Wer einmal in den Sog gerät, kann sich nur schwer befreien ...
Als sich der Seenebel vor Hörnum lichtet, gibt er bei den Tetrapoden am Strand eine Männerleiche frei. Auf den ersten Blick ist ersichtlich: Auf das Opfer wurde brutal eingestochen. Dreiundzwanzig Messerstiche zählt Gerichtsmediziner Sebastian Gerlich, zwei davon waren tödlich. Die eilig angereiste Kriminalkommissarin Liv Lammers und ihre Flensburger Kollegen ermitteln in alle Richtungen. Bald wissen sie: Der Tote heißt Timur Roters, hat zusammen mit seiner Frau Merret als Sozialpädagoge in einer Jugendwohngruppe gearbeitet und sich durch seine liberale Einstellung Feinde gemacht. Doch reicht das, um einen solchen Sturm der Gewalt zu entfesseln?
Liv Lammers ermittelt in ihrem achten Fall auf Sylt, Deutschlands beliebtester Urlaubsinsel
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Fesselnd bis zur letzten Seite
Gertie G. aus Wien am 21.06.2024
Bewertungsnummer: 2227345
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
In ihrem 8. Fall muss sich Liv Lammers nicht nur mit einer Wohngemeinschaft von Jugendlichen, deren Sozialpädagoge Timus Roters, mit 23 Messerstichen ermordet worden ist, herumschlagen, sondern auch mit ihrem Kollegen Andreas, der nach einer schweren Kopfverletzung zwar wieder im Dienst ist, aber nicht wirklich dienstfähig ist. Durch sein eigenartiges Verhalten, das im Laufe der der Zeit sich zu einer wahren Paranoia auswächst, gefährdet er nicht nur die Ermittlungen, sondern auch Liv persönlich.
Meine Meinung:
In diesem Krimi, der in Hörnum am südlichen Zipfel von Sylt spielt, zieht Sabine Weiss wieder alle Register. So greift sie mehrere gesellschaftspolitische Themen auf. Da ist zum einem, das Kaputt-Sparen der Exekutive, die mit eklatanten Personalmangel kämpft und Mitarbeiter aus dem Urlaub zurückholt oder rekonvaleszente Dienst schieben lässt. Und zum anderen die Unterbringung von auffälligen Jugendlichen in einer sozialpädagogischen Wohngruppe, der liberale Führung durch das Ehepaar Roters einigen Einwohnern Hörnums gegen den Strich geht. Jedes Mal, wenn es einen Vorfall gibt, richtet sich der erste Verdacht gegen die Jugendlichen und sei es nur ein platter Reifen bei einem Fahrrad.
Wie in jedem der Bücher der Reihe spielt auch Liv Lammers Privatleben eine große Rolle. Livs Tochter Sanna engagiert sich in einer Gruppe für benachteiligte Jugendliche und kommt so mit einer Jugendlichen aus der Wohngemeinschaft in Kontakt. Dass sie dabei die Ermittlungen ihrer Mutter erschwert, ja beinahe torpediert, ist nicht unbedingt Absicht. Die durch den Job der Mutter stellenweise angespannte Beziehung der beiden eskaliert, als Sanna die Wahrheit über ihren Vater erfährt. Diese privaten Einblicke fügen sich wieder gut in die Ermittlungen ein und haben mir gut gefallen.
Die Charaktere sind wie immer sehr gut herausgearbeitet. Wer die Reihe um Liv Lammers von Beginn an verfolgt, wird die Entwicklung der verschiedenen Charaktere erkennen. Während Liv und Sanna an ihren Aufgaben wachsen, wird Andreas langsam aber stetig zum Sicherheitsrisiko. Natürlich ist eine schwere Kopfverletzung keine Kleinigkeit, aber die Weigerung psychologische Hilfe anzunehmen, sowie sich als Leitender Ermittler aufzuspielen, dabei aber falsch Anordnungen zu treffen und übergriffig zu sein, ist ein absolutes NoGo. Mit den Konsequenzen wird er vermutlich nicht zurecht kommen, was bei mir ein ungutes Gefühl für den nächsten Fall aufkommen lässt.
Auch die Bewohner der Wohngruppe sind alles andere als einfache Charaktere, das Betreuerpaar Roters ist dabei nicht ausgenommen.
Der Spannungsbogen ist, wie bei Autorin Sabine Weiss üblich, gewohnt hoch. Es gibt zahlreiche Verdächtige sowie einige Spuren im im sprichwörtlichen Sand (von Hörnum) verlaufen. Die Auflösung ist ein wenig überraschend, aber stimmig.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem 8. Fall für Liv Lammers 5 Sterne.
Viele Irrwege führen ans Ziel
Jeanette Lube aus Magdeburg am 17.06.2024
Bewertungsnummer: 2225246
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Dieses Buch erschien 2024 im Verlag Bastei Lübbe AG und beinhaltet 397 Seiten.
„Wer einmal in den Sog gerät, kann sich nur schwer befreien…“
Der Seenebel vor Hörnum lichtet sich und gibt bei den Tetrapoden am Strand eine Männerleiche frei. Auf das Opfer wurde brutal eingestochen, das ist auf den ersten Blick ersichtlich. Gerichtsmediziner Sebastian Gerlich zählt dreiundzwanzig Messerstiche, davon waren zwei tödlich. Liv Lammers ist Kriminalkommissarin, eilig angereist und ermittelt gemeinsam mit ihren Flensburger Kollegen in alle Richtungen. Und bald schon ist sicher, dass der Tote Timur Roters heißt und zusammen mit seiner Frau Merret als Sozialpädagoge in einer Jugendwohngruppe gearbeitet hat. Durch seine liberale Einstellung hat er sich Feinde gemacht. Reicht das aus, um einen solchen Sturm der Gewalt zu entfesseln? Dies ist bereits der achte Fall, in dem Liv Lammers auf Sylt, Deutschlands beliebtester Urlaubsinsel, ermittelt.
Das Cover ist echt düster gestaltet. Ich habe schon einige Bücher der Autorin Sabine Weiss gelesen. Dieses Buch kann man ohne Vorkenntnisse der anderen Bände lesen. Ich war sofort mitten im Geschehen und schon schnell war klar, dass hier ein brutaler Mord geschehen ist. Der Tote ist Timur Roters. Er hat sich mit seiner Frau Merret in einer Jugendwohngruppe gearbeitet. Dazu gehörten Jugendliche, die bevor sie in dieser Gruppe gelandet sind, kein leichtes Leben hatten. Wer hatte Timur auf dem Gewissen? Und warum? Na, das werde ich euch nicht verraten… Ich hatte aufregende, fesselnde, packende und spannende Lesestunden, die mich aufgrund der Beschreibungen den Jugendlichen sehr nahe gebracht haben. Ihre unterschiedlichen Schicksale gingen mir ziemlich an die Nieren. Und ständig ermittelte ich mit Liv Lammers, hatte jedoch bis zum Ende überhaupt keine Ahnung. Die Autorin hat mich immer wieder geschickt auf falsche Fährten geschickt. Sanne, Livs Tochter, ist echt mutig und hat ihre eigenen Ermittlungen geführt. Lest einfach selbst! Ich hatte eine tolle Lesezeit auf Sylt, die mich komplett in Atem hielt. Die Autorin Sabine Weiss hat einen ausgezeichneten Schreibstil, der mich begeistert, fasziniert und komplett überzeugt hat. Dieses Buch empfehle ich sehr gern weiter! Macht euch auf etwas gefasst!
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