Ein deutschfranzösisches Ermittlerduo auf Mörderjagd.
Kommissarin Mara Winters Welt wird erschüttert, als sie den Mord an einem Polizisten aufklären muss – denn bei dem Toten, der kurz hinter der Grenze zum Elsass gefunden wurde, handelt es sich um ihre Jugendliebe Philipp. Wurde er von Wilderern erschossen? Oder war es eine Tat aus Eifersucht? Zusammen mit Kommissar Briand von der französischen Polizei sucht Mara unter Hochdruck nach Antworten. Denn das nächste Todesopfer lässt nicht lange auf sich warten.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Bewertung
5/5
19.09.2025
Buch (Taschenbuch)
Amour fou im Pfälzerwald
Dreierlei fällt beim Krimi-Debüt von Astrid Ylva Dornbrach sofort auf: Die Autorin liebt die Natur, leckere Speisen und die Melange aus deutscher und französischer Kultur.
Sätze wie "Ein kugelrunder roter Mond hängt über den Baumwipfeln am dunklen Himmel wie ein vergessener Luftballon von einer Kindergeburtstagsfeier" oder "Der Wald, durch den Mara fährt, sieht aus, wie in der Zeit festgefroren. Die Tannen und Kiefern stehen hoch und still, etwas Reif liegt auf den Spitzen der Wipfel" kann nur eine Autorin schreiben, der die Natur und der Wald mehr sagen als der Schauplatz für einen Roman, der zu einer nachempfundenen Szenerie verdichtet wird. Ihre Naturbeschreibung ist komplex und präzise und zeigt eine sensible Beobachtungsgabe. Den geübten Leser von Kriminalliteratur mag sie an die heute nicht mehr so bekannten kriminalistischen Fallstudien des australischen Einwanderers Arthur W. Upfield erinnern, dessen Romane in den 1930- bis frühen 1960-er Jahre die australische Literatur mit wunderbaren Landschaftsbeschreibungen bereicherten, die jeweils den eigentlichen Rahmen für die Handlungen durchweg komplizierter Charaktere bildeten.
Ihre Liebe zur Kulinarik verrät die Autorin durch die Wahl der Kapitelüberschriften. Hier machen beispielsweise "Speckpfannkuchen mit Löwenzahnsalat", "Spaghetti alla puttanesca" oder "Tarte flambée mit Calvados" Appetit, wobei letztere Spezialität, zu deutsch: Flammkuchen, die besonders gerne im Elsass und den benachbarten Regionen Lothringen, Saarland, Pfalz und Baden serviert wird, eine schöne Brücke zur dritten Konstante des Werks bildet: die kulturelle deutsch-französische Melange im Grenzgebiet zwischen zwei europäischen Ländern, die sich ebendort über die vergangenen 150 Jahre eifersüchtig beäugten und bekriegten, aber immer auch gegenseitig bewunderten und geistig befruchteten.
Sehr gelungen ist die Handlung des Kriminalromans, die sich vom längst schon totgeschossenen Schema "Täter trifft Opfer, tötet Opfer, macht sich aus dem Staub und wird mit allerlei kriminalistischen und forensischen Methoden von Angehörigen der Polizei ermittelt" löst und stattdessen eine Geschichte erzählt. Die Geschichte aber ist nicht nur EINE Geschichte. Sie setzt sich aus den ganz unterschiedlichen Geschichten von Menschen zusammen, deren Schicksal sich nach und nach oder zueinander parallel in einem Erzählstrom entwickelt, der neuerdings "Storytelling" genannt wird. "Nichts ist für Menschen so interessant, wie die Geschichte von Menschen" heißt es. Das ist richtig. Und dabei fasziniert nicht die gleichförmige und geradlinige Entwicklung menschlicher Schicksale, sondern Brüche, überraschende Wendungen und Widersprüche. Besonders die Hauptfigur des Romans, die Kommissarin Mara Winters, hat davon einiges zu bieten: Einerseits ist sie die integre deutsche Polizistin, die ihren Beruf versteht und professionelle Arbeit leistet, andererseits aber auch eine Frau mit einem "dunklen" Geheimnis, das sie mit dem Mordopfer teilt, Hauptkommissar Philipp Meinhardt. Ihr gemeinsames Geheimnis ist die Liebe zueinander, die sich nach bürgerlichen Maßstäben niemals institutionalisierte, aber immer wieder Bahn brach – eine Amour fou, eine "verrückte" Liebe, die den Beteiligten weder ermöglichte, ganz zueinander zu finden, noch sich endgültig voneinander zu lösen. Natürlich führt eine derartig tragische Verstrickung der Hauptpersonen zu einer fortwährenden Vermischung persönlicher und beruflicher Motive, die als Spannungsfeld alle weiteren Ereignisse prägt – wie auch ein zweiter Mord im Pfälzerwald, der mit dem ersten in enger Verbindung steht.
