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Produktbild: Von Norden rollt ein Donner

Von Norden rollt ein Donner Roman Shortlist Deutscher Buchpreis 2024

23

23,00 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.07.2024

Abbildungen

mit 1 Karte

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

287

Maße (L/B/H)

20,8/13/2,9 cm

Gewicht

385 g

Farbe

Lichtgrau / Dunkelbraun

Auflage

8

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-82247-6

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.07.2024

Abbildungen

mit 1 Karte

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

287

Maße (L/B/H)

20,8/13/2,9 cm

Gewicht

385 g

Farbe

Lichtgrau / Dunkelbraun

Auflage

8

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-82247-6

Herstelleradresse

C.H. Beck
Wilhelmstrasse 9
80801 München
DE

Email: produktsicherheit@beck.de

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  • Lesehonig

    aus Berlin

    5/5

    14.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wer hat Angst vorm bösen…

    Wer hat Angst vorm bösen Wolf? In der Lüneburger Heide geht der Wolf um. Seit Jahrzehnten galt er als ausgestorben, nun versetzt er die Schäfer wieder in Angst und Schrecken. So auch Jannes und seine Familie. In dritter Generation arbeiten sie als Schäfer und in gleicher Konstellation leben sie auch auf ihrem Hof mitten in der Heide. Was für andere romantisierten Urlaub verspricht, ist für sie harte Realität. Doch die Familie kämpft nicht nur mit äußeren Einflüssen auch in ihrem Inneren schwelt ein Brand. Oma Erika ist verrückt geworden. Und so wie sich ihr Geisteszustand in der Zeit verrückt hat, so hat sie auch ihre Familie örtlich verrückt, nämlich in ein Heim. Jannes Vater wird immer vergesslicher, aber darüber schweigt man lieber. Auch Jannes beginnt in der Heide nicht nur seine Schafe und die Landschaft zu sehen, sondern auch Unaussprechliches. Für dieses Buch brauchte ich etwas Anlauf. Erst nach einigen Seiten konnte ich in diese Geschichte abtauchen und dann war es wie Magie. Ein Wandel zwischen Realität und Fiktion. Auf der Spur von Sagen, Brauchtum und Geschichte und doch im Hier und Jetzt. Der Wolf als Symbol des Bösen, dass weniger in der Natur als unter den Menschen lauert. Großartig erzählt, düster und doch mitten unter uns. Etwas Unterschwelliges, dass mitschwingt, ohne greifbar zu sein, dass ist wirklich hohe Erzählkunst. Von mir gibt’s dafür eine klare Leseempfehlung!

  • Josephine

    aus Hamburg

    5/5

    07.02.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Mein persönlicher Buchpreis-Gewinner!

    Ein unglaublich starkes Buch und definitiv ein Jahreshighlight für mich! Ich habe es jedem Kunden in der Buchhandlung empfohlen, der davor stand und noch überlegt hat. Markus Thielemann hat mit den kleinsten Nuancen so eine große Spannung aufgebaut, dass ich es kaum weglegen konnte. Obwohl auch mit mystischen Elementen gearbeitet wird, verliert es nie den Bezug zur Realität. Die Angst vor dem Wolf, die NS-Vergangenheit des Heimatortes, die eigene Familiengeschichte, der an Demenz erkrankte Vater, die schleichende Gefahr neuer rechter Ideologien im ländlichen Niedersachsen - alles reale Themen, die uns schon beschäftigen oder uns mehr beschäftigen sollten; Thielemann schafft es, sie alle miteinander zu verknüpfen.

