Produktbild: Die Schattenmacherin

Die Schattenmacherin Roman

8

24,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

06.03.2024

Verlag

Kremayr & Scheriau

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

20,9/12,8/2,5 cm

Gewicht

338 g

Farbe

Beige / Anthrazit

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-218-01424-3

Beschreibung

Rezension


Lilly Gollackner entwirft mit „Die Schattenmacherin“ einen durchdachten, futuristisch- feministischen Roman in der Art von „Die Gabe“ oder „Vox“. Spannend bis zuletzt – mit Intrige vom Feinsten.



Astrid Kuffner, madame wien




Die Sprache in „Die Schattenmacherin“ ist poetisch und fein ziseliert.



Anna Katharina Laggner, FM4

Dieses Buch ist Gedankenexperiment und Climate Fiction zugleich. Unglaublich und doch erschreckend real.20er – Die Tiroler Straßenzeitung

Ein fesselndes Gedankenexperiment.



Isabelle Wermke, Handelsblatt

Gollackner entspinnt sehr überzeugend die Dynamiken und Kontroversen, die sich in einer Gruppe im Kampf um die Macht entwickeln. […] So spannend wie klug ist dabei Gollackners multiperspektivisches Erzählen, das Sachlagen von verschiedenen Seiten beleuchtet und scheinbar eindeutige Lösungsvorschläge als unzulässig entlarvt.Veronika Hofeneder, LiteraturhausWien

 „Die Schattenmacherin“ imaginiert ein mögliches Ende für den ignorant-egoistischen Lebensstil der Menschheit. [...] Lilly Gollackner beschreibt diese künftige Welt in einer sehr kunstvollen und eleganten Sprache.



Joachim Kern, Kreuzer Leipzig




Ein Roman mit Unterhaltungswert, Anspruch und Tiefgang.



Bücherstadt Magazin

Eine großartige dystopische Gesellschaftskritik.



mein /4 Stadtmagazin

Eingebettet in eine spannende Handlung mit Intrigen und mehreren Plottwists, werden Fragen über Generationenkonflikte, Machtkämpfe, Ethik, Moral und patriarchale Sozialisation aufgeworfen.



Tasida Bankauf, Frauen*solidarität

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

06.03.2024

Verlag

Kremayr & Scheriau

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

20,9/12,8/2,5 cm

Gewicht

338 g

Farbe

Beige / Anthrazit

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-218-01424-3

Herstelleradresse

Kremayr und Scheriau
Rotenturmstraße 27/5
1010 Wien
AT

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  • Bewertung

    5/5

    27.10.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    DIE WELT 2068

    Dystopie ist das Gegenteil der Utopie, die auf eine gute, schöne und friedfertige Zukunft verweist. Die Schattenmacherin: Lilly Collackner beschreibt sie in einem erschreckend literarischen Gedankenexperiment. Alle Männer wurden durch eine Katastrophe ausgelöscht. Eine Frauengemeinschaft hat mit Disziplin, strikten Regeln und Innovation das Überleben gesichert. In einer spannenden Handlung mit Intrigen werden Fragen über Generationenkonflikte, Machtkämpfe, Ethik, Moral und patriarchale Sozialisation aufgeworfen und ausgetragen. Ein düsteres bis zur letzten Seite spannendes Buch.

  • Zauberberggast

    aus München

    5/5

    10.04.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Feministische Dystopie

