Produktbild: Vor der Nacht

Vor der Nacht Roman

12

25,00 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.08.2024

Verlag

Leykam

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

21,2/13,9/3,7 cm

Gewicht

480 g

Farbe

Marine / Senfgrün

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7011-8352-4

Beschreibung

Rezension

"Jedes Wort das Salih Jamal benutzt, hat einen Grund. Jeder Satz hat solch eine Tiefe, dass ich bereits nach der ersten Seite Gänsehaut hatte."
Katrin Schüssler, We read Indie (über "Blinder Spiegel")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.08.2024

Verlag

Leykam

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

21,2/13,9/3,7 cm

Gewicht

480 g

Farbe

Marine / Senfgrün

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7011-8352-4

Herstelleradresse

Leykam Buchverlagsges. m.b.H. & Co. KG
Dreihackengasse 20
8020 Graz
Österreich
Email: office@leykamverlag.at
Url: www.leykamverlag.at
Telephone: +43 316 80958582

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  • Kaffeeelse

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    19.05.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Familie verlieren und neu finden

    Salih Jamal ist für mich ein Garant für gute Bücher. Ich kenne von diesem hervorragenden Autor mittlerweile „Orpheus“, „Das perfekte Grau“ und „Blinder Spiegel“. Alle drei Bücher sind für mich 5 Sterne Bücher, denn Salih schrieb sich in allen diesen drei Büchern in mein Herz. Und dieses Lob will was heißen. 5 Sterne sind ja irgendwie eine Auszeichnung. 4 Sterne Bewertungen von mir bezeichnen gute Bücher, aber diese 5 Sterne Lieblinge sind Bücher, die mich anzünden, die mich einfach begeistern. Und genau das macht Salih. Er begeistert mich. Immer wieder. So auch hier, bei „Vor der Nacht“! Als Vierzehnjähriger kommt Jonas in ein Kinderheim, er steht allein, ganz plötzlich und unerwartet. Der Vater ist im Knast, die Mutter vor einiger Zeit verstorben. Das Leben tobt und wirbelt, und plötzlich sieht Jonas Welt völlig anders aus. Er trifft im Heim auf Frei, Pappel, Lilly, Sinan und Beria, wird zu Jimmy und bildet mit den anderen 5 eine Art Wahlfamilie. Doch auch im Heim wirbelt und tobt das Leben und zwei von dieser Wahlfamilie verschwinden. Als Jimmy/Jonas volljährig wird, spürt er den Verschwundenen nach und das Buch bekommt immer mehr einen gewissen abenteuerlichen Touch. Ich habe mal gelesen, dass dies für manche Leser zu viel war, aber mir ging es damit gar nicht so. Ich gönne den Protagonisten durchaus dieses Wilde. Klar, damit kann man sich vielleicht nicht unbedingt identifizieren. Aber was erleben Kinder in einem Kinderheim, in einer Zeit, in der Bindungen und die Bindungsfähigkeit unheimlich wichtig sind und was passiert mit diesen Kindern, wenn gerade diese wichtigen Bindungen fehlen? Sie sich ihre Bindungen anders holen, trotz ihrer Traumatisierung. Wie wird wohl das Leben eines Kindes aus dem Kinderheim verlaufen? Geradlinig und problemlos? Klar, das kann es durchaus geben. Aber sicher nicht immer. Von daher passen die Lebenswege der Hauptprotagonisten für mich.  „Vor der Nacht“ ist ein Buch über das Suchen und Finden, über Schuld und Vergebung, über das Menschsein und den Zusammenhalt, über die Liebe und über das Warum und das Wofür. Und das wieder in dieser grandiosen, poetischen, kraftvollen Sprache von Salih, seinen so schönen wie eindringlichen Blicken auf das Leben, seinen Sätzen, die sich in mein Herz brennen. Ich liebe ja Salihs Sprache, Salihs Bücher. Hatte ich schon einmal geschrieben. Ich weiß. Aber ich kann das nicht genug schreiben. Jeder, der wie ich in Salihs Schreibe verknallt ist, wird diese Worte von mir völlig verstehen.  Salihs Bücher sind in Buchform bei mir geblieben, stehen in meinen heiligen Regalen. Und gerade dies will bei einem bücherverliebten, bei einem bücherverrückten Menschen etwas bedeuten. 6 Billys sind voll, zweireihig versteht sich und jeder Neuzugang braucht einen Platz, der erst einmal geschaffen werden muss, denn die Wohnung wächst ja mit den Bücherwünschen nicht mit. Und Umzüge sind nicht ganz so einfach.  Ich kann nur nach der Lektüre von „Vor der Nacht“ sagen, ich bin völlig begeistert und empfehle dieses Buch sehr, sehr gern. Wie auch die anderen Bücher von Salih Jamal. Völlige Salih Jamal Liebe hier! ❤❤ 

