Die beliebte Tagesthemen-Moderatorin über ihre zweite Heimat
Der Libanon ist ein kleines Land voller Widersprüche: Pulsierend, lebenslustig und gute Gerüche überall ... Auf der anderen Seite ein zerstörerischer Bürgerkrieg, dessen Narben auch noch immer deutlich sichtbar sind, Konflikte mit den Nachbarstaaten und Armut. Für Aline Abboud ist der Libanon ihre zweite Heimat: geboren 1988 als Tochter eines Libanesen und einer Ostberlinerin verbrachte sie von klein auf ihre Sommerferien bei ihren Großeltern und ihren 15 Cousins und Cousinen im Libanon. Den Geschmack dieser unbeschwerten Monate, diese ganz eigene Mischung aus Hummus, Meersalz und labbrigen Pommes, hat sie noch immer im Gedächtnis. Aline Abboud begibt sich auf eine sehr persönliche Suche nach ihren Wurzeln, und ermöglicht zugleich einen anderen Blick auf den Libanon und seine Geschichte.
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Mitreißend, einfühlsam, authentisch!
Regina1960 am 12.01.2025
Bewertungsnummer: 2384576
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Dieses Buch von Aline Abboud (in Zusammenarbeit mit Nana Heymann) habe ich an einem Wochenende ausgelesen. Es hat mich so gefesselt, dass ich es einfach nicht zur Seite legen konnte. Auf den knapp 240 Seiten gibt die bekannte Tagesthemen-Moderatorin deutsch-libanesischer Abstammung tiefe, teils sehr persönliche Einblicke in ihr Leben, und ihre Tiefe Verbindung mit dem Libanon. "Dieses Land ist ein Teil von mir", schreibt die 1988 in Ost-Berlin geborene Journalistin in einem von insgesamt 25 Kapiteln, in einem fesselnden und ansprechenden Schreibstil, der das Lesen des Buches "Barfuss in Tetas Garten" einfach angenehm macht. Die Autorin wächst im "Osten" Berlins auf, als Tochter eines libanesischen Vaters, der zu der Zeit in den letzten Zügen seines Fotografie-Studiums zwischen Leipzig und Berlin hin- und herpendelt, und ihrer Ostberliner Mutter Christine, die ein Pharmacie-Studium macht. Mit 3 1/2 Jahren kommt sie im Sommer 1991 zum ersten Mal in den Libanon - 5 Wochen, die ihr Leben nachhaltig geprägt haben, wie sie sehr schön schreibt - die Besuche in Omas (Tetas) Garten, die intensiven Begegnungen mit Familie, Land und Menschen, die Gepflogenheiten des Landes mit "Mokka-Trinken" als Zeichen der Gastfreundschaft, den frischen selbst gemachten Pommes am Strand, dem Salat Taboulé...Immer wieder schwärmt die Autorin vom "jungen und lebendigen" Libanon, einem Land, das man ganz anders aus Erzählungen kennt. Und ja, sie schreibt sogar einmal davon, dass ihre Mutter den Libanon beim Kennenlernen ihres Vaters gar nicht kannte, sondern dieses Land anfänglich irrtümlich mit Libyen verwechselte. Aline Abboud beginnt allerdings erst mit 15, sich mit ihrer Identität zu befassen. Und heute, selbst Mutter einer kleinen Tochter, der sie als "Viertellibanesin" ebenso wie ihrem Vater dieses wunderschöne Buch gewidmet hat, schaut sie zum Abschluß fast wehmütig auf "ihren" Libanon, der sich gewandelt hat. Persönliche Bilder, die Aline Abboud von sich auf mehreren Seiten zeigt, schaffen eine besondere Nähe zur Autorin und machen das Buch noch persönlicher. Konnte ich auf den ersten Blick nichts mit dem Cover das Buches - ein Kind in einem Garten- anfangen, so verstand ich nach dem Lesen sehr wohl die Entscheidung hierfür!
Berührend wird es, wenn es um ihre Sorge um ihre Familienangehörigen im Libanon nach einer Explosion Beiruter im Hafen in 2020 geht. Dieses Buch ist eine wundervoll persönliche und ungewöhnliche Autobiografie, die sich mit Herkunft und eigener Identität auseinandersetzt. Ich könnte mir vorstellen und würde es mir wünschen, wenn es ein weiteres Buch von der Autorin hierzu gäbe, vielleicht der erste Besuch vom Libanon mit ihrer kleinen Tochter, die das Land bis jetzt noch nicht kennen gelernt hat.
Lesenswert
Sabine am 27.01.2025
Bewertungsnummer: 2396511
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Das Cover strahlt eine Leichtigkeit aus, wie ein Spaziergang auf einer Wiese und auch der Titel lässt nicht auf einen teilweise ernsten Inhalt des Buches schließen. Es klingt leicht, beschwingt ohne Sorgen und Ängste. Aber ganz so locker und leicht ist die „Lesereise“ nicht.
Da ich keine Nachrichtensendungen o.ä. schaue, war mir die Autorin nicht bekannt. Ich habe dann allerdings ein im Internet recherchiert, um sie auch außerhalb des Buches ein bisschen kennenzulernen.
Ich liebe Länderdokumentationen und bin "fernsehend" durch den Libanon gereist. Ein wundervolles Land mit ebensolchen Menschen, das leider doch sehr gebeutelt von Kriegen und Unruhen ist, besonders Beirut hat man da vor Augen.
Ich war sehr neugierig, was die Autorin von ihren beiden Welten erzählt.
Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und hat trotz des manchmal nicht einfachen Hintergrunds eine gewisse Leichtigkeit. Der Lesende wird durch zwei ganz unterschiedliche Welten geführt. Man erhält einen Einblick in die doch so unterschiedlichen Kulturen.
Die Autorin erzählt von ihrer Kindheit in beiden Welten, von der Warmherzigkeiten der Menschen in ihrer zweiten Heimat, der Heimat ihres Vaters.
Die Örtlichkeiten sind eindrücklich beschrieben. Und besonders natürlich auch die Personen, sind sie doch real und entspringen nicht der Fantasie eines Schreibenden.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, allerdings wäre es bei einer Neuauflage schön, wenn nicht korrekte Fakten noch verbessert würden.
Nichtsdestotrotz ist es ein Buch, das die Autorin mit viel Liebe und Einblicke in ihr Privates geschrieben hat.
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