  • Bewertung

    aus Vaihingen

    5/5

    11.11.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    ein Donner mit bedrohlichem Echo

    Heideblüte, Wellness, Herbstlaub, Heidschnucken, Schäfer,..... In unserer Vorstellung und oberflächlichen Ver-Blendung Idylle pur. Aber da gibt es auch ein KZ-Außenlager, einen Truppen-Übungsplatz, einen NATO-Übungsplatz, den "Wolf" - ein Symbol für Bedrohung, Angst, Unterschwelliges........... Tribalismus - das Bedürfnis, bei Bedrohungen die "Nächsten" (Familie, Volk, Heimat...) zu schützen, ist dem Menschen angeboren. Es ist eine kulturelle Leistung, dem Menschen laut GG die Würde aller Menschen nahezulegen. Aber in den aktuellen Krisenzeiten drohen Menschen wieder auf den Ur-Reflex zurückzufallen. Darauf hinzuweisen, ist in diesem wortgewaltigen Roman das Verdienst des Autors.

  • Lianne

    5/5

    22.10.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Spiel mit der Angst

    Wer Herdentiere hat, der kennt sie, die Angst vor dem Wolf, die immer bedrohlicher wird. Die Machtlosigkeit, denn man möchte seine Tiere schützen, doch wie? Schutzzäune werden nicht immer gefördert und sind sehr kostspielig - zudem keine 100% Garantie, dass es reicht. In diesem Roman begleiten wir Jannes bei seiner alltäglichen Arbeit mit den Heidschnucken der Familie. Man sieht, wie nah sie den Tieren sind, dass es ein Familienunternehmen seit Generationen ist und erlebt live, wie sie sich Gedanken um die Zukunft machen. Bildhaft in der Kulisse der Lüneburger Heide. So schön, dass auch ein Kamerateam die Familie besucht. Doch hinter dem Herdenschutz und den Geschichten des Großvaters über den letzten Wolf in der Nachkriegszeit, verbirgt sich eine erschreckende Wahrheit- ein anderes wichtiges Thema, dass Deutschland niemals vergessen darf. Was damals unter dem Deckmantel „Schutz“ der Heimat und ich kann es kaum aussprechen „des Volkes“ geschehen ist. Richtig gut und bildgewaltig verwoben. Zurecht steht dieses Buch auf der Nominierungsliste des deutschen Buchpreises.

  • Zauberberggast

    aus München

    5/5

    17.10.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein überwältigend anderer “Coming-of-Age”-Roman

