Eine Autobio-Graphic Novel über seelische Gesundheit Zoe Thorogood (The Impending Blindness of Billie Scott, Rain) zeichnet sechs Monate ihres eigenen Lebens auf, während es auseinanderfällt. Sie versucht verzweifelt, es auf die einzige Art und Weise, die sie kennt, wieder zusammenzusetzen. It's Lonely at the Centre of the Earth ist ein intimer und metanarrativer Einblick in das Leben einer egoistischen Künstlerin, die um ihr eigenes Überleben kämpfen muss. Eine ergreifende und originelle Darstellung des Kampfes einer jungen Frau mit ihrer psychischen Gesundheit - durch die Höhen und Tiefen von Angstzuständen, Depressionen und dem Impostersyndrom - während sie eine vielversprechende Karriere in der Comicbranche anstrebt und auf diesem Weg sich selbst findet.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
5/5
19.11.2024
Buch (Taschenbuch)
Zum Nachdenken
Eine Graphic Novel, die definitiv zum Nachdenken anregt. Man sollte allerdings in einer stabilen Verfassung sein, wenn man sie liest.
Die Autorin nimmt uns mit durch ihre Depression und beschreibt diese als ein dunkles Monster, welches sie immer begleitet und bei dem sie nie weiß, wann es die Führung übernimmt. Sie zeigt uns ihren Alltag, in dem sie einfach nur überfordert ist und von Selbstzweifeln geplagt wird. Sie lässt uns wissen, dass diese Krankheit schon seit langem in der Familie ist und von Generation zu Generation weitergegeben wird, ohne das sie bearbeitet oder gar aufgelöst wird.
Doch kann es vielleicht Zoe schaffen aus dem Schatten zu treten?
Ich durfte It‘s lonely at the centre of the earth von Zoe Thorogood als Rezensionsexemplar lesen und war am Anfang etwas überfordert mit dem Buch, doch später habe ich mich ein wenig in Zoe wiedergefunden. Ich bin sehr dankbar dafür, dass die Autorin uns an diesem Teil ihres Lebens hat teilhaben lassen und das sie das Thema enttabuisiert.
Leider fand ich persönlich die Illustrationen verstörend, doch passen sie sehr gut zum Thema.
annlu
5/5
18.08.2024
Buch (Taschenbuch)
zum Teil verstörend - aber es wirkt nach
Zoe Thorogood zeichnet in dieser Autobiografie sechs Monate ihres Lebens auf – ein Leben das geprägt ist durch Selbstzweifel, Depression, ihrer Arbeit und Suizidgedanken.
Diesen Comic zu beschreiben ist nicht einfach. Mir fällt immer wieder ein Gedanke ein, den die Autorin im Buch aufnimmt: „Ich sehe online viele Comics über Depressionen. Sie versuchen leicht, bekömmlich und zugänglich zu sein. Und das ist toll, wirklich. Aber… ich finde in ihnen nur selten meine eigenen Erfahrungen wieder.“ Und so ist diese Autobiografie nicht leicht, nicht bekömmlich und auch nicht zugänglich. Bereits auf der zweiten Seite wird man mit: „und ich denke darüber nach, mir mit einem scharfen Messer in den Hals zu stechen“ konfrontiert. Einer Aussage, die man erst einmal sacken lassen muss. Schon hier wird klar, dass das Ganze keine leichte Kost ist. Dazu kommt, dass nicht nur die zurückgezogene Art von Zoe und ihre Depression den Leser aus der Bahn werfen kann. Auch die Herangehensweise, das Ganze zum Comic zu machen, ist nicht einfach. Das Buch startet, schweift dann ab, wird zum Teil skurril und nicht immer verständlich. Nur um einen Neuanfang zu machen und mittendrin noch mal von Vorne zu starten. Ab da kam mir die Geschichte leichter verständlich vor – wenn auch immer noch schwere Kost. Am Ende geht es aber wieder in etwas verwirrender Form weiter. Zum Teil wird es bescheuert (der Ausdruck stammt nicht von mir, sondern von der Autorin, die Teile des Werks so bezeichnet).
Als Leser taucht man ein in die Welt von Zoe Thorogood. Eine Welt, die vom Monster der Depression überschattet wird, in der sie mit ihren vielen Persönlichkeiten (bei denen ich gar nicht erst anfange, sie zu interpretieren) lebt, sich aber von anderen Menschen (hier mehr oder weniger immer mit Tierköpfen dargestellt) so gut wie fernhält. Ich konnte nicht wirklich immer verstehen, was da gerade in ihr vorging, als sie Teile des Werks gezeichnet hat.
