Commissario Marconi ermittelt im hohen Norden: Cosy Crime und Culture Clash in einem der beliebtesten Touristen-Hotspots an der Nordsee
Commissario Marconi, Münchner mit italienischen Wurzeln, verschlägt es an die Nordsee - nach St. Peter Ording. Nach dem Tod seines Bruders ist er der Vormund für dessen Kinder Klara und Stefano. Mit seinem Umzug zu den reservierten Nordfriesen, denen Marconi nicht viel abgewinnen kann, wird er zum Dienststellenleiter der örtlichen Polizeiwache degradiert - und gleich auf die Probe gestellt: Ein toter Krabbenfischer, in seinem Boot von einer Harpune durchbohrt. Eigentlich Sache der Kripo Flensburg, aber da sonst nichts zu tun ist ... Mit seinen Kollegen, dem regeltreuen Jens und der resoluten Eva, nimmt Marconi die Ermittlungen auf, während er zu Hause «Spaghetti Krabbonara» für die Kinder kocht und sich mit dem Jugendamt herumschlägt. Dabei ist mit mehreren heißen Fährten im Mordfall schon genug zu tun: Hat Elektrofischer Henning Voss den Toten auf dem Gewissen, weil er ihm ins Gehege kam? Oder hat eine Umweltschutzorganisation ihre Finger im Spiel, der die Schleppnetzfischerei gegen den Strich geht?
«Menschlich, melancholisch, witzig und immer hart am Meer - Marconi hat der Nordsee gerade noch gefehlt!» Sven Stricker
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Toter Krabbenfischer, viele tote Fische, radikale Umweltschützer
#H# aus Bayern am 06.05.2024
Bewertungsnummer: 2195218
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Espresso, Krabben und Sand
dieser Nordseekrimi ist allerhand!
Unverhofft kommt oft!
Genau das darf Massimo Marconi am eigenen Leib erfahren, denn er muss notgedrungen seine langjährige Kriminaler-Position in München gegen eine Dienststellenleitung in St.-Peter-Ording eintauschen. Auch sein bisheriges flexibles Beziehungsleben hat ein Ende, denn er hat seinem Bruder Nevio versprochen, dass er sich im Ernstfall um dessen Kinder (Stefano 8 Jahre, Klara 12 Jahre) kümmert, die nun als Vollwaisen dastehen. Marconi wird so richtig ins kalte Wasser geschmissen, denn mit Kindern hat er bislang nicht viel am Hut gehabt. Und nun nur noch einfache Polizeiarbeit machen zu dürfen: „Absperren statt ermitteln, nur dabei statt mittendrin“ (S.24) als auch das Schmuddelwetter, das ihn an der Nordsee trifft, findet er heftig schrecklich. So wünscht er sich, „dass sein Gastspiel im Norden mit einem Verfallsdatum versehen“ (S. 24) ist.
Aber nun kommt das Aber, und das ist grandios!
Massimo Marconi, der Name passt, ist 1,93 m groß und 39 Jahre jung, krempelt sein Leben um, ignoriert dienstliche Anordnungen und erobert in kurzer Zeit sämtliche Herzen - das der Kinder, der Kollegen (und der Leser).
Einfach ist es nicht, denn kaum ist Marconi in St.-Peter-Ording angekommen wird er mit einem Mord an einem Krabbenfischer konfrontiert. Die Ermittlungsarbeit den über 100km entfernten Flensburger Kollegen überlassen? Nein, das kann er nicht! Sind Jens und Eva seine neuen Kolleg/innen anfangs abgeneigt, sind auch sie bald drauf mittendrin in einem Fall, der in viele Richtungen führt. Und so wird der Leser mit diesem Trio auf viele Eventualitäten gebracht. Wer steckt hinter dem heimtückischen Mord? Sind es Umweltaktivisten, die gegen die Krabbenfischerei sind? Oder hat es mit einem mysteriösen Massen-Fischsterben zu tun? Und was ist das für ein Loch, das sich plötzlich im Watt auftut, in das ausgerechnet Klara fällt? Und dann gibt es noch ein Brummen….
Der Fall nimmt Marconi voll in Anspruch, so dass er auch noch mit dem Jugendamt zu tun bekommt. Zudem wird auch noch ‚sein’ Auto angezündet.
Wir Ihr seht, dieser Krimi ist einfach turbulent und vielschichtig!
