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Die englische Scheidung

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

23.05.2024

Verlag

Schöffling

Seitenzahl

400

Maße (L/B/H)

21/13,5/3 cm

Gewicht

484 g

Farbe

Apfelgrün

Auflage

1

Originaltitel

Together and apart

Übersetzt von

Petra Post + weitere

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-89561-869-7

Beschreibung

Rezension

»Margaret Kennedy schafft einen skurrilen Mikrokosmos aus Menschen, die ihre Marotten pflegen und die alle etwas zu verbergen haben. Scharfsinnig und witzig!«
Peter Twiehaus / ZDF

»Die menschlichen Abgründe, die Kennedy seziert, sind von ewiger Aktualität.«
Cathrin Wißmann / STERN 

»Zum Teil wirklich witzig, aber sehr liebevoll und auch bösartig. Also vielleicht so, wenn Agatha Christie und Jane Austen sich mal die Hand gereicht hätten.«
Lydia Petzel / HR2 Kultur 

»Margaret Kennedy ist nicht nur eine Romantikerin, sie ist auch eine Anarchistin. Und vor allem weiß sie sehr genau, wie Männer und Frauen ticken.«
Anita Brookner

„[Margaret Kennedy] kann Situation sehr gut orten und die Figuren darin uns gegenwärtig erscheinen lassen.“

Manuela Reichart / rbb


„[…] süffisant und manchmal leicht boshaft, lebensnah und klug – und ganz und gar modern. Auch mit ihren stilleren Weisheiten.“

Jutta Duhm-Heitzmann / WDR


» ›Die englische Scheidung‹ ist eine köstliche, schwarzhumorige britische Gesellschaftssatire.«

Frankfurter Wochenblatt


Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

23.05.2024

Verlag

Schöffling

Seitenzahl

400

Maße (L/B/H)