Abgesehen von der Amour fou zwischen Mara und Philipp entwickelt sich während der Arbeit der Ermittlungsgruppe im deutsch-französischen Grenzgebiet eine weitere Liebesgeschichte zwischen Mara und ihrem französischen Polizeikollegen Yannick Briand. Hier gelingt es der Autorin fabelhaft, das behutsame aber stetige Wachstum des nach kleinen Missverständnissen zwischen Mara und Yannick zunächst zaghaft aufkeimenden Pflänzchens der Zuneigung zu beschreiben. Ein seelischer Zustand des sich Zueinander-Hingezogen-Fühlens, der allmählich aber dynamisch zu einem beidseitigen und "erwachsenen" Eingeständnis reift.
Die Spur zu den Tätern und zu den Motiven ihrer Morde ist unübersehbar und wird von Anfang an breit ausgerollt. Sind es persönliche Verstrickungen, die beide Opfer das Leben kosteten, oder ist es Profitgier, die Wilderer treibt? Ohne darüber zuviel zu verraten, ist es doch die feine Zeichnung aller Charaktere des Buchs, die in seinem Zentrum steht. Empfehlenswert!
haberlei
aus Wien
5/5
15.12.2024
Buch (Taschenbuch)
Verhängnisvolle Schüsse im…
Verhängnisvolle Schüsse im Wald „Nebel über dem Pfälzerwald“ ist Astrid Ylva Dornbrachs Debut-Roman, ein stimmungsvoller Wohlfühl-Regionalkrimi mit Ermittlungen an der deutsch-französischen Grenze. Worum geht es? Hauptkommissar Philipp Meinhard wird erschossen knapp hinter der Grenze zum Elsass aufgefunden. Ein Schock für Kommissarin Mara Winter, denn Philipp war ihre Jugendliebe. War es ein Wilderer, den er stellen wollte? Oder war Philipps Affäre aufgeflogen? War es Eifersucht? Mara ermittelt gemeinsam mit ihrem französische Kollegen Yannick Briand. Das stimmungsvolle Cover vermittelt einen vagen Eindruck der Pfälzer Landschaft. Das Buch erschien 2024. Es gliedert sich in kurze Kapitel, die mit Titeln mit kulinarischem Bezug versehen sind – denn es werden u.a. einige für die Gegend typische Gerichte zubereitet. Das Lokalkolorit verdeutlicht sich auch in landschaftlichen Schilderungen und in hie und da eingebautem Dialekt. Die Handlung spielt in der nicht näher festgelegten Gegenwart. Der Schreibstil ist flüssig, gut beschreibend, sowohl was Stimmungen anbelangt als auch die Charaktere. Der Krimi ist (bis auf einen kurzen Rückblick) im Präsens verfasst. Dadurch fühlt man sich besonders gut in die Handlung mit einbezogen. Mara gehen die Ermittlungen sehr nahe. Sie liebte Philipp, war mit ihm längere Zeit liiert, wollte jedoch ihre Freiheit behalten, und Philipp heiratete eine andere. Nun erfährt sie im Zuge der Recherchen, dass er eine Affäre hatte. Kaum haben sich einige Verdächtige herauskristallisiert, da geschieht ein weiterer Mord. Mara und Yannick verfolgen verschiedene Theorien und Spuren, es gibt jedoch keine konkreten Hinweise. So dauert es Monate, bis die Verbrechen schlüssig aufklärt werden können. Während dieser langen Zeit der Ermittlungen kommen sich Mara und Yannick näher. Nicht nur deren zarte Annäherung gibt dem Krimi eine wunderbare