Der Kunsthistoriker Benedikt Oswald wird von einem Freiburger Kollegen gebeten, in einem Schwarzwalddorf ein Gutachten über den Erhalt einer Kapelle zu erstellen. Doch es kommt anders. Vom Tag der Anreise an findet er sich einer seltsamen Welt gegenüber.
Ereignisse aus ferner Vergangenheit werden lebendig, die Gegenwart verwirrt ihn. Die unscheinbare Kapelle mit der Statue der Heiligen Barbara öffnet ihm einen Weg, auf dem nichts ist, wie es scheint. Und dann gibt es die geheimnisvolle Witwe, mit der er sich auf unerklärliche Weise verbunden fühlt.
Kundinnen und Kunden meinen
2.8/5.0
Jürg K.
4/5
20.01.2024
Buch (Taschenbuch)
Eine eindrückliche Geschichte
In dieser Geschichte wird man als Leser in ein Schwarzwalddorf entführt. Benedikt Oswald ist Kunsthistoriker und wird von einem Kollegen gebeten ein Gutachten über eine Kapelle zu erstellen. Es geht um deren erhalt. Schon bei seiner Anreise findet er sich in einer seltsamen Welt wieder. Vergangenes wird hier lebendig und die Gegenwart ist mehr als verwirrend. Die Statue in der Kapelle zeigt ihm einen Weg, in dem nichts ist wie es scheint. Da ist auch die seltsame Witwe mit der sich Benedikt verbunden fühlt. Dern Flair der dieser Geschichte mitgegeben wird ist sehr gut. Als Leser wird man an vielen Stellen und Ereignissen etwas irritiert. Doch dies erhöht die Spannung. Je länger man mit der Geschichte sich beschäftigt, desto mehr kommt das Lesevergnügen. Das Buch kann ich empfehlen.
begine
aus Lemwerder
4/5
10.01.2024
Buch (Taschenbuch)
Fantasievoll
Der Autor Thomas Erle führt uns in seinem Roman „Die Kapelle“ in ein
Schwarzwalddorf.
Der Protagonist ist der Kunsthistoriker
Benedikt Oswald, ein wenig dumm hat er sich angestellt, denn im Winter sollte man mit Winterreifen fahren. Die Personen in dem Ort waren allesamt etwas eigenartig.
Der Autor hat dem Ganzen dann noch einen fantastischen Flair gegeben. Der Erzählstil konnte mich überzeugen.
Stellenweise war ich etwas irritiert.
Aber dann entwickelte sich der Roman zu einem guten Lesevergnügen.
Astrid Wergen
2/5
21.04.2025
Hörbuch-Download
Leider Grundsetting nicht ausgeschöpft
Der Kunsthistoriker Benedikt Oswald soll im Schwarzwald, genauer gesagt in einem Scharzwalddorf bei Todtnau, ein Gutachten über eine kleine Kapelle erstellen. Je nach seinem Urteil soll die Kapelle einem Hotel weichen, oder eben auch nicht. Den Dorfbewohnern ist daran gelegen, die Kapelle zu behalten. Sie fühlen sich schon um die Statue der Heiligen Barbara betrogen, die nun in einem Museum ausgestellt ist. Benedikt muss sich nicht nur mit der Geschichte des Dorfes auseinander setzen, sondern auch mit den eigenwilligen Dorfbewohnern. Die einen sind recht herzlich und helfen ihm in seiner Not: Bereits bei der Anreise bleibt er aufgrund einer Autopanne hängen, und er muss fürchten, überhaupt nicht erst anzukommen im Schwarzwalddorf. Als er endlich am Ziel angekommen ist, begegnen ihm viel Zweifel, Gerüchte, und eine geheimnisvolle Witwe, der er sich sehr verbunden fühlt. Gleichzeitig geschehen eigenwillige Dinge. Benedikt findet geheime Zugänge in der Kirche, die am nächsten Tag komplett verschwunden sind. Oder er wird Zeuge, wie ein Haus an einem Bergsee abbrennt, gerät dabei fast selbst ums Leben. Die Dorfbewohner sind verwundert, dass er vom Brand weiß – der nämlich weit in der Vergangenheit liegt. Er beginnt, an sich selbst zu zweifeln – und ist froh, als der berufliche Ausflug zum Ende kommt.
