Teamentwicklungen verlaufen selten genau so, wie man sie geplant hat. Wer Teamworkshops moderiert, kennt die Situation: Der Auftrag ist klar, die Vorbereitung ist solide - und dann zeigt sich im Tun, dass das eigentliche Thema ein anderes ist. Genau für solche Momente braucht es ein methodisches Repertoire, das nicht erst aufwändig erschlossen werden muss, sondern griffbereit ist.
"Ein Herz fürs Team" von Amelie Funcke und Gabriele Braemer ist eine Methodensammlung für alle, die Teamworkshops und Teamentwicklungen professionell gestalten. Die 70 praxiserprobten Methoden sind konsequent nach den Phasen eines realen Workshops strukturiert - von einem wirkungsvollen Einstieg über das Erheben von Sichtweisen, das Bearbeiten von Themen und Konflikten bis hin zu Transfersicherung und gelingendem Abschluss. Diese Orientierung an der Workshop-Chronologie macht das Buch zu einem verlässlichen Begleiter: Wer weiß, in welcher Phase er sich befindet, findet rasch das passende Werkzeug.
Ein zentrales Merkmal der Sammlung ist ihre doppelte Einsatzlogik: Jede Methode lässt sich sowohl in der Vorbereitung sorgfältig auswählen als auch spontan im laufenden Workshop einsetzen - ohne lange Einarbeitung. Professionell gestaltete Flipchart-Vorlagen zu jeder Methode können direkt aus dem Buch übernommen werden. Alle Methoden folgen einem einheitlichen Aufbau mit klaren Schritt-für-Schritt-Anleitungen, sodass auch unbekannte Übungen schnell verstanden und sicher durchgeführt werden können. Ergänzende Arbeitshilfen stehen online zum Download bereit.
Das Buch richtet sich an Moderatorinnen und Moderatoren, Teamentwickler, Trainer, Coaches, Mediatoren und Prozessbegleiter - und an Teamleitungen, die gelegentlich selbst Workshopformate verantworten. Es eignet sich sowohl als systematische Methodenbibliothek als auch als schnell konsultierbares Nachschlagewerk im Seminaralltag. Amelie Funcke und Gabriele Braemer bringen in dieses Werk jeweils jahrzehntelange Erfahrung aus Moderation, Beratung und interkultureller Teamentwicklung ein. Das Ergebnis ist eine Sammlung, die nicht von der Stange kommt: Viele der enthaltenen Methoden sind in der einschlägigen Fachliteratur bislang kaum beschrieben worden.
Leserinnen und Lesern des Buchs stehen dazugehörige Arbeitshilfen zum Download zur Verfügung.
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Und manchmal ist alles anders als gedacht
Bewertung am 01.04.2026
Bewertungsnummer: 3096984
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Selbst wenn wir als Trainer:innen oder Coaches bestens vorbereitet in einen Workshop gehen, entstehen im Prozess oft ganz eigene Dynamiken. Das Team bringt Themen mit, Stimmungen werden spürbar, Spannungen tauchen auf und plötzlich braucht es Raum für genau das, was gerade da ist.
Genau für solche Momente haben Amelie Funcke und Gabriele Braemer das Buch „Ein Herz fürs Team“ geschrieben. Und ehrlich gesagt, einen passenderen Titel für eine Methodensammlung rund um Teamworkshops und Teamentwicklung kann es kaum geben: warm, einladend und auf den Punkt.
Die Autorinnen strukturieren ihr Praxishandbuch entlang der typischen Phasen eines Workshops:
(1) Interessant beginnen
(2) Herausfinden, was ist
(3) Kreieren, was sein soll
(4) Austausch initiieren
(5) Themen bearbeiten
(6) Transfer anstoßen
(7) Bestärkend abschließen
So kann ein Workshop beispielsweise mit Methoden wie „In welchem Film bin ich?“ starten, um Gedanken und Emotionen sichtbar zu machen. Oder es werden „Sprüche geklopft“, bei denen Teilnehmende über Zitate und Redewendungen ausdrücken, was ihnen wichtig ist.
Gerade wenn es darum geht, individuelle Perspektiven auf das Team einzufangen, lockert eine kreative Methode wie die „Situationsskizze“ den Prozess auf. Die Teilnehmenden malen, wie sie sich selbst und das Team aktuell erleben. In der anschließenden Reflexion können so auch Sorgen, Enttäuschungen oder unausgesprochene Spannungen leichter thematisiert werden.
Überhaupt ist die Methodenvielfalt beeindruckend. Es wird geknetet, gebrainstormt, Chaos inszeniert, gebastelt, geschätzt oder sogar ein Parcours durchlaufen.
Besonders schön ist der Abschluss. In der Methode „Ein Herz fürs Team“ schreiben sich die Teilnehmenden gegenseitig wertschätzende Rückmeldungen, direkt auf den Rücken. Eine einfache Idee mit oft überraschend berührender Wirkung (mit Herz).
Funcke und Braemer überzeugen mit einer großen Bandbreite an kreativen Methoden, die ohne viel Aufwand einsetzbar und zugleich variabel gestaltbar sind. Jede Methode wird verständlich beschrieben, inklusive Wirkung, Ablauf und bei Bedarf konkreter Beispielfragen oder Formulierungen. Die liebevoll gestalteten Flipcharts machen nicht nur das Buch optisch ansprechend, sondern liefern auch direkt Vorlagen für die eigene Praxis.
