Einunddreißig Tage in einer einzigen Nacht. Ein unvergesslicher Abend, den es so niemals wieder geben wird.
Sascha und Fredi haben sich mit Saschas Freunden aus seinem Heimatdorf zur End-of-Summer-Night im örtlichen Freibad ver-abredet. Was als ganz normaler Abend mit Cocktails, Musik und Tanz beginnt, entpuppt sich bald als unendliche Nacht, in der es hinter der Realität, die sie kennen, noch eine zweite zu geben scheint ...
Eine Fortsetzungsgeschichte irgendwo zwischen Realität und Fiktion, mit einem Augenzwinkern erzählt, tiefgründig und berührend, manchmal witzig, manchmal schmerzhaft, teilweise philosophisch und immer voller Liebe.
Entstanden ist diese Geschichte im Oktober 2023 im Rahmen der #CharactersOfOctober - Challenge von Barbara Drucker auf Instagram, bei der es galt, zu 31 vorgegebenen Fragen jeden Tag einen kleinen Text zu schreiben, in dem die Protagonisten zu den jeweiligen Themen zu Wort kommen.
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Spannendes Experiment, das die vierte Wand durchbricht und sich der Frage stellt: Langweilen sich Figuren während einer Schreibblockade?
SoBeJe am 14.08.2025
Bewertungsnummer: 2566815
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich habe von Sabine Nagel bereits die Geschichte von Fredi und Sascha gelesen: Weil du es bist. Es folgten drei Kurzgeschichten und schließlich die Fortsetzung Weil wir zusammen leuchten. Die beiden Romane sind aus der Sicht von Fredi geschrieben, die die Liebesbeziehung zwischen Fredi und Sascha thematisieren, die drei Kurzgeschichte aus der Sicht von Sascha, wobei sein bester Freund Markus die zweite Hauptrolle übernimmt und Fredi Nebenfigur bleibt. Die Freundschaft der beiden Männer wird in den Fokus gestellt.
Nun folgt eine weitere Kurzgeschichte (bzw. bei 163 Seiten von der Definition her eher eine Novelle), die zunächst schwer einzuordnen ist. Es ist ein Experiment und gehört genau genommen nicht zum Canon der großen zwei Romane und drei Kurzgeschichten umspannende Geschichte um Fredi und Sascha, und doch ist es eine Ergänzung, die neben Sascha, Fredi und Markus noch zwei weitere Nebenfiguren umfasst (und eine dritte weitere Figur).
Sascha und Fredi sind mit Freund:innen verabredet, zunächst fühlt es sich wie ein normaler Abend mit alten Bekannten an, aber schon bald fällt auf, dass die Zeit nicht zu vergehen scheint, die Lieder genau auf die Gesprächsthemen passen und Männer in Sonnenbrillen und eine merkwürdige Frau auf der Party herumschleichen.
Die Fragen, die sich die Clique im Laufe der Party stellt, hat die Autorin während einer Instagram-Challenge gestellt bekommen und hat diese in dieses spannende Experiment übernommen. Einige Fragen sind philosophisch und bringen den Lesenden die Figuren näher, andere sind etwas seltsam und bringen nicht viel Mehrgewinn, doch ich muss den Hut ziehen, wie geschickt die Autorin es schafft, die Fragen - sowohl die tiefgründige als auch die abstrusen - in die Handlung mit einzubauen.
Von den Antworten hatte ich gegen Ende etwas mehr erwartet. Sascha bezieht nahezu alle Fragen auf seine Behinderung oder auf seine Liebe zu Fredi, sein Kumpel erwähnt bei allen Fragen seine Legasthenie oder ebenfalls seine Beziehung. Es sind im Prinzip die Antworten, die aufmerksame Lesende auch in den Romanen zwischen den Zeilen bekommen kann. Spannend dabei sind Fredis Gedanken und die Antworten von Markus.
Ungefähr in der Mitte ist eine Szene, wo Fredi beginnt zu bemerken, dass etwas seltsam ist. Unmittelbar danach geht sie mit Sascha schwimmen und schwebt gefühlt mit ihm in der Schwerelosigkeit. Eine wunderschöne Szene, die im Roman sicherlich auch richtig schön dazu gepasst hätte. Intensiv, gefühlvoll, warm und tiefgreifend - wunderschön!
Eine weitere Szene, die mir außerordentlich gut gefallen hat, war die Tanzszene zwischen Markus und Sascha und bedeutet für die beiden Männer so viel. Sie ist außerdem grundsätzlich einfach sehr, sehr gut geschrieben. Schade, dass sie nicht zum Kanon gehört.
Einerseits war es schön, Fredi und Sascha wieder mal begegnen zu dürfen und die Frage, ob sich Figuren während einer Schreibblockade langweilen, fand ich auch spannend, andererseits glaube ich, dass es von allen bisher erschienen Geschichten mir am Wenigsten gegeben hat. Vielleicht hätte ich zwischen dem Lesen der beiden Romanen und dieser Novelle Zeit lassen sollen, sodass ich mit verblasster Erinnerung an das Werk gegangen wäre.
Ich bin neugierig, wie es für Lesende war, zuerst die Novelle zu lesen und dann den Roman Weil wir zusammen leuchten, in dessen Handlung die Novelle integriert ist.
Natürlich empfehle ich das Lesen dieser Novelle allen Fans von Fredi und Sascha. Allen anderen, die die beiden noch nicht kenne, würde ich zunächst eine der Kurzgeschichten empfehlen oder die beiden Romane, beginnend bei Weil du es bist.
Ich vergebe trotzdem ruhigen Gewissens 4,5 Sterne. Es ist ein spannendes Experiment, aber doch auch sehr besonders. Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn die Geschichte um Fredi und Sascha weitergehen würde, oder wir vielleicht eine Parallelgeschichte über die anderen der Freundesgruppe erhalten würden. Ich bin noch nicht durch mit dem Sabine Nagel Universum und freue mich auf weitere Geschichten daraus.
Nicht nur eine endlose Party
karinliest am 14.01.2024
Bewertungsnummer: 2108853
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Kurzmeinung: Ein Treffen von Freunden mit interessanten Fragestellungen und verschiedenen Ansichten. Traurig, berührend, witzig und fantasievoll erzählt. —
Nein, hier geht es nicht nur um eine Party! Es geht um Fragen - genauer gesagt um ein Fragespiel, teils philosophisch, teils witzig - und einer Autorin die tiefe Einblicke in ihre Figuren gibt. Sascha, seit einem Unfall im Rollstuhl, seine Freundin Fredi, Markus, Noah und Caro - sie alle treffen sich auf einer Party im Schwimmbad und in einer unendlichen Nacht erleben sie traurige, berührende, witzige und tiefgründige Gespräche und Gefühle. Auf dieser Party spielt der DJ verschiedene Songs, welche sich perfekt mit der Geschichte verbinden. Die Playlist ( auf Spotify ) lässt sich parallel zu der Geschichte abspielen und es ist, als ob man selbst mit auf der Party dabei wäre. Die laue Sommernacht, der Sternenhimmel und die Stimmung haben sich auf mich übertragen. Die Geschichte ist abseits des Mainstreams, vor allem deshalb, da die Romanfiguren um ihr Dasein als Buchfiguren wissen und auch, weil die Autorin in der Geschichte auftaucht. Es ist ein interessantes Lesevergnügen! Beantworte dir selbst die Fragen und du bist mit dabei auf der unendlichen Party-Nacht !
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