Besonders gegen Ende nimmt der Krimi Fahrt auf und hat mir den Atem stocken lassen.
Der Schreibstil ist locker, Beschreibungen sind wunderbar detailliert. Viele Örtlichkeiten wie Lokale und Sehenswürdigen laden ein, selber vorbeizuschauen und dort einen guten Espresso oder so zu genießen.
Die Charaktere im Roman sind gut beschrieben, ich konnte sie mir alle gut vorstellen. Marconi hat mir von Anfang gefallen. Sein italienisches Blut, das Wert auf guten Espresso und feines Essen legt, wird regelmäßig auf humorvolle Weise gezeigt. Kleine Episoden, in denen beschrieben wird, wie er mit Klara und Stefano kocht, ,machen Lust, diese Rezepte (sie sind hinten im Buch) nachzukochen.
Und kaum ist der Fall gelöst wird Marconi mit einem neuen Fragezeichen konfrontiert, das er sicherlich nicht so stehen lassen möchte.
Tja, ich bin gespannt auf den zweiten Fall, der im Frühjahr 2025 erscheint.
Das Nachwort gehört unbedingt gelesen, denn hier erfährt und lernt man wichtige Hintergründe zum Roman. (Ich sag’ mal: Sand…)
Dieser bewegende, turbulente, humorvolle Krimi hat mich vollends überzeugt, denn ich wurde bestens unterhalten und konnte über umweltrelevante Themen auch noch einiges lernen.
Dieser Roman ist ein echtes Highlight , er ist ein besonderes Mai-Light.
Echt, italienisch, nordisch, gut
soulbooks_forever am 26.04.2024
Bewertungsnummer: 2187324
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Was macht ein Münchner Italiener an der Nordseeküste Schleswig Holsteins?
Warum ist der Krabbenfischer nicht mehr am Leben?
Wie sehr kann man einen wirklich guten Espresso zu schätzen wissen?
Wie wichtig sind die richtigen Kollegen im scheinbar falschen Job?
Wie schwer ist es, mit uns Nordlichtern wirklich zurecht zu kommen?
Alles Fragen, die Massimo Marconi sich im Laufe dieses Buches stellt und mit der Zeit zum Teil auch beantworten kann. Warum zum Teil und nicht komplett? Dafür braucht es, hoffentlich, noch mindestens einen weiteren Fall für den Commissario, der mich innerhalb kürzester Zeit von sich überzeugen konnte.
Es war tatsächlich direkt der Einstieg in diese Geschichte, die mir die Tränen in die Augen trieb. Was für eine traurige familiäre Dynamik, passend dazu das typisch nordische Wetter und ein Mann, der mit seinem neuen Leben hadert, ohne es begonnen zu haben. Und dieses Hadern spürt man in vielen Momenten in diesem Buch und man kann es so nachvollziehen und gleichzeitig sieht man, wie sehr er kämpft, um alles richtig zu machen, Nicht nur mit der Familie, auch im Beruf, der für ihn eigentlich eine Schmach darstellt. Aber Versprechen müssen eben gehalten werden.
Daniele Palu entführt uns Leser hier an die Nordsee und weckt in mir eine gewissen Urlaubssehnsucht, die ich so vorher nicht kannte. Nicht nur, dass sein neuer Kommissar eben genau die Art von Polizist ist, die man scheinbar bei uns im Norden braucht, nein es ist auch die Erzählweise, der Schreibstil, der mich vom ersten bis zum letzten Kapitel abgeholt hat. Und zwar komplett. Ich war gefühlt selbst am Deich, auf dem Deich, im Ort, ich habe schlechten Kaffee getrunken und wollte besseren haben, war auf dem Wochenmarkt unterwegs und wollte Spaghetti-Krabbonara kochen (letzteres ist tatsächlich bereits geschehen, denn das tolle Rezept ist im Buch abgedruckt). Aber das ist noch lang nicht alles, was mir mit dieser Geschichte passiert ist. Ich habe geweint, gelacht, mitgefiebert, habe Falsche Fährten verfolgt und erst in einem ganz bestimmten Moment war mir klar, warum der Krabbenfischer nicht mehr unter uns weilt.
In meinen Augen ist dieser Krimi einer, der sich sehen lässt, der ins Fernsehen passt und einen Commissario hat, der unbedingt weitere Fälle bearbeiten muss. Ich warte dan jetzt geduldig, denn das Ende macht mir sehr große Hoffnungen auf mehr und Meer.
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