Sie schreibt die Geschichte ihres Hungers. Sie schreibt die Geschichte ihres Körpers. Es ist keine Geschichte des Triumphs. Es ist die eines Lebens, das in zwei Hälften geteilt ist. Es gibt das Vorher und das Nachher. Bevor sie zunahm und danach. Bevor sie vergewaltigt wurde und danach. Roxane Gay, eine der brillantesten, klügsten und aufregendsten weiblichen Stimmen der USA, erzählt eine Geschichte, die so noch nie geschrieben wurde: schonungslos offen, verstörend ehrlich und entwaffnend zart spricht sie über ihren "wilden und undisziplinierten" Körper, über Schmerz und Angst, über zwanghaftes Verlangen, zerstörende Verleugnung und Scham - "Ich war zerbrochen, und um den Schmerz dieser Zerbrochenheit zu betäuben, aß ich und aß und aß."
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Sina
Book Circle Community
5/5
17.06.2025
Buch (Taschenbuch)
Heavy Thema
Die Biografie von Roxane Gay hat mich total gefesselt und berührt!
Was die Autorin in ihren jungen Jahen schon alles erleben musste, finde ich wirklich schlimm… und trotzdem wurde sie zu einer unabhängigen und selbstbewusst wirkenden Frau.
Ihr Schreibstil war locker, obwohl das beim Thema gar nicht so war.
Eine sehr berührende und gleichzeitig mutmachende Geschichte!!
Kann ich wirklich allen empfehlen, ob selbst von einer ES betroffen oder nicht.
juline
aus kiel
5/5
30.08.2023
Buch (Taschenbuch)
Das Buch ist einfach nur toll…
Das Buch ist einfach nur toll und ich habe sehr mitgelitten. Sie spricht sehr viele wichtige Punkte an und ich kann ihren Werdegang sehr nachvollziehen. Bei den Kleinigkeiten haben mich aus persönlichen Gründen besonders die Kreditkartenschulden (weil ich selbst welche habe) angesprochen und bei ihrem Essverhalten die Massen, die sie kauft und isst (wie ich) und dass sie alles aufessen muss, es kann also nichts bei ihr auf dem Teller übrig bleiben. Da geht es mir genauso. Wer eine Essstörung hat, dem würde ich das Buch auf jeden Fall empfehlen. Oder Leuten, die einfach versuchen wollen, zu verstehen, warum manche Leute nicht aufhören können zu essen (es muss nicht jeder so eine schlimme Erfahrung wie Roxane Gay machen, das musste ich zum Glück auch nicht).
Sandra von Siebenthal
aus Romanshorn
4/5
09.12.2021
Buch (Taschenbuch)
Ein offenes und mutiges Buch
Roxane Gay erzählt die Geschichte ihres Körpers, den sie anwachsen liess, um sich und ihn zu schützen. Sie erzählt die Geschichte von einem traumatischen Erlebnis, welches sie zum Schweigen brachte und einen Kreislauf von immer mehr Leid und Isolation auslöste, was zu immer mehr Leere führte, die dann gefüllt werden musste – durch Essen, das den Körper wachsen liess.
«Dieses Buch erzählt von meinem Körper, von meinem Hunger, und letztich erzählt es vom Verlorengehen und Verschwinden und von der Sehnsucht, der wirklich starken Sehnsucht, gesehen und verstanden zu werden.»
Roxane Gay erzählt von allen Versuchen, die sie unternommen hat, ihren Körper wieder unter Kontrolle zu bringen. Sie erzählt von ihren Ängsten, Hoffnungen, ihrer ganzen Verzweiflung.
Zu sagen, dieses Buch sei schwere Kost, träfe den Nagel auf den Punkt und wieder auch nicht. Es ist ein Buch, das berührt, erschüttert, den Atem stocken lässt, traurig macht. Es erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens, dem etwas widerfährt, das das ganze Leben prägen wird. Es ist die Geschichte eines Missbrauchs, der nicht nur den Körper versehrt, sondern auch die Seele krank macht. Es ist die Geschichte einer Frau, die von Schuld und Scham geplagt ist, die das Vertrauen in sich und die Menschen verloren hat und sich nach nichts mehr sehnt, als nach Liebe, derer sie sich nicht würdig scheint.
«Ich war schon immer anders. Meine wahre Liebe galt und gilt noch immer den Büchern, dem Schreiben von Geschichten, dem Tagträumen.»
Wenn die Welt kalt und gefährlich erscheint, bleibt die Flucht nach innen. So ist «Hunger» auch die Geschichte eines Menschen, der in Büchern und im Schreiben einen Weg gefunden hat, dem Schrecken zu entkommen. Schreiben wurde zudem ein Weg, der in eine Zukunft führte, auch beruflich.
Leider gibt es an dem Buch etwas zu bemängeln. Ein guter Lektor hätte dies mit einem Schlag ausräumen können. Das Buch weist sehr viele Wiederholungen auf. Einige kann man damit rechtfertigen, dass sie die Scham, das Zögern, die inneren Kämpfe widerspiegeln, selbst dann sind es sehr viele. Andere wirken schlicht überflüssig, sehen nach unsorgfältigem Redigieren und fahrlässigem lektorieren aus. Das Buch wäre wohl nur halb so lang, aber doppelt so wirksam geworden. Es wäre schade, wenn das Buch deswegen aus der Hand gelegt würde, was ich oft gerne getan hätte, da ich mich wirklich ärgerte.
Fazit
Ein wichtiges Buch! Ein offenes und schonungslos ehrliches Buch über die Folgen traumatischer Erlebnisse, über das Stigma des Dickseins und der damit verbundenen Selbstzweifel, Selbstanklagen bis hin zum Selbsthass. Ein Buch, das hoffentlich hilft, Augen zu öffnen. Sehr empfehlenswert.
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