Als Nina eines schönen Morgens ihre Wohnungstür öffnet, findet sie auf ihrer Schwelle eine schlichte Holzbox. Darin verbirgt sich ihr Lebensfaden. Wenn sie die Box öffnet, wird sie erfahren, wie viele Jahre ihr noch bleiben. Und sie ist nicht die Einzige, die dieses »Geschenk« bekommt. Überall auf dem Globus – sei es nun im New Yorker Apartment, in einer Hütte in den Bergen oder einem Beduinenzelt – hat jeder Volljährige eine Box erhalten und fragt sich: Will ich wirklich wissen, wann ich sterben muss?
Einfühlsam und klug erzählt Nikki Erlick, was mit der Gesellschaft, mit Beziehungen und mit jedem einzelnen Individuum passiert, wenn uns die eigene Sterblichkeit drastisch vor Augen geführt wird. »Die Vorhersage« ist ein berührender Roman über das Leben und das Sterben, über Freundschaft und Liebe und über das Menschsein selbst.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
kleinbrina
aus Köln
4/5
03.07.2025
Buch (Taschenbuch)
Wie würdest du reagieren,…
Wie würdest du reagieren, wenn du erfahren dürftest, wie lange du noch zu leben hast? Möchtest du es wirklich wissen und dein zukünftiges Leben auf dieses Wissen gestalten oder möchtest du es lieber nicht wissen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Nikki Erlick in ihrem Werk "Die Vorhersage" und regt damit nicht nur zum Nachdenken an, sondern zeigt auch auf, wie unterschiedlich Menschen mit Wissen und ihrem eigenen Leben umgehen. "Die Vorhersage" greift dabei nicht nur wichtige Themen auf, sondern wird auch von der Autorin sehr interessant und wortgewandt erzählt. Das Buch liest sich flott und angenehm, hat zwar hier und da auch seine Längen, ist aber insgesamt sehr gut erzählt, sodass man nicht nur die Figuren ausreichend kennen lernt, sondern auch diese und ihr Verhalten gut beschrieben werden. Die Geschichte ist dabei schnell erzählt: Jeder, der volljährig ist, erhält eine Box. Was zunächst wie ein tolles Geschenk klingt, ist jedoch eine Box, in der der Inhalt die zu verbleibende Lebenszeit enthält. In jeder Box ist ein Faden enthalten, dessen Länge für die restliche Lebenszeit steht. Ob man wissen möchte oder nicht, wie lange man noch leben wird, bleibt einem zunächst in eigener Hand, allerdings werden die Boxen und ihre Inhalte schnell zu einem Selbstläufer und zeigen auf, wie unterschiedlich Menschen mit solchen Informationen umgehen. Während einige ruhig bleiben und ihr Leben weiterhin so leben möchten wie bisher, gibt es auch andere, die auf einmal nach dem Motto "Alles oder nichts" leben und andere reagieren sogar aggressiv, sodass es dabei zu unschönen, traurigen und schockierenden Menschen kommt, die nicht nur das eigene Leben beeinflussen. Kurz gesagt: "Die Vorhersage" ist spannend, stimmt nachdenklich, trifft aber auch genau den richtigen Ton und stellt die richtigen Fragen, um immer mehr in die Geschichte eintauchen zu wollen.
Büchersuse
4/5
26.09.2024
Buch (Taschenbuch)
Würde ich...
ein Kästchen öffnen, dass plötzlich auf meiner Türschwelle auftaucht? Ein Kästchen, dass bei allen über 21-jährigen Menschen weltweit vor der Tür liegt?
Würde ich wissen wollen, an welchem Tag mein Leben endet? Könnte ich das Leben, die Liebe, die Gegenwart genießen?
Ein spannendes Buch, das Menschen mit genau diesen Fragen begleitet.
Vorhersehbar unverhersehbar
Vanessa | @herbsandhexes
aus Köln
5/5
07.03.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ungewöhnlich, bewegend und doch mutmachend
Was würde sich ändern, wenn wir wüssten, wann unsere Zeit vorbei ist? Welchen Einfluss hätte es auf unsere Beziehungen und Entscheidungen? Würde der Faktor Lebenszeit eine weitere Dimension für Ungleichheit sein?
Um diese Fragen dreht sich . Das Gedankenexperiment startet mit schlichten Holzboxen, die eines Tages jede volljährige Person erreichen. Darin verborgen: Der eigene Lebensfaden.
Die unterschiedlichen Reaktionen auf die Boxen sowie die individuellen Konsequenzen und gesellschaftlichen Veränderungen erleben wir aus verschiedenen Blickwinkeln. In diesem Fall habe ich die Menge an Perspektiven durchaus als bereichernd empfunden, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie unterschiedlich oder auch ähnlich Lebenswirklichkeiten sein könnten. Will ich die Box öffnen? Was, wenn meine Partnerin einen kürzen Faden hat? Oder einen längeren? Behalte ich den Job, der mich nicht erfüllt, und halte ich an Bekanntschaften, die mir nicht guttun, fest, wenn mir meine eigene Sterblichkeit mit einem festen Zeitpunkt vor Augen geführt wird? Gewinne ich eine gewisse Leichtigkeit, wenn ich über das Wissen verfüge – oder hemmt es mich?
Thematisch ist das Buch sicher keine leichte Kost. Dies hat auch dazu geführt, dass es mir nicht leicht gefallen ist, mein Leseempfinden in Worte zu fassen. Ich habe gegrübelt, gelacht, mich furchtbar geärgert und mir Tränen aus dem Gesicht gewischt, bevor sich die Seiten wellen, und trotzdem hatte ich am Ende ein eher positives Gefühl: Wichtig ist, was wir aus unserem Leben machen.