Wohlfühlnote, sondern es fließt auch noch etwas Weihnachtsflair mit hinein. Mara und Yannick sind beide sehr sympathische Menschen, empathisch, aber auch schwierige Charaktere. Eigenwillige Persönlichkeiten, geprägt durch bisherige Beziehungen. Sie fühlen sich magisch zueinander angezogen, wollen aber nichts überstürzen. Mir hat bei diesem Buch insbesondere gefallen, wie einfühlsam nicht nur die Hauptpersonen mit all ihren Stärken, aber auch Schwächen, wie Unsicherheit, Kummer und Ängsten geschildert werden, sondern auch die Menschen im Umfeld der Mordopfer. „Nebel über den Pfälzerwald“ ist ein Cosy-Whodunit-Krimi, der nicht so sehr mit Action und fieberhafter Spannung punktet, sondern mit Charakterisierungen, Gefühlen und Stimmungen. Natürlich auch mit der steten Frage nach dem Täter. Denn bis zum Schluss tappt man über den tatsächlichen Tathergang im Dunkeln. Obwohl man meint, Motiv und Täter erraten zu haben, wird man letztlich dann doch überrascht. Ich empfehle das Buch gerne weiter und bin nicht nur neugierig, welche Fälle Mara und Yannick noch zu lösen haben werden, sondern auch, wie es privat mit den beiden weitergeht.
Ilses Lesetipps
aus Wien
5/5
14.12.2024
Buch (Taschenbuch)
Verhängnisvolle Schüsse im Wald
„Nebel über dem Pfälzerwald“ ist Astrid Ylva Dornbrachs Debut-Roman, ein stimmungsvoller Wohlfühl-Regionalkrimi mit Ermittlungen an der deutsch-französischen Grenze.
Worum geht es?
Hauptkommissar Philipp Meinhard wird erschossen knapp hinter der Grenze zum Elsass aufgefunden. Ein Schock für Kommissarin Mara Winter, denn Philipp war ihre Jugendliebe. War es ein Wilderer, den er stellen wollte? Oder war Philipps Affäre aufgeflogen? War es Eifersucht? Mara ermittelt gemeinsam mit ihrem französische Kollegen Yannick Briand.
Das stimmungsvolle Cover vermittelt einen vagen Eindruck der Pfälzer Landschaft. Das Buch erschien 2024. Es gliedert sich in kurze Kapitel, die mit Titeln mit kulinarischem Bezug versehen sind – denn es werden u.a. einige für die Gegend typische Gerichte zubereitet. Das Lokalkolorit verdeutlicht sich auch in landschaftlichen Schilderungen und in hie und da eingebautem Dialekt. Die Handlung spielt in der nicht näher festgelegten Gegenwart. Der Schreibstil ist flüssig, gut beschreibend, sowohl was Stimmungen anbelangt als auch die Charaktere. Der Krimi ist (bis auf einen kurzen Rückblick) im Präsens verfasst. Dadurch fühlt man sich besonders gut in die Handlung mit einbezogen.
Mara gehen die Ermittlungen sehr nahe. Sie liebte Philipp, war mit ihm längere Zeit liiert, wollte jedoch ihre Freiheit behalten, und Philipp heiratete eine andere. Nun erfährt sie im Zuge der Recherchen, dass er eine Affäre hatte. Kaum haben sich einige Verdächtige herauskristallisiert, da geschieht ein weiterer Mord. Mara und Yannick verfolgen verschiedene Theorien und Spuren, es gibt jedoch keine konkreten Hinweise. So dauert es Monate, bis die Verbrechen schlüssig aufklärt werden können.