21/13,5/3 cm

Gewicht

484 g

Farbe

Apfelgrün

Auflage

1

Originaltitel

Together and apart

Übersetzt von

  • Petra Post
  • Andrea Struve

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-89561-869-7

Herstelleradresse

Schoeffling + Co.
Kaiserstr. 79
60329 Frankfurt
DE

Email: info@schoeffling.de

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Perfektes Lesevergnügen

Bewertung aus Baden-Baden am 10.07.2024

Bewertungsnummer: 2241460

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Erfreulicherweise machen es sich immer mehr Verlage zur Aufgabe, unbekannte oder zu Unrecht vergessene Schätze zu heben. So auch der Schöffling- Verlag, der nach „ Das Fest“ nun einen weiteren Roman der englischen Schriftstellerin Margaret Kennedy veröffentlicht hat. Zur Freude des Lesers. Die 1896 in London geborene und 1967 verstorbene Autorin war zu ihrer Zeit äußerst erfolgreich mit zahlreichen Romanen, Theaterstücken und Drehbüchern. Alec und Betsy sind ein gut situiertes Ehepaar im England Mitte der 1930er Jahre. Sie haben drei Kinder und Alec, ein ehemaliger Beamter, nun erfolgreicher Autor von Libretti, hat es zu Ruhm und Geld gebracht. Eigentlich könnte alles bestens sein. Doch Betsy fühlt sich nach siebzehn Ehejahren gelangweilt und unzufrieden. Sie möchte die Scheidung. Alec dagegen wünscht keine Veränderung und kurz scheint es so, als könne er seine Frau nochmals umstimmen. Aber zu spät! Die Schwiegermütter, von Betsy über ihr Vorhaben informiert, eilen herbei, um die Katastrophale aufzuhalten. Deren Einmischung bewirkt allerdings das Gegenteil. Plötzlich scheinen die Fronten klar und es entwickelt sich ein Rosenkrieg, den ursprünglich keiner wollte. Margaret Kennedy beginnt ihren Roman wie eine typisch englische Komödie, mit Sommerfrische am See, mit Dienstboten und Kindermädchen usw. Vor allem die beiden Schwiegermütter mit ihren Macken und Allüren werden vortrefflich gezeichnet. Doch dann wird aus der Komödie eine Tragödie. Alec stürzt sich aus gekränkter Eitelkeit in eine Affäre mit dem Kindermädchen, das unglückseligerweise sofort schwanger wird. Betsy weiß garnicht mehr, was sie sich eigentlich von einer Trennung versprochen hat. Auch der Freundes- und Bekanntenkreis äußert seine Meinung ( „ Du kannst keine Frau in Betsys Alter verlassen. Das ist nicht gerade ermutigend für uns, die wir die Zähne zusammenbeißen und bei der Stange bleiben.“) und ergreift Partei für die eine oder andere Seite. Aber vor allem die Kinder leiden unter der neuen Situation. Langsam beginnen sie zu begreifen, dass damit das vertraute Familiengefüge zusammenbricht. „ Ihre gemeinsame behütete Kindheit war vorbei.