  • liesmal

    aus Wilhelmshaven

    5/5

    14.01.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Macht betroffen und braucht Zeit

    Für mich ist es das zweite Buch von Silah Jamal, das ich nach „Das perfekte Grau“ kennenlerne. Und wieder bin ich fasziniert davon, wie sein poetischer Schreibstil selbst neben den Schilderungen schrecklicher Situationen im Lebensalltag bestehen kann. "Meine Eltern schauten beide zueinander auf. Bis sie gemeinsam in den Abgrund hinabblicken mussten." Jonas hatte das große Glück, in einer liebevollen Familie aufzuwachsen – bis zu dem Zeitpunkt, als das Schicksal erbarmungslos dieses Glück beendete. Seine Mutter ist früh gestorben und der Vater musste eine Gefängnisstrafe verbüßen für eine Verzweiflungstat. Er hatte keinen anderen Ausweg gesehen. Mit 14 Jahren kommt Jonas, der Erzähler der Geschichte, ins „Heim der Wölfin“, „ein Kinderheim, verborgen im Autobahnwald“, wie es in der Buchbeschreibung heißt. Hier wird er zu Jimmy und bald findet sich eine Gruppe von sechs „Seelen, die wie er vom Verlust geprägt sind“. Allerdings hatte keiner der anderen eine glückliche Kindheit. Hier an diesem Ort jedoch tritt jeder für jeden ein und ist füreinander da. Über das Zusammenleben und den Tagesablauf im Heim erzählt der Autor kaum etwas. Der Fokus liegt auf der Gruppe, deren persönliche Geschichten nach und nach erzählt werden. Diese Geschichten machen betroffen und traurig. Ich nehme mir viel Zeit zum Nachdenken. Kaum kann ich es begreifen und es dürfte auch nicht sein, dass nur ein Kind ohne Liebe aufwachsen muss. Doch in vielen Familien gibt es Streit statt Zusammenhalt, Hass statt Liebe, Schläge statt Umarmungen. An Sätzen über fehlende Selbstliebe, bedingungslose Liebe und die vielen verletzten Kinderseelen, die „in erwachsenen Körpern Verstecken spielten“, bleibe ich lange hängen und lese sie immer wieder. Mit 18 Jahren verlassen die Jugendlichen nach und nach das Heim und verlieren sich dabei aus den Augen. Doch Jimmy macht sich auf die Suche… Salih Jamal schreibt großartig, mal sehr einfühlsam, dann wieder voll brutal. Und immer wieder sind es die Sätze voller Poesie, die so in die Geschichte eingewoben sind, dass ich nur staunen kann und ins Träumen gerate. Sehr gern empfehle ich vor allem denen, die sich Zeit bei der Lektüre nehmen wollen, dieses Buch, das von Schuld und Vergebung, von Verlust und der Hoffnung auf ein besseres Leben erzählt.

  • Bewertung

    5/5

    11.01.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Vom Glück verlassen

    Salih Jamals Roman „Vor der Nacht“ hat mich sehr berührt. Jonas, auch genannt Jimmy kommt mit ca 14 Jahren ins Heim. Sein Vater hat ein Verbrechen begangen und niemand ist mehr da, der sich um ihn kümmern konnte. Im Heim findet er zwar keinen Erwachsenen Halt, jedoch einen starken Freundeskreis. Nach dem dieser bald tragisch zerbricht, verstreuen sich die Kinder in Deutschland. Jonas bleibt bei Pappel, der ihn prägt und unterstützt. Nach und nach schließt Jonas mit seiner Zeit im Helm ab, auch auf sehr schmerzhaft aber sich heilende Art und Weise. Dieses Buch hat mich tiefberührt. Nicht nur die glücklosen Kinder, die alle (bis auf Frei) aus einer liebevollen Famile gerissen wurden, sondern auch ihre weitere Zukunft, die absolut verkorkst ist. Klischee? Ich glaube nicht. Wir alle wissen, dass Kinder vor allem auch in der Pubertät Rückhalt und Liebe brauchen - ohne diese glaube ich, kann so vieles kaputt gehen. Die Sprache des Romans war absolut mächtig, ich habe es sehr genossen und die Atmosphäre geliebt. Ganz große Empfehlung von mir.