Nicht jeder Aspekt der Geschichte wird letztendlich aufgelöst. In meinen Augen war dies jedoch auch gar nicht nötig, um eine berührende Geschichte zu erzählen.
Insgesamt war ein überraschender Glücksgriff. Gleichzeitig denke ich, dass Achtsamkeit im Umgang mit sich und den eigenen Gefühlen beim Lesen nötig sein kann. Für mich hat der leichte Erzählstil die Waage halten können.
Bewertung
5/5
15.02.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bin gespannt wie es ausgeht…
Momentan habe ich etwa die Hälfte des Buches gelesen. Es ist in einem flüssigen Stil verfasst, dem man gut folgen kann, obwohl mittlerweile knapp 10 Protagonisten eingeführt wurden, aus deren Perspektive die Geschichte wechselnd erzählt wird. Die Geschichte: man stelle sich vor, plötzlich erhalten alle Menschen über 22 eine kleine Kiste mit dem Hinweis: Das Innere birgt das Mass deines Lebens. Bammmm!
Es ist ein Faden, welcher die Lebensdauer der betreffenden Person „anzeigt“.
Der Umgang mit dieser Option (Kiste öffnen oder lieber nicht? Welche Konsequenzen resultieren daraus, wenn man weiss, ob man noch lange oder nur noch kurz zu leben hat?) wird in diesem Roman durch die Begleitung verschiedener Protagonisten erzählt und regt beim Leser (jedenfalls bei mir) doch den einen oder anderen Denkanstoss an.
Ich empfehle es weiter und bin gespannt, wie es weiter- und ausgeht.
Booksandcatsde
5/5
31.12.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Möchte man wissen, wann man stirbt?
Meine Meinung:
Das Buch stand schon länger auf meiner Lese-Wunschliste, da ich das Thema absolut grandios finde. Wie oft habe ich mich schon gefragt, ob es nicht besser wäre, wenn ich wissen könnte, wann ich sterbe. Wenn man es wüsste – richtet man dann sein Leben nicht anders aus, lebt man sein Leben nicht anders/besser? Genießt man dann nicht seine Zeit bewusster? Könnte man dann nicht seine ganzen Ängste rund um das Thema Krankheit und Tod, die mit dem Alter immer mehr werden, umgehen?
Tatsächlich aber hatte ich mir bisher keine Gedanken gemacht, was noch alles an einer solchen Offenbarung dranhänge, vor allem, wenn es alle Menschen dieser Erde betreffen würde.
Nikki Erlick erschafft mit ihrer spekulativen, dystopischen Geschichte einen emotionalen und auch spannenden Zugang zu diesem Thema. Jeder Mensch bekommt eine Box inklusive eines Fadens geliefert, der genau zeigt, wann man stirbt bzw. wie alt man werden wird. Box aufmachen? Geschlossen lassen?
Auch wenn es vorwiegend um 8 Personen geht, deren Geschichte genauer und detaillierter erzählt wird, rund um die Fäden, erfährt der Leser auch, zu welchen Auswirkungen es auf der ganzen Welt kommt und gekommen ist.
Nina, Maura, Jack, Javi, Anthony, Ben, Amie, Hank – alle sind sie mir ans Herz gewachsen und genau das ist letzten Endes mein Problem gewesen. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so viel beim Lesen geweint habe. Geweint – um ungenutzte Möglichkeiten, um verlorene Träume, um Ungerechtigkeiten, um Steine, die sich Menschen selbst in den Weg legen, um unausgesprochene Wünsche, aber auch wegen der vielen Hilfsbereitschaft, die ich kennenlernen konnte, den sympathischen und liebenswerten Entscheidungen, den tollen Gesprächen, die ich verfolgen durfte, die besonderen und persönlichen Gedanken, die die Protagonisten mit mir geteilt haben.
Ich habe mit den 8 Menschen gelebt, gehofft, geliebt, geweint. Ich habe mit ihnen gelitten, gefeiert, gebangt und auch viel gelacht.
Ich habe das Lesen dieses Buches insgesamt sehr genossen. Wer eine emotionale und nachdenkliche Geschichte sucht, ist hier absolut richtig. Manch einer mag Spannung vermissen. Für mich war diese unterschwellig immer vorhanden, da ich unbedingt wissen wollte, was ich alles noch von den einzelnen Personen erfahren und wie lange ich noch Zeit mit ihnen verbringen darf.
Die letzten 50 Seiten haben mir einiges abverlangt und ich kam aus dem Weinen nicht mehr heraus. Die Autorin schaffte es aber, dass ich trotz aller Traurigkeit dankbar und demütig auf mein eigenes Leben blickte – auch wenn ich mit immer noch nicht sicher bin, ob ich nicht doch gerne wissen würde, wann mein Leben ein Ende findet. Habe ich einen kurzen oder einen langen Faden? Ist es ein Segen, das nicht zu wissen?
Die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester war für mich zum Lesen genau richtig, da es für mich DIE Zeit ist, auf das vergangene Jahr zurückzublicken und natürlich auch Pläne für das kommende Jahr zu machen. Es ist die Zeit, in der man entweder zufrieden oder unzufrieden ist. Alle diese Gedanken findet man auch im Buch wieder und ich bin dankbar, dass ich es gelesen habe. Eine einprägsame Geschichte, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Zwei Dinge haben mich ein wenig irritiert und ich habe auch keine Antworten bzw. Erklärungen bekommen. Aus Spoilergründen kann ich diese hier nicht benennen. Daher keine kompletten 5 Sterne.
4.5 out of 5 stars (4,5 / 5)
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