“ An ihnen zeigt die Autorin exemplarisch, wie unterschiedlich Kinder auf eine Scheidung reagieren können. Das alles gestaltet Margaret Kennedy souverän, mit sehr viel Witz und auch mit Seitenhieben auf diese englische Gesellschaft. Dabei stellt sie keinen Protagonisten bloß, sondern begegnet allen mit sehr viel Verständnis für ihre Schwächen und Eigenheiten. Die Autorin versteht ihr Metier. Sie verwendet gekonnt verschiedene Textsorten, baut eine leise Spannung auf und überrascht mit unerwarteten Wendungen. Ihre Erfahrung als Schreiberin von Theaterstücken und Drehbüchern zeigt sich in pointierten Dialogen und prägnanten Szenen. Der auktoriale Erzählstil wird heute nur noch selten verwendet, doch hier passt er bestens. Damit erlaubt uns die Autorin einen Blick in die Gedanken- und Gefühlswelt aller Charaktere. Dadurch ist der Leser oft schlauer als die Akteure, was für zusätzliche Komik sorgt. Der englische Titel „ Together and apart“ ist weitaus passender als „ Die englische Scheidung“. Denn das Leben geht für alle Beteiligten auch nach der Scheidung weiter, möglicherweise nicht ganz so, wie anfangs gedacht und geplant, doch mit Bedingungen, mit denen man sich arrangieren kann. Es ist nicht nur das Paar, das sich trennt. Es gibt auch andere Konstellationen, die sich voneinander entfernen und wieder annähern, so z.B. die Freunde des Paares, die Beziehungen der Kinder untereinander, die Beziehung zwischen Eltern und Kinder, das Verhältnis Schwiegertochter und Schwiegermutter. Alle durchlaufen einen Prozess der Veränderung. Alle wachsen an den Herausforderungen, nicht sofort, aber mit der Zeit. Dass dabei die einzelnen Figuren unterschiedlich gestärkt hervorgehen, ist nur realistisch. Von einer Scheidung sind immer mehr als zwei Menschen betroffen und das fängt die Autorin sehr gut ein. Neben dieser klugen Betrachtung über Ehe, Familie und Trennung finden sich zahlreiche allgemein gültige Lebensweisheiten, wie z.B. folgende Sentenz: „ Menschen wurden nicht über Nacht netter. Oft steckte eine bittere Erfahrung dahinter. Es war mühsam und kostete viel Kraft, sich zu verändern. Trotzdem war es besser, sich auf schmerzenden Füßen auf einen Berg hinaufzuquälen, als ein Leben lang im Morast aus Apathie und Selbstmitleid festzustecken.“ Der Roman bietet kein Happy-End ( das hätte auch nicht gepasst ), aber ein Ende, das den Leser zufrieden zurücklässt. Für mich war „ Die englische Scheidung“ ein perfektes Lesevergnügen, klug und unterhaltsam. Und es ist zu wünschen, dass der Schöffling- Verlag noch weitere Romane der Autorin folgen lässt.

