Umgeben von mittelalterlichen Ruinen liegt in Yorkshire das atemberaubende Herrenhaus Belrive Priory. Weihnachten steht vor der Tür und der Schriftsteller Arthur Ferryman freut sich, zu dem verschneiten Familiensitz zurückzukehren. Jedoch muss er bei seiner Ankunft schockiert feststellen, dass seine Cousins und Cousinen einen neuen Zeitvertreib gefunden haben: das Pistolenschießen. Tatsächlich tut der exzentrischen Familie jede Ablenkung gut. Denn keiner ist dem anderen grün. Wenn nicht geschossen wird, vertreibt die Familie sich die Zeit mit dem Zitieren von Shakespeareversen oder mit kritischen Diskussionen über das neueste Werk von Arthurs Cousine Lucy Chigwidden, einer aufstrebenden Krimiautorin, die Arthur auf Schritt verfolgt. Als einer der Gäste erschossen im Arbeitszimmer aufgefunden wird, tritt Inspektor Appleby auf den Plan und hat inmitten der chaotischen Familie einige Mühen, herauszufinden, was sich auf Belrive Priory wirklich zugetragen hat.
Kundinnen und Kunden meinen
3.5/5.0
Lese-Abenteurerin
aus Oberösterreich
5/5
30.11.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Krimi mit Zeitgeschichte
Meine Meinung
Das ansprechend gestaltete Cover hatte meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen und was soll ich sagen: Der Roman „Ein Schuss im Schnee“ ist ein wunderbar gelungener Zeitbericht aus den späten 1940er Jahren in Großbritannien, verpackt in einen entschleunigten, aber dennoch spannenden Krimi.
Der Ich-Erzähler Arthur verbringt mit diversen Verwandten ein Familientreffen, das nicht nur einen Kriminalfall für ihn bereithält, sondern auch allerlei Familienzwistigkeiten und Familiengeheimnisse zu Tage fördert.
Mit jeder Menge Verdächtiger und einigen Twists konnte die Spannung bis zuletzt bei mir aufrechterhalten werden, denn ich tappte bei der Täterfindung völlig im Dunklen. Mit einem ungewöhnlichen, aber stimmigen, Schluss endete dieser Kriminalfall zu meiner vollsten Zufriedenheit.
Was mir ein wenig Schwierigkeiten bereitete, waren die relativ komplexen Verwandtschaftsverhältnisse und die für mich eher wenig einprägsamen Namen. Hier hätte mir eine Personenliste oder ein Stammbaum bei der Lektüre wesentlich geholfen.
Was mir an diesem Buch besonders gefiel, war die elaborierte Sprache der britischen Upper-Class, die hier trefflich zum Einsatz kam. Ich sah wie in einem Schwarz-Weiß-Film die Ereignisse und Dialoge vor meinem inneren Auge, passend zur zeitlichen Einordnung des Buches.
Auch die Schilderung von in dieser Epoche so selbstverständlichen Details, wie zum Beispiel der Niederschlag von Rußflöckchen oder das Vorhandensein von Dienerschaft auf dem Landsitz, machte mir bewusst, dass sich in diesen rund 80 Jahren seit Ersterscheinen des Buches, vieles, ob nun in Umweltbelangen oder bei den sozialen Bedingungen, wesentlich verändert hat. Die Möglichkeiten der Täterfindung waren vom technischen Standpunkt aus gesehen sehr eingeschränkt – keine Forensik, keine Handydatenauswertung etc.. So war dieser Krimi für mich zugleich Leseunterhaltung und Einblick in ein Stück Zeitgeschichte, was ich sehr schätzte.
Mein Fazit
Wer auf der Suche nach einem Krimi gepaart mit einem Stück Zeitgeschichte der britischen Upper-Class der 1940er Jahre ist, wird mit dem sprachlich elaborierten Buch „Ein Schuss im Schnee“ zu seinem Lesevergnügen kommen.
Monika Schulte
aus Hagen
2/5
29.11.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Es fehlte die Spannung
"Ein Schuss im Schnee" ist ein Buch, das zunächst den Eindruck eines typischen Weihnachtskrimis vermittelt. Die Handlung spielt auf dem Land und verspricht Ausflüge im Schnee, familiäre Atmosphäre und einen Mordfall. Allerdings habe ich diesen gar nicht mehr erreicht, da ich tatsächlich den Roman abgebrochen habe. Zu viele mitwirkende Personen, deren Namen für mich eher kompliziert waren und ich sie deshalb nicht auseinanderhalten konnte.
Trotzdem mochte ich die etwas veraltete Schreibweise des Autors, den dem Roman einen nostalgischen Charme verleiht. Leider fehlte es jedoch an Spannung, was dazu führte, dass ich mich nicht richtig für die Geschichte begeistern konnte.
Trotz meiner eigenen Schwierigkeiten bin ich sicher, dass "Ein Schuss im Schnee" seine Fans finden wird. Personen, die gerne verwobene Handlungsstränge und eine entschleunigte Erzählweise mögen, könnten Gefallen an dem Buch finden.
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