Bezeichnend fand ich auch, dass sie schon zu Beginn schreibt, dass dieses Buch sehr unterschiedliche Wertungen bekommen wird. Mir selbst ist es so ergangen. Zu Beginn war ich überzeugt, dass ich mit dem Ganzen absolut nichts anfangen kann und hatte eine sehr negative Einstellung dem Buch gegenüber. Ich habe aber gemerkt, wie es in mir gearbeitet hat, wie es nachgewirkt hat und wie sehr ich weiterlesen wollte, um herauszufinden, wie es Zoe geht. Selten gelingt es einem Comic solche Emotionen in mir auszulösen und so war ich überrascht, dass ich nach dem Ende des Buches zu einer spontanen Wertung von 5 Sternen komme. Woher die kommt, wenn doch alles so wirr, so zum Teil „bescheuert“ und sicherlich nicht zugänglich war? Ich kann mir das selbst nicht ganz erklären, aber das Werk hat eindeutig nachgewirkt und das kann ich nicht von all meinen Lektüren sagen.
SophieSyndrom
5/5
17.08.2024
Buch (Taschenbuch)
Ein unvergleichliches Werk
Welch hartem Thema sich dieser Comic widmet, wird über den Klappentext äußerst deutlich vermittelt. Autorin Zoe Thorogood illustriert ihr eigenes Leben mit schonungsloser Ehrlichkeit – sechs lange Monate, in denen sie wortwörtlich ums Überleben kämpft.
Depressionen, Angstzustände und ein nagendes Impostersyndrom sind Teil von Zoe und bekommen auf den Comicseiten ein Gesicht. Verschiedene Figuren in ganz unterschiedlichen Zeichenstilen stellen Zoes Innenwelt dar, ein Hin und Her von Gedanken und Szenen sind Abbild von ihrem Überlebenskampf. Dabei schiebt sich die Depression als schwarzes Monster manchmal in den Vordergrund, wacht bedrohlich im Hintergrund – dann versucht Zoe es wegzuradieren, ohne Erfolg. Geschichten aus Gegenwart und Vergangenheit fügen sich zu einem Geflecht zusammen, in dem man Zoe als Ganzes zu greifen versucht. Und dabei hat sie ganz schön viel in mir ausgelöst.
Die Kreativität und vor allem Zoe Thorogoods individuelle Herangehensweise machen diesen Comic zu etwas ganz Besonderem. Ich finde es wahnsinnig beeindruckend, wie sie es geschafft hat, Depression in ihrer für sie persönlich schrecklichen Eigenart zu visualisieren. Die verschiedenen Zeichenstile und der Detailreichtum füllen die Panels mit klarem Aussagegehalt. Zoes Bilder wirken kraftvoll, ehrlich und mutig, machen den Comic einzigartig.
Melanie
aus Soest NRW
5/5
12.08.2024
Buch (Taschenbuch)
Meisterwerk
Ein Meisterwerk
Sehr authentisch und ehrlich, hat mich 100% abgeholt. Die künstlerische Umsetzung ist fantastisch! Die verschiedenen Stile je nach Persönlichkeitsanteil und Stimmung - super!
Sehr gelungen. Mir gefällt wie gut das Leben mit einer Depression vermittelt wird. Sie ist für jeden anders, aber einige Elemente finden sich bei jedem.
Mir hat auch besonders gut gefallen, dass sie so ehrlich abbildet, dass wir alle gerne immer das Richtige tun möchten,es aber nicht immer klappt, sehr menschlich.
Ich freue mich darauf noch mehr von der Künstlerin zu lesen.
Booksdreamsandcandles
aus Niederbayern
5/5
08.08.2024
Buch (Taschenbuch)
Absolut empfehlenswert
Diese Graphic Novel ist schonungslos ehrlich mit sich selbst, mit dem Thema Depression und mit der Einsamkeit, die in vielen Menschen wohnt und oft unverstanden bleibt. Die Autorin schafft es, mit klaren Worten und abwechslungsreichen Illustrationen ihre Innenwelt nach außen zu kehren und uns als Leser daran teilhaben zu lassen.
Zugegeben, diese Einblicke sind alles andere als leichte Kost, aber sie werden getragen von einer Einfachheit und Ehrlichkeit, die berührt und nachdenklich stimmt. Vielleicht erkennt man sich in manchen Bildern wieder und ist so nicht mehr ganz allein mit den eigenen Gefühlen. Vielleicht erkennt man aber auch einen Mitmenschen in der Geschichte wieder und beginnt so ein klein wenig zu verstehen, wie es dieser Person gehen könnte. Beides lässt uns als Leser innerlich wachsen und öffnet uns eine Tür in die Gedankenwelt einer Autorin und ihrem schonungslosen Kampf mit sich selbst und dem Leben.
Ich bin dankbar und habe großen Respekt vor dieser wundervollen Veröffentlichung, die nicht nur unglaublich mutig, selbstreflektierend und ehrlich ist, sondern Verständnis und Offenheit weckt und somit die Welt zu einem besseren Ort machen kann. Deswegen gibt es eine klare Leseempfehlung von mir.
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