Perfektes Lesevergnügen

Bewertung aus Baden-Baden am 10.07.2024
Bewertungsnummer: 2241460
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Erfreulicherweise machen es sich immer mehr Verlage zur Aufgabe, unbekannte oder zu Unrecht vergessene Schätze zu heben. So auch der Schöffling- Verlag, der nach „ Das Fest“ nun einen weiteren Roman der englischen Schriftstellerin Margaret Kennedy veröffentlicht hat. Zur Freude des Lesers. Die 1896 in London geborene und 1967 verstorbene Autorin war zu ihrer Zeit äußerst erfolgreich mit zahlreichen Romanen, Theaterstücken und Drehbüchern. Alec und Betsy sind ein gut situiertes Ehepaar im England Mitte der 1930er Jahre. Sie haben drei Kinder und Alec, ein ehemaliger Beamter, nun erfolgreicher Autor von Libretti, hat es zu Ruhm und Geld gebracht. Eigentlich könnte alles bestens sein. Doch Betsy fühlt sich nach siebzehn Ehejahren gelangweilt und unzufrieden. Sie möchte die Scheidung. Alec dagegen wünscht keine Veränderung und kurz scheint es so, als könne er seine Frau nochmals umstimmen. Aber zu spät! Die Schwiegermütter, von Betsy über ihr Vorhaben informiert, eilen herbei, um die Katastrophale aufzuhalten. Deren Einmischung bewirkt allerdings das Gegenteil. Plötzlich scheinen die Fronten klar und es entwickelt sich ein Rosenkrieg, den ursprünglich keiner wollte. Margaret Kennedy beginnt ihren Roman wie eine typisch englische Komödie, mit Sommerfrische am See, mit Dienstboten und Kindermädchen usw. Vor allem die beiden Schwiegermütter mit ihren Macken und Allüren werden vortrefflich gezeichnet. Doch dann wird aus der Komödie eine Tragödie. Alec stürzt sich aus gekränkter Eitelkeit in eine Affäre mit dem Kindermädchen, das unglückseligerweise sofort schwanger wird. Betsy weiß garnicht mehr, was sie sich eigentlich von einer Trennung versprochen hat. Auch der Freundes- und Bekanntenkreis äußert seine Meinung ( „ Du kannst keine Frau in Betsys Alter verlassen. Das ist nicht gerade ermutigend für uns, die wir die Zähne zusammenbeißen und bei der Stange bleiben.“) und ergreift Partei für die eine oder andere Seite. Aber vor allem die Kinder leiden unter der neuen Situation. Langsam beginnen sie zu begreifen, dass damit das vertraute Familiengefüge zusammenbricht. „ Ihre gemeinsame behütete Kindheit war vorbei.“ An ihnen zeigt die Autorin exemplarisch, wie unterschiedlich Kinder auf eine Scheidung reagieren können. Das alles gestaltet Margaret Kennedy souverän, mit sehr viel Witz und auch mit Seitenhieben auf diese englische Gesellschaft. Dabei stellt sie keinen Protagonisten bloß, sondern begegnet allen mit sehr viel Verständnis für ihre Schwächen und Eigenheiten. Die Autorin versteht ihr Metier. Sie verwendet gekonnt verschiedene Textsorten, baut eine leise Spannung auf und überrascht mit unerwarteten Wendungen. Ihre Erfahrung als Schreiberin von Theaterstücken und Drehbüchern zeigt sich in pointierten Dialogen und prägnanten Szenen. Der auktoriale Erzählstil wird heute nur noch selten verwendet, doch hier passt er bestens. Damit erlaubt uns die Autorin einen Blick in die Gedanken- und Gefühlswelt aller Charaktere. Dadurch ist der Leser oft schlauer als die Akteure, was für zusätzliche Komik sorgt. Der englische Titel „ Together and apart“ ist weitaus passender als „ Die englische Scheidung“. Denn das Leben geht für alle Beteiligten auch nach der Scheidung weiter, möglicherweise nicht ganz so, wie anfangs gedacht und geplant, doch mit Bedingungen, mit denen man sich arrangieren kann. Es ist nicht nur das Paar, das sich trennt. Es gibt auch andere Konstellationen, die sich voneinander entfernen und wieder annähern, so z.B. die Freunde des Paares, die Beziehungen der Kinder untereinander, die Beziehung zwischen Eltern und Kinder, das Verhältnis Schwiegertochter und Schwiegermutter. Alle durchlaufen einen Prozess der Veränderung. Alle wachsen an den Herausforderungen, nicht sofort, aber mit der Zeit. Dass dabei die einzelnen Figuren unterschiedlich gestärkt hervorgehen, ist nur realistisch. Von einer Scheidung sind immer mehr als zwei Menschen betroffen und das fängt die Autorin sehr gut ein. Neben dieser klugen Betrachtung über Ehe, Familie und Trennung finden sich zahlreiche allgemein gültige Lebensweisheiten, wie z.B. folgende Sentenz: „ Menschen wurden nicht über Nacht netter. Oft steckte eine bittere Erfahrung dahinter. Es war mühsam und kostete viel Kraft, sich zu verändern. Trotzdem war es besser, sich auf schmerzenden Füßen auf einen Berg hinaufzuquälen, als ein Leben lang im Morast aus Apathie und Selbstmitleid festzustecken.“ Der Roman bietet kein Happy-End ( das hätte auch nicht gepasst ), aber ein Ende, das den Leser zufrieden zurücklässt. Für mich war „ Die englische Scheidung“ ein perfektes Lesevergnügen, klug und unterhaltsam. Und es ist zu wünschen, dass der Schöffling- Verlag noch weitere Romane der Autorin folgen lässt.