    Kaum ein Beruf wird so mit Idylle in Verbindung gebracht wie der des Schäfers. In der Literaturgeschichte wurden Schäferinnen und Schäfer romantisiert, wie die barocke Pastoralpoesie bzw. Schäfterdichtung beweist. Auch Shakespeare hat mit “Wie es euch gefällt” ein Schauspiel dieser Gattung geschrieben. Maler haben Schäferinnen und Schäfer auch schon immer gerne zum Motiv ihrer Bilder gemacht. Die Schäfer*innen in der Lüneburger Heide sind quasi ein lebendiges Kulturgut. Sie betreiben ein uraltes Handwerk, die Arbeit mit den Heidschnucken ist “Landschaftspflege”, wie es im Buch “Von Norden rollt ein Donner” (C.H.Beck) von Markus Thielemann heißt. Das Buch stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und ist der vielleicht größte Überraschungserfolg des deutschen Literaturjahres 2024. Die Presse hat ihn einen “Anti-Heimatroman” genannt. Aber warum eigentlich “anti”? Die Handlung beginnt im Herbst 2014 und dreht sich um den jungen Ich-Erzähler Jannes Kohlmeyer, der als Schäfer im Familienbetrieb im Naturpark Südheide in Niedersachsen lebt. Jannes ist gefangen im Netz seiner eigenen Wurzeln. Obwohl er erst neunzehn Jahre alt ist, ist seine Zukunft schon vorher bestimmt: Er wird wahrscheinlich den Betrieb seiner Eltern und Großeltern übernehmen und Heideschäfer werden. Das Thema der Determination durch die eigene Herkunft ist unterschwellig sehr präsent. “Muss der ja selbst wissen, ob der sich das antut?", sagt sein Großvater, der auch von sich sagt: “Ich war Schäfer von Geburt an, so war das eben.” (S. 104). Aber hat Jannes wirklich eine Wahl? Die Opfer, die eine Entscheidung gegen das elterliche Milieu für Jannes bedeuten würden, sind übermenschlich groß. Haus und Hof müssten aufgegeben werden, ein neues Leben mit anderem Beruf angefangen. So, wie es Jannes’ ältere Schwester gemacht hat. Aber Jannes ist nun mal eben schon ein Schäfer und ein Schäfer in der Stadt? Undenkbar! Jannes mag seinen Beruf auch, das ist es gar nicht. “Erst mal mach ich das jetzt.” (S. 102) sagt er zu der Reporterin, die ihn für die Heideschäfer-Doku interviewt. Die Ruhe in der Natur und bei den Tieren, die Vielseitigkeit und dass man alles in einem eigenen Tempo machen kann, das liebt der junge Mann an seinem anachronistischen Beruf. Ein zweites großes Thema des Romans ist die NS-Vergangenheit der Heide. Jannes lebt zwar in der Natur, aber auch in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen - und zum Rüstungskonzern Rheinmetall.  Jannes’ angegriffene Psyche ist ein Sinnbild für die Schrecken der generationalen Traumata, die diese junge Generation (Jannes ist 1995 geboren) verarbeiten muss. “Oma, denkt er da, warum hast du mir diesen Kopf vererbt?” (S. 265) Ich will nicht zuviel verraten, aber vor allem dieser “düstere” Aspekt der Handlung wurde vom Autor auf beeindruckende und sehr ungewöhnliche Weise umgesetzt. Durch die fast schon naturalistische Erzählweise wird eine Atmosphäre erzeugt, die beklemmend und realistisch zugleich ist. Der Naturalismus Thielemanns vermischt sich mit großer Metaphorik und heraus kommt ein literarisches Kunstwerk. Der böse Wolf, der die Herden bedroht - ist er nur ein Sinnbild oder real? Nur durch die Lektüre werden es die Lesenden herausfinden - oder am Ende gar nicht? Ein Roman, der trotz der schweren Thematik ungeahnte Wellen der Begeisterung in meinem Inneren geschlagen hat. Ich habe mich selbst komplett vergessen bei der Lektüre. War in Jannes’ Zimmer (wo ich den Staub unter dem Klebestreifen zur Kenntnis genommen habe), bei den Schnucken und Hunden, habe Heidekraut gerochen und den Sturm an Halloween gespürt, habe Schneeflocken im Januar leise rieseln sehen und die komischen Geräusche der Drohne vom Filmteam gehört, die Bedrohung durch den Wolf gesprüt. Und dann wollte ich unbedingt ein Hanuta mit “Herr der Ringe”-Stickern aus der Alufolie wickeln und mit Jannes auf der Parkbank sitzen, während sein Vater Anfang der 2000er Jahre in Jannes’ Erinnerung seine Begeisterung für die Werke von Tolkien und Peter Jackson auspackt. Dieser Roman ist so viel mehr als die Summe seiner Teile, aber ich möchte trotzdem nochmal festhalten, was ich alles hier drin gefunden habe: Einen Coming-of-Age-Roman eines Angehörigen der frühen Generation Z (ich hoffe, das ist richtig), der - ungewöhnlich für das Genre - komplett ohne Liebesgeschichte und erotische Szenen auskommt. Wir wissen nicht mal etwas über die sexuelle Orientierung von Jannes. Darin eingewoben sind die Themen: Heimat, Herkunft und soziale Verantwortung, Familie und Freundschaft, NS-Vergangenheit und deren Aufarbeitung, regionale Literatur- und Wirtschaftsgeschichte, mentale Gesundheit, Landwirtschaft und deren Sonderform in einer besonderen Landschaft - Heideschäfertum als Kulturform und Touristenmagnet. Umweltschutz und Tierschutz. Und letztlich: Die Schönheit und Unbarmherzigkeit der Natur. Stundenlang könnte ich noch über dieses wunderbare Buch reden und ich bin mir sicher, Literaturwissenschaftler*innen werden es in der Zukunft mit Sicherheit zum Gegenstand ihrer Arbeiten machen. Unbedingt lesenswert.

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