Produktbild: Backstein

Backstein

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

04.04.2024

Herausgeber

Ingrid Ostermann

Verlag

Steidl Verlag

Seitenzahl

240

Maße (L/B/H)

21,3/13,1/2,3 cm

Gewicht

386 g

Auflage

1

Übersetzt von

Ingrid Ostermann

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-96999-323-1

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

04.04.2024

Herausgeber

Ingrid Ostermann

Verlag

Steidl Verlag

Seitenzahl

240

Maße (L/B/H)

21,3/13,1/2,3 cm

Gewicht

386 g

Auflage

1

Übersetzt von

Ingrid Ostermann

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-96999-323-1

Herstelleradresse

Steidl GmbH & Co.OHG
Düstere Straße 4
37073 Göttingen
DE

Email: mail@steidl.de

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  • hamburger.lesemaus

    aus Bargfeld-Stegen

    5/5

    13.11.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    BACKSTEIN Femke Vindevogel…

    BACKSTEIN Femke Vindevogel „Vater blickte nicht auf. Aus Erfahrung wusste ich: Der Tisch würde nicht mehr für mich gedeckt werden, heute gehöre ich nicht zur Familie. Heimlich würde ich die Reste hinunterschlingen, die mir Mutter im Vorbeigehen zuwarf, wenn er es nicht sah. Ich wollte ein Swiffertuch sein, mit gezielten Schlägen gegen die Mauer knallen, bis der Staub und das Leben ein für alle Mal aus mir herausgeschlagen waren.“ (S. 50) Iggys Vater war ein alkoholkranker Diktator, ein Narzisst, dessen Gewalt und Kälte sich auf eine Weise manifestierten, die tief ins Leben seiner Töchter eingriff. Sie hatten die Demütigungen ertragen müssen – der Kopf im Kartoffelpüree, das Ausgesetztsein in der Kälte, ohne Pullover, ohne Schuhe – alles nur, damit sie den „richtigen“ Gehorsam erlernten. Ihre Kindheit war ein Spiel, in dem sie und ihre Schwester nur Figuren auf seinem Schachbrett waren. Erst als er starb, konnten Iggy und Pinky beginnen, sich aus den Fesseln dieser unbarmherzigen Erziehung zu befreien. Doch auch Jahre später sind die Narben noch nicht verheilt. Als eine unerwartete Erbschaft vor Iggys Tür landet – ein Gewebesack gefüllt mit bemalten Backsteinen, einem Gemälde, das ihr Vater während seines Aufenthalts in einer Suchtklinik malte – werden all ihre verdrängten Traumata wieder lebendig. Das Gemälde ist jedoch unvollständig. Einige Steine fehlen, und Iggy, zusammen mit ihrer Freundin Luca, begibt sich auf eine bewegende Spurensuche, um das Geheimnis ihres Vaters zu entschlüsseln. Was für ein außergewöhnliches Buch. Der seichte Humor, gepaart mit feinster Sprache will fast gar nicht zu dem tiefgründigen Inhalt passen. Ich konnte nicht anders, als mit Iggy zu fühlen und zu weinen. Ihre Reise war so intensiv, dass auch mir die Worte einfach im Hals stecken blieben. Man spürt jeden Schmerz, jede Wunde, und doch ist da auch immer die Hoffnung auf eine Veränderung. Dieses Buch wird definitiv in meine #jahreshighlights einziehen. Es ist das zweite Werk aus dem Hause Steidl, das es dorthin geschafft hat – und ich kann es nur jedem ans Herz legen. Eine klare Leseempfehlung für alle, die tief berührende, unvergessliche Geschichten lieben – und für all jene, die Bücher wie „Befreit“ oder „Schloss aus Glas“ schätzten. 5+/5

  • hamburg.lesequeen

    aus Bargfeld-Stegen

    5/5

    13.11.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    So toll!

