In seinem Tschernobyl-Thriller deckt Adam Higginbotham auf, was wirklich geschah. Mit großer Erzählkunst und basierend auf intensiver Recherche zeichnet er nach, wie am frühen Morgen des 26. April 1986 der Reaktor 4 des Kernkraftwerks in Tschernobyl explodierte und die schlimmste Atomkatastrophe der Geschichte auslöste.
Seither gehört Tschernobyl zu den kollektiven Albträumen der Welt: eine gefährliche Technologie, die aus den Rudern läuft, die ökologische Zerbrechlichkeit und ein ebenso verlogener wie unachtsamer Staat, der nicht nur seine eigenen Bürger, sondern die gesamte Menschheit gefährdet.
Wie und warum es zu der Katastrophe kam, war lange unklar. Adam Higginbotham hat zahllose Interviews mit Augenzeugen geführt, Archive durchforstet, bislang nicht veröffentlichte Briefe und Dokumente gesichtet. So bringt er Licht in die Geschichte, die bislang im Sumpf von Propaganda, Geheimhaltung und Fehlinformationen verborgen lag. Erschütternd, packend: »Wie ein Thriller.« Luke Harding
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Bewertung
5/5
20.05.2024
Buch (Taschenbuch)
Absolut lesenswert!!!!
Meinen Vorkritikern kann ich nur zustimmen.
Ich las das Buch im Zusammenhang mit Dokumentationen des ZDF & der Serie Chernobyl auf DVD und habe es „verschlungen“, spannend, interessant, gut lesbar, auch dank der Übersetzerin Irmengard Gabler!
Und ich kann es nur sehr empfehlen.
Bewertung
5/5
02.05.2022
eBook (ePUB 3)
MITTERNACHT IN TSCHERNOBYL
Ein unfassbar geniales wie erschütterndes Buch, das sich liest wie ein Thriller. MITTERNACHT IN TSCHERNOBYL ist eine detaillierte Aufarbeitung der Ereignisse rund um den 26. April 1986, der die Welt mit vielen neuen Gefahren und Fragen konfrontierte.
Bewertung
5/5
31.07.2020
eBook (ePUB 3)
Entsetzender Rückblick auf den 26.04.1986!
Gut recherchiert und noch ausführlicher erzählt, schreibt der Journalist aus New York die Geschichte einer der größten Atomkatastrophen der Geschichte nieder.
Von Auszügen des Lebens der damals anwesenden Personen bis hin zu der Erklärung wie ein Atomkraftwerk funktioniert, vermittelt uns Adam Higginbotham die erschreckende Wahrheit über den Atomunfall in Tschernobyl.
Sikal
5/5
09.02.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Sachbuch, welches sich wie ein Thriller lesen lässt
Jedem ist diese Geschichte bekannt, der 26. April 1986 ging in die Geschichte ein. Ich war damals in der Schule und kann mich noch erinnern wie präsent diese Katastrophe für uns war – wie geschockt wir waren, und doch unwissend über die wahren Ausmaße. Mittlerweile ist Tschernobyl jedem bekannt, die Angst vor einem erneuten solchen Szenario allgegenwärtig. Unverständlich, wenn man von Ausflugsfahrten zum Kraftwerk liest.
Der Autor und Journalist Adam Higginbotham hat mit diesem Buch eine sehr detailreiche Geschichte rund um diese Katastrophe veröffentlicht. „Mitternacht in Tschernobyl“ zeigt nicht nur den Aufbau und die Funktionsweise eines Atomkraftwerkes, es beschreibt auch die anfängliche Begeisterung der Menschen, die Probleme, die Fehler, die Opfer, die Vertuschung, Berichte aus dem Krankenhaus und mehr.
Der Autor hat die Fakten in eine Art Geschichte verpackt und so liest man mit einem gewissen Abstand – und doch findet man sich in vielen persönlichen Geschichten bzw. Schicksalen wieder. Der nahende Untergang der Sowjetunion und die Vertuschungsmaschinerie sind allgegenwärtig. Einige Bilder und ein umfangreicher Anhang ergänzen perfekt.
Das Buch ist in zwei Teile gegliedert, wobei sich der erste Teil mit dem Bau des Atomkraftwerkes befasst und kurz nach der Katastrophe endet. Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Tod eines Imperiums und zeigt die Auswirkungen der Katastrophe. Im Epilog erfährt man auch über das Leben der Überlebenden danach.
Obwohl das Buch sehr detailliert geschrieben wurde und vielleicht dadurch auch einige Längen hat, finde ich es großartig. Die Flut an Fakten und Abläufen werden zum Glück vom Autor in einer solchen Art und Weise beschrieben, dass man als Leser nicht überfordert wird. Durch sein erzählerisches Talent liest sich dieses Buch beinahe wie ein surreales Szenario – man muss sich manches Mal wieder vor Augen führen, dass dies leider Realität ist.
