Produktbild: Die geheimste Erinnerung der Menschen

Die geheimste Erinnerung der Menschen Roman. Prix Goncourt 2021 und Internationaler Literaturpreis 2023

19

14,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

15.05.2024

Abbildungen

schwarz-weiss Illustrationen

Verlag

Penguin

Seitenzahl

448

Maße (L/B/H)

18,7/12,5/3,4 cm

Gewicht

383 g

Farbe

Camel / Anthrazit

Originaltitel

La plus secrète mémoire des hommes

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-328-11032-3

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

15.05.2024

Abbildungen

schwarz-weiss Illustrationen

Verlag

Penguin

Seitenzahl

448

Maße (L/B/H)

18,7/12,5/3,4 cm

Gewicht

383 g

Farbe

Camel / Anthrazit

Originaltitel

La plus secrète mémoire des hommes

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-328-11032-3

Herstelleradresse

Penguin TB Verlag
Neumarkter Straße 28
81673 München
DE

Email: [email protected]

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Ein kraftvoll, vielstimmig komponiertes Werk über das Schreiben, das Vergessen, das Wiederfinden

Bewertung am 26.05.2025

Bewertungsnummer: 2500306

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Als ich dieses Buch entdeckte, war es vollständig verhüllt. Kein Cover, keine Inhaltsangabe – nur eine schlichte Banderole mit einem kryptischen Satz: „Ein Roman über ein vergessenes Buch, das die Welt veränderte.“ Es klang nach Zafón, nach Márquez, nach dem leisen Staunen des magischen Realismus. Ich nahm es mit – und wurde nicht enttäuscht. Mohamed Mbougar Sarr, geboren 1990 im Senegal, lebt und schreibt zwischen den Kulturen. Sein Roman, ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt, ist nicht weniger als ein literarisches Ereignis: eine kunstvolle, tiefgründige Hommage an die Kraft des Schreibens – und eine Spurensuche nach Erinnerung, Herkunft und Wahrheit. Inspiriert von der realen Figur Yambo Ouologuem erzählt Sarr von Diégane Latyr Faye, einem jungen Autor in Paris, der der Spur eines verschollenen Romans und seines Autors T.C. Elimane folgt – gefeiert, dann verstoßen, ausgelöscht. Diese literarische Spurensuche führt ihn über drei Kontinente, durch die Kolonialgeschichte, zwei Weltkriege und das Nachleben des Literaturbetriebs – und hinein in das Herz der Literatur selbst. Was Sarr gelingt, ist selten: ein Roman, der den Glauben an Literatur nicht nur behauptet, sondern selbst ein Beweis dafür ist. Die Geschichte kreist um große Themen – Selbsttäuschung, kulturelle Emanzipation, die Spannung zwischen Schweigen und Schreiben – und das in einer Sprache, die fordernd, poetisch und zutiefst durchdacht ist. Die ersten Kapitel wirken noch wie ein dichter Nebel aus Stimmen und Fragmenten. Man tastet sich voran, sucht Bedeutung, sucht Halt. Und plötzlich – wird man hineingezogen in diese Welt. Erzählebenen überlagern sich, Dokumente werden zu Figuren, die Zeit fließt rückwärts und vorwärts zugleich. Dies ist kein Buch, das man bloß liest. Es liest einen zurück. Ja, es ist anspruchsvoll. Die Dichte der Sprache, die häufigen Perspektivwechsel, die literarischen Anspielungen fordern ein waches, aufmerksames Lesen. Doch wer sich darauf einlässt, wird reich belohnt – mit einem Gefühl, das ich liebe: jenem tiefen Eintauchen, bei dem Lesen und Denken eins werden. Und über allem schwebt diese eine, große Frage, die bleibt wie ein Echo: Leben – oder schreiben? Die geheimste Erinnerung der Menschen ist ein Roman für Leserinnen und Leser, die Literatur nicht nur konsumieren, sondern ernst nehmen – als Erinnerungsspeicher, als Widerstand, als Wahrheitssuche.