„Ein Herz fürs Team“ ist ein Buch, das man nicht nur im Workshop einsetzen kann, sondern schon bei der Vorbereitung gern zur Hand nimmt, zum Stöbern, Inspirieren lassen und um neue Impulse zu bekommen, wenn man selbst feststeckt oder frischen Wind in seine Arbeit bringen möchte.
Und besonders praktisch: Ergänzend stehen Arbeitshilfen als Download zur Verfügung.
Ein Methodenschatz für die Teamarbeit
Eva Schön am 31.03.2026
Bewertungsnummer: 3095186
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ein Herz fürs Team. Methodensammlung für Teamworkshops und Teamentwicklung
In dem Handbuch „Ein Herz fürs Team“ von Amelie Funcke und Gabriele Braemer steht das Team und die Teilnehmenden stets im Fokus des Geschehens. Zu Beginn sei gesagt, dass es sich hierbei um einen umfassend zusammengestellten Methodenkoffer handelt, der in allerlei Workshopsettings einsetzbar wird. Einige der vorgestellten Übungen und Trainingseinheiten kannte ich bereits und habe ich an der ein oder anderen Stelle bereits erprobt, aber die meisten waren mir neu. Selbst die bereits bekannten waren so gut aufbereitet und visualisiert, dass ich selbst an ihnen noch Neues entdecken konnte.
Das Buch gliedert sich sieben Kapitel. Begonnen von der Einführung in die Workshoparbeit von Auftragsklärung und Teamzusammensetzung bis hin zum Abschluss gemeinsamer Trainingseinheiten bietet das Praxisbuch einen umfassenden Einblick in die Trainings von Teams. Dabei sind die einzelnen Kapitel so aufgearbeitet und gegliedert, dass die Methoden der Reihe nach von Beginn der Trainingseinheit bis zum Ende der Veranstaltung und Evaluation beschrieben werden. Dazu gibt es zu den einzelnen Methoden nicht nur eine umfassende Beschreibung zur Anwendung und dem Vorgehen innerhalb einer Gruppe, sondern wird durch Flipchartzeichnung und Fotos aus der eigenen Trainingspraxis anschaulich ergänzt. So lässt es sich schnell und unkompliziert in neue Methoden einarbeiten.
Das Buch unterteilt sich dabei in folgende Kapitel:
1. Interessant beginnen. Hier bieten die Autorinnen Methoden, zum Einstige in den Workshop. Es geht hier vor allem darum, die Wünsche und Erwartungen der Teilnehmenden kennenzulernen und diese zu sammeln.
2. Herausfinden, was ist. Dieses Kapitel finde ich besonders wichtig. Hier geht es darum, die Teamsituation (die Spannungen und Gefühle) zu ermitteln und diese innerhalb der Gruppe zum Thema zu machen.
3. Kreieren, was sein soll. Im dritten Kapitel werden dann Vorgehen und Methoden vorgestellt, die Visionen und Leitbilder der Teams visualisieren. Hierbei geht es darum, den Soll-Zustand einer gemeinsamen Zusammenarbeit zu entwickeln.
4. Austausch initiieren. Wie der Titel bereits verrät, handelt das vierte Kapitel vor allem von Methoden, durch die eine Interaktion zwischen den Teilnehmenden zustande kommen kann. Es geht darum mit konfliktbeladenen Fragen und Kritik umzugehen, Lob und konstruktives Feedback zu initiieren, die dann eine gemeinsame Zusammenarbeit erleichtern können.
5. Themen bearbeiten. Das fünfte Kapitel handelt anschließend von Instrumenten, die Vorlieben, Stärken und Besonderheiten der einzelnen Teilnehmer*innen herausarbeiten soll. Das Kapitel hat mir von allen am besten gefallen, denn es macht deutlich, dass jedes Team nur so gut sein kann, wenn die einzelnen Menschen darin auch zufrieden sind. Gerade im Hinblick auf die Persönlichkeitsentwicklung der einzelnen Teilnehmer*innen ein sehr wertvolles Kapitel.
6. Transfer anstoßen. Hier werden Methoden vorgestellt, die eine Umsetzung in die Praxis der Teamarbeit befördern sollen. Damit die Ergebnisse des Workshops nicht ins Leere laufen, darf dieses Kapitel keinesfalls zu kurz geraten.
7. Bestärkend abschließen. Im siebten und letzten Kapitel geht es schließlich, wie in jedem guten Workshop, um einen gelungenen Abschluss. Dazu bietet dieser Teil entsprechende Methoden.
Ich musste kürzlich recht spontan einen Workshop vorbereiten und war mir bezüglich der Teamentwicklungsmethoden unsicher, ob ich die richtigen Übungen gewählt habe. Das Praxisbuch hat mir dabei geholfen, nicht nur weitere Methoden und Instrumente kennenzulernen, sondern auch gezielt auf meine Teamentwicklungsphase, die im Fokus meines Workshops stand, Übungen auszuwählen. Im Grunde kann das Buch zu jeder Workshopvorbereitung herangezogen werden, da es für jede Art von Trainings und Gruppenarbeitsprozesse Inhalte liefert. Funcke und Braemer haben mit „Ein Herz für's Team“ einen wunderbaren Koffer an Methoden, Ideen und Inspirationen gepackt, der für jeden Trainer und jede Dozentin hilfreich sein kann.
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