Zwischen Komödie und Drama...

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 18.07.2024

Bewertungsnummer: 3029450

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

»Alec und ich gehen getrennte Wege. Wir lassen uns scheiden.« Nicht dass zwischen den Müttern von Betsy und Alec Canning je ein gutes Wort gefallen wäre, doch als Betsys Brief eintrifft, sind sie sich sofort einig: Die Scheidung muss um jeden Preis verhindert werden! Weder Betsys Geständnis, in der Ehe unglücklich zu sein, noch Alecs Seitensprünge ändern daran auch nur das Geringste. Ist das letzte Wort möglicherweise noch nicht gesprochen? Alec hofft, seine Frau umzustimmen, wenn er an sich arbeitet, und vielleicht bedenkt Betsy ja die Folgen einer Trennung für ihre drei Kinder. Doch die Mütter und all die anderen, die auf einmal unbedingt mitreden wollen – Hausangestellte, Nachbarn, Freunde –, machen das letzte bisschen Hoffnung auf eine Versöhnung zwischen den Eheleuten zunichte. Betsy und Alec sind den Rosenkrieg bald leid, aber da ist so mancher Fehler schon nicht mehr rückgängig zu machen… (Verlagsbeschreibung) In England in den 1930er Jahren des vorherigen Jahrhunderts spielt dieser Roman (erschienen erstmals 1936), und er betrachtet die Geschehnisse innerhalb der Familie Canning. Die Eltern Betsy und Alec haben sich auseinandergelebt, und doch ist Alec überrascht von dem Vorschlag seiner Ehefrau, sich scheiden zu lassen. Diese Absicht tut Betsy auch in einem Brief an ihre Mutter kund, und von da an nehmen die Ereignisse ihren Lauf. Betsys Mutter, die die Trennung unbedingt verhindern will, nimmt Kontakt zu Alecs Mutter auf, die, von Natur aus dominant und überaus überzeugt von ihrer eigenen Person, gleich zu den Cannings fährt, um in ihrer wenig subtilen Art dafür zu sorgen, dass es nicht zu einer Scheidung kommt. Doch dieses Vorhaben läuft dann letztlich unter dem Motto “verschlimmbessern”, und obschon Betsy zwischenzeitlich ein wenig ins Grübeln kam, ob eine Trennung wirklich der richtige Schritt ist, lässt sich die Scheidung nun gar nicht mehr verhindern. Was in aller Ruhe vonstatten gehen sollte, endet in einem Rosenkrieg, und alles verändert sich. Leidtragende sind dabei auch die drei Kinder, Kenneth, Eliza und Nesthäkchen Daphne. Durch die entstehenden Gerüchte und das allgegenwärtige Gerede von Bekannten und Verwandten über die Eltern sehen sich die Jugendlichen Kenneth und Eliza zudem gezwungen, sich für ein Elternteil zu entscheiden. Dadurch gerät auch das Verhältnis unter den Geschwistern in eine gehörige Schieflage. Während Eliza sich bemüht, in ihrem Umfeld für Ordnung und Struktur zu sorgen und die Zügel in der Hand zu behalten, wendet sich Kenneth von der Familie ab und gerät in schlechte Gesellschaft, aus der er sich nicht mehr zu befreien vermag.  Der Aufbau des Romans gleicht der Methode des szenischen Schreibens (Margaret Kennedy schrieb u.a. auch für das Theater). In den einzelnen Szenen wird jeweils ein bestimmter Ausschnitt der Ereignisse beleuchtet, wobei jede Szene wechselnd aus der Perspektive eines der beteiligten Charaktere geschildert wird und damit jede:r seinen Auftritt hat. In der ersten Hälfte des Romans liegen die Szenen inhaltlich und zeitlich dichter aneinander, was eher wie aus einem Guss wirkt. In der zweiten Hälfte dagegen gibt es größere Zeitsprünge, und auch räumlich sind die Figuren, die zu Beginn alle in einem Haus wohnen, nun getrennt - und alles entwickelt sich auseinander. Im Grunde entspricht das ja auch der Entwicklung im realen Leben, nur dass das “Geschmeidige” im Lesefluss hier etwas fehlt und Brüche entstehen. Der Autorin gelingt es, sowohl die Sitten und Gebräuche der damaligen Zeit einzufangen (und damit ein glaubhaftes Gesellschaftsportrait der gehobenen Mittelschicht Englands zu liefern) als auch die Gefühlslage der betroffenen Personen zu verdeutlichen und dabei alle Altersguppen gleich treffend zu charakterisieren . Das wirkte auf mich alles sehr authentisch. Meiner Meinung nach zeigt der Roman einmal mehr, dass es sich lohnt, vergangene und womöglich oftmals schon in Vergessenheit geratene Autor:innen wieder ans Tageslicht zu zerren und ihre Bücher neu aufzulegen. Der Sprachstil wirkt keineswegs altmodisch, und auch wenn eine Scheidung damals sicher noch durch die gesellschaftliche Wirkung verstärkt ein einschneidendes Erlebnis war, so stellt dies auch heute noch oftmals eine Krise im Leben der Beteiligten dar. Vieles ist im Kontext der damaligen Zeit zu sehen, die Gefühle und Gedanken der handelnden Personen jedoch weisen auch allgemeingültige Aspekte auf. Die offenkundige Gesellschaftskritik, die Ironie sowie der immer wieder aufblitzende Humor haben mir gut gefallen, ebenso wie die eingestreuten lebensklugen Sätze, die stets treffend und keineswegs aufgesetzt wirken.  Ein ungewöhnlich aufgebauter, stilistisch ansprechender Roman, ohne überbordenede Spannung, aber durch die Allgemeingültigkeit vieler Aspekte auch heute noch aktuell. Ein Stück gehobener tragikomischer Unterhaltungsliteratur, durchaus empfehlenswert.   © Parden

