es auf einen Rutsch gelesen habe. Filipenko erzählt nicht stringent, sondern fügt die einzelnen Fäden, die er in 24 Gesängen, Prolog, Epilog und Postskriptum spinnt, nach und nach zu einem virtuos komponierten Ganzen. Spannend sind seine Protagonisten: Da ist der Moskauer Ermittler Alexander Koslow, eigentlich erfahren, intelligent und pflichtbewusst, jedoch aufgrund privater Probleme nicht auf der Höhe und depressiv. Er ist auf gewisse Weise ein klassischer tragischer Held. Der Revierinspektor Michail, einst ein Gefängniswärter in Ostrog, ist provinziell, einfach gestrickt, grob. Er hat noch eine alte Rechnung mit Koslow offen und will Koslow keinesfalls die Lösung des Falles überlassen. Die außergewöhnlichste Figur ist Petja, ein ehemaliger Waisenjunge aus dem Ostroger Kinderheim. Er ist ein Außenseiter und komischer Kauz, empfindsam, gutmütig und naiv, und glaubt fest an Recht und Gesetz. Besonders faszinierend fand ich die siamesischen Zwillinge Vera und Ljubow, deren Nebenstrang eine eigene kleine Parabel mit interessanten Interpretationsmöglichkeiten angesichts der gegenwärtigen politischen Lage bietet. Die Grundstimmung des Romans ist düster und melancholisch, der Humor tiefschwarz, und der Trostlosigkeit und Gleichgültigkeit steht einzig Petjas sanftes, selbstloses und gutgläubiges Wesen entgegen. Ein Roman, der sehr nachdenklich stimmt und den man noch lange mit sich trägt.

  • Bewertung

    aus Göppingen

    5/5

    22.10.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Bedrückende Spannung von Anfang bis Ende

    In der düsteren, von Grau dominierten Provinzstadt Ostrog entspinnt sich ein makabres Rätsel. Irgendetwas scheint die jungen Bewohner des örtlichen Waisenhauses zu einem jähen Ende zu treiben – einer nach dem anderen nehmen sich die Kinder das Leben, und die Stimmung in der Stadt kippt ins Panische. Als die Ermittlungen ins Stocken geraten, wird der erfahrene, wenn auch etwas abgeklärte Kommissar Alexander Koslow hinzugezogen. Alexander Koslow hat derweil selbst mit einigen privaten Problemen, wie seiner gescheiterten Ehe zu kämpfen. Die Grausamkeit des Falles geht ihm sehr nahe. Während er sich in die Abgründe der Ermittlungen stürzt, taucht immer wieder die Figur des sonderbaren Petja auf. Ein Außenseiter, ein Schattenmann, der von der lokalen Polizei als Hauptverdächtiger ins Visier genommen wird. Doch je tiefer Koslow gräbt, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Schuld und Unschuld. Sasha Filipenko entführt uns in eine Welt, die von Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit geprägt ist. Die Waisenhauskinder sind schutzlos und verloren – sie werden zu Symbolen einer Gesellschaft, die ihre Schwächsten im Stich lässt. Koslows Ermittlungen führen ihn in die dunklen Winkel der russischen Bürokratie, wo Korruption und Gleichgültigkeit herrschen. Er deckt ein System auf, das von oben bis unten verrottet ist und in dem die Stimme der Kinder völlig untergeht. Besonders gefallen hat mir die Art und Weise, wie der Autor die Gesellschaft kritisch unter die Lupe nimmt. Er scheut nicht davor zurück, die Schattenseiten seines Landes aufzudecken. Ob es um die Zustände in den Waisenhäusern, um die Mängel des Rechtssystems oder um die politische Landschaft geht – der Autor lässt kein Auge verschließen. Für mich persönlich war die Geschichte mehr als nur ein Krimi. Sie ist ein beklemmender Roman, der uns die Frage stellt, wie weit eine Gesellschaft gehen muss, bevor sie aufwacht und handelt. Der Ermittler, der anfangs noch distanziert wirkt, entwickelt im Laufe der Ermittlungen ein tiefes Mitgefühl für die Opfer. Er wird zum Sprachrohr derjenigen, die keine Stimme haben. Insgesamt war „Der Schatten einer offenen Tür“ ein beklemmendes Leseerlebnis. Die Länge von 272 Seiten habe ich als sehr angenehm empfunden und konnte den Roman in einem Rutsch beenden. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für alle, die gerne düstere Krimis lesen.