    Feministische Dystopie Obwohl ich keine Biologin bin, habe ich einmal aufgeschnappt, dass Männer Mangelwesen seien und dass das ihnen eigene Y-Chromosom quasi nur ein kaputtes X sei. Die weitaus geringere Lebenserwartung von Männern und die höhere Sterblichkeit männlicher Säuglinge unterstreichen diese These. Dass es einmal keine Männer mehr geben könnte, weil sie quasi einer biologischen Auslese zum Opfer gefallen sind, ist dennoch eine seltsam groteske Überlegung - aber ist sie wirklich so weit hergeholt? Genau ein solches Szenario - eine Welt, die nur noch aus weiblichen Wesen besteht - entwirft Lilly Gollackner in ihrem Roman “Die Schattenmacherin”, erschienen im März 2024. Die Welt im Jahr 2068 ist eine andere, wie wir sie heute kennen. Männer gibt es schon lange nicht mehr, im Jahr 2034 wurden alle “androtoken Homo Sapiens” von einer mysteriösen Seuche hinweggerafft. Eine Welt, die durch Klimawandel, Verdichtungskriege und Umweltzerstörung ziemlich klein und fast unbewohnbar geworden ist, in der Pflanzen ein Vermögen kosten und man sich ohne “Protektionscreme” und Schutzmaßnahmen keinesfalls der unbarmherzig brennenden Sonne aussetzen darf - ein Horrorszenario. Eine Welt, in der nur noch 283 469 Menschen leben… Im Mittelpunkt der Handlung steht zum einen Ruth, seit 2036 “die Präsidentin” der noch bewohnbaren Welt, die mit ihren 70 Jahren von einer Jüngeren, Ania, abgelöst werden soll. Die Präsidentin hat in dieser potenziellen Zukunftswelt die Entscheidungsgewalt über “die fünf Bereiche, auf denen unsere Gemeinschaft fußt: Versorgung, Technologie, Wasser, Fortpflanzung und Sicherheit” (S. 66). Ruth hat Probleme mit ihrer Absetzung, mit ihrem “zukunftslosen” Dasein: “Was sie nicht akzeptieren kann, ist der emotionale Kontrollverlust. Dieses Fallen, Stürzen in die Erinnerung, ausgelöst durch Blicke und Gerüche. Als würde sich das Hier und Jetzt zersetzen in den Nebelgranaten des gelebten Lebens.” (S. 42)  Mir hat diese Klima-Dystopie literarisch sehr gefallen und mich thematisch gleichzeitig schockiert. Sie holt uns aus unserer gedanklichen Komfortzone und führt uns mit erschreckend nüchterner Präzision die möglichen Folgen eines menschengemachten Klimawandels vor Augen. Natürlich können nicht mal Zukunftsforscher:innen voraussagen, wie genau die Zukunft tatsächlich wird, aber Gollackner zeichnet in ihrem Roman eine mögliche Version derselben: Die freie Natur ist aufgrund der unbarmherzigen Sonneneinstrahlung ohne Schutzmaßnahmen unbetretbar geworden, die verbliebenen (weiblichen) Menschen leben unter gläsernen Kuppeln, Wälder sind absolute Schutzzonen, Wasser ein seltenes Gut. Ruth erinnert sich wie sie vor 40 Jahren (also etwa in unserer Gegenwart) Pola kennenlernte und diese damals schon vor der Wasserknappheit gewarnt hatte: “Versiegelung, trockene Böden, ausbleibende Regenphasen. Leergepumpte Grundwasserreservoirs.” (S. 48) Außerdem wird der Menschheit in dieser Phase klar, dass das “Patriarchat als Mittäter an der Vernichtung der Lebensgrundlagen” (S. 48) anzusehen ist: “Eine Frau zu sein, war das schon ein politischer Akt?” (S. 48) “Die Schattenmacherin” ist ein feministisches Manifest, das für Vielfalt - auch menschliche - plädiert. Außerdem werden moralisch-ethische Fragen und der menschliche Umgang mit schweren Verlusten anhand der Protagonistin Ruth thematisiert. Das Buch macht außerdem mehr als deutlich, dass wir unsere Zukunft letztlich selbst in der Hand haben. Wir dürfen nicht zulassen, dass es eine solche Horror-Zukunft wie in “Die Schattenmacherin” sein wird und deswegen sollten wir sofort alles dafür tun, unseren Planeten zu retten. Wenn das nur so einfach getan wäre wie gesagt und nicht die größte Kollektivaufgabe, vor der die Menschheit vermutlich jemals gestanden ist… Ich muss die Lektüre dieses Romans wohl etwas länger sacken lassen. Wenn einem eine solch erschreckende Zukunftsvision in so klaren und eindrücklichen Bilder vorgezeichnet wird, dann macht das etwas mit einem. Auch bin ich mir sicher, dass der Terminus “Androtoke” niemals mehr aus meinem passiven Wortschatz verschwinden wird. Schwere Themen auf relativ wenig Seiten sehr gekonnt umgesetzt - ich bin begeistert, bedrückt und bezaubert von diesem Buch. Letzteres vor allem von seinem Ende, das Hoffnung macht, Hoffnung auf eine bessere Zukunft!

