Jersey 1945. Die junge Jean Parris lässt sich vom Freudentaumel mitreißen, der die Bewohner ihrer Insel nach dem Sieg der Alliierten ergriffen hat. Nun hofft sie endlich Nachricht von ihrem Vater zu erhalten, der während der Besatzungszeit von den Nazis verhaftet wurde. Doch die Botschaft seines Todes bringt traurige Gewissheit. Als kurz darauf Jeans Onkel aus dem englischen Exil zurückkehrt, verrennt sich dieser in einen Rachefeldzug gegen die vermeintliche Verräterin seines Bruders - die Lehrerin Hazel, deren politisches Engagement vielen ein Dorn im Auge ist. Ihre Schuld scheint festzustehen - nur: Ausgerechnet Hazel kennt ein Geheimnis, das Jean um jeden Preis schützen muss ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Philiene
aus Süsel
5/5
30.08.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wem kann sie trauen?
Wie war es als die Besatzung beendet war?
Die Insel Jersey gehört zu Groß Britannien und war im zweiten Weltkrieg von den Deutschen besetzt. Eine schlimme Zeit für die Menschen dort, doch wie war es danach? Dieser Frage geht Jenny Lecoat in ihrem Roman Befreiung nach. Anhand der beiden jungen Frauen Hazel und Jean erzählt sie eine erschütternde Geschichte voller Misstrauen, Lügen, Verdrângung, falschen und richtigen Beschuldigungen, der Verarbeitung mit dem Kriegsgeschehen und der Frage wer in wie weit mit den Deutschen verbündet war.
Beide Frauen haben ihr Schicksal zu tragen. Jeans Vater ist während der Besatzungszeit verraten worden und in Gefangenschaft geraten. Hazel ist Kommunistin und das ist bei vielen erst einmal verdächtig. Außerdem wird sie verdächtigt Jeans Vater verraten zu haben. Ich fand es großartig das die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Hazel und Jean erzählt wird, so sind die Eindrücke viel präziser und eindrucksvoller. Ich konnte mich in beide Frauen hineinversetzen und habe so ganz tiefer Einblicke erhalten.
Interessant wären auch die Einblicke in das Familienleben von Jean. Onkel, Tante, Cousine, Mutter alles sehr unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichen Sichten auf die Besatzungszeit.
Ein lesenswerter Roman über einen wenig erzählten Aspekt des zweiten Weltkrieges
Bewertung
4/5
25.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine tolle Geschichte, sofort...
Eine tolle Geschichte, sofort war ich auf Jersey, es ist 1945 und der Krieg ist endlich vorbei. Doch damit fängt für viele das Leiden an. Wer kommt zurück, haben es die Kinder in England geschafft, wer war mit dem Feind intim, wer denunzierte wen? Spannend und informativ!
begine
aus Lemwerder
4/5
30.08.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Jersey als Schauplatz
Die Autorin Jenny Lecoat stammt aus Jersey, eine der Kanalinseln.
Ihr Roman Befreiung spielt auf Jersey und fängt 1945 an. So erfährt man viel von der Gegend und der Mentalität der Bewohner.
Jersey war von 194ß bis 1945 von den Deutschen besetzt. Nach der Befreiung gab es viele Anschläge auf Personen, denen Kontakt mit den Deutschen nachgesagt wurde.
Die Familie Parris erfahren, das der Vater grausam im Gefängnis zu Tode kam. Die Tochter Jean hat die Lehrerin Hazel in Verdacht, das sie den Vater angezeigt hat.
Dann erfährt sie Jean von ihr Wahrheiten über ihren Vater.
Dann wird in Hazels Wohnung eine Brandbombe gezündet und ihn behinderter Vater stirbt dabei.
Da gibt es zwischen den Beiden Unstimmigkeiten .
1972 treffen die beiden sich wieder. Es wird angerissen, wie ihr Leben weiter ging. Das war mir etwas wenig.
Der Roman hat mich sonst gut gefallen und ist lesenswert.
