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Wo der spitzeste Zahn der Karawanken in den Himmel hinauf fletscht Roman | Eine Coming-of-Age-Geschichte voller Drive und Witz | Nominiert für den Österreichischen Buchpreis 2024

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24,00 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Book Tropes

Coming-of-Age + weitere

Erscheinungsdatum

14.02.2024

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

231

Maße (L/B/H)

21,2/13,2/2,6 cm

Gewicht

377 g

Farbe

Anthrazit

Auflage

4

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-43167-2

Beschreibung

Rezension

»[Ein] fulminantes Romandebüt ...« ("Tagesspiegel")
»Julia Josts Debütroman ist ... gruselig, witzig und politisch klarsichtig ...« ("Frankfurter Rundschau")
»[Josts Debüt] lädt zur Zeitreise ins toxische politische Klima Kärntens der 1990er Jahre, wo zwischen der Idiotie des Landlebens und dem Einbruch der Moderne, zwischen Nazi-Nostalgie und neureichem Geschäftssinn das aufkommt, was man später Rechtspopulismus nennt und was nicht nur in Österreich lange Schatten wirft.« ("wochentaz")
»Ein mehr als respektables Debüt im aufgewühlten Gegenwartsdreieck zwischen Queerness, Rechtspopulismus und Abschied von den Boomern ist Julia Jost ... gelungen.« ("DIE ZEIT")
»Sehr intensiv und so detailnah, dass man dahinter wesentlich selbsterlebte Elemente vermutet, wird eine Familiengeschichte erzählt.« ("Neue Zürcher Zeitung")
»Ein Buch von rätselhafter Sogkraft, das einem viel abverlangt – und noch mehr Freude bereitet.« ("Deutschlandfunk Büchermarkt")
»... dicht, flott und schillernd.« ("Der Standard, Wien")
»Der kindliche Blick, mit dem sie in die Abgründe schaut, und der spöttische Humor der Autorin bescheren Lesenden einen atemberaubenden Anti-Heimatroman.« ("Evangelisches Gemeindeblatt")
»Im Zentrum [dieses Romans] steht die gewitzt-boshafte Sprache einer Autorin, von der man noch viel hören wird.« ("ORF")
»Jost erzählt mit heiterer Bösartigkeit. ... Genial.« ("Ruhr Nachrichten und Münstersche Zeitung")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Book Tropes

  • Coming-of-Age
  • Forbidden Love/Romance
  • Strong FMC

Erscheinungsdatum

14.02.2024

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

231

Maße (L/B/H)

21,2/13,2/2,6 cm

Gewicht

377 g

Farbe

Anthrazit

Auflage

4

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-43167-2

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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  • Bewertung

    5/5

    19.08.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine bewusste Anti- Heimatidylle

    Die junge Erzählerin sitzt unter einem Fahrzeuganhänger und betrachtet den Trubel auf dem elterlichen Hof, die Familie zieht um. Es wechseln sich Szenen der Gegenwart und der Vergangenheit ab, minutiös beobachtet und bildreich erzählt, so dass wir einen tiefen Einblick in diese kleine, muffige und konservative Welt bekommen. Die bewusste Anti- Heimatidylle, gespickt mit kärntnerischem Dialekt ist grandios, mit einem Humor, dass einem das Lachen schon mal im Halse stecken bleiben kann. Wer das für österreichische Heimaterzählungen oft so unverkennbar Morbide, Überspitzte und Absurde liebt, ist hier genau richtig.