  • Zauberberggast

    aus München

    5/5

    10.04.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Feministische Dystopie Obwohl…

    Feministische Dystopie Obwohl ich keine Biologin bin, habe ich einmal aufgeschnappt, dass Männer Mangelwesen seien und dass das ihnen eigene Y-Chromosom quasi nur ein kaputtes X sei. Die weitaus geringere Lebenserwartung von Männern und die höhere Sterblichkeit männlicher Säuglinge unterstreichen diese These. Dass es einmal keine Männer mehr geben könnte, weil sie quasi einer biologischen Auslese zum Opfer gefallen sind, ist dennoch eine seltsam groteske Überlegung - aber ist sie wirklich so weit hergeholt? Genau ein solches Szenario - eine Welt, die nur noch aus weiblichen Wesen besteht - entwirft Lilly Gollackner in ihrem Roman “Die Schattenmacherin”, erschienen im März 2024. Die Welt im Jahr 2068 ist eine andere, wie wir sie heute kennen. Männer gibt es schon lange nicht mehr, im Jahr 2034 wurden alle “androtoken Homo Sapiens” von einer mysteriösen Seuche hinweggerafft. Eine Welt, die durch Klimawandel, Verdichtungskriege und Umweltzerstörung ziemlich klein und fast unbewohnbar geworden ist, in der Pflanzen ein Vermögen kosten und man sich ohne “Protektionscreme” und Schutzmaßnahmen keinesfalls der unbarmherzig brennenden Sonne aussetzen darf - ein Horrorszenario. Eine Welt, in der nur noch 283 469 Menschen leben… Im Mittelpunkt der Handlung steht zum einen Ruth, seit 2036 “die Präsidentin” der noch bewohnbaren Welt, die mit ihren 70 Jahren von einer Jüngeren, Ania, abgelöst werden soll. Die Präsidentin hat in dieser potenziellen Zukunftswelt die Entscheidungsgewalt über “die fünf Bereiche, auf denen unsere Gemeinschaft fußt: Versorgung, Technologie, Wasser, Fortpflanzung und Sicherheit” (S. 66). Ruth hat Probleme mit ihrer Absetzung, mit ihrem “zukunftslosen” Dasein: “Was sie nicht akzeptieren kann, ist der emotionale Kontrollverlust. Dieses Fallen, Stürzen in die Erinnerung, ausgelöst durch Blicke und Gerüche. Als würde sich das Hier und Jetzt zersetzen in den Nebelgranaten des gelebten Lebens.” (S. 42) Mir hat diese Klima-Dystopie literarisch sehr gefallen und mich thematisch gleichzeitig schockiert. Sie holt uns aus unserer gedanklichen Komfortzone und führt uns mit erschreckend nüchterner Präzision die möglichen Folgen eines menschengemachten Klimawandels vor Augen. Natürlich können nicht mal Zukunftsforscher:innen voraussagen, wie genau die Zukunft tatsächlich wird, aber Gollackner zeichnet in ihrem Roman eine mögliche Version derselben: Die freie Natur ist aufgrund der unbarmherzigen Sonneneinstrahlung ohne Schutzmaßnahmen unbetretbar geworden, die verbliebenen (weiblichen) Menschen leben unter gläsernen Kuppeln, Wälder sind absolute Schutzzonen, Wasser ein seltenes Gut. Ruth erinnert sich wie sie vor 40 Jahren (also etwa in unserer Gegenwart) Pola kennenlernte und diese damals schon vor der Wasserknappheit gewarnt hatte: “Versiegelung, trockene Böden, ausbleibende Regenphasen. Leergepumpte Grundwasserreservoirs.” (S. 48) Außerdem wird der Menschheit in dieser Phase klar, dass das “Patriarchat als Mittäter an der Vernichtung der Lebensgrundlagen” (S. 48) anzusehen ist: “Eine Frau zu sein, war das schon ein politischer Akt?” (S. 48) “Die Schattenmacherin” ist ein feministisches Manifest, das für Vielfalt - auch menschliche - plädiert. Außerdem werden moralisch-ethische Fragen und der menschliche Umgang mit schweren Verlusten anhand der Protagonistin Ruth thematisiert. Das Buch macht außerdem mehr als deutlich, dass wir unsere Zukunft letztlich selbst in der Hand haben. Wir dürfen nicht zulassen, dass es eine solche Horror-Zukunft wie in “Die Schattenmacherin” sein wird und deswegen sollten wir sofort alles dafür tun, unseren Planeten zu retten. Wenn das nur so einfach getan wäre wie gesagt und nicht die größte Kollektivaufgabe, vor der die Menschheit vermutlich jemals gestanden ist… Ich muss die Lektüre dieses Romans wohl etwas länger sacken lassen. Wenn einem eine solch erschreckende Zukunftsvision in so klaren und eindrücklichen Bilder vorgezeichnet wird, dann macht das etwas mit einem. Auch bin ich mir sicher, dass der Terminus “Androtoke” niemals mehr aus meinem passiven Wortschatz verschwinden wird. Schwere Themen auf relativ wenig Seiten sehr gekonnt umgesetzt - ich bin begeistert, bedrückt und bezaubert von diesem Buch. Letzteres vor allem von seinem Ende, das Hoffnung macht, Hoffnung auf eine bessere Zukunft!

