Produktbild: Die Inkommensurablen

Die Inkommensurablen Roman

18

14,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei

Lieferung nach Hause

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

12.06.2024

Verlag

btb

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

18,8/11,9/3 cm

Gewicht

285 g

Farbe

Anthrazit / Khaki

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-442-77451-7

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

12.06.2024

Verlag

btb

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

18,8/11,9/3 cm

Gewicht

285 g

Farbe

Anthrazit / Khaki

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-442-77451-7

Herstelleradresse

btb Taschenbuch
Neumarkter Straße 28
81673 München
DE

Email: [email protected]

Kundinnen und Kunden meinen

18 Bewertungen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Konto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

Die Bewertungen sind nach Format, Anzahl Sterne und Datum sortiert.

5 Sterne

4 Sterne

3 Sterne

2 Sterne

(0)

1 Sterne

Großartig, rasant und klug

MarieOn am 12.12.2024

Bewertungsnummer: 2362480

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Wien 1914. Der Pferdeknecht Hans war nach dem plötzlichen Tod seines Vaters kilometerweit weggebracht worden, um auf dem Hof eines Bauern zu dienen. Seit nun sieben Jahren hat er den Hof nie verlassen und keine Schule besucht. Er glaubt, dass er die Gedanken anderer Menschen lesen kann und mit dieser besonderen Gabe packt er seinen Rucksack und macht sich bei Nacht und Nebel davon, sein Glück in Wien zu versuchen. Im Gepäck, die Zeitungsannonce der Psychoanalytikerin Helene Cheresch. Am Wiener Hauptbahnhof herrscht ein Treiben, wie es Hans nie zuvor erlebt hat. Menschen in so edler Kleidung, dass ein einzelnes Fädchen des Rocks bei weitem übersteigen würde, was Hans je besessen hat. Burschen anderer Sprache lachen ihn an und geben ihm von ihrem Laib Brot. Hans sucht sich fragend den Weg zu Helenes Haus. Dort angekommen ist er überwältigt von den Gründerzeitvillen. Weil auf sein Klopfen niemand reagiert, legt er sich matt von der Reise auf das Trottoir, kurz die Augen zu schließen. Gleich darauf wird er von einer resoluten Frau mittleren Alters hochgescheucht. Es ist die Psychoanalytikerin. Kurz darf Hans bei ihr vorsprechen, um gleich darauf wieder fortgeschickt zu werden. Unten trifft er auf eine junge schöne Frau und kommt mit ihr ins Gespräch, es ist die Mathematikerin Klara, die ebenfalls bei Helene in Behandlung ist. Und als Klara Hans den adligen Adam vorstellt, beginnt der atemlose Ritt durch das nächtliche Wien der Aufbruchsstimmung. Fazit: Was für eine Geschichte Raphaela Edelbauer zustande gebracht hat. Der Vielvölkerstaat Österreich droht auseinanderzubrechen, als der serbische Gavrilo Princip den österreichischen Thronfolger tötet. Es sind die letzten Stunden vor der österreichischen Kriegserklärung an den Zaren. Ganz Wien taumelt ausgelassen im Willen für Ehre und Vaterland zu kämpfen. Der Klassenunterschied ist riesig. Die Auserwählten des gehobenen Bürgertums halten Kriegsrat und motivieren alle Männer, die jung genug sind zu kämpfen, sich am nächsten Tag zu melden. In dieser aufgeheizten Stimmung schwirren Klara, Adam und Hans durch die Wiener Unterwelt. Hans, der nie etwas anderes als Natur, Vieh und vereinzelte Frauen, die zum Hof gehörten, erlebt hat, fühlt sich wie in Sodom und Gomorrha. Unwiederbringlich hält die Moderne Einzug in Kunst, Musik und Architektur. Die Suffragetten setzen sich für Frauenrechte ein, allen voran das Frauenwahlrecht. Frauen studieren, lieben Frauen, Männer lieben Männer, syphilitisch gezeichnete Huren überschminken ihre Läsionen und versehen ihre Dienste. Ganz nebenbei etabliert sich die Tiefenpsychologie durch Freud und Helene erforscht das kollektive Bewusstsein. Die Geschichte ist anspruchsvoll und hat mir alles abverlangt. Die Sprache kommt hochgestochen daher und vertritt die Stimme des gehobenen Bürgertums. Ich finde die Geschichte sowohl großartig, rasant und klug erzählt, als auch anstrengend. Und doch, wie die Autorin diese wahnhafte Aufbruchsstimmung eingefangen und auf mich losgelassen hat, ist bewundernswert. Ganz großes Schreibtalent.

