Wie gerecht kann eine Welt in der Klimakrise sein?
Der Klimawandel trifft uns nicht alle gleich. Friederike Otto liefert anhand von acht extremen Wetterereignissen konkrete Beispiele, was die wirklichen Ursachen sind, wer besonders betroffen ist und vor allem: Was Klimagerechtigkeit tatsächlich bedeutet und was dafür noch getan werden muss. So lernen wir anhand der Ahrtal-Flut und Überschwemmungen in Pakistan, wie unterschiedlich die Auswirkungen dieser Katastrophen ausfallen können, sehen aber auch bei Beispielen wie den Buschbränden in Australien, dass Reichtum nicht vor Rauchvergiftungen schützt und hier Medien und Politik durch gezielte Missinformation einen Wandel verhindern.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Bewertung
Book Circle Community
5/5
14.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
ein Must-Read
dieses buch ist ein must-read für alle! zusammenhänge werden so gut erklärt und es ist für jeden etwas darin beschrieben, von dem man vorher bestimmt noch nichts gehört hat! ich finde, die autorin bringt es wirklich auf den punkt!
Wenn dich meine ganze Meinung zu dem Buch interessiert, habe ich dazu eine Folge auf Youtube hochgeladen: “Nit-Silvs-Büecher”
Cha
aus Baden-Baden
5/5
18.05.2024
eBook (ePUB 3)
Extrem wichtig und interessant
Dieses Buch war so krass gut auf so vielen Ebenen. Erstmal fand ich es für ein Sachbuch und ja auch ein recht schweres Thema, sehr angenehm und vergleichsweise leicht zu lesen. Der Schreibstil der Autorin hat mir zugesagt und ich habe es wirklich gerne gelesen und es war keim Krampf, weil es so kompliziert geschrieben war. Und dann war natürlich das Thema extrem interessant. Vorher hatte ich noch kein Buch zu diesem Thema gelesen und auch noch keins bewusst gesehen. Deshalb war natürlich auch super viel Neues für mich dabei und es war dadurch nochmal interessanter. Wie sensibel und gleichzeitig klar mit den oft auch unangenehmen Themen Klimawandel und Gerechtigkeit umgegangen wurde, fand ich richtig toll. Außerdem mochte ich auch die Struktur des Buches sehr, sie hat den Inhalt und das Verständnis wirklich unterstützt. Überhaupt eine riesige Empfehlung, denn das Thema (Un-)Gerechtigkeit ist bei der Klimakrise, oder überhaupt Katastrophen extrem relevant und das sollte jedem bewusst sein. Und auch für Einsteigende ins Thema finde ich das Buch geeignet.
nessabo
Thalia Book Circle Community
4/5
27.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein hartes, aber wichtiges Buch
Friederike Otto hat hier ein Werk geschrieben, das es auf gerade einmal 300 Seiten schafft, die Komplexität des Klimawandels sowie der Wirkweise des ihm zugrundeliegenden kolonialfossilen Narrativs abzubilden. Ich war sehr beeindruckt, inhaltlich aber phasenweise auch wirklich ganz schön überfrachtet.
Dabei möchte ich das nur in geringem Maß der Autorin selbst anlasten, denn sie schreibt überwiegend gut verständlich. Aufgrund des Themas und seiner inhärenten Schwere wirkt der Text jedoch immer wieder auch niederschmetternd. Der Fokus auf die Betroffenen verschiedener Extremwetterereignisse und die ihnen gegenüberstehenden Ausschlüsse bei internationalen politischen Entscheidungsprozessen ist absolut richtig gesetzt und hat mich gleichzeitig belastet.
Ich durfte aber auch wirklich Grundlegendes lernen. Die Autorin lenkt das Zentrum unserer Bemühungen sehr eindringlich auf die Beseitigung des kolonialfossilen Narratives, das den Klimawandel in seiner aktuellen Form erst verursacht hat. Nur ein Abwenden davon wird uns den Raum für gerechte Lösungen eröffnen - viel mehr, als wenn wir uns nur auf den konkreten Klimawandel konzentrieren. „Es [reicht] längst nicht, die globale Erwärmung aufzuhalten.“ - die Erkenntnis hat mich sehr bereichert, zeigt sie doch, dass der Klimawandel weniger ein physikalisches als ein Gerechtigkeitsproblem ist. Für diesen Systemwandel brauchen wir neue Erzählungen, die das kolonialfossile Narrativ eben nicht als einen Heilsbringer sehen, wodurch ein Abwenden davon mit Verzicht und Rückschritt einhergehen würde. Stattdessen könnte es ja sein, dass wir gerade in einer Welt voller Verzicht leben und der eigentliche Wohlstand erst noch kommt - wenn es mehr um Gemeinschaft und Mitgefühl mit allen/allem geht als um neoliberalen Erfolg. Und an der Stelle sind vor allem wir gefragt, die das Gespräch shiften und damit Politik, Justiz sowie Medien beeinflussen können.