Kerstin1975
aus Crailsheim
3/5
14.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zwischenzeitlich spannender Roman der Nachkriegszeit, allerdings mit überstürztem, unglaubhaftem Ende
Buchinhalt:
Jersey, 1945: nach dem Sieg der Alliierten scheint die britische Kanalinsel Jersey wie vom Freudentaumel überrollt. Doch für Jean Parris kehrt schnell Ernüchterung ein, als die Familie die Nachricht vom Tod des Vaters erhält, der von den deutschen Besatzern verhaftet wurde. Jeans Onkel Eddie, der plötzlich vor der Tür steht, reißt immer mehr die Macht in der Familie an sich und bläst zu einem Rachefeldzug gegen Hazel, eine junge Lehrerin, die er des Verrats an seinem Bruder verdächtigt. Doch auch Jean hat ein Geheimnis: sie liebt Horst, einen deutschen Soldaten. Und ausgerechnet Hazel erfährt von der verbotenen Romanze....
Persönlicher Eindruck:
Befreiung ist bereits das zweite Buch von Autorin Lecoat, das ich lese. Auch dieses spielt auf Jersey, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und es erzählt die Geschichte zweier junger Frauen etwa im gleichen Alter. Zum einen ist da Jean, die den Tod ihres Vaters, eines Eisenwarenhändlers, betrauert und zum anderen Hazel, der Hauptverdächtigen am Verrat und der Deportation und folglich dem Tod von Jeans Vater.
Nach und nach kommt Jean der Wahrheit immer näher und muss erkennen, dass nichts so einfach ist, wie es ihr skrupelloser Onkel Eddie und seine Kumpane behaupten. Auch Jeans Vater ist nicht der strahlende Held, den die Familie all die Jahre hochstilisiert hat. Mehr und mehr freunden sich Jean und Hazel an und unter dem Einfluss ihrer Freundin entwickelt sich Jean zu einer immer mutigeren jungen Frau, die genau hinsieht und hinterfragt, was sie bislang so einfach und schlüssig hingenommen hatte.
Hazel hingegen erfährt, was es heißt, geächtet zu sein: Eddies Schmutzkampagne führt dazu, dass das Einkaufen zum Spießrutenlauf wird, die Menschen sich abwenden, sie ihren Arbeit verliert und letztendlich in einer grauenhafte Tragödie gipfelt.
Insgesamt brauchte der Roman gut die Hälfte, um halbwegs in die Gänge zu kommen, so dass man als Leser den Eindruck hatte, zu sehen, wohin die Reise geht. Dann aber wechseln spannende Wendungen mit unterschiedlichen Verdächtigen und der Spannungsbogen steigt. Jean kommt Schritt für Schritt hinter die Wahrheit, die jeder in ihrer Familie so sorgsam unter Verschluss hält. Hazels täglicher Kampf innerhalb des Ränkespiels von Onkel Eddie und Co. und die verzweifelte Bitte an Jean, die neu gefundenen Wahrheit doch den Behörden mitzuteilen sind wohl der Höhepunkt in der wechselvollen Geschichte.
Was mich aber maßlos enttäuscht hat, ist der schnelle, überhastete und auch unglaubwürdige Schluss, 25 Jahre später. Als Leser hat man den Eindruck, die Autorin habe jetzt keine Lust mehr und möchte nur noch schnell fertig werden: das k.o-Kriterium jeder Geschichte. Während ich nach einer zähen ersten Hälfte, in der die Langeweile überwog, mit dem spannenden Mittelteil wieder versöhnt wurde, kann ich nach dem Ende nur sagen: nein. Kein Reißer, den ich empfehlen kann, allenfalls eine nachmittagfüllende Lektüre, wenn man keine hohen Ansprüche stellt. Zudem fand ich letztendlich die schwarz-weiß-Malerei bei den Charakteren etwas zu simpel. Die Geschichte an sich hätte durchaus Potential gehabt.
Bewertung
5/5
07.08.2024
eBook (ePUB)
Eine interessante Geschichte
Ich durfte dieses Buch schon lesen.
Die Autorin versteht es, die historischen Ereignisse mit der fiktiven Handlung zu verbinden
Man erfährt etwas über die Kanalinsel, die von den Nazis besetzt war
Die Autorin schafft es, all dies flüssig und spannend zu beschreiben.
Die Charaktere sind anschaulich beschrieben, und auch die Orte, an denen sich die Handlung abspielt, kann man sich gut vorstellen.
Gekonnt verknüpft die Autorin die Handlungsstränge zu einem schönen Ganzen.
Es ist eine Geschichte, die von Mut handelt, aber auch von Freundschaft und Liebe
Die gut dargestellten Personen und die gut recherchierte Geschichte bilden ein unvergessliches Buch.
Es ist ein großartiger Roman, welcher für mich sehr berührend war und mich mitgerissen hat,
den ich gern empfehle
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