Zwischen Komödie und Drama...

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 18.07.2024
Bewertungsnummer: 3029450
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

»Alec und ich gehen getrennte Wege. Wir lassen uns scheiden.« Nicht dass zwischen den Müttern von Betsy und Alec Canning je ein gutes Wort gefallen wäre, doch als Betsys Brief eintrifft, sind sie sich sofort einig: Die Scheidung muss um jeden Preis verhindert werden! Weder Betsys Geständnis, in der Ehe unglücklich zu sein, noch Alecs Seitensprünge ändern daran auch nur das Geringste. Ist das letzte Wort möglicherweise noch nicht gesprochen? Alec hofft, seine Frau umzustimmen, wenn er an sich arbeitet, und vielleicht bedenkt Betsy ja die Folgen einer Trennung für ihre drei Kinder. Doch die Mütter und all die anderen, die auf einmal unbedingt mitreden wollen – Hausangestellte, Nachbarn, Freunde –, machen das letzte bisschen Hoffnung auf eine Versöhnung zwischen den Eheleuten zunichte. Betsy und Alec sind den Rosenkrieg bald leid, aber da ist so mancher Fehler schon nicht mehr rückgängig zu machen… (Verlagsbeschreibung) In England in den 1930er Jahren des vorherigen Jahrhunderts spielt dieser Roman (erschienen erstmals 1936), und er betrachtet die Geschehnisse innerhalb der Familie Canning. Die Eltern Betsy und Alec haben sich auseinandergelebt, und doch ist Alec überrascht von dem Vorschlag seiner Ehefrau, sich scheiden zu lassen. Diese Absicht tut Betsy auch in einem Brief an ihre Mutter kund, und von da an nehmen die Ereignisse ihren Lauf. Betsys Mutter, die die Trennung unbedingt verhindern will, nimmt Kontakt zu Alecs Mutter auf, die, von Natur aus dominant und überaus überzeugt von ihrer eigenen Person, gleich zu den Cannings fährt, um in ihrer wenig subtilen Art dafür zu sorgen, dass es nicht zu einer Scheidung kommt. Doch dieses Vorhaben läuft dann letztlich unter dem Motto “verschlimmbessern”, und obschon Betsy zwischenzeitlich ein wenig ins Grübeln kam, ob eine Trennung wirklich der richtige Schritt ist, lässt sich die Scheidung nun gar nicht mehr verhindern. Was in aller Ruhe vonstatten gehen sollte, endet in einem Rosenkrieg, und alles verändert sich. Leidtragende sind dabei auch die drei Kinder, Kenneth, Eliza und Nesthäkchen Daphne. Durch die entstehenden Gerüchte und das allgegenwärtige Gerede von Bekannten und Verwandten über die Eltern sehen sich die Jugendlichen Kenneth und Eliza zudem gezwungen, sich für ein Elternteil zu entscheiden. Dadurch gerät auch das Verhältnis unter den Geschwistern in eine gehörige Schieflage. Während Eliza sich bemüht, in ihrem Umfeld für Ordnung und Struktur zu sorgen und die Zügel in der Hand zu behalten, wendet sich Kenneth von der Familie ab und gerät in schlechte Gesellschaft, aus der er sich nicht mehr zu befreien vermag.  Der Aufbau des Romans gleicht der Methode des szenischen Schreibens (Margaret Kennedy schrieb u.a. auch für das Theater). In den einzelnen Szenen wird jeweils ein bestimmter Ausschnitt der Ereignisse beleuchtet, wobei jede Szene wechselnd aus der Perspektive eines der beteiligten Charaktere geschildert wird und damit jede:r seinen Auftritt hat. In der ersten Hälfte des Romans liegen die Szenen inhaltlich und zeitlich dichter aneinander, was eher wie aus einem Guss wirkt. In der zweiten Hälfte dagegen gibt es größere Zeitsprünge, und auch räumlich sind die Figuren, die zu Beginn alle in einem Haus wohnen, nun getrennt - und alles entwickelt sich auseinander. Im Grunde entspricht das ja auch der Entwicklung im realen Leben, nur dass das “Geschmeidige” im Lesefluss hier etwas fehlt und Brüche entstehen. Der Autorin gelingt es, sowohl die Sitten und Gebräuche der damaligen Zeit einzufangen (und damit ein glaubhaftes Gesellschaftsportrait der gehobenen Mittelschicht Englands zu liefern) als auch die Gefühlslage der betroffenen Personen zu verdeutlichen und dabei alle Altersguppen gleich treffend zu charakterisieren . Das wirkte auf mich alles sehr authentisch. Meiner Meinung nach zeigt der Roman einmal mehr, dass es sich lohnt, vergangene und womöglich oftmals schon in Vergessenheit geratene Autor:innen wieder ans Tageslicht zu zerren und ihre Bücher neu aufzulegen. Der Sprachstil wirkt keineswegs altmodisch, und auch wenn eine Scheidung damals sicher noch durch die gesellschaftliche Wirkung verstärkt ein einschneidendes Erlebnis war, so stellt dies auch heute noch oftmals eine Krise im Leben der Beteiligten dar. Vieles ist im Kontext der damaligen Zeit zu sehen, die Gefühle und Gedanken der handelnden Personen jedoch weisen auch allgemeingültige Aspekte auf. Die offenkundige Gesellschaftskritik, die Ironie sowie der immer wieder aufblitzende Humor haben mir gut gefallen, ebenso wie die eingestreuten lebensklugen Sätze, die stets treffend und keineswegs aufgesetzt wirken.  Ein ungewöhnlich aufgebauter, stilistisch ansprechender Roman, ohne überbordenede Spannung, aber durch die Allgemeingültigkeit vieler Aspekte auch heute noch aktuell. Ein Stück gehobener tragikomischer Unterhaltungsliteratur, durchaus empfehlenswert.   © Parden

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