Luisa hat sich aus dem Leben zurückgezogen - sie leidet unter ihrer unerträglichen Chefin, hat ihren Traumjob als Landschaftsarchitektin abgeschrieben und trauert immer noch um ihren Mann, den sie vor vielen Jahren verloren hat. Eines Tages erhält sie ein Angebot, das sie aus ihrem grauen Alltag befreit: In Collaton, einem Küstenort im Nordwesten Englands, soll sie auf einem verwilderten Stück Land einen Gemeinschaftsgarten anlegen, wie sie es sich immer gewünscht hat.
Schnell wird Luisa klar, dass sie eine Menge Arbeit erwartet. Nicht nur muss sie das karge Grundstück in einen Garten verwandeln, sondern auch die Anwohner von ihrem Vorhaben überzeugen. Aber Cas und Harper, ein örtlicher Lehrer und sein Schützling, sind ihr eine große Hilfe. Und als die ersten Pflanzen aus dem Boden sprießen, kommen immer mehr Helfer, die Zuflucht im Gemeinschaftsgarten finden. Doch nicht alle Dorfbewohner können sich für das Projekt erwärmen, und auch Luisa zweifelt, ob dieser Neuanfang eine gute Idee war. Sie muss sich entscheiden. Wie will sie ihre Zukunft verbringen - und vor allem: mit wem?
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Forgotten Garden
Bewertung am 22.07.2024
Bewertungsnummer: 2250462
Bewertet: eBook (ePUB)
Inhalt siehe Klappentext.
Ich habe von Sharon Gosling bereits "Fishergirl's Luck" und "Lighthouse Bookshop" gelesen, beide Bücher kann ich sehr empfehlen und die Titelbilder aller drei Romane haben einen Wiedererkennungsfaktor.
Mich hat die Inhaltsangabe von "Forgotten Garden" neugierig gemacht, da unser Garten auch immer leicht verwahrlost aussieht, man unheimlich Arbeitszeit und -kraft braucht, um ihn auf Vordermann zu bringen, dann aber nach kürzester Zeit das Unkraut doch wieder gewinnt. Ein bisschen urig, mit Sandstein und Basaltplaster ist ok, dazwischen Obst und Gemüse, aber gegen Disteln, Quecken und andere Ranken bin ich jedes Jahr machtlos. Ich hätte gerne den fertigen Gemeinschaftsgarten besichtigt.
Es ist einerseits traurig, dass Luisa sich auch so lange Zeit nach dem Tod von Reuben immer noch einigelt und verschließt - worauf wartet sie? - andererseits doch lobenswert, dass sie nach Owens Anruf endlich einen Weg zurück ins normale Leben sucht und teilweise findet. Warum Luisa sich allerdings von ihrer Chefin Marianne so runterbuttern lässt, kann ich nicht verstehen, sie ist doch kein Opfer, sondern eine starke Frau, eine eigenständige Persönlichkeit. Ganz anders ist da Harper, die Jugendliche mit schwierigem Familienhintergrund, die einfach macht und tut, aber auch nur, wenn es ihr in den Kram passt und dabei ist es ihr egal, ob sie mit einer Ablehnung jemandem auf die Füße tritt. Ich finde, Harper hat den größeren Entwicklungssprung gemacht als Luisa. Das Buch hat einige sehr ergreifende Momente, winzigkleine, aber sehenswerte Fortschritte im Garten, ein wenig größeres Vorwärtskommen der einzelnen Personen. Dazu kommen Rückschläge, die man allen gerne erspart hätte, weil es einfach so unfair und deprimierend ist, warum eine Handvoll Individuen (anders kann ich sie nicht benennen) aus Boshaftigkeit die monatelange, liebevolle Arbeit von anderen innerhalb weniger Augenblicke zerstören müssen, um dafür eigene Genugtuung zu bekommen. Ich hoffe, jeder bekommt seine gerechte Strafe.
Luisa und Cas haben sind erwachsene Menschen, sie werden ihren Weg finden; Harper hat ihn schon gefunden und ich finde, Max hat sein persönliches Erfolgserlebnis einfach verdient. Harpers Erfindung, die sie auf Reubens Arbeit weiterentwickelt, klingt sehr überzeugend und sinnvoll - funktioniert das im wahren Leben wirklich?
Mir gefällt die Idee, dass nicht nur der Garten für die Dorfbewohner angeboten wird, sondern u. a. der Boxclub für die Kinder der Umgebung, die sonst vielleicht auf der Straße rumhängen würden. Die ganze Gegend klingt für mich ziemlich trostlos...
Mehr wird nicht verraten, am besten selbst lesen, es sind 432 Seiten im Taschenbuch, um eigene Meinung bilden. Von mir bekommt "Forgotten Garden", der sich durch die gemeinschaftliche Hilfe in einen Paradiesgarten verwandelt und aufzeigt, dass man nicht nur an andere, sondern auch an sich selbst glauben soll, 4,5-5 Sterne mit Leseempfehlung. Wie oft kann man aus der Asche auferstehen wie ein Phönix?
Ein wohltuendes Plädoyer für Gemeinschaft, Zusammenhalt und Naturverbundenheit
nessabo am 12.07.2024
Bewertungsnummer: 2243038
Bewertet: eBook (ePUB)
„Forgotten Garden“ war mein erstes Buch von Sharon Gosling, ein anderes stand aber bereits auf meiner Leseliste. Und ich hatte eine wunderschöne Lesezeit mit diesem Roman, der mir viel Hoffnung in die Menschheit geschenkt hat.
Luisa hat sich nach dem traumatischen Tod ihres Mannes von ihrer Leidenschaft als Landschaftsarchitektin zurückgezogen, bekommt aber die Chance, im abgelegenen Collaton einen Gemeinschaftsgarten aufzubauen. Dort trifft sie nicht nur auf den Boxlehrer Cas, sondern auch auf die Schülerin Harper, die sich mit Unterstützung von Cas gegen die Widrigkeiten ihres Lebens zu stellen versucht.
Alle Figuren fand ich wundervoll geschrieben und haben mein Herz erwärmt. Ich finde es so wichtig, gerade in strukturschwachen Gegenden Gemeinschaftsprojekte aufzubauen und genau darum geht es auch in diesem Roman. Die anfängliche Skepsis der Anwohner*innen weicht irgendwann der Freude an Gemeinschaft und das hat mich sehr berührt. Der Roman hatte für mich ein gutes Maß an Drama und wird vor allem getrieben von Menschen, die aneinander glauben und füreinander einstehen. Der kleine Küstenort ist authentisch und sehr greifbar beschrieben. Und die Schilderungen über den Gemeinschaftsgarten haben mir richtig Lust auf’s Gärtnern gemacht.
Ich würde das Buch vor allem Menschen empfehlen, die eine leichte Geschichte suchen, welche trotz allem erstaunlich viel Tiefgang hat und wichtige Themen wie Jugendkriminalität, Trauma und Naturverbundenheit aufgreift. Sicherlich sind einige Elemente der Handlung etwas sehr optimistisch und unrealistisch, aber wenn mensch so etwas sucht, ist der Roman perfekt. Der Romance-Aspekt hätte für mich stärker ausgeprägt sein können, das ist aber meine einzige Kritik.
4,5 Sterne
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