    BACKSTEIN Femke Vindevogel „Vater blickte nicht auf. Aus Erfahrung wusste ich: Der Tisch würde nicht mehr für mich gedeckt werden, heute gehöre ich nicht zur Familie. Heimlich würde ich die Reste hinunterschlingen, die mir Mutter im Vorbeigehen zuwarf, wenn er es nicht sah. Ich wollte ein Swiffertuch sein, mit gezielten Schlägen gegen die Mauer knallen, bis der Staub und das Leben ein für alle Mal aus mir herausgeschlagen waren.“ (S. 50) Iggys Vater war ein alkoholkranker Diktator, ein Narzisst, dessen Gewalt und Kälte sich auf eine Weise manifestierten, die tief ins Leben seiner Töchter eingriff. Sie hatten die Demütigungen ertragen müssen – der Kopf im Kartoffelpüree, das Ausgesetztsein in der Kälte, ohne Pullover, ohne Schuhe – alles nur, damit sie den „richtigen“ Gehorsam erlernten. Ihre Kindheit war ein Spiel, in dem sie und ihre Schwester nur Figuren auf seinem Schachbrett waren. Erst als er starb, konnten Iggy und Pinky beginnen, sich aus den Fesseln dieser unbarmherzigen Erziehung zu befreien. Doch auch Jahre später sind die Narben noch nicht verheilt. Als eine unerwartete Erbschaft vor Iggys Tür landet – ein Gewebesack gefüllt mit bemalten Backsteinen, einem Gemälde, das ihr Vater während seines Aufenthalts in einer Suchtklinik malte – werden all ihre verdrängten Traumata wieder lebendig. Das Gemälde ist jedoch unvollständig. Einige Steine fehlen, und Iggy, zusammen mit ihrer Freundin Luca, begibt sich auf eine bewegende Spurensuche, um das Geheimnis ihres Vaters zu entschlüsseln. Was für ein außergewöhnliches Buch. Der seichte Humor, gepaart mit feinster Sprache will fast gar nicht zu dem tiefgründigen Inhalt passen. Ich konnte nicht anders, als mit Iggy zu fühlen und zu weinen. Ihre Reise war so intensiv, dass auch mir die Worte einfach im Hals stecken blieben. Man spürt jeden Schmerz, jede Wunde, und doch ist da auch immer die Hoffnung auf eine Veränderung. Dieses Buch wird definitiv in meine #jahreshighlights einziehen. Es ist das zweite Werk aus dem Hause @steidl, das es dorthin geschafft hat – und ich kann es nur jedem ans Herz legen. Eine klare Leseempfehlung für alle, die tief berührende, unvergessliche Geschichten lieben – und für all jene, die Bücher wie „Befreit“ oder „Schloss aus Glas“ schätzten. 5+/5

  • mimitatis_buecherkiste

    aus Krefeld

    4/5

    06.10.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wie Risse im Mauerwerk

