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Produktbild: Die Arbeiter

Die Arbeiter Roman

8

22,00 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

13.03.2024

Verlag

Luchterhand

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

21,6/14,4/3,3 cm

Gewicht

454 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-630-87740-2

Beschreibung

Rezension

»Ein schönes, wahrhaftiges Buch. Traurig und heiter, befreiend noch im Schmerz. Und zärtlich.« ("Andreas Montag / Mitteldeutsche Zeitung")
»Martin Becker hat die Geschichte seiner untergegangenen Proletarier-Familie in einem großartigen Roman zusammengefasst.« ("Stephan Hermsen / Westdeutsche Allgemeine Zeitung")
»Martin Becker gelingt eine überzeugende Milieustudie.« ("Andreas Schröter / Ruhr-Nachrichten")
»Entstanden ist ein Roman, der so schmerzhaft ehrlich, so kritisch sich selbst gegenüber und dabei immer noch so humorvoll ist.« ("Jakob Stärker / kultur.west")
»Martin Becker erzählt in einem melancholischen Grundton, in den sich zuweilen Sarkasmus mischt, auch Humor.« ("Cornelia Geissler / Frankfurter Rundschau")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

13.03.2024

Verlag

Luchterhand

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

21,6/14,4/3,3 cm

Gewicht

454 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-630-87740-2

Herstelleradresse

Luchterhand Literaturvlg.
Neumarkter Str. 28
81673 München
DE

Email: produktsicherheit@penguinrandomhouse.de

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Eine unglaublich berührende Geschichte

Bewertung aus Villach am 11.10.2024

Bewertungsnummer: 2313840

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Diesen autofiktionalen Roman habe ich tieftraurig empfunden. Die Eltern des Autors zählten noch zu jener Gruppe von Menschen, die es heute so eher nur mehr selten gibt: richtige Arbeiter*innen. Sie üben körperlich anstrengende Berufe aus, und das für eine geringe Bezahlung. Trotzdem gönnen sie sich ein paar Tage Urlaub an der Nordsee. Fahren dorthin mit ihrem alten, gebrauchten Auto. Natürlich wohnen sie nicht direkt am Strand – zu teuer, einen Fußmarsch müssen sie zurücklegen, um ans Meer zu kommen. „Schön haben wirs“, versichern sich die Eltern selbst, nicht nur nach dem Urlaub, immer wieder empfinden sie das wenige hart Erarbeitete als kleines Glück. Ein Reihenhaus haben sich die Eltern gekauft, weil sie was Eigenes besitzen wollten – noch nach ihrem Tod war der Kredit aber nicht abbezahlt. Der Vater trinkt gern seine Bierchen und Schnäpse, vom Charakter ist er ein eher wortkarger, wütender Mensch. Die Mutter, sitzt daheim hinter der Nähmaschine, sie macht für den Quelle-Versand die Änderungsschneidereien. Aber es wird auch von einer Liebe in der Familie geschrieben, die beim Lesen zu Herzen geht. Hier wird nicht umarmt oder geküsst. Liebe drückt sich in der Familie anders aus. Martin Becker erzählt vom Qualm der Zigaretten im Auto, wie der Vater dennoch der Mutter die Zigaretten anzündet und sie ihr hinhält. Vom Vater, der sich um seine Frau selbst kümmern möchte, und sie nicht den Ärzten und Krankenschwestern überlassen will. Und dann doch total überfordert ist. Die Mutter wird ohne alt geworden zu sein krank und erholt sich nie mehr, auch der Vater verstirbt viel zu früh – aber beide passen genau in den Referenzbereich der Statistik, der angibt, das Arbeiter*innen so mit 65 Jahren sterben. Martin Becker hat zum Teil gelitten unter seiner Herkunft, unter dem oft wütenden Vater und unter seiner Adoptivschwester, die im Rollstuhl sitzt. Geniert hat er sich für sie und wollte, wenn er mit der Mutter durch die Straßen der Kleinstadt ging, so tun als gehöre sie nicht dazu. Martin Becker wollte der Tristesse einfach entkommen. Ich habe den Roman deswegen so traurig gefunden, weil der Vater hart arbeitet, um seiner Familie ein bisschen was zu bieten, ein paar Tage Urlaub, einen Fernseher, ein eigenes Haus, obwohl nie genug Geld da war. Und am Ende sterben die Eltern viel zu früh und konnten nicht mal ordentlich die Pension genießen. Der Roman vermittelt eine eigene Stimmung, wie ich sie selbst kenne aus meiner Zeit des Aufwachsens in den 1980er Jahren. Ich konnte so viele Parallelen zu jener Zeit identifizieren, vermutlich ist das der Grund, warum ich von diesem Roman so begeistert bin.