Ein kraftvoll, vielstimmig komponiertes Werk über das Schreiben, das Vergessen, das Wiederfinden

Bewertung am 26.05.2025
Bewertungsnummer: 2500306
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Als ich dieses Buch entdeckte, war es vollständig verhüllt. Kein Cover, keine Inhaltsangabe – nur eine schlichte Banderole mit einem kryptischen Satz: „Ein Roman über ein vergessenes Buch, das die Welt veränderte.“ Es klang nach Zafón, nach Márquez, nach dem leisen Staunen des magischen Realismus. Ich nahm es mit – und wurde nicht enttäuscht. Mohamed Mbougar Sarr, geboren 1990 im Senegal, lebt und schreibt zwischen den Kulturen. Sein Roman, ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt, ist nicht weniger als ein literarisches Ereignis: eine kunstvolle, tiefgründige Hommage an die Kraft des Schreibens – und eine Spurensuche nach Erinnerung, Herkunft und Wahrheit. Inspiriert von der realen Figur Yambo Ouologuem erzählt Sarr von Diégane Latyr Faye, einem jungen Autor in Paris, der der Spur eines verschollenen Romans und seines Autors T.C. Elimane folgt – gefeiert, dann verstoßen, ausgelöscht. Diese literarische Spurensuche führt ihn über drei Kontinente, durch die Kolonialgeschichte, zwei Weltkriege und das Nachleben des Literaturbetriebs – und hinein in das Herz der Literatur selbst. Was Sarr gelingt, ist selten: ein Roman, der den Glauben an Literatur nicht nur behauptet, sondern selbst ein Beweis dafür ist. Die Geschichte kreist um große Themen – Selbsttäuschung, kulturelle Emanzipation, die Spannung zwischen Schweigen und Schreiben – und das in einer Sprache, die fordernd, poetisch und zutiefst durchdacht ist. Die ersten Kapitel wirken noch wie ein dichter Nebel aus Stimmen und Fragmenten. Man tastet sich voran, sucht Bedeutung, sucht Halt. Und plötzlich – wird man hineingezogen in diese Welt. Erzählebenen überlagern sich, Dokumente werden zu Figuren, die Zeit fließt rückwärts und vorwärts zugleich. Dies ist kein Buch, das man bloß liest. Es liest einen zurück. Ja, es ist anspruchsvoll. Die Dichte der Sprache, die häufigen Perspektivwechsel, die literarischen Anspielungen fordern ein waches, aufmerksames Lesen. Doch wer sich darauf einlässt, wird reich belohnt – mit einem Gefühl, das ich liebe: jenem tiefen Eintauchen, bei dem Lesen und Denken eins werden. Und über allem schwebt diese eine, große Frage, die bleibt wie ein Echo: Leben – oder schreiben? Die geheimste Erinnerung der Menschen ist ein Roman für Leserinnen und Leser, die Literatur nicht nur konsumieren, sondern ernst nehmen – als Erinnerungsspeicher, als Widerstand, als Wahrheitssuche.

Ein literarisches Meisterwerk!

