Ein verregneter Morgen an der Uni verändert Rems Leben für immer. Als sie gerade von der Toilette zu ihrem Tisch in der Cafeteria zurückkehrt, um an ihrem Gedicht weiterzuschreiben, wird sie von einer mysteriösen Fremden verdrängt. Die elegante Frau nimmt Rems Platz mitsamt ihren persönlichen Dingen in Besitz und tritt von nun an in ihre Fußstapfen. Fortan ist Rem dazu verdammt, ihr Dasein als einsamer Geist zu fristen, während sie hilflos mit ansehen muss, wie ihre Stellvertreterin alles an sich reißt und sie in allen Belangen übertrifft. Doch Rem gibt nicht auf und schmiedet einen Plan, um die Kontrolle über ihr Schicksal zurückzugewinnen. Eine fesselnde Geschichte über Identität, Anpassungsdruck und existentielle Scham.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Sigrid
aus Iserlohn
5/5
24.07.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Stellvertreterin
Als Autor habe ich Timo Lichterfeld kennengelernt mit seiner Kurzgeschichte "Die Seelenpflanze". Darin beschreibt er sehr feinsinnig und empathisch die Phasen einer Trauer einerseits sehr real und andererseits findet er für seine Protagonistin fantasievolle Möglichkeiten der Hilfe, um mit der Trauer leben zu können. Die Erzählung hat mich sehr berührt. Ich habe mich darin wiedererkannt und sie als Würdigung meiner eigenen Trauer als wohltuend wahrgenommen.
Mit seinem Buch "Die Stellvertreterin" hat Lichterfeld mich überrascht, irritiert und mit dem mir fremden "Stoff" auch fasziniert. Der Inhalt, der auch die menschliche Psyche zum Thema hat, wirkte auf mich zunächst mysteriös und gleichzeitig fesselnd. Lichterfeld gelingt es, diesen Prozess des Sich-Verlierens und des Sich-Wiederfindens seiner Hauptfigur erkennbar zu machen und mich als Leser zu integrieren. Mit seiner lesenswerten, fiktiven Geschichte gibt er den Impuls darüber nachzudenken, ob ich "richtig bei mir selbst bin".
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