    Iggy findet vor ihrer Haustür zwei Säcke voller Backsteine und auf diesen ein Bild, das ihr verstorbener Vater einst auf die Wand der Suchtstation malte, in der er viele Jahre seines Lebens verbracht hat. Einige Steine fehlen und um herauszufinden, welche Motive genau verschwunden sind, macht Iggy sich auf den Weg nach Berlin, das dem Verstorbenen wichtig war. Ihre Hündin Kuro und schmerzhafte Erinnerungen begleiten sie auf ihrer Reise, die einen Wendepunkt bedeuten könnte. »Ich bin Iggy, eine dreißigjährige Frau, die als Aufsicht im Städtischen Museum für Gegenwartskunst arbeitet. Ich bin keine Heldin.« (Seite 11) Man darf sich von dem schönen Cover mit einem Mops darauf nicht täuschen lassen, denn so lustig die Geschichte anhand des Klappentextes klingt, so traurig und tragisch ist diese. Iggy ist ein sperriger Charakter, sie ist launisch und unzuverlässig, eine Einzelgängerin mit einem Hang zu Drama und Depression. Geschuldet ist dies ihrer Kindheit, die dominiert wurde durch die Herrschaft des alkoholsüchtigen Vaters, der die Familie terrorisiert, seine Frau und die zwei Töchter regelmäßig gezüchtigt hat. Der Schatten des übermächtigen Tyrannen hängt nach dessen Tod immer noch über Iggy und bestimmt ihr Leben. »Was sich bei uns zu Hause abspielte und wie ich mich dabei fühlte, durfte niemand erfahren. Damals war über Gefühle zu sprechen so etwas wie das Einräumen eines Geschirrspülers: So sehr du auch kramst und puzzelst, so sehr du auch nach einem logischen System suchst, es gibt immer wen, der es besser kann als du.« (Seite 17) Ich habe ängstlich und neugierig die Backsteine mit Iggy aufgebaut, habe die Bilder betrachtet, bin wütend geworden, habe Entsetzen verspürt und bin Hand in Hand mit ihr weggerannt. Habe sie auf ihrer Suche begleitet, bin in ihre Spuren getreten, habe ihre Verzweiflung gespürt und ihren Kampf gefühlt. Ihre seelischen Narben brachten mich zum Weinen, ihre Erinnerungen aus dem Gleichgewicht. Auf ihrer Suche nach sich selbst habe ich Iggy zugesehen und ihr gewünscht, Erfolg zu haben. Bewegt lege ich das Buch zur Seite und atme tief durch. Ein lesenswerter Roman.

  • Lia48

    4/5

    19.08.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wenn Alkoholismus & Gewalt die eigene Kindheit prägten - Empowernde Vergangenheitsbewältigung!