Ein empfehlenswertes Sachbuch über die Atomkatastrophe von Tschernobyl, welches sich sehr gut lesen lässt und mit viel Information aufwartet. 5 Sterne
NiWa
4/5
13.04.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Im April 1986 in Tschernobyl
"Mitternacht in Tschernobyl" zeichnet die Geschichte der größten Nuklearkatastrophe in Europa nach, als am 26. April 1986 Reaktor-Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl explodiert.
Nachdem "Tschernobyl" seit meiner Kindheit als Synonym für Atomkraft-Unfälle und nukleare Katastrophen steht, war es für mich an der Zeit, mich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Nach einigem Stöbern bin ich auf dieses Werk von Adam Higginbotham gestoßen, der die Katastrophe anhand vorliegender Zeitdokumente, Zeugenaussagen und Interviews aufarbeitet.
Hierzu hat Adam Higginbotham sein Werk in zwei Teile gegliedert.
Im ersten Teil beschäftigt er sich mit der Entstehungsgeschichte der russischen Kernkraftwerke allgemein, erklärt was es mit nuklearer Strahlung auf sich hat und geht über in die Gründungsgeschichte des Kraftwerks Tschernobyl sowie der zugehörigen Arbeiterstadt Prybjat. In Zuge dessen wird die Chefarchitektin vorgestellt, sowie erläutert, wie die Stadt aufgebaut ist und funktioniert.
Danach stellt sich die Katastrophe ein, die von 25. bis 27. April 1986 ausgiebig dargelegt wird.
Der zweite Teil setzt sich mit direkten und langfristigen Folgen des Unfalls auseinander. Higginbotham zeichnet den Weg der nuklearen Wolke nach, die sich einer ausgiebigen Reise über Europa erfreute. Sie sorgte zumindest dafür, dass der restlichen Welt auffiel, dass von Russland bzw. der Ukraine Verstrahlungsgefahr droht. Weiters geht der Autor auf das China-Syndrom ein, welches mir bis dahin völlig unbekannt war und absolut plausibel erscheint. Zuvor hätte ich nicht bedacht, dass ein Reaktor auch nach unten schmilzt. Die Aufräumarbeiten werden nachvollziehbar beschrieben und es wird erklärt, wie der erste Sakrophag entstand, der die Welt vor weiteren Strahlen aus Reaktor-Block 4 schützt.
Es gab einiges zutun, worüber man gar nicht erst nachdenken will. Hunderte Menschen krempelten die Ärmel hoch und stellten sich, teilweise bewusst, der Möglichkeit eines qualvollen Todes, weil sie entweder keine Wahl hatten oder es für ihre Pflicht hielten.
Folglich werden die Ereignisse in Krankenhaus Nummer Sechs dargestellt, wo die Verstrahlten behandelt wurden. Die Folgen der Strahlung haben mich erstaunt. Ich wusste, dass es sehr schlimm ist und dennoch haben sich viele Jahre später einige Betroffene einer angeschlagenen, aber vergleichsweise guten Gesundheit erfreut. Hier unterstreicht der Autor vor allem, dass die Auswirkungen der Atomkraft auf Organismen bis dato wenig erforscht sind. Während eine Vielzahl stirbt, kommt es angeblich vor, dass andere Lebensformen, wie z.B. Wildschweine, prächtig gedeihen. Ein Fragezeichen für viele, die sich mit dem Thema auseinandersetzen.
Der anschließende Prozess und das weitere „Leben“ des Reaktors sowie des Atomkraftwerks werden ebenfalls ausführlich beschrieben.
Durchzogen sind beide Teile vom politischen Hintergrund rund um die UdSSR. Adam Higginbotham schildert ausführlich, welchen Beitrag das System der Sowjetunion zur Katastrophe leistete. Korruption, Angst und fehlgeleitete Planwirtschaft beuteten Ressourcen und Bevölkerung soweit aus, dass eine Fehlentscheidung zur nächsten führte und die Bewältigung dieser in den Mühlen der UdSSR sehr langsam in die Gänge kam. Gleichzeitig wird gezeigt, dass Russland Gigantisches bewegen konnte, als es die Folgen des Unfalls abzuarbeiten galt.
Mir war es zu viel an politischen Hintergründen und der Umfang an Personen war für mich bald unüberschaubar. Zwar hat der Autor für die bessere Nachvollziehbarkeit ein Personenregister erstellt, doch das hat mich wenig unterstützt.
Die wirtschaftlichen, politischen und technischen Hintergründe sind ausgezeichnet beschrieben und gewissenhaft recherchiert. Der Autor führte persönliche und telefonische Interviews, um den Hergang sauber abzubilden. Die Chronologie der Ereignisse ist besonders im ersten Teil nachvollziehbar gestaltet, im zweiten Teil verliert sie sich aufgrund der Komplexität der Ereignisse.
Gewünscht hätte ich mir, mehr Bezug zu den beteiligten Personen und eine Schilderung ihrer Sicht und Wahrnehmung der Katastrophe vom 26. April 1986 im Atomkraftwerk Tschernobyl.
„Mitternacht in Tschernobyl“ ist ein ausgezeichnet recherchiertes Werk, welche besonders die politischen Rahmenbedingungen der Katastrophe in Reaktor-Block 4 darstellt und beschreibt, was damals geschehen ist.
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