Die Geschichte um die geheimnisvolle Kapelle hat mich gereizt. Da ich die Region ein bisschen kenne, da ich mal in Ba-Wü gewohnt habe, war mir die Beschreibung des Schwarzwaldes und dessen Bewohner nicht ganz unbekannt. Das Setting selbst, in dem wir uns befinden, mutet düster an. Das Wetter schlägt seine für die Region typischen Kapriolen, Nebel und Schneefall sorgen für die entsprechende Stimmung. Auch die geheimnisvollen Ereignisse, die den Hauptprotagonisten begleiten, muten spannend an. Die Bewohner, die erst nach und nach die Geheimnisse bzw. die Geschichte des Dorfes preisgeben, tun ihr übriges für die Stimmung des Buches. Und doch habe ich mich am Ende des Buches gefragt, was ich da genau gelesen habe. Einen Krimi? Ein Gruselbuch? Einen historischen Roman über eine Heiligenfigur und ein altes Dorf? Ich habe mich etwas verloren gefühlt, weil mir etwas die Richtung fehlte in diesem Buch. Egal, welchem Genre ich das Buch versucht habe zuzuordnen, es fehlte der letzte Funke, eine Entscheidung zu treffen. Man stocherte als Leser etwas im Nebel, um zu erkennen, worauf der Autor nun eigentlich den Fokus legen wollte. Ging es nun um die Geschichte der Kapelle, oder doch um die zwischenmenschlichen Befindlichkeiten der Dorfbewohner? Oder sollte es ein Gruselbuch werden? Eigentlich ein wunderbares Grundsetting, das für mein Befinden noch etwas mehr Fokus auf eine Grundstimmung (Geschichte, Grusel oder Gefühle) gebraucht hätte. Konnte mich leider nicht ganz überzeugen
Claudia92
2/5
08.02.2024
Buch (Taschenbuch)
Nicht, was man erwartet
Das schöne Cover und auch der Klappentext haben mich sehr angesprochen. Dann die Tatsache, dass die Geschichte nicht weit weg spielt. Man kennt die Gegend und kann sich gut die Orte vorstellen. Der Anfang war prima, wie Benedikt Oswald, in seinem "Stadtauto" ohne Winterreifen in den Schwarzwald fährt und das Wetter dort unterschätzt. Ein spannender Auftakt, der das gleiche Tempo erwarten lässt, im folgenden Teil, aber weit gefehlt. Nachdem Benedikt Oswald in Todtnauberg ankommt, wird die Geschichte sehr zäh, dies hält sich bis zur Hälfte des Buches. Als er dann auch noch Schwindelanfälle oder mystische Einsehungen bekommt, war für mich die Geschichte nichts mehr. Ich hatte mich auf einen schönen Schwarzwald Roman gefreut, der die Landschaft beschreibt, die alteingesessenen Menschen und ihre Marotten und natürlich auf etwas Kunsthistorik, da er ja die Kapelle begutachten sollte, aber das war alles nicht so gut.
Mich konnte die Geschichte leider nicht überzeugen.
frenchquarter
aus rostock
2/5
22.01.2024
Buch (Taschenbuch)
fängt gut an und lässt stark nach
Dieser Roman ist ein Beispiel dafür, wie unterschiedlich ich ein Buch bewerten würde, je nachdem, wie weit ich dieses Buch gelesen habe.
Mich hat der Klappentext sehr neugierig gemacht und der Anfang hat mich auch sehr mitgenommen beim Lesen. Der Kunsthistoriker Benedikt Oswald macht sich im Schwarzwald auf den Weg zu seiner Auftragsarbeit, eine Kapelle begutachten. Der Weg dorthin ist schon abenteuerlich und man erfährt als Leser schon sehr viel über den Ort und die Bedeutung der Kapelle. Das wird in wenigen Worten gut beschrieben. Das Lesen hat noch Spaß gemacht.
An Ort und Stelle angekommen beginnt, für mich, das Buch zu „kippen“. Wobei die Mischung aus Historie und Dorfgemeinschaft einen idealen Stoff bietet, zumal der Autor auch beides sehr geschickt miteinander verwebt. Manchmal hatte ich das Gefühl, er bemüht sich knapp zu halten wie es oft französische Autoren machen. Man bekommt einen kurzen Einblick, eine Person tritt auf, der Leser bekommt Information und aber schon ist es damit auch irgendwie abgehakt. Dabei sind es gerade die ganzen Geflechte in kleinen Orten, die mehr als interessant sind, und oft genug werden auch die eigenen Interessen, sei es zum Beispiel durch den Ortsvorsteher, bekundet. Doch das wird dann in den Ring geworfen und da liegt es dann. Das man als Außenstehender da vorsichtig agiert, liegt auf der Hand. Nur hätte man meines Erachtens einen guten „Krimi“ machen können.
Hinzu kommen die, wohl auch durch Erschöpfung hervorgerufenen, Schwindelanfälle des Historikers. Dann wird es sehr mystisch und man steht als Leser da und fragt sich, war es die Ergriffenheit des Historikers oder doch eher eine Schwäche. Der Roman wird diffus, sobald der Autor dem Leser Einblick in die Kapelle gewährt. Der Leser bekommt immer wieder Informationen, aber oft tauchen die Leute nur einmal auf und der Faden hängt dann lose herum. Mir fehlt immer mehr zum Ende hin die Verknüpfung der ganzen Fäden, das wird dürftig. Auch die „Beziehung“ wird mehr angerissen, als das ich als Leser eine Bedeutung für den Roman erkennen kann.
Gut begonnen und am Ende schwächelt es dann ordentlich. Leider kein Roman, der mich vom Hocker haut.
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