Anton Reiser Psychologischer Bildungsroman über Armut, Pietismus, Selbstanalyse und Theatersehnsucht im 18. Jahrhundert
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
02.12.2023
Verlag
Sharp InkSeitenzahl
212
Maße (L/B/H)
22,9/15,2/1,4 cm
Gewicht
463 g
Sprache
Deutsch
ISBN
978-80-283-5006-2
Anton Reiser, zwischen 1785 und 1790 erschienen, gilt als einer der ersten psychologischen Romane deutscher Sprache und zugleich als kritische Variante des Bildungsromans. In präziser, oft schonungslos analytischer Prosa verfolgt Moritz die Kindheit, Schulzeit und Theatersehnsucht seines empfindsamen Helden, dessen Wunsch nach Selbstbildung beständig an Armut, religiösem Druck und sozialer Demütigung scheitert. Der Roman verbindet autobiographische Erfahrung, aufklärerische Seelenkunde und literarische Selbstbeobachtung zu einem Dokument innerer Zerrissenheit. Karl Philipp Moritz, 1756 in Hameln geboren, kannte die in Anton Reiser geschilderten Milieus aus eigener Erfahrung: pietistische Erziehung, ökonomische Unsicherheit, Lehrjahre, Wanderungen, Schuldrill und die verführerische Hoffnung auf die Bühne. Als Schriftsteller, Pädagoge und Herausgeber des Magazins zur Erfahrungsseelenkunde interessierte ihn besonders, wie äußere Verhältnisse das Bewusstsein formen. Diese empirische Aufmerksamkeit verleiht dem Roman seine ungewöhnliche psychologische Schärfe. Zu empfehlen ist Anton Reiser allen Leserinnen und Lesern, die Literatur nicht nur als Handlung, sondern als Untersuchung des Selbst verstehen. Das Buch eröffnet einen eindringlichen Blick auf Subjektivität um 1800 und bleibt durch seine Darstellung verletzter Anerkennung, sozialer Ausgrenzung und ästhetischer Sehnsucht überraschend gegenwärtig.
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