  • gst

    aus Pirna

    5/5

    18.10.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Selbstmordserie im Waisenhaus

    „Dann geh, und sieh es dir an, dann erfährst auch du auch gleich, wie dein Volk abseits der Hauptstadt lebt.“ Schon in seinen Romanen „Rote Kreuze“ und „Der ehemalige Sohn“ prangert Filipenko russische Zustände an. So auch in diesem Buch, in dem er Ermittler nach einem Schuldigen für eine Selbstmordserie Jugendlicher suchen lässt. Der scheint schnell in dem Außenseiter Petja gefunden zu sein. Aufgewachsen im Waisenhaus, von diversen Pflegefamilien wieder zurückgegeben, verhält er sich anders als andere. Einst hat er sich gegen eine Reise der Waisenhauskinder nach Griechenland ausgesprochen, die mehreren Selbstmorden vorausgegangen ist. Nun begleiten wir die Ermittler bei ihrer Recherche, warum die Kinder nicht mehr leben wollten. Dieses Buch ist geschrieben wie ein emotionsloser Bericht und hat mich – vielleicht gerade deswegen - aufgewühlt. Denn was hier alles beleuchtet wird, ist kaum vorstellbar. Der Autor zeigt seine Figuren mit all ihren Eigenschaften und die Reaktion der Umwelt darauf. Wer nicht so ist wie gewünscht, wird schief angeschaut und verurteilt. Der Aufbau des Romans hat mich besonders angesprochen: Hier werden keine Erklärungen gegeben, sondern anhand von Momentaufnahmen nur Geschehenes berichtet, untermalt mit diversen Aufsätzen und Zeitungsberichten. Sasha Filipenko, 1984 in Minsk geboren, ist laut PEN Berlin einer der herausragenden belarussischen Autoren und einer der profiliertesten Kritiker des Lukaschenko-Regimes. Er studierte an der Europäischen Humanistischen Universität in Minsk und nach deren Schließung 2004 an der Universität Sankt Petersburg Literatur. Nach dem Master arbeitete er für die unabhängigen Sender Dozhd und RTVi. Er beteiligte sich an den Protesten 2020 und lebt seitdem mit seiner Familie im Schweizer Exil. Hier engagiert er sich für Meinungsfreiheit, was dazu führte, dass sein Vater mit den Worten »Danke deinem Sohn« von belarussischen Polizisten im November 2023 festgenommen wurde. Fazit: diese zeitgenössische Literatur über russische Zustände ist ausgesprochen lesenswert!

  • helena

    aus Potsdam

    4/5

    06.12.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Vielschichtiger, kritischer, zu Herzen gehender Blick in die russische Gesellschaft