    C. N.: V. a. Alkoholabhängigkeit, körperliche und psychische Gewalt, Wahnvorstellungen, Trauma & Dissoziation. Enthält ableistische Begriffe bzgl. psychisch erkrankter Menschen („humorvoller“ Versuch der Protagonistin, mit ihrem Trauma, durch den erkrankten Vater, umzugehen). ---- „Ich wünschte mir, eine Schildkröte zu sein. Den Rest meiner Kindheit durchschlafen zu können und als Erwachsene aufzuwachen.“ „Ich zählte und zählte erneut, die Sonntage, die ich noch mit Vater verbringen musste, bevor ich zwölf wurde. Es waren vierundfünfzig. Plus hundertzweiundfünfzig - denn nie würde ich Pinkie allein mit ihm losziehen lassen.“ ---- INHALT: Eines Tages findet Iggy in ihrem Genter Hauseingang zwei Bausäcke, die ihren Namen tragen, beladen mit Backsteinen. Die Last, die sie in ihr Dachgeschoss schleppt, wiegt schwer. Es sind nicht nur die abgeschlagenen Steine eines Wandgemäldes ihres verstorbenen Vaters. Mit ihnen kommen auch die Erinnerungen an die Kindheit mit einem alkoholabhängigen Elternteil, der zu körperlicher Gewalt neigte, das System der DDR verehrte, seine Kinder mit Gehorsam und Disziplin erzog und davon überzeugt war, von der Stasi verfolgt und ausspioniert zu werden … Der Alkohol machte den Vater unberechenbar, die Töchter hatten Angst vor ihm. Ihre Eltern stritten damals häufig lautstark. Es kam es vor, dass der Vater den vollen Kochtopf gegen die Wand warf, die Mutter schlug, Iggys Kopf mit Gewalt in den heißen Teller Kartoffelbrei vor ihr drückte oder das Trommelfell von Schwester Pinkie zum Platzen brachte. Immer wieder war er in psychiatrischen Einrichtungen und Entzugskliniken, doch auch von dort aus schleppte er Iggy mit in die nächste Kneipe. „Voller Stolz verriet er mir seine Tricks, mit denen er Alkohol in die Entzugsabteilung schmuggelte, offensichtlich war ihm entfallen, dass ich nur deswegen gekommen war, weil er am Telefon überzeugend behauptet hatte, schon Monate trocken zu sein.“ Zu Hause hatten sie einen Bestrafungskeller und in den Ferien wurden die Geschwister stets in ein Ferienheim mit Stasi-Methoden gesteckt, wo man ihnen Zucht und Ordnung beibringen sollte. Iggy fragte sich oft, was sie wieder falsch gemacht hatte, bis sie begriff: „Es gibt nicht immer einen Grund, manchmal haben Väter einfach Hunger auf Wehrlosigkeit.“ „Er werde uns kaputt machen, schrie er. Das verwirrte mich. Wir waren doch schon kaputt. Niemand konnte zweimal kaputtgehen.“ Als Iggy die geerbten Backsteine zu einem Bild zusammensetzt, fehlen ein paar Steine. Womöglich könnten es die Lücken in der Lebensgeschichte ihres Vaters sein, die Iggy nicht kennt, aber benötigt, um endlich mit der Vergangenheit abschließen zu können. Gemeinsam mit ihrer Exfreundin Luka und ihrer treuen Mopshündin Kuro, begibt sie sich auf die Suche nach der Wahrheit … „Meine Gedanken sitzen in einer Tram Richtung Kindheit und steigen immer wieder an der gleichen Haltestelle aus, an jenem Tag, als ich zu Stein wurde (…).“ ---- MEINUNG: Auf den ersten Blick kommt dieses Buch etwas unscheinbar daher. Der Mops auf dem Cover lässt die thematische Schwere und die Tiefe des Buches nicht erahnen. So wird man ganz unverblümt nach und nach an die Geschichte von Iggy und ihrer traumatischen Kindheit herangeführt und die hat es in sich … Die Handlung wird zunächst aus der Gegenwart erzählt, wechselt dann immer wieder geschmeidig in die Vergangenheit über, wenn die Protagonistin von Erinnerungen eingeholt wird. Letztere stehen im Mittelpunkt der Geschichte. Den Schreibstil von Autorin Femke Vindevogel und Übersetzerin Ingrid Ostermann würde ich als metaphernreich beschreiben. Außerdem werden unbelebte Gegenstände häufig mit Verben verbunden (Personifikation). Ich habe ein paar Sätze benötigt, um mich daran zu gewöhnen, aber dann gefiel er mir immer besser. Vor allem die Gefühls- und Gedankenwelt der Protagonistin kommt so hervorragend zur Geltung, unterstützt die melancholische Stimmung in der Geschichte und hat mich berührt. Iggys Bewältigungsstrategie war bisher vor allem das Verschweigen ihrer Vergangenheit. Doch auch, dass sie vieles mit einer humorvollen Note würzt, kann als solche verstanden werden. Dies fand ich genial gelöst, da es die schmerzhaften Erinnerungen an ihre Kindheit damit für Lesende etwas ausbalanciert. Sonst hätte ich das Buch vielleicht als etwas zu deprimierend empfunden. Die Protagonistin zeichnet sich durch eine starke Resilienz aus, sie lässt sich erstaunlicherweise nicht unterkriegen und kann mit der Zeit endlich manches hinter sich lassen und nach vorne schauen. Damit enthält das Buch trotz seiner thematischen Schwere auch einen Hoffnungsschimmer. Dennoch haben mich die Schilderungen des alkoholabhängigen Vaters und seinen „Eskapaden“ seinen Kindern gegenüber, regelmäßig betroffen gemacht. Es muss schlimm sein, wenn man regelmäßig um sein Leben fürchten muss und es macht wütend zu lesen, welches Leid die Töchter erfahren mussten und wie die Mutter sein Verhalten rechtfertigte. Ja, er war krank, er hat getrunken. Aber was er seiner Familie dabei angetan hat, war für diese schwer zu ertragen. Ich musste das Buch immer wieder zur Seite legen und sacken lassen. Es ist eine Lektüre, die auch nach dem Lesen noch eine Weile in einem arbeitet … Leseempfehlung (unter Beachtung der Content Notes am Anfang meiner Rezension)!

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Bewertungen (4)

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