Eine unglaublich berührende Geschichte

Bewertung aus Villach am 11.10.2024
Bewertungsnummer: 2313840
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Diesen autofiktionalen Roman habe ich tieftraurig empfunden. Die Eltern des Autors zählten noch zu jener Gruppe von Menschen, die es heute so eher nur mehr selten gibt: richtige Arbeiter*innen. Sie üben körperlich anstrengende Berufe aus, und das für eine geringe Bezahlung. Trotzdem gönnen sie sich ein paar Tage Urlaub an der Nordsee. Fahren dorthin mit ihrem alten, gebrauchten Auto. Natürlich wohnen sie nicht direkt am Strand – zu teuer, einen Fußmarsch müssen sie zurücklegen, um ans Meer zu kommen. „Schön haben wirs“, versichern sich die Eltern selbst, nicht nur nach dem Urlaub, immer wieder empfinden sie das wenige hart Erarbeitete als kleines Glück. Ein Reihenhaus haben sich die Eltern gekauft, weil sie was Eigenes besitzen wollten – noch nach ihrem Tod war der Kredit aber nicht abbezahlt. Der Vater trinkt gern seine Bierchen und Schnäpse, vom Charakter ist er ein eher wortkarger, wütender Mensch. Die Mutter, sitzt daheim hinter der Nähmaschine, sie macht für den Quelle-Versand die Änderungsschneidereien. Aber es wird auch von einer Liebe in der Familie geschrieben, die beim Lesen zu Herzen geht. Hier wird nicht umarmt oder geküsst. Liebe drückt sich in der Familie anders aus. Martin Becker erzählt vom Qualm der Zigaretten im Auto, wie der Vater dennoch der Mutter die Zigaretten anzündet und sie ihr hinhält. Vom Vater, der sich um seine Frau selbst kümmern möchte, und sie nicht den Ärzten und Krankenschwestern überlassen will. Und dann doch total überfordert ist. Die Mutter wird ohne alt geworden zu sein krank und erholt sich nie mehr, auch der Vater verstirbt viel zu früh – aber beide passen genau in den Referenzbereich der Statistik, der angibt, das Arbeiter*innen so mit 65 Jahren sterben. Martin Becker hat zum Teil gelitten unter seiner Herkunft, unter dem oft wütenden Vater und unter seiner Adoptivschwester, die im Rollstuhl sitzt. Geniert hat er sich für sie und wollte, wenn er mit der Mutter durch die Straßen der Kleinstadt ging, so tun als gehöre sie nicht dazu. Martin Becker wollte der Tristesse einfach entkommen. Ich habe den Roman deswegen so traurig gefunden, weil der Vater hart arbeitet, um seiner Familie ein bisschen was zu bieten, ein paar Tage Urlaub, einen Fernseher, ein eigenes Haus, obwohl nie genug Geld da war. Und am Ende sterben die Eltern viel zu früh und konnten nicht mal ordentlich die Pension genießen. Der Roman vermittelt eine eigene Stimmung, wie ich sie selbst kenne aus meiner Zeit des Aufwachsens in den 1980er Jahren. Ich konnte so viele Parallelen zu jener Zeit identifizieren, vermutlich ist das der Grund, warum ich von diesem Roman so begeistert bin.

