Bridie arbeitet hart und verkauft auf den Straßen Londons Streichhölzer, um ihre Familie zu ernähren. Als sie nur noch drei Streichhölzer übrig hat, entzündet sie diese, da ihr so unendlich kalt ist. Durch magische Wirkungen jedes einzelnen Streichholzes sieht sie Zukunftsvisionen von sich selbst. Auf diese Weise erkennt Bridie, dass sie die Macht hat, ihr eigenes Schicksal zu verändern. Voller Tatendrang und Leidenschaft führt sie die Arbeiterinnen
in einen Streik und lässt die schrecklichen Zukunftsvisionen so, eine nach der anderen, in Rauch aufgehen …
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Annas.bibliomanie.n.babystuff
aus Hamburg
5/5
22.11.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Absolut bewegend geschrieben
Das Mädchen mit den Schwefelhölzern schlägt zurück
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Inhalt:
Die kleine Bridie muss anstatt in die Schule zu gehen Schwefelhölzer verkaufen und das in Pantoffeln im Winter, denn ihre Familie ist arm, bitterarm und jeder Penny wird für eine warme Mahlzeit benötigt, die viel zu selten auf dem Tisch steht.
Nach einem Kutschunfall zündet sie ihre letzten drei Schwefelhölzchen an, die alles sind, was ihr noch geblieben ist, bis....
Meine Meinung:
Ich habe die Originalgeschichte nicht gelesen, aber diese hier ist absolut bewegend, herzig, magisch und cool illustriert. Die Grundgeschichte beruht auf der Originalversion von 1845 und spinnt sich dann mit ein bisschen Fantasie fort zu einem schöneren Ende. Die Inspirationen stammen aus wirklichen Geschehnissen ab und auch die Bilder wurden an Fotografien aus dem viktorianischen Zeitalter angelehnt.
Fazit: Ich bin absolut begeistert von dieser Neuerzählung des Klassikers von Hans Christian Anders, die einen förmlich in die Zeit eintauchen lässt.
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CorniHolmes
5/5
09.10.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine großartige Mischung aus Märchen und ein Stück Zeitgeschichte!
Bridie Sweeney lebt zusammen mit ihrer alleinerziehenden Mutter und ihrem kleinen Bruder Fergal in London, in einer kleinen ärmlichen Einzimmerwohnung. Seit Bridie alt genug ist, um „Schwefelhölzer“ zu rufen, arbeitet sie hart, um ihre Familie zu ernähren. Während ihre Mutter 14 Stunden am Tag in einer Fabrik schuftet und von giftigen chemischen Stoffen umgeben Streichhölzer herstellt, verkauft Bridie die fertigen Zündholzpackungen auf der Straße. Doch obwohl beide so schwer arbeiten und Bridie sogar eine der besten Verkäuferinnen in der Gegend ist, reicht das Geld kaum, um über die Runden zu kommen. Als es an einem kalten Silvesterabend zu einem Zwischenfall kommt und Bridie nur noch drei jämmerliche Schwefelhölzer bleiben, ist sie kurz vorm Aufgeben. Aus Verzweiflung zündet sie die drei Hölzer nacheinander an, deren Flammen ihr nicht nur Wärme spenden, sondern auch drei Wünsche und vor allem Hoffnung schenken. Durch die Magie der Schwefelhölzer sieht sie Zukunftsvisionen von sich selbst. In Bridie erwacht daraufhin der eiserne Wille, etwas zu verändern und ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
Der Woow Books Verlag ist für mich schon lange ein Garant für herausragende Kinderbücher. Die preisgekrönte Schriftstellerin Emma Carroll wiederum konnte mich bereits zweimal restlos begeistern. Es war somit sofort klar, dass „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern schlägt zurück“ bei mir einziehen muss und so viel sei schon mal gesagt: Der Verlag macht seinem Namen mal wieder alle Ehre, dieses Buch (hervorragend übersetzt von Marion Hertle) ist einfach Wo(o)w.
Mitte des 19. Jahrhunderts hat Hans Christian Andersen sein Wintermärchen „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ geschrieben, welches heute zu seinen bekanntesten Werken zählt. Etliche Jahre später legt Emma Carroll ihre Neuinterpretation vor, in der sie Fiktives mit wahren Begebenheiten vereint und aus dem einst kampf- und namenlosen Mädchen eine tapfere und starke Heldin macht, die Bridie Sweeney heißt und ihre Stimme erhebt. Herauskommen ist ein Roman, der bewegt, mitreißt und schockiert, doch allen voran viel Mut und Hoffnung schenkt. Und dessen Inhalt man auch problemlos ohne Vorwissen genießen kann.
Die englische Autorin beweist einmal mehr, dass historische Kinderbücher genau ihr Ding sind. Gekonnt fängt sie die Atmosphäre des viktorianischen Londons ein, beschreibt auf eine ehrliche, zugleich aber auch sehr einfühlsame Weise das harte Leben der armen Bevölkerung sowie die schlimmen Arbeitsbedienungen in den Schwefelhölzerfabriken. Aus der Ich-Perspektive lässt sie Bridie ein Stück Zeitgeschichte eindringlich erzählen. Man fiebert, fühlt und leidet mit Bridie mit und kann vor ihrer Entschlossenheit und ihrem Kampfgeist nur den Hut ziehen. Es ist großartig und inspirierend zu sehen, wie Bridie trotz aller Widrigkeiten nicht aufgibt und für das einsteht, woran sie glaubt. Wie sie die Fabrikarbeiterinnen dazu ermutigt, gegen die Ungerechtigkeiten und menschenunwürdigen Zustände in der Fabrik anzugehen und für eine bessere Zukunft zu kämpfen. Und während das Originalmärchen traurig ausgeht, kann man Emma Carrolls Adaption am Ende mit einem warmen Gefühl im Bauch schließen.