  • Bewertung

    5/5

    20.10.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Auf der Suche nach Liebe

    Es gibt Bücher, bei denen man inständig hofft, dass niemals enden möchten. Man möchte sich nicht von den Figuren trennen, fiebert mit ihnen und möchte ihnen beistehen. Dieses Buch ist eins davon. Der Erzähler Jimmy kommt mit 14 Jahren in ein Kinderheim. Dort lernt er Frei, Pappel, Lilliy und die Geschwister Sinan und Beria kennen, welche schnell eine zentrale Rolle in Jimmys Leben einnehmen. Alle haben schwierige und schmerzhafte Vergangenheiten hinter sich und suchen Trost und Unterstützung in ihrer Freundschaft, während sie sich gegenseitig ihre Geheimnisse und Träume anvertrauen. Sie bauen eine besondere Bindung zueinander auf, welche zerreißt, als zwei der Kinder plötzlich verschwinden. Danach folgt der zweite Teil des Buches. In diesem begibt sich der erwachsene Jimmy nun auf der Suche nach seinen ehemaligen Freunden. Diese Entwicklung bringt eine spannende und emotionale Dimension in die Geschichte, da Jimmy versucht, herauszufinden, was mit seinen verschwundenen Gefährten passiert ist und wie sich ihre Leben nach ihrer Zeit im Kinderheim entwickelt haben. Es ist ein Buch über ungleiche Lebenschancen, Liebe, Schuld aber auch Hoffnung. Mir gefällt die Schreibweise von Salih Jamal sehr. Sie berührt mich und weckt Erinnerungen in mir. Zum Beispiel bei seinen Verweisen auf die Bücher, welche Frei liest erinnerte ich mich daran zurück, dass ich alle diese Titel auch als Jugendliche gelesen habe. Auch das Zeitgefühl kann ich sehr gut nachempfinden. Auch schafft es der Autor die Emotionen in Worte zu fassen und scheut sich auch nicht in die Abgründe eines Charakters zu blicken. Der Roman regt zum Denken an, welche Rolle spielt die Gesellschaft bei der Unterstützung von Jugendlichen, welche nicht mehr zuhause leben können? Wie stark kann Liebe sein? Welche Rolle spielt Schuld? Insgesamt eine klare Leseempfehlung!

  • Bewertung

    aus Landsberg

    5/5

    27.09.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    "Verloren sein"

    Der Roman "Vor der Nacht" umfasst 320 Seiten auf 32. Kapiteln. Kurzer Plot: 1986 - Der 14-jährige Jonas Kovacs, der später Jimmy genannt wird, kommt durch das Jugendamt in die "Kindertagesstätte" Marienkäfer. Jimmys Mutter war bereits vor einiger Zeit an Krebs verstorben, sein Vater war im Gefängnis. "Es ist das Unwesentliche und Unwichtige, das unsere traumatischen Erinnerungen überdeckt, damit wir nicht zu schnell am Leben danach zerbrechen." - Seite 12 Das Stigma Heimkind teilt sich Jimmy mit Pappel, Frei, den Geschwistern Beria und Sinan, und der erst 8- jährigen Lilly. "Alle im Heim waren Suchende." - Seite 25 Alle warten auf die "magische 18" um diesen Ort am Autobahnwald verlassen zu können. Und trotz des Zusammenhalts und der gegenseitigen Unterstützung sind sie alle von Orientierungslosigkeit geprägt. Erst verschwinden Sinan und Frei, und später trennen sich auch die Wege der Anderen. Jimmy, der Erzähler, jobbt in einem Theater, schreibt Kurzgeschichten und hat daraus einen Roman gemacht. Der Blick zurück, zu seinen alten Freunden, lässt Jimmy auf die Suche gehen. Er, der Schriftsteller, möchte die Menschen, die ihn eine Zeitlang begleitet und auch auf die eine oder andere Weise geprägt haben, finden. "Jedes Wiedersehen ist ein bisschen Wiederauferstehung." - Seite 164 Doch "Irgendwann ist die Distanz zu deinem früheren Leben zu entfernt für ein Zurück und dann hat man sich verloren, und du vermisst das, was du nicht mehr bist und nie wieder sein wirst." - Seite 206 Fazit: Salih Jamal schreibt in seinem neuen Roman über Liebe, Angst, Scham und Schmerz. Wie entwickeln sich Menschen, die schon in sehr jungen Lebensjahren von Verlust geprägt werden, und doch einen unbändigen Drang nach Freiheit haben... "Am Ende wollen wir nur jemanden, der es geschissen kriegt, uns zu ertragen." - Seite 125 Salih Jamal lässt den Lesenden seine oft sehr melancholischen und auch düsternden Charaktere fühlen, und macht sie sichtbar. Wie die Vorgängerromane "Briefe an die grüne Fee", "Orpheus", "Das perfekte Grau" und "Blinder Spiegel" stechen die Romane durch die Wortgewandtheit und den poetischen Schreibstil des Autors heraus. Ein Roman, der die Frage stellt: Wie beeinflusst die Vergangenheit die Gegenwart? 5. Sterne!

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