Über Herkunft, Familie und das Verschwinden einer Klasse

Elke aus Vaihingen an der Enz am 08.08.2024

Bewertungsnummer: 2262572

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Martin Becker schämt sich seiner Herkunft nicht. Im Gegenteil. Er setzt in seinem autofiktionalen Roman „Die Arbeiter“ seiner Familie, stellvertretend für die Arbeiterklasse, ein Denkmal. Berührend und voller Emotionen schreibt er über (s)ein Aufwachsen in einer Familie, die zu kämpfen hat. Der Vater Bergmann, die Mutter Näherin. Vier Kinder, eines davon adoptiert und lebenslang auf Hilfe angewiesen. Das Geld ist knapp, aber vielleicht hat ja die Lottofee irgendwann ein Einsehen. Wenigstens müssen sie keine Miete zahlen, auch wenn die Schulden für das kleine Reihenhaus selbst nach dem Tod noch nicht komplett getilgt sind. Das bisschen Wohlstand auf Pump erkauft. Wenn das Geld reicht, das jährliche kleine Glück. Eine Woche Urlaub am Wattenmeer. Nicht in einem schicken Hotel, sondern in einer schlichten Ferienwohnung. Viel Bier, Kurze und Kippen, billiges Fleisch auf dem Tisch. Ein Leben, in dem man sich jeden Tag krumm legt, und das in Gestalt eines frühen Todes seinen Tribut fordert: „Das waren wir. Eine Familie aus der Vergangenheit. Aus der Kleinstadt, aus dem Reihenhaus. Das nie ganz uns gehörte. Wie alles. Ohne Geld, mit geringer Lebenserwartung. Arbeit taktet die Tage durch, bis sie stottern, bis sie gezählt sind.“ (S. 11) Heute würde man diese Lebensumstände prekär nennen, damals waren sie in Arbeiterfamilien fast schon normal. Und so erinnert Becker nicht nur seine eigene Familiengeschichte, sondern erzählt auch von einer Klasse, die im Aussterben begriffen ist. Unter anderem, weil viele der typischen Arbeitsplätze in Bergbau und Schwerindustrie verschwunden sind, aber auch, weil die Automation in vielen Bereichen Einzug gehalten hat. Martin Beckers Roman ist eine Geschichte des Erinnerns und des Abschiednehmens, voller Liebe und Melancholie. Keine Verklärung von Herkunft und Mangel à la „wir waren zwar arm, aber glücklich“, sondern ein wertfreies Betrachten aus der Distanz. Er versteht, denn auch wenn er qua Bildung den „Aufstieg“ geschafft, die Vergangenheit vordergründig hinter sich gelassen und Frieden mit ihr geschlossen hat, ist es ihm doch bewusst, dass er diese nie ganz abstreifen kann. Sie hat sich tief in ihm eingebrannt hat und wird immer ein Teil von ihm bleiben. Und das ist auch gut so.

Über Herkunft, Familie und das Verschwinden einer Klasse

Elke aus Vaihingen an der Enz am 08.08.2024
Bewertungsnummer: 2262572
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Martin Becker schämt sich seiner Herkunft nicht. Im Gegenteil. Er setzt in seinem autofiktionalen Roman „Die Arbeiter“ seiner Familie, stellvertretend für die Arbeiterklasse, ein Denkmal. Berührend und voller Emotionen schreibt er über (s)ein Aufwachsen in einer Familie, die zu kämpfen hat. Der Vater Bergmann, die Mutter Näherin. Vier Kinder, eines davon adoptiert und lebenslang auf Hilfe angewiesen. Das Geld ist knapp, aber vielleicht hat ja die Lottofee irgendwann ein Einsehen. Wenigstens müssen sie keine Miete zahlen, auch wenn die Schulden für das kleine Reihenhaus selbst nach dem Tod noch nicht komplett getilgt sind. Das bisschen Wohlstand auf Pump erkauft. Wenn das Geld reicht, das jährliche kleine Glück. Eine Woche Urlaub am Wattenmeer. Nicht in einem schicken Hotel, sondern in einer schlichten Ferienwohnung. Viel Bier, Kurze und Kippen, billiges Fleisch auf dem Tisch. Ein Leben, in dem man sich jeden Tag krumm legt, und das in Gestalt eines frühen Todes seinen Tribut fordert: „Das waren wir. Eine Familie aus der Vergangenheit. Aus der Kleinstadt, aus dem Reihenhaus. Das nie ganz uns gehörte. Wie alles. Ohne Geld, mit geringer Lebenserwartung. Arbeit taktet die Tage durch, bis sie stottern, bis sie gezählt sind.“ (S. 11) Heute würde man diese Lebensumstände prekär nennen, damals waren sie in Arbeiterfamilien fast schon normal. Und so erinnert Becker nicht nur seine eigene Familiengeschichte, sondern erzählt auch von einer Klasse, die im Aussterben begriffen ist. Unter anderem, weil viele der typischen Arbeitsplätze in Bergbau und Schwerindustrie verschwunden sind, aber auch, weil die Automation in vielen Bereichen Einzug gehalten hat. Martin Beckers Roman ist eine Geschichte des Erinnerns und des Abschiednehmens, voller Liebe und Melancholie. Keine Verklärung von Herkunft und Mangel à la „wir waren zwar arm, aber glücklich“, sondern ein wertfreies Betrachten aus der Distanz. Er versteht, denn auch wenn er qua Bildung den „Aufstieg“ geschafft, die Vergangenheit vordergründig hinter sich gelassen und Frieden mit ihr geschlossen hat, ist es ihm doch bewusst, dass er diese nie ganz abstreifen kann. Sie hat sich tief in ihm eingebrannt hat und wird immer ein Teil von ihm bleiben. Und das ist auch gut so.

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