  • Elena Marner

    aus Blankenheim

    5/5

    11.03.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine sehr spannende Dystopie

    Die Schattenmacherin entführt uns in eine dystopische Welt des Jahres 2068, geprägt von sengender Hitze und rationiertem Wasser. Doch das Fehlen der Männer ist das bemerkenswerteste Merkmal dieser Welt, denn eine mysteriöse Seuche hat sie vor Jahrzehnten ausgelöscht. Im Mittelpunkt stehen zwei starke Frauen. Ruth, die langjährige Präsidentin dieser Welt, und die junge Ania, die die Männer um jeden Preis zurückbringen möchte. Zwischen ihnen entbrennt ein Generationenkonflikt, der Fragen nach Ressourcen, Macht und Identität aufwirft. Während Ania für Veränderung und Neuanfang steht, stemmt sich Ruth gegen diesen Wunsch, und es wird auch klar, dass sie Gründe dafür hat. Der Autorin gelingt es meisterhaft, eine faszinierende Welt zu erschaffen, die nicht nur mit ihrem futuristischen Setting, sondern vor allem mit den komplexen Charakteren zu fesseln weiß. Die Schattenmacherin ist ein packender Roman, der eine düstere Zukunftsvision präsentiert, gleichzeitig aber auch zum Nachdenken anregt. Die Autorin verwebt geschickt Spannung und Emotionen zu einer mitreißenden Geschichte, die noch lange nach dem Lesen im Gedächtnis bleibt. Wer dystopische Romane mit starken Charakteren und tiefgründigen Themen liebt, wird von Die Schattenmacherin begeistert sein.

  • Sarah

    aus Chemnitz

    4/5

    25.06.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Männerlose Gesellschaft