Auch lehrreich fand ich den Fakt, dass sich neben der politisch ziemlich präsenten Vermeidung neuer Treibhausgasemissionen vor allem auch auf die Anpassung an neue klimatische Bedingungen sowie die finanzielle Abgeltung seitens des globalen Nordens für Schäden und Verluste im globalen Süden fokussiert werden sollte. Besonders beim zweiten Punkt trägt zwar auch die Lokalpolitik des jeweiligen Landes eine Verantwortung, doch die darf von den Hauptverursachern des Klimawandels nicht allein gelassen werden.
Trotz der guten Strukturierung in vier verschiedene übergeordnete Wetterereignisse, fand ich die untergeordneten Absätze nicht immer schlüssig. Ein wenig mehr logische Struktur hätte mir hier besser gefallen. Dass vor allem diejenigen betroffen sind, die am wenigsten zum menschengemachten Klimawandel beigetragen haben, dürfte den meisten bekannt sein. Und Otto geht immer wieder auf die zugrundeliegende, (post-)koloniale sowie patriarchale Ungerechtigkeit ein, aber das hätte für mich noch deutlicher sein dürfen.
Vielleicht verlange ich da aber bei diesem komplexen Thema auch zu viel, denn die Autorin bildet hier auf beeindruckende Art die Vielschichtigkeit der wirkenden Narrative ab. Und ich bewundere sie sehr dafür, dass sie besonders im letzten Viertel des Buches hoffnungsvoll auf die Zukunft blicken kann, ohne vereinfachte Handlungsanweisungen zu geben. Aber sie sieht eben sehr wohl unsere gesellschaftlichen Möglichkeiten bei all den multiplen Krisen aktuell - weil wir in der Vergangenheit auch scheinbar unumstößliche Narrative pulverisiert haben.
Wer tiefer und sehr konkret in die dem Klimawandel zugrundeliegende Ungerechtigkeit eintauchen will, ist hier an der richtigen Adresse. Wissenschaftliches Vorwissen bietet sich schon an, denn ich empfand einige Formulierungen als eher akademisch. Und auch, wenn mensch beim Lesen die Schwere des Themas aushalten muss, hatte ich am Ende richtig Gänsehaut, weil die Autorin mir wirklich Mut gemacht hat - das hätte ich nach den Kapiteln davor nicht erwartet.
4,5 ⭐️
nessabo
4/5
27.12.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein hartes, aber wichtiges…
Ein hartes, aber wichtiges Buch Friederike Otto hat hier ein Werk geschrieben, das es auf gerade einmal 300 Seiten schafft, die Komplexität des Klimawandels sowie der Wirkweise des ihm zugrundeliegenden kolonialfossilen Narrativs abzubilden. Ich war sehr beeindruckt, inhaltlich aber phasenweise auch wirklich ganz schön überfrachtet. Dabei möchte ich das nur in geringem Maß der Autorin selbst anlasten, denn sie schreibt überwiegend gut verständlich. Aufgrund des Themas und seiner inhärenten Schwere wirkt der Text jedoch immer wieder auch niederschmetternd. Der Fokus auf die Betroffenen verschiedener Extremwetterereignisse und die ihnen gegenüberstehenden Ausschlüsse bei internationalen politischen Entscheidungsprozessen ist absolut richtig gesetzt und hat mich gleichzeitig belastet. Ich durfte aber auch wirklich Grundlegendes lernen. Die Autorin lenkt das Zentrum unserer Bemühungen sehr eindringlich auf die Beseitigung des kolonialfossilen Narratives, das den Klimawandel in seiner aktuellen Form erst verursacht hat. Nur ein Abwenden davon wird uns den Raum für gerechte Lösungen eröffnen - viel mehr, als wenn wir uns nur auf den konkreten Klimawandel konzentrieren. „Es [reicht] längst nicht, die globale Erwärmung aufzuhalten.“ - die Erkenntnis hat mich sehr bereichert, zeigt sie doch, dass der Klimawandel weniger ein physikalisches als ein Gerechtigkeitsproblem ist. Für diesen Systemwandel brauchen wir neue Erzählungen, die das kolonialfossile Narrativ eben nicht als einen Heilsbringer sehen, wodurch ein Abwenden davon mit Verzicht und Rückschritt einhergehen würde. Stattdessen könnte es ja sein, dass wir gerade in einer Welt voller Verzicht leben und der eigentliche Wohlstand erst noch kommt - wenn es mehr um Gemeinschaft und Mitgefühl mit allen/allem geht als um neoliberalen Erfolg. Und an der Stelle sind vor allem wir gefragt, die das Gespräch shiften und damit Politik, Justiz sowie Medien beeinflussen können. Auch lehrreich