Wer mit den Göttern verwandt ist, braucht echt keine anderen Feinde ...
Eigentlich hätte Ren sich denken können, dass der Tod nicht alle Probleme löst. Um den Fängen der aztekischen Fürsten der Nacht zu entgehen, die sie zu ihrer Königin krönen wollten, hat sie aber keinen anderen Ausweg gesehen. Schnell stellt Ren fest: Sie muss wieder zurück in die Welt der Lebenden. Doch dafür muss sie mit Ixtab verhandeln, der Göttin der Unterwelt. Die fordert einen hohen Preis von Ren: die Jadekrone - und ihre Schattenmagie ...
Persönlich empfohlen von "Percy Jackson"-Autor Rick Riordan!
Entdecke alle mythologischen Abenteuer aus der Reihe "Rick Riordan Presents":
"Zane gegen die Götter" von J. C. Cervantes
Band 1: Sturmläufer
Band 2: Feuerhüter
Band 3: Schattenspringer
"Ren gegen die Götter" von J. C. Cervantes
Band 1: Nachtkönigin
Band 2: Jaguarmagie
"Sikander gegen die Götter" von Sarwat Chadda
Band 1: Das Schwert des Schicksals
Band 2: Der Zorn der Drachengöttin
"Aru gegen die Götter" von Roshani Chokshi
Band 1: Die Wächter des Himmelspalasts
Band 2: Im Reich des Meeresfürsten
Band 3: Das Geheimnis des Wunschbaums
Band 4: Die Magie der goldenen Stadt
Band 5: Der Trank der Unsterblichkeit
"Tristan gegen die Götter" von Kwame Mbalia
Band 1: Mythenweber
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Tolles Finale!
Jenny Wons aus Bergheim am 08.07.2025
Bewertungsnummer: 2534109
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Mit diesem zweiten Band findet die Shadow-Bruja-Dilogie ihren Abschluss – und zwar auf eine Art, die sowohl konsequent als auch emotional erfüllend ist. Obwohl die Geschichte rund um Ren in vielerlei Hinsicht zu einem Ende kommt, bleibt die Tür in diese faszinierende Welt weit genug offen, dass zukünftige Ableger oder Spin-offs möglich scheinen. Und ehrlich gesagt – ich hoffe sehr, dass die Autorin diesen Weg noch einmal beschreitet.
Ren steht am Anfang dieses Bandes mit leeren Händen da. Ihre Schatten-Bruja-Fähigkeiten – die auf aztekischer Mythologie beruhen – sind ihr ebenso abhandengekommen wie ihr Zeitseil, das auf die Maya-Kultur zurückgeht. Ohne Magie, ohne Hilfsmittel, und ohne klares Ziel muss sie sich zunächst orientieren. Die Entscheidung der Autorin, ihre Heldin erst einmal zu entmachten, ist mutig und klug: Sie zwingt Ren – und damit auch die Leser:innen – dazu, tiefer zu schauen. Wer ist Ren, wenn man ihr alles nimmt, was sie besonders macht? Die Antwort auf diese Frage entfaltet sich über den Verlauf des Romans hinweg und bildet den emotionalen Kern der Geschichte.
Dabei steht nicht nur das Wiederfinden alter Kräfte im Vordergrund, sondern vor allem das Erkennen und Annehmen der eigenen Identität. Ren muss sich mit ihrer Herkunft, ihrer inneren Zerrissenheit und ihrer Rolle in einer Welt voller Erwartungen auseinandersetzen. Der Weg dorthin ist keineswegs geradlinig, aber umso authentischer erzählt. Ihre Entwicklung fühlt sich nie erzwungen an, sondern erwächst aus konkreten Entscheidungen, Zweifeln und Momenten der Erkenntnis.
Einer der herausragendsten Aspekte der Reihe ist die Verbindung von Mythologie und Fantasy. Die Autorin schöpft nicht aus den gängigen europäischen Sagenwelten, sondern lässt sich von der reichen Symbolik und Spiritualität der aztekischen und der Maya-Kultur inspirieren. Diese kulturelle Verankerung verleiht der Geschichte nicht nur Frische, sondern auch Tiefe. Die mythologischen Elemente sind kein dekoratives Beiwerk, sondern eng mit Rens innerer und äußerer Reise verflochten. Man spürt den Respekt vor den ursprünglichen Quellen – und gleichzeitig die kreative Freiheit, die daraus entsteht.
Natürlich begegnen wir in diesem Band auch vielen bekannten Figuren wieder. Besonders Edison und Ah-Puch stechen erneut hervor – letzterer bleibt eine faszinierende Mischung aus Humor, Bedrohung und unerwarteter Weisheit. Die Dynamik zwischen den Figuren ist glaubhaft und lebendig, nie flach oder klischeehaft. Es gibt schöne, stille Momente der Verbundenheit, aber auch dramatische Spannungen und Wendungen, die das Tempo hochhalten.
Ein besonderer Lichtblick ist für mich die Beziehung zwischen Ren und ihrer Mutter. Sie ist von ambivalenter Wärme geprägt – einer Mischung aus Liebe, Frustration, Missverständnissen und tiefer Verbundenheit. Die Dialoge zwischen ihnen wirken ehrlich und lebensnah, oft humorvoll, manchmal schmerzhaft. Wenn Ren sich über die "Hilfsbereitschaft" ihrer Mutter aufregt, musste ich mehr als einmal schmunzeln – denn wer kennt solche Situationen nicht? Und doch schimmert unter all dem immer wieder ein echter Wille zur Verständigung durch. Das Ende lässt offen, wie sich diese Beziehung weiterentwickeln könnte – aber es gibt Grund zur Hoffnung.
Das Ende des Romans wartet mit einigen gelungenen Wendungen und Enthüllungen auf, die der Geschichte noch einmal eine neue Tiefe verleihen. Dabei bleibt der Ton stets stimmig, die emotionalen Momente wirken ehrlich verdient, nicht konstruiert. Dennoch hätte ich mir an manchen Stellen noch etwas mehr Zeit gewünscht – einige Entwicklungen passieren recht schnell, gerade zum Schluss hin. Auch blieb mir die innere Transformation Rens an manchen Stellen zu vage; ich hätte gern noch etwas mehr über ihr neues Selbstverständnis erfahren.
Fazit:
Der zweite Band der Shadow-Bruja-Dilogie ist ein würdiger Abschluss einer faszinierenden Geschichte, die sich durch kulturelle Tiefe, starke Charaktere und eine fein gesponnene magische Welt auszeichnet. Besonders Ren als Heldin wächst einem im Laufe der Geschichte ans Herz – gerade weil sie nicht perfekt ist, sondern mit echter Unsicherheit, Wut und Hoffnung kämpft. Die Autorin beweist einmal mehr, dass Fantasy mehr sein kann als Eskapismus – nämlich ein Ort für Identitätsfragen, kulturelle Auseinandersetzungen und persönliche Entwicklung.
4 von 5 Sternen!
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