Produktbild: Ein Held unserer Zeit

Ein Held unserer Zeit Bereicherte Ausgabe. Psychologisches Porträt eines desillusionierten Offiziers zwischen Melancholie, sozialer Kritik und Existenzfragen

3

0,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

28.11.2023

Verlag

DigiCat

Seitenzahl

350 (Printausgabe)

Dateigröße

921 KB

Sprache

Deutsch

EAN

8596547736400

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ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

28.11.2023

Verlag

DigiCat

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350 (Printausgabe)

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921 KB

Sprache

Deutsch

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8596547736400

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  • Bewertung

    5/5

    06.12.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Bestes Buch aller Zeiten!

    Psychologisch sehr tiefgründig! Eine sehr nachdenkliche Darstellung der Hauptfigur. Interessanter Aufbau des Romans. Die Hauptfigur ist sehr detailliert gezeichnet und eine sehr vieldeutige Persönlichkeit. Toller Stil

  • Bories vom Berg

    aus München

    4/5

    31.01.2020

    Buch (Taschenbuch)

    Eine multiple Persönlichkeit…

    Eine multiple Persönlichkeit Der einzige vollendete und zu Lebzeiten veröffentlichte Roman des russischen Schriftstellers Michail Lermontow trägt den ironischen Titel «Ein Held unserer Zeit», sein Erscheinen 1840 markiert deutlich das Ende der russischen Romantik, er ist zudem der erste psychologische Roman in dieser Sprache. Mit Puschkin, dem unangefochtenen Nationaldichter jener Zeit, der großen Einfluss auf ihn ausgeübt hat, teilt der nur 27 Jahre alt gewordene Literat neben der Vorliebe für den Kaukasus als Handlungsort auch die Todesart, beide starben mit wenigen Jahren Abstand in einem Duell. Im Vorwort begegnet Lermontow der aufkommenden Kritik, sein Roman beruhe im Kern auf der Schmähung einer Persönlichkeit: «Der Held unserer Zeit, meine Herrschaften, ist in der Tat ein Porträt, aber nicht das eines einzelnen Menschen: es ist ein Porträt, zusammengesetzt aus den Lastern unserer ganzen Generation, in ihrer vollen Entfaltung». Das war starker Tobak für die damalige Leserschaft, aber seine schreibenden Kollegen wussten es besser. «Niemand in Russland hat je solch eine Prosa geschrieben, so genau, so schön, so köstlich» hat Nikolai Gogol geschwärmt. Dieser relativ kurze Roman ist im Prinzip aus fünf Novellen zusammengesetzt, er spielt an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten. Stabshauptmann Maxim erzählt von gemeinsamen Abenteuern mit dem Offizier Petschorin, den er als rätselhaften Sonderling beschreibt. Während der Kur in Pjatigorsk beginnt dieser Draufgänger eine Liaison mit Prinzessin Mary, von der er sich aber nach einiger Zeit wieder trennt, er habe nur mit ihr gespielt, erklärt er ihr. Auch sein kurzes Verhältnis mit der verheirateten Vera geht nicht gut aus, sie schickt dem Hallodri einen Abschiedsbrief. Gruschnitzkij, sein eifersüchtiger Nebenbuhler, der allerlei Gerüchte verbreitet, wird im Duell von Petschorin erschossen. Der wird später zum Dienst auf ein Fort versetzt, verliebt sich dort in die tscherkessische Fürstentochter Bela, die auch der Bandit Kasbitsch begehrt, aber Petschorin entführt sie kurzerhand. Bald jedoch verliert er wieder jedes Interesse an dem Mädchen und sagt es auch ihr ganz unverblümt. Der Ich-Erzähler erhält von Petschorin dessen Tagebuch, in dem eine Episode geschildert ist, bei der in nächtlicher Kartenrunde die Frage der Vorherbestimmung debattiert wird. Petschorin wettet, es gäbe sie nicht, Leutnant Vulic hält dagegen und will das auch gleich an Ort und Stelle klären. Er nimmt im Zimmer des Majors aufs Geratewohl eine von dessen Pistolen vom Nagel und hält sie sich an die Stirn, die Frage, ob sie geladen ist, kann der Major in seiner Verwirrung nicht sicher beantworten. Trotzdem drückt Vulic ab, - es löst sich kein Schuss! «Sie war nicht geladen», rufen alle erleichtert. «Das werden wir sehen» sagt Vulic, spannt den Hahn erneut und schießt auf seine am Haken hängende Schirmmütze, - es knallt, die Mütze ist durchlöchert, die Kugel steckt tief in der Wand. Der hier nur kurz skizzierte Plot wird von verschiedenen Erzählern aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und in diversen zeitlichen Voraus- und Rückblenden erzählt. Sein hedonistischer Held ist ein desillusionierter Fatalist mit charismatischer Ausstrahlung, als intelligenter, bösartiger Unglücksbringer ein Archetyp, der alle Laster der Zeit gleichzeitig zu verkörpern scheint. Diese ebenso spannende wie bereichernde Geschichte taucht tief hinein in die Abgründe der menschlichen Seele, ihr Held verkörpert zudem erstmals eine multiple Persönlichkeit. Zu seiner Entstehungszeit war der Roman eine ausgemachte Provokation, eine beißende Kritik nämlich an den rückständigen sozialen Verhältnissen unter Zar Nikolaus I. Mit schnörkelloser Diktion, in einer allerdings ziemlich verwirrenden fragmentarischen Erzählweise, liest sich dieser damals avantgardistische Roman mit seinem zynischen Helden heute vor allem als eine interessante psychologische Studie, - ohne irgendwelche moralischen Intentionen.

