Kalline ist die jüngste Archivleiterin, die es in der Geschichte der Stadtwache je gab. Mit Tinte und Feder setzt sie sich für ihre Ideale einer gerechten, demokratischen Gemeinschaft ein. Denn sie ist überzeugt: Nur die pflichttreue Ausführung des eigenen Auftrags hilft dabei, die Nachwehen der zerbrochenen Monarchie zu überstehen und den Frieden auf der freien Insel Vea zu wahren. Doch Gerechtigkeit ist rar, wenn die Falschen danach fragen. Unruhen erschüttern Vea und Kalline ist sicher, dass die magisch begabten Goldhände dahinterstecken - von der Gottheit gesegnet, von der Gesellschaft geächtet. Bei ihren Nachforschungen gerät sie in eine grausame Intrige, die sie in die innersten Kreise von Veas Demokratie führt. Kallines feste Überzeugungen kommen ins Wanken, als sie erkennt, dass Gut und Böse eng miteinander verwoben sind und sie ausgerechnet in den Goldhänden Verbündete finden könnte. Eine intrigenreiche High Fantasy mit starken Frauen, Talentmagie und queerness in einer mythischen Inselwelt, inspiriert von der griechischen Antike.
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Ein starker Auftakt
reziprov am 08.10.2024
Bewertungsnummer: 2311428
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Bereits dem Cover mit seinen titelgebenden, goldenen Händen kann man anhand des Tintenfasses und der Schreibfedern entnehmen, dass es sich hierbei um eine Geschichte handelt, bei der die Feder zumindest manchmal mächtiger ist als das Schwert.
Worum es geht:
Kalline ist die Archivleiterin des mittleren Archivs der noch relativ jungen Demokratie auf der Insel Vea. Unruhen erschüttern die Insel und damit auch die noch nicht ganz gefestigte Demokratie, die nach Jahren monarchistischer Herrschaft entstanden ist. Im Zentrum der Ermittlung zu den Vorfällen stehen die »Goldhände«, Menschen, die über magische Fähigkeiten verfügen. Kalline ist gewissenhaft, ehrlich und Bürokratin durch und durch. Als sie auf Unstimmigkeiten und eine merkwürdige Signatur in Verhörprotokollen stößt, geht sie der Sache nach. Dabei bringt sie nicht nur ihr Leben in Gefahr, sondern auch ihr eigenes Weltbild ins Wanken.
Meine Meinung:
Dass Ella Laurier studierte Kulturwissenschaftlerin ist, merkt man dem Roman definitiv an, denn die Welt, die sie hier erschafft, ist gut durchdacht und greift Elemente aus verschiedenen real existierenden Kulturen auf. Das ist geschickt, denn so bleibt diese Highfantasy Welt zu jederzeit greif- und fühlbar, da man auf eigenes Wissen und Erfahrungen zurückgreifen kann.
Kalline ist eine ungewöhnliche Protagonistin, sind doch Bürokraten in unserer heutigen Zeit eher weniger angesehen. Doch die Autorin zeigt anhand ihrer Hauptfigur, dass Bürokratie, in sinnvollem Maß eingesetzt, durchaus ihren Nutzen für eine Gesellschaft hat. Kalline muss im Verlauf der Handlung lernen, über ihren Archiv-Horizont hinaus zu sehen, um einen Blick für das Gesamtbild zu bekommen und sich von ihrer naiven, Theorie geprägten Weltsicht zu verabschieden.
Sehr gut gefallen hat mir, dass sie dabei ihrer Leidenschaft für Gerechtigkeit und Recht treu bleibt und auch in schwierigen Situationen an ihnen festhält, auch wenn ihr ein anderes Verhalten vielleicht gesellschaftliche Vorteile verschaffen würde.
Auch die weiteren Charaktere, die sie um sich schart, sind sympathisch, auch wenn die meisten davon Kalline erst einmal skeptisch gegenüber stehen. Zusätzliche Spannung zieht der Roman an dieser Stelle auch aus der Undurchsichtigkeit so mancher Figur.
Der Plot ist fesselnd, verfügt durchaus über eine ordentliche Portion Action (was man bei dieser Protagonistin nicht unbedingt erwarten würde) und mündet in einem Showdown, der es in sich hat.
Unbedingt erwähnenswert ist auch, was sich so alles zwischen den Zeilen verbirgt. So schneidet Ella Laurier in ihrer Drei-Klassen-Gesellschaft nicht nur das Thema Trägheit von Demokratie versus schnelle Umsetzung von erklärte Zielen in einer Monarchie an, sondern zeigt auch, wie schnell Fehleinschätzungen getroffen werden, wenn man die Lebensumstände des anderen nicht wirklich kennt. Korruption und Machtgefälle sowie zweierlei Maß im Rechtssystem sind weitere Aspekte, die in den Text einfließen.
Ein toller Auftakt in diese Trilogie, der durch einen spannenden Plot, eine sympathische Protagonistin und ein fundiertes Worldbuilding glänzt. Ein Hauch Romance und ein überschaubares Maß an Magie runden das Bild ab.
Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung.
magie, politik, slow burn
Bewertung am 24.04.2024
Bewertungsnummer: 2185834
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
pakt der goldhände – verbotenes archiv ist politische fantasy, eine magische welt voller mythen, hat eine ganz besondere hauptfigur und queere repräsentation und den aller besten slow burn. die goldhände mit ihrer fähigkeiten faszinieren mich, weil es sie mich an andere fantasybücher erinnert haben, die ich mag, und doch ihre ganz eigene und besondere magie haben. deswegen: klare leseempfehlung für alle, die gerne in eine andere welt abtauchen wollen.
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