Neben dem Inhalt überzeugt das Buch auch optisch auf ganzer Linie. Angefangen beim Cover über die wunderbaren künstlerischen schwarz-weiß-rot Illustrationen von Lauren Child bis hin zu den Originalfotos im mehrseitigen Anhang, in welchem man mehr über die historischen Hintergründe erfährt, die Emma Carroll für ihre Version genutzt hat.
Fazit: „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern schlägt zurück“ ist eine ergreifende, fesselnde und kraftvolle Neuerzählung von Hans Christian Andersens Märchenklassiker, voller Hoffnung und Frauenpower und mit einem Funken Magie. Ein eindrucksvoll erzählter und optisch gestalteter Roman, der sofort zündet und entflammt und lange nachklingt. Ich bin richtig begeistert von diesem Buch, ich kann es nur empfehlen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!
Bewertung
aus Hagenbach
5/5
16.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Märchenklassiker neu erzählt
„Das Mädchen mit den Schwefelhölzern schlägt zurück“ von Emma Carroll.
Illustriert von Lauren Child.
Übersetzt von Marion Hertle.
Empfohlenes Lesealter ab 9 Jahren.
Erschienen im @woowbooks_verlag
Inhalt: Es ist Neujahrstag im Jahr 1887. Bridie lebt mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder in sehr ärmlichen Verhältnissen. Während die Mutter unter grausamen Bedingungen in einer Schwefelholzfabrik arbeitet, verkauft das Mädchen auf den Straßen Londons Streichhölzer, um über die Runden zu kommen. Nach einem Zwischenfall, bei dem Bridie fast ums Leben kommt, wird ihre kostbare Verkaufsware zerstört. Es bleiben ihr lediglich drei Streichhölzer. Diese versucht sie zunächst mit erfundenen Märchen an die Passanten zu verkaufen. Sie verspricht ihnen warme, bessere Orte, an die sich die Käufer mit dem Entzünden der Streichhölzer hinzaubern können. Diese Verkaufsstrategie geht leider nicht auf. Aus Verzweiflung zündet sie schließlich selbst ein Streichholz an. Und da erkennt sie in den Flammen, dass die Hölzer tatsächlich magisch sind. Damit kann sie nämlich in verschiedene Zukunftsvisionen von sich selbst hineinsehen und ihr Schicksal verändern. Sie verschafft sich Zutritt in den Kreis der Schönen und Reichen, sieht sich in edlen Kleidern, satt und wohlhabend. Doch schon bald stellt sie fest, dass es nur eine Sache gibt, die ihr Leben zum Guten verändern kann. Dazu muss Bridie ihre Mutter und die anderen Arbeiterinnen aus der Streichholzfabrik in einen Streik führen.
Meinung: „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“ von Hans Christian Andersen ist wohl eines der bekanntesten Märchen. Die Geschichte um das arme, niedliche Mädchen, genauer gesagt ihr trauriges Ende, hat die Autorin Emma Carroll dazu inspiriert, mit einer Neuerzählung zurückzuschlagen. Die Rolle des blonden, zarten Wesens, das schwach und gebrechlich durch die Straßen streift, sollte demnach der Vergangenheit angehören. Denn die jungen Frauen, die in im 19. Jahrhundert in den Fabriken in 14-Stunden-Schichten schufteten, waren vielleicht vieles, aber sicher nicht schwach.
Dieses leidende, zartbesaitete Frauenbild von damals wurde bereits in vielen Märchen von Autoren beschrieben. Emma Carroll stellt es mit ihrer Geschichte richtig. Sie entschied sich dazu, diesen mutigen Frauen und Mädchen von damals einen Namen zu geben. Und so lässt sie Bridie Sweeney die Geschichte rund um das Mädchen mit den Schwefelhölzern aus ihrer Sicht neu erzählen. Mutig, clever und widerspenstig tritt sie allen Gefahren entgegen und entscheidet sich für den Weg der Gerechtigkeit.
Zwar ist auch diese Geschichte fiktiv, dennoch beruht die Thematik auf wahren Begebenheiten. Die Handlung spielt nämlich um die echte Bryant und May Fabrik in Bow, wo zahlreiche Frauen und Mädchen im 19. Jahrhundert unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten mussten. Was im Originalmärchen nicht thematisiert wird, greift Emma Carroll auf. Denn die Frauen von damals haben sich gewehrt. Sie haben ihr schreckliches Schicksal nicht akzeptiert. Sie haben sich zusammengeschlossen und gemeinsam gekämpft.
Was ich als Leserin durch Bridies Augen gefühlt habe, war eine Geschichte voller Hoffnung und Mut. Nicht aufzugeben, selbst wenn alles um einen herum hoffnungslos erscheint. Mit allen Mitteln gegen die Ungerechtigkeiten und die Unterdrückung vorzugehen. Ja, das ist wohl wahre Magie, die wir Menschen auch in unserer Zeit dringend brauchen. Denn die Menschenwürde ist nicht verhandelbar!
Illustriert wurde das Buch von Lauren Child. Es sind drei Farben, die sie in ihre Zeichnungen hat einfließen lassen. Schwarz, Weiß und Rot. Ich finde, diese Farbgestaltung passt wirklich großartig zum Inhalt der Geschichte. Stark, gefühlvoll und künstlerisch auf den Punkt gebracht.
„Girlpower trifft auf Märchenklassiker!“ - Woow Books Verlag.
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