"Willehalm" von Wolfram von Eschenbach. König Lôîs und die Königin
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
19.03.2024
Verlag
GRINSeitenzahl
18 (Printausgabe)
Dateigröße
475 KB
Sprache
Deutsch
EAN
9783963569739
Abschließend drängt sich die Frage auf, wie der Text Wolframs von Eschenbach in den politischen Kontext des frühen 13. Jahrhunderts einzuordnen ist, welches Bild der Autor als scharfsinniger Beobachter seiner Zeit von der Institution des römisch-deutschen Königtums zeichnet, das im Text durch König Lôîs repräsentiert wird und das sich zu Lebzeiten Wolframs offensichtlich in einer Krise befand und mehr als in den Jahrhunderten zuvor von den Verbindungen des Königs zu den Fürsten des Reiches abhängig war. Bezieht Wolfram mit seinem Text darüber hinaus selbst Stellung und vertritt die Interessen der Fürsten im Dualismus mit dem König, wenn man bedenkt, dass Hermann I., Landgraf von Thüringen - einer derjenigen, die den König wählten - Wolframs Auftraggeber war?
In Wolfram von Eschenbachs Willehalm steht der (kriegerische) Konflikt zwischen Christen und Moslems im Mittelpunkt, der angesichts zahlreicher Ereignisse der jüngsten Vergangenheit - etwa der Terroranschlag vom 11. September 2001 - nichts von seiner Aktualität verloren hat und eine Konstante im gesellschaftlich-religiösen Diskurs unserer Tage darstellt. Jedoch ist der Gegensatz zwischen "Okzident" und "Orient" keineswegs das einzige Thema, das die Lektüre des Textes, der bereits vor rund 800 Jahren verfasst worden ist, lohnenswert erscheinen lässt. Es kommt eine Vielzahl an thematischen Schwerpunkten und Spannungsfeldern hinzu - etwa die Topoi Gewalt, Familie und Sippengedanke, Toleranz oder die Frage nach der Rechtfertigung eines Krieges -, die unser gegenwärtiges Denken und in gleichem Maße unsere moderne Literatur zu Gegenständen ihrer Betrachtung machen. Folglich bedarf es keiner Erklärung dafür, warum Wolframs Willehalm stets literaturgeschichtlicher Forschungsgegenstand war und noch immer im Fokus der mediävistischen Forschung steht.
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