Großartig, rasant und klug

MarieOn am 12.12.2024
Bewertungsnummer: 2362480
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Wien 1914. Der Pferdeknecht Hans war nach dem plötzlichen Tod seines Vaters kilometerweit weggebracht worden, um auf dem Hof eines Bauern zu dienen. Seit nun sieben Jahren hat er den Hof nie verlassen und keine Schule besucht. Er glaubt, dass er die Gedanken anderer Menschen lesen kann und mit dieser besonderen Gabe packt er seinen Rucksack und macht sich bei Nacht und Nebel davon, sein Glück in Wien zu versuchen. Im Gepäck, die Zeitungsannonce der Psychoanalytikerin Helene Cheresch. Am Wiener Hauptbahnhof herrscht ein Treiben, wie es Hans nie zuvor erlebt hat. Menschen in so edler Kleidung, dass ein einzelnes Fädchen des Rocks bei weitem übersteigen würde, was Hans je besessen hat. Burschen anderer Sprache lachen ihn an und geben ihm von ihrem Laib Brot. Hans sucht sich fragend den Weg zu Helenes Haus. Dort angekommen ist er überwältigt von den Gründerzeitvillen. Weil auf sein Klopfen niemand reagiert, legt er sich matt von der Reise auf das Trottoir, kurz die Augen zu schließen. Gleich darauf wird er von einer resoluten Frau mittleren Alters hochgescheucht. Es ist die Psychoanalytikerin. Kurz darf Hans bei ihr vorsprechen, um gleich darauf wieder fortgeschickt zu werden. Unten trifft er auf eine junge schöne Frau und kommt mit ihr ins Gespräch, es ist die Mathematikerin Klara, die ebenfalls bei Helene in Behandlung ist. Und als Klara Hans den adligen Adam vorstellt, beginnt der atemlose Ritt durch das nächtliche Wien der Aufbruchsstimmung. Fazit: Was für eine Geschichte Raphaela Edelbauer zustande gebracht hat. Der Vielvölkerstaat Österreich droht auseinanderzubrechen, als der serbische Gavrilo Princip den österreichischen Thronfolger tötet. Es sind die letzten Stunden vor der österreichischen Kriegserklärung an den Zaren. Ganz Wien taumelt ausgelassen im Willen für Ehre und Vaterland zu kämpfen. Der Klassenunterschied ist riesig. Die Auserwählten des gehobenen Bürgertums halten Kriegsrat und motivieren alle Männer, die jung genug sind zu kämpfen, sich am nächsten Tag zu melden. In dieser aufgeheizten Stimmung schwirren Klara, Adam und Hans durch die Wiener Unterwelt. Hans, der nie etwas anderes als Natur, Vieh und vereinzelte Frauen, die zum Hof gehörten, erlebt hat, fühlt sich wie in Sodom und Gomorrha. Unwiederbringlich hält die Moderne Einzug in Kunst, Musik und Architektur. Die Suffragetten setzen sich für Frauenrechte ein, allen voran das Frauenwahlrecht. Frauen studieren, lieben Frauen, Männer lieben Männer, syphilitisch gezeichnete Huren überschminken ihre Läsionen und versehen ihre Dienste. Ganz nebenbei etabliert sich die Tiefenpsychologie durch Freud und Helene erforscht das kollektive Bewusstsein. Die Geschichte ist anspruchsvoll und hat mir alles abverlangt. Die Sprache kommt hochgestochen daher und vertritt die Stimme des gehobenen Bürgertums. Ich finde die Geschichte sowohl großartig, rasant und klug erzählt, als auch anstrengend. Und doch, wie die Autorin diese wahnhafte Aufbruchsstimmung eingefangen und auf mich losgelassen hat, ist bewundernswert. Ganz großes Schreibtalent.