    Ich kenne und schätze den Autor sehr, weshalb ich genau wusste, worauf ich mich einlasse: einen tiefgehenden, kritischen Blick auf die russische Gesellschaft, gewürzt mit satirischem und schwarzem Humor sowie emotionaler Intensität. Die Rahmenhandlung des Romans wird durch vier Suizide von Bewohnerinnen eines Kinderheims in der russischen Provinz geprägt, das in der Stadt Ostrog ("Gefängnis") liegt – einer Ortschaft, die rund um eine Strafanstalt entstanden ist. Der Originaltitel "Rückkehr nach Ostrog" trägt durchaus eine vielschichtige Bedeutung, die sich in diesem kurzen Roman entfaltet. Die Suizide haben eine hohe Medienwirksamkeit, weshalb ein Kommissar aus Moskau zusammen mit seinem Assistenten entsandt wird, um den Fall zu untersuchen und der Öffentlichkeit zu signalisieren, dass Maßnahmen ergriffen werden. Der Kommissar hat dafür vier Tage Zeit, die die eigentliche Erzählhandlung umfassen. Kommissar Koslov, ein Kriegsveteran aus Tschetschenien, ist ein kluger und gewissenhafter Mann, der jedoch aus der Bahn geworfen ist, da ihn die Trennung von seiner Frau vor einigen Jahren stark getroffen hat. Sie fragte ihn einmal ernsthaft verwundert: „Du hast so eine Katastrophe [Tschetschenienkrieg] verdaut, wie kann es da sein, dass du mich nicht vergessen kannst?!“ Sein Assistent ist ein stets gut gekleideter junger Mann, der wenig Interesse an der eigentlichen Ermittlungsarbeit zeigt und diese eher widerwillig erledigt. Der Revierinspektor vor Ort, sieht nur noch die reale Trostlosigkeit, den nahenden Winter, der mit Stromausfällen, eingefrorenen Rohren und erforenen Säufern in der Schneewehe daher kommen wird und für den nur das Recht des Stärkeren gilt. Nur mit Gewalt lasse sich der Frieden in dieser besch... Welt herstellen. Eine weitere Hauptfigur ist Petja, ein ehemaliges Heimkind. Er gilt als der "Dorftrottel" und ist zwar ein etwas eigenwilliger junger Mann, aber der Einzige,der fest an Werte und Überzeugungen glaubt. Er denkt und lebt nach humanistischen Prinzipien, wird jedoch von allen verspottet und nicht ernst genommen. Der Roman ist in "Gesänge", gleich einer griechischen Tragödie unterteilt, die in schneller Abfolge wechseln und verschiedene Perspektiven sowie Zeiten beleuchten. Immer wieder werden Bezüge zur griechischen Mythologie oder Griechenland hergestellt, zudem auch eine Reise nach Griechenland eine wichtige Rolle spielt. Wie es in Russland üblich ist, findet man Anspielungen auf russische Werke und es fließen Zitate aus Liedern, Gedichten und Filmen ein, die in Fußnoten erläutert werden. Im Fokus steht zum einen die Lösung des Falls- waren es wirklich Suizide oder gar Morde? Zum anderen wird die russische Gesellschaft beleuchtet und insbesondere die prekäre und harte Lage von Heimkindern in der russischen Provinz. Ihre Herkunft, Lebenslage und Lebensperspektiven werden hier eindrücklich dargestellt. Erwähnenswert ist zudem die kleine Nebengeschichte um die siamesischen Zwillinge Vera und Ljubov (Glaube und Liebe), die aufgrund des Ukrainekrieges in einen unversöhnlichen Streit geraten sind, da die eine auf der Seite Russlands und die andere auf der Seite der Ukraine steht. Ebenfalls erwähnenswert ist eine in sich geschlossene Kurzerzählung, die die Absurdität des russischen Justizsystems thematisiert. Dern Roman konnte ich gut in einem Rutsch lesen, ich fand ihn fesselnd, spannend und interessant. Ich empfand das Setting sehr realistisch und glaubhaft gezeichnet, manchmal vielleicht etwas überzeichnet- aber diesen Humor braucht man auch, um gewisse bittere Realitäten zu ertragen. Eine der Rezensentinnen bemerkte, dass ihr bei diesem Roman das Herz gebrochen wurde – und genau so erging es mir auch. Der vielleicht einzige Kritikpunkt, den ich anbringen möchte, ist, dass der Autor an einigen Stellen ruhig etwas mehr ins Detail hätte gehen können, um den Figuren noch näher zu kommen und noch mehr die Lebensrealität kennen zu lernen. Insgesamt handelt es sich um einen dichten Roman, der spannend und berührend, gleichzeitig kritisch und humorvoll ist und mich nachdenklich, betroffen und etwas hoffnungslos zurücklässt. Geeignet für Menschen, die sich mit den russischen Verhältnissen auskennen oder auch für Menschen, die einen Einblick in russische Verhältnisse gewinnen möchten.

  • Bewertung

    4/5

    06.12.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Schatten einer offenen Tür

    In Der Schatten einer offenen Tür von Sasha Filipenko entwickelt sich in der trostlosen Provinzstadt Ostrog ein schockierendes Rätsel, bei dem eine Serie von Suiziden im örtlichen Waisenhaus das Leben der Jugendlichen fordert. Der Moskauer Ermittler Alexander Koslow, der selbst von persönlichen Krisen und Depressionen gezeichnet ist, soll den Fall aufklären. Im Verlauf der Handlung wird er von der Komplexität des Falls zunehmend berührt und fühlt sich bald verpflichtet, als Sprachrohr für die Opfer zu agieren. Petja, ein sensibler und gutmütiger Aussenseiter, der der Polizei als Hauptverdächtiger gilt, wird für Koslow zur Verkörperung der verlorenen Unschuld und Menschlichkeit. Filipenko nutzt die Geschichte, um Korruption und soziale Missstände in der russischen Gesellschaft aufzuzeigen, wobei die Waisenhauskinder als Symbol für die Schwächsten dienen, die vom System im Stich gelassen werden. Der Roman entfaltet sich in 24 Kapiteln und mehreren Perspektiven, was dem Werk Tiefe und Vielschichtigkeit verleiht. Die düstere, melancholische Atmosphäre sowie Filipenkos kritischer Blick auf die russische Gesellschaft machen das Buch zu mehr als einem Krimi: Es ist ein gesellschaftlicher Appell, einprägsam und fesselnd, der lange im Gedächtnis bleibt.

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