Während dieser langen Zeit der Ermittlungen kommen sich Mara und Yannick näher. Nicht nur deren zarte Annäherung gibt dem Krimi eine wunderbare Wohlfühlnote, sondern es fließt auch noch etwas Weihnachtsflair mit hinein. Mara und Yannick sind beide sehr sympathische Menschen, empathisch, aber auch schwierige Charaktere. Eigenwillige Persönlichkeiten, geprägt durch bisherige Beziehungen. Sie fühlen sich magisch zueinander angezogen, wollen aber nichts überstürzen. Mir hat bei diesem Buch insbesondere gefallen, wie einfühlsam nicht nur die Hauptpersonen mit all ihren Stärken, aber auch Schwächen, wie Unsicherheit, Kummer und Ängsten geschildert werden, sondern auch die Menschen im Umfeld der Mordopfer.
„Nebel über den Pfälzerwald“ ist ein Cosy-Whodunit-Krimi, der nicht so sehr mit Action und fieberhafter Spannung punktet, sondern mit Charakterisierungen, Gefühlen und Stimmungen. Natürlich auch mit der steten Frage nach dem Täter. Denn bis zum Schluss tappt man über den tatsächlichen Tathergang im Dunkeln. Obwohl man meint, Motiv und Täter erraten zu haben, wird man letztlich dann doch überrascht. Ich empfehle das Buch gerne weiter und bin nicht nur neugierig, welche Fälle Mara und Yannick noch zu lösen haben werden, sondern auch, wie es privat mit den beiden weitergeht.
Bewertung
aus Bad Säckingen
5/5
11.08.2024
Buch (Taschenbuch)
Deutsch-französische Ermittlungen
Ein vielversprechendes Krimi-Debüt .
Mara Winter liebt ihre Freiheit über alles, mehr als ihren Jugendfreund Philipp. Trotzdem ist sie schockiert, als Hauptkommissar Philippe Meinhard erschossen in einem Wald im Elsass aufgefunden wird. Verdächtige gibt es genug, der Tote hatte mehrere Affären. Ein Mord aus Eifersucht also? Oder waren es Wilderer? Kann Mara ermitteln, ohne befangen zu sein?
Die Kooperation mit der französischen Polizei funktioniert gut, mir hat gefallen, wie sich Mara und Yannick dem Fall und auch sich selbst annähern.
Ich fiebere mit bei dem Kampf gegen die Wilderer und muss Grinsen bei der Vorstellung eines Helmut-Kohl-Wanderweges, den es auch tatsächlich gibt und der die südliche Weinstraße mit dem Elsass verbindet.
Interessante Protagonisten, ein spannender Fall in reizvoller Umgebung und die Vorfreude, Mara und Yannick hoffentlich bald in ihrem nächsten Fall wiederzusehen lassen mich „Nebel über dem Pfälzerwald“ sehr gerne weiterempfehlen.
Gavroche
4/5
17.10.2024
Buch (Taschenbuch)
Deutsch-französische Zusammenarbeit
Mara arbeitet bei der Kripo in Kaiserslautern, ist aber noch oft in ihrem Heimatdorf, wo ihre Mutter noch lebt. Und nun wird sie ausgerechnet dorthin geschickt, um den Mord an ihrem besten Freund, ihrer on-off-Beziehung, ihrem Vertrauten aufzuklären, der im Wald erschossen wurde. Philipp hatte keinen Dienst und auch kein Handy dabei. Was hat er im Wald gemacht? Ein toter Deutscher, gefunden auf der französischen Seite - Mara arbeitet deshalb eng mit Yannick zusammen, dem französischen Kommissar und Maler.
Schon bald wird die Dorfgemeinschaft erneut erschüttert, denn eine Frau ist verschwunden. Mara kannte sie seit Kindertagen und sie wollte sich mit ihr treffen, um ihr etwas mitzuteilen. Was geht hier vor?
Ein spannender Kriminalfall, eine wunderbare Kooperation und immer wieder geht es über die Grenze nach Frankreich und dort spielen immer wieder kulinarische Genüsse eine Rolle, aber auch französische Lieder und Filme finden Erwähnung.
Ein Krimi, der sich auch Zeit lässt für das, was zwischen den Ermittlungen geschieht, der die Menschen und ihr Leben näher bringt.
Astrid Ylva Dornbachs Krimi hat mir sehr gefallen und ich freue mich schon auf einen neuen Fall, der am Ende des Buches bereits angedeutet wird.
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