fand ich den Fakt, dass sich neben der politisch ziemlich präsenten Vermeidung neuer Treibhausgasemissionen vor allem auch auf die Anpassung an neue klimatische Bedingungen sowie die finanzielle Abgeltung seitens des globalen Nordens für Schäden und Verluste im globalen Süden fokussiert werden sollte. Besonders beim zweiten Punkt trägt zwar auch die Lokalpolitik des jeweiligen Landes eine Verantwortung, doch die darf von den Hauptverursachern des Klimawandels nicht allein gelassen werden. Trotz der guten Strukturierung in vier verschiedene übergeordnete Wetterereignisse, fand ich die untergeordneten Absätze nicht immer schlüssig. Ein wenig mehr logische Struktur hätte mir hier besser gefallen. Dass vor allem diejenigen betroffen sind, die am wenigsten zum menschengemachten Klimawandel beigetragen haben, dürfte den meisten bekannt sein. Und Otto geht immer wieder auf die zugrundeliegende, (post-)koloniale sowie patriarchale Ungerechtigkeit ein, aber das hätte für mich noch deutlicher sein dürfen. Vielleicht verlange ich da aber bei diesem komplexen Thema auch zu viel, denn die Autorin bildet hier auf beeindruckende Art die Vielschichtigkeit der wirkenden Narrative ab. Und ich bewundere sie sehr dafür, dass sie besonders im letzten Viertel des Buches hoffnungsvoll auf die Zukunft blicken kann, ohne vereinfachte Handlungsanweisungen zu geben. Aber sie sieht eben sehr wohl unsere gesellschaftlichen Möglichkeiten bei all den multiplen Krisen aktuell - weil wir in der Vergangenheit auch scheinbar unumstößliche Narrative pulverisiert haben. Wer tiefer und sehr konkret in die dem Klimawandel zugrundeliegende Ungerechtigkeit eintauchen will, ist hier an der richtigen Adresse. Wissenschaftliches Vorwissen bietet sich schon an, denn ich empfand einige Formulierungen als eher akademisch. Und auch, wenn mensch beim Lesen die Schwere des Themas aushalten muss, hatte ich am Ende richtig Gänsehaut, weil die Autorin mir wirklich Mut gemacht hat - das hätte ich nach den Kapiteln davor nicht erwartet. 4,5 ⭐️
Anita
aus Bonn
4/5
21.01.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
interessanter neuer Input
Worum geht es?
Mit konkreten Beispielen wird erläutert, wer von den Katastrophen besonders betroffen ist, wie sich die Katastrophen von der Intensität und Anzahl bedingt durch die Klimakrise ändern und wie verschiedene Länder damit umgehen.
Worum geht es wirklich?
Beibehalten von Strukturen, Lobbyismus und Ausblicke in die Zukunft
Lesenswert?
Ja, Lektüre habe ich als bereichernd und lehrreich empfunden. Anhand von verschiedenen Ereignissen wie Hitze, Dürre und Flut werden die Themen behandelt. Dabei werden weltweit Länder und Ereignisse betrachtet und man erfährt auch von Situationen, die im europäischen Weltbild bislang eher selten angesprochen werden.
Sprachlich ist das Buch gut lesbar und nicht zu wissenschaftlich trotz Einblicke in statistische Wahrscheinlichkeiten. Den Aufbau fand ich gut gelungen. Es ist interessant, dass man an Hand der einzelnen Themen durch Die Welt geleitet wird und nicht die Geographie als Ausgangspunkt dient.
Die Themen sind in kurze Kapitel untergliedert und auch wenn man mit der Lektüre pausiert, kann man später gut wieder einsteigen.
Die Autorin spricht zwar strukturelle Diskriminierung an, aber an manchen Stellen wurde das ganze für mich nicht ausreichend eindeutig benannt. So kommt zum Beispiel Ableismus gar nicht zur Sprache.
Bereichernd finde ich, dass es auch konkrete Handlungsempfehlungen und klar Worte von der Autorin gibt und sie nicht verlegen ist, Tatsachen auszusprechen. Ebenfalls gibt es viele detaillierte Auskünfte. Etwa bei der Ahrtal-Flut habe ich (obwohl ich in der Region lebe) noch neue Informationen erhalten - das hätte ich so nicht erwartet.
Es lohnt sich definitiv, dieses Buch zu lesen, wenn man ein bisschen weiter und losgelöst von politischen Entscheidungen das Thema Klima begreifen will. Obwohl das ganze natürlich ein belastendes Thema ist, finde ich es in diesem Buch gut umgesetzt und auch nicht reißerisch oder sensationsgierig.
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