„Haben in der Konsequenz nicht wir die Ideen, sondern haben sie uns?“

Gesellschaftliche Betrachterin aus Großraum Halle (Saale) am 20.07.2025

Bewertungsnummer: 2544203

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein sprachgewaltiger Roman mit gesellschaftlicher Weitsicht! - Der Bauernknecht Hans Ranftler trifft mit einer Visitenkarte der Psychoanalytikerin Helene Cheresch in Wien ein. Ihn plagt seine seherische Fähigkeit, dass er in manchen Situationen einen Satz schon genau kennt, den sein Gegenüber im nächsten Moment aussprechen wird. Sein im Unterbewusstsein hysterisches Empfinden tritt aber in den Hintergrund angesichts der propagandistisch entfachten, sich lauffeuernd durch Wien bewegenden Massenhysterie für die Mobilmachung zum Beginn des Weltkrieges. Ist der Wiener Bahnhof bei Hans frühmorgendlichen Ankunft am 30. Juli 1914 bereits proppenvoll mit Menschen und flüchtigen Eindrücken von ihnen, wird sich in den nächsten 36 Stunden der Romanhandlung die Masse Mensch zur Undurchdringbarkeit steigern. Auf der Schwelle der auf der Visitenkarte markierten Praxis begegnet Hans den gleichaltrigen Adam und Klara und bewegt sich mit ihnen fortan gemeinsam gegen den Menschenstrom. Hans muss ohne Geld die Zeit bis zum für den Nachmittag des Folgetages vereinbarten Termin mit Helene überbrücken, ohne in eine Musterungsstelle zu schwappen. Adam, mit aristokratischem Stammbaum und Offizierslaufbahn, hat seinen Einberufungsbefehl schon und zweifelt (noch in ziviler Kleidung) hin- und hergerissen, ob er in den Krieg ziehen soll. Klara, die sich aus niedersten sozialen Verhältnissen lösen konnte und sich an der Stufe zur akademisch anerkannten Spitzenmathematikerin befindet, muss zu ihrem Rigorosum in die Universität, wohingegen die bellizistischen Macker den Frauen in der Gesellschaft nur noch den Wert von dringend benötigten Uniformschneiderinnen zumessen. Die Stationen, die die Autorin Raphaela Edelbauer Hans, Adam und die stets klarsehende Klara in diesen anderthalb Tagen nehmen lässt, seien hier nicht verraten – seien Sie als Leserin stets überrascht. Vermeiden Sie beim Lesen aber bitte keinesfalls den Parallelblick auf heutige gesellschaftliche Zustände, die nicht wirklich anders sind als am 30. Juli 1914, denn: „Das Prophetische tarnt sich stets als Erinnerung.“

„Haben in der Konsequenz nicht wir die Ideen, sondern haben sie uns?“

Gesellschaftliche Betrachterin aus Großraum Halle (Saale) am 20.07.2025
Bewertungsnummer: 2544203
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein sprachgewaltiger Roman mit gesellschaftlicher Weitsicht! - Der Bauernknecht Hans Ranftler trifft mit einer Visitenkarte der Psychoanalytikerin Helene Cheresch in Wien ein. Ihn plagt seine seherische Fähigkeit, dass er in manchen Situationen einen Satz schon genau kennt, den sein Gegenüber im nächsten Moment aussprechen wird. Sein im Unterbewusstsein hysterisches Empfinden tritt aber in den Hintergrund angesichts der propagandistisch entfachten, sich lauffeuernd durch Wien bewegenden Massenhysterie für die Mobilmachung zum Beginn des Weltkrieges. Ist der Wiener Bahnhof bei Hans frühmorgendlichen Ankunft am 30. Juli 1914 bereits proppenvoll mit Menschen und flüchtigen Eindrücken von ihnen, wird sich in den nächsten 36 Stunden der Romanhandlung die Masse Mensch zur Undurchdringbarkeit steigern. Auf der Schwelle der auf der Visitenkarte markierten Praxis begegnet Hans den gleichaltrigen Adam und Klara und bewegt sich mit ihnen fortan gemeinsam gegen den Menschenstrom. Hans muss ohne Geld die Zeit bis zum für den Nachmittag des Folgetages vereinbarten Termin mit Helene überbrücken, ohne in eine Musterungsstelle zu schwappen. Adam, mit aristokratischem Stammbaum und Offizierslaufbahn, hat seinen Einberufungsbefehl schon und zweifelt (noch in ziviler Kleidung) hin- und hergerissen, ob er in den Krieg ziehen soll. Klara, die sich aus niedersten sozialen Verhältnissen lösen konnte und sich an der Stufe zur akademisch anerkannten Spitzenmathematikerin befindet, muss zu ihrem Rigorosum in die Universität, wohingegen die bellizistischen Macker den Frauen in der Gesellschaft nur noch den Wert von dringend benötigten Uniformschneiderinnen zumessen. Die Stationen, die die Autorin Raphaela Edelbauer Hans, Adam und die stets klarsehende Klara in diesen anderthalb Tagen nehmen lässt, seien hier nicht verraten – seien Sie als Leserin stets überrascht. Vermeiden Sie beim Lesen aber bitte keinesfalls den Parallelblick auf heutige gesellschaftliche Zustände, die nicht wirklich anders sind als am 30. Juli 1914, denn: „Das Prophetische tarnt sich stets als Erinnerung.“

Kundinnen und Kunden meinen

Die Inkommensurablen

von Raphaela Edelbauer

0 Bewertungen filtern

Weitere Artikel findest du in

Die Leseprobe wird geladen.
  • Produktbild: Die Inkommensurablen