    „Wir wollten Menschen sein. Keine Frauen.“ (S.183) Dies wäre ein perfekter letzter Satz gewesen… sagt er doch soviel auf einmal, brüllt einem die Missstände förmlich ins Gesicht, erklärt, prangert an und lässt doch wahnsinnig viel Interpretationsspielraum. Aber beginnen wir am Anfang: Es ist das Jahr 2068, die Menschheit ist knapp an ihrer Auslöschung vorbeigeschrammt, die Überlebenden sind ausschließlich weiblich. Jahrzehnte zuvor hat erst die Klimakrise und später eine Seuche, die nur Männer befallen hat, für eine starke Minimierung gesorgt. Seitdem erfolgt die Fortpflanzung nur noch per Reagenzglas, die Bevölkerung zählt derzeit 283469 Personen. Das Zusammenleben ist von starren Regeln begleitet („Wir machen die Regeln, wir halten uns an die Regeln, wir kennen die Konsequenzen. Und manchmal zerbrechen wir daran.“ (S.125)) und wird durch eine Führungselite kontrolliert. Dieser Elite steht Ruth vor, welche allerdings in einem Alter ist, in dem es Zeit wird, ihre Aufgabe abzugeben. Als Nachfolgerin wurde die junge Ania, welche männliche Personen nur aus Erzählungen kennt, gewählt und soll nun auf ihren Posten vorbereitet werden. Kein leichtes Unterfangen, da die beiden Frauen ein gänzlich unterschiedliches Wahrnehmen bezüglich der Welt, wie sie jetzt ist und wie sie vielleicht werden könnte, haben. Anias Bestreben die männlichen Personen zurück zu bringen, stößt bei Ruth auf taube Ohren und bringt sie letztendlich sogar in Lebensgefahr. - Eine Welt ohne Männer… Utopie oder Dystopie? Dies lässt sich nur sehr individuell beantworten. Im Mittelpunkt von „Die Schattenmacherin“ steht aber in meinen Augen die Frage: „Wäre die Welt eine bessere, wenn es keine Männer mehr gäbe?“ und die Antwort lautet in diesem Fall ganz klar Nein. Es geht nicht darum, ob eine rein weibliche Welt existieren könnte, denn daran habe ich keinen Zweifel, sondern viel eher darum ob Machtmissbrauch, Gewalt und Unterdrückung ein rein männliches Problem ist. Die beschriebene Gesellschaft wirkt auf den ersten Blick sehr friedlich, achtet aufeinander und die Natur, bedingt aber auch sich unterzuordnen, nicht zu hinterfragen, sondern zu gehorchen. Individualität scheint nicht gewünscht, viel eher geht es um ein Funktionieren. Dass das patriarchale System problembehaftet ist, steht nicht zur Diskussion und Gollackner schafft es sehr klar und nachvollziehbar darzulegen, warum vor allem die älteren Frauen nicht mal in Erwägung ziehen, dass man versuchen sollte wieder männliche Nachfahren zu gebären. Immer wieder wird das „Davor“ eingestreut… Misogynie, körperliche und sexuelle Gewalt, Ausbeutung sind Themen, die in der ganzen Überlegung nicht außen vor gelassen werden können. Zugleich wird aber auch die Fragestellung in den Raum geworfen, in wieweit bestimmte (männliche) Eigenschaften angeboren oder anerzogen sind. „Wer wir sind, ist ein soziales Konstrukt, geformt und gefestigt von den Beziehungen, die wir eingehen.“ (S.76) oder halt von der Sozialisierung derer wir ausgesetzt sind. Aber nicht nur das. Auch eine gewisse Notwendigkit oder einfach nur die Gelegenheit, kann dazu führen, dass man sich über andere erhebt. „Um die Menschheit vorwärtszubringen, braucht es immer Opfer, und ja, es wird immer mit hohen moralischen Ansprüchen argumentiert, doch in Wirklichkeit ist es brutaler, nackter Verteilungskampf, und niemand kommt da ohne Blut an den Händen lebend raus.“ (S.181) -> Diese, von Ruth getätigte Aussage, führt gut vor Augen, dass das Problem ein ganz anderes ist und zwar die Entscheidungsgewalt in den Händen einer einzelnen Person, die durch die Entscheidungsbefugnisse, die sie sich genommen hat, wiederum zu Machtmissbrauch, wenn auch unter dem Deckmantel zum Wohle der Gemeinschaft zu handeln, neigt. - Die Idee der männerlosen Gesellschaft, die Lilly Gollackner hier aufgreift, ist keinesfalls neu, sie schafft es aber auf gerade mal 192 Seiten soviel Komplexität einzubauen, dass ich mit vielschichtigen Fragen und einer gewissen Unentschlossenheit zurück bleibe. Ihr mitreißender Stil, ein konstanter Spannungsbogen und ein Plottwist sorgen ein für in tolles Leseerlebnis und eine Leseempfehlung meinerseits.

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