Klaus Effing aus Köln am 21.04.2025

Bewertungsnummer: 2471936

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

„Die geheimste Erinnerung der Menschen“ von Mohamed Mbougar Sarr (ca. 440 Seiten, Hanser Verlag) . Dieser Roman hat mich gefordert! Er ist ein literarisches Rätsel – fordernd, vielstimmig und nahezu einmalig. In unserem Lesekreis haben wir diesen Roman lebhaft diskutiert – und das aus gutem Grund: „Die geheimste Erinnerung der Menschen“ ist kein Buch, das man einfach so „wegliest“. Es ist ein Werk, das mit literarischen Formen spielt, verschiedene Stimmen und Perspektiven miteinander verwebt und dabei immer wieder unsere Lesegewohnheiten herausfordert. Es ist ein komplexes Buch, das ich evtl. ein zweites Mal lesen werden (das mache ich fast nie!). Zunächst ist da Diégane Latyr Faye, ein junger senegalesischer Autor im Pariser Exil, der auf die Spur eines geheimnisvollen Romans namens „Das Labyrinth des Unmenschlichen“ stößt – ein Werk, das einst als Meisterstück gefeiert, dann skandalisiert und schließlich aus dem literarischen Gedächtnis getilgt wurde. Der angebliche Autor, T.C. Elimane, verschwand ebenso plötzlich wie sein Buch. Diégane begibt sich auf eine Art literarische Schnitzeljagd – und genau hier liegt eine der großen Stärken, aber auch Herausforderungen des Buches: Es ist als ob es ein Buch in einem Buch wäre. Während Diégane auf Spurensuche geht, entfaltet sich gleichzeitig ein zweiter Erzählstrang: die Geschichte von T.C. Elimane – erzählt unter anderem von dessen Cousine – und damit auch ein Nachdenken über die Verantwortung von Literatur, Identität und Wahrheit. Was uns im Lesekreis besonders beeindruckt hat: Sarr meistert es, jeder Stimme einen ganz eigenen Ton zu verleihen – mal sachlich, mal lyrisch, dann wieder fragmentarisch oder essayistisch. T.C. Elimane selbst blieb für mich aber schwer fassbar – vielleicht sogar absichtlich. Er ist eher Mythos, Spiegel für die vielen Fragen, die sich der Roman stellt: Wem gehört eine Geschichte? Was bedeutet literarischer Erfolg? Wie gehen wir mit kulturellem Erbe um – besonders im Spannungsfeld zwischen afrikanischer und europäischer Perspektive?

Ein literarisches Meisterwerk!

Klaus Effing aus Köln am 21.04.2025
Bewertungsnummer: 2471936
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

„Die geheimste Erinnerung der Menschen“ von Mohamed Mbougar Sarr (ca. 440 Seiten, Hanser Verlag) . Dieser Roman hat mich gefordert! Er ist ein literarisches Rätsel – fordernd, vielstimmig und nahezu einmalig. In unserem Lesekreis haben wir diesen Roman lebhaft diskutiert – und das aus gutem Grund: „Die geheimste Erinnerung der Menschen“ ist kein Buch, das man einfach so „wegliest“. Es ist ein Werk, das mit literarischen Formen spielt, verschiedene Stimmen und Perspektiven miteinander verwebt und dabei immer wieder unsere Lesegewohnheiten herausfordert. Es ist ein komplexes Buch, das ich evtl. ein zweites Mal lesen werden (das mache ich fast nie!). Zunächst ist da Diégane Latyr Faye, ein junger senegalesischer Autor im Pariser Exil, der auf die Spur eines geheimnisvollen Romans namens „Das Labyrinth des Unmenschlichen“ stößt – ein Werk, das einst als Meisterstück gefeiert, dann skandalisiert und schließlich aus dem literarischen Gedächtnis getilgt wurde. Der angebliche Autor, T.C. Elimane, verschwand ebenso plötzlich wie sein Buch. Diégane begibt sich auf eine Art literarische Schnitzeljagd – und genau hier liegt eine der großen Stärken, aber auch Herausforderungen des Buches: Es ist als ob es ein Buch in einem Buch wäre. Während Diégane auf Spurensuche geht, entfaltet sich gleichzeitig ein zweiter Erzählstrang: die Geschichte von T.C. Elimane – erzählt unter anderem von dessen Cousine – und damit auch ein Nachdenken über die Verantwortung von Literatur, Identität und Wahrheit. Was uns im Lesekreis besonders beeindruckt hat: Sarr meistert es, jeder Stimme einen ganz eigenen Ton zu verleihen – mal sachlich, mal lyrisch, dann wieder fragmentarisch oder essayistisch. T.C. Elimane selbst blieb für mich aber schwer fassbar – vielleicht sogar absichtlich. Er ist eher Mythos, Spiegel für die vielen Fragen, die sich der Roman stellt: Wem gehört eine Geschichte? Was bedeutet literarischer Erfolg? Wie gehen wir mit kulturellem Erbe um – besonders im Spannungsfeld zwischen afrikanischer und europäischer Perspektive?

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