  • Zitronenblau

    3/5

    10.11.2012

    Buch (Taschenbuch)

    Ein Held alter Zeit

    Lermontows „Ein Held unserer Zeit“ (1840) gehört für mich zu den „geflügelten Titeln“ – die irgendwie jeder schon einmal gehört hat. In seinem Roman thematisiert Lermontow den Fatalismus: die schicksalhafte Bestimmtheit des Menschen. Der Fatalismus war seinerzeit ein beliebtes literarisches Thema... Held ist der Soldat Grigorij Alexandrowitsch Petschorin – ein von Langeweile getriebener, der in verschiedenen Episoden jenes fatalistische Dasein beschwört. Der Roman untergliedert sich hierbei in zwei Teile. Im ersten Teil trifft der Erzähler des Romans auf den Stabskapitän Maxim Maximytsch. Dieser berichtet dem Narrateur von seiner Begegnung mit Petschorin. In dieser Geschichte geht es um einen Räuber, der ein edles Ross besitzt, das er einem Dritten verweigert, der jedoch dessen Schwester Bela dagegenhält (sozusagen als Tauschwert). Der Räuber lehnt dies ab, sodass Petschorin dem Dritten das Pferd verspricht, sofern er dafür die Schwester erhält. Der Plan gelingt und später – auf einer Festung verweilend und nach der etwas längeren Eroberungszeit der Holden – wird diese dann vom beraubten Räuber tödlich verletzt. Da der Soldat ihr überdrüssig geworden ist, bleibt er kühl und gehalten. Im zweiten Teil begegnen der Erzähler und der Stabskapitän Petschorin, der jedoch eilig und in seiner typisch unnahbaren, distanzierten Fassung davoneilt. Er hinterlässt hierbei aber Tagebucheinträge, die der Erzähler hiermit veröffentlicht (der Richtigkeit halber meint er im Vorwort, dass die Publikation erst nach dem Tode Petschorins erfolgt ist). Die Tagebücher beinhalten drei Episoden. Zuerst die romantisch-undinenhafte Begegnung des Soldaten mit einem jungen Mädchen, bei der Petschorin fast stirbt und ausgeraubt wird. Die zweite Episode ist das Herzstück des Romans: Petschorin ist in einer feineren Gesellschaft um eine Fürstin und deren begehrte Tochter. Er spielt in einem – ich sage mal dandy-artigen – Verhalten mit ihrer Liebe (erinnernd an Kierkegaards „Tagebuch eines Verführers“) und provoziert dabei einen Rivalen, sodass es zum „Shotdown“ kommt, da Petschorin sich diesem in einem Schießduell stellen muss. Da die Tagebücher vermutlich vor der „Bela-Zeit“ geschrieben wurden, muss an dieser Stelle nicht geschrieben werden, wie das Duell ausgeht. Der Tochter der Fürstin sagt er nur, dass er sie gar nicht liebe und sie auch nicht heiraten wolle. In der letzten Episode streitet Petschorin mit einem Mann um die fatalistische Frage. Es kommt zu einer Wette, in der der Mann russisches Roulette spielt und siegt, später dann aber doch durch einen Betrunken erschlagen wird – das nennt man dann wohl Ironie des Schicksals. Dadurch, dass der Roman eine recht inkohärente Struktur hat, ist seine Interpretation nicht ganz einfach. Die ennui (Langeweile) erscheint mir fast noch wichtiger als die Determination, obschon diese hier eine Philosophie offenbart, an die sich die ennui konsequent knüpft: wenn mein Schicksal sowieso vorbestimmt ist, dann sind alle meine Handlungen sinnlos eingedenk des nicht existierenden freien Willens. Ohne Sinn bzw. Bedeutungen der Handlung, fehlt somit auch das Gefühl der Verantwortung für meine Handlungen: die Freude bei Gelingen, die Sorge/Trauer bei Misslingen: ich werde ihnen gegenüber gleichgültig. Petschorin scheint eine Art Prototyp des Camus’schen Meursault zu sein („Der Fremde“). Die Dekadenz (Dandytum) ist mir zu unausgeprägt, wäre auch zu anachronistisch.

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