  • Bewertung

    5/5

    19.06.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die Enge des Dorflebens wird zu einem wunderbaren Roman. <Jean-Paul>

    In ihrem Debütroman "Wo der spitzeste Zahn der Karawanken in den Himmel hinauf fletscht" entführt uns Julia Jost in die archaische Welt eines Kärntner Bergdorfes im Jahre 1994. Elfjährige Protagonistin ist die rebellische und scharfsinnige Frieda, die mit ihrer Familie am Fuße der Karawanken lebt. Jost zeichnet ein packendes Bild des Dorflebens, geprägt von Traditionen, patriarchalen Strukturen und unterschwelligen Spannungen. Friedas Alltag ist geprägt von der Enge des Dorflebens und den rigiden Erwartungen ihrer Familie. Sie sehnt sich nach Freiheit und Selbstbestimmung und prallt immer wieder mit den Autoritäten des Dorfes, insbesondere ihrem Vater und dem Dorfpfarrer, zusammen. Jost fängt Friedas innere Zerrissenheit zwischen Anpassung und Auflehnung meisterhaft ein und lässt uns die Protagonistin in ihrer Suche nach Identität und Platz in der Welt mitfühlen. <Jean-Paul>

  • MarieOn

    5/5

    26.04.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine sehr gelungene Satire

    Im Hof vom Gratschbacher Hof, dem Gasthaus ihrer Eltern, der Heimat der elfjährigen steht also nun der LKW, der all ihr Hab und Gut in seinem großen Inneren aufnehmen und sie von hier fort bringen wird. Fort von der schönen Luca, die ihr den Rücken zugedreht hat und in ihrer eigenen Landessprache langsam rückwärts zählt. Die Beine der Mutter schreiten großschrittig an ihrem Versteck vorbei, um hier und da einzugreifen, zu korrigieren, sich aber auch auf die Stufen zu setzen und zu stöhnen. Sie erinnert ein Klassenfoto von neunzehnhundertneunundachtzig, da war der Franzi noch dabei. Zuerst hatte sie ihm eine gepatscht, weil er was blödes zu ihr gesagt hatte. Dann war ihr schlechtes Gewissen so groß, dass sie ihn zum Waldhaus eingeladen hatte. Dort hatte er sich bereit erklärt, sich Kopfüber in den Brunnen zu wagen, während die anderen Kinder ihn abseilten. Dann kam das Seil ohne den Franzi wieder nach oben und sie mussten die Feuerwehr rufen. Sie hört Luca immer noch zählen und sieht jetzt außerdem, aus ihrer Position, die krampfadrigen Beine der Stubenhofoma das Gatter passieren. Man sieht ihr die schlechte Laune gleich am Gangbild an und da schimpft sie auch schon auf die Mutter und ihre Geldgier, weil sie den Hof verkauft hat. Die Stubenhofoma, heute zu alt um die Tochter zu watschen, ist mit ihrem fahlen Gesichtsausdruck, die Wurzel der Aversion ihrer Enkelin. S. 36 Im Religionsunterricht hatte sie erfahren, dass das Rotkehlchen ja deswegen die rote Brust habe, weil es bei dem Herrn Jesus am Kreuze verweilt hatte und ein Blutstropfen, der sich, wegen der Dornenkrone von dessen Stirn gelöst hatte, das Rotkehlchen traf. Fazit: Diese Scharade auf ein Dorf in Österreich hat mir so gut gefallen. Julia Jost macht sich Luft, lässt alles raus. Sie erzählt über die menschlichen Abgründe, die sich in einem Dorf nicht so gut verheimlichen lassen, wie in der Anonymität einer Stadt. Pädophilie in der katholischen Kirche, Homophobie der Dorfbewohner, Bigotterie und Faschismus. Und in all diesen Untiefen, findet ein junges Mädchen, das viel lieber ein Junge wäre, ihren Sinn des Lebens. Die Geschichte ist so lustig und bissig erzählt, dass ich sie als Satiere verstehe. Ein wirklich gut gelungenes Debüt.

  • Nicole Kleber

    aus Eisenberg

    5/5

    10.03.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wortmächtig und Bildstark

    „Die Gratschbacher Gegend ist ein Wald ohne Augen. Ohne Sträucher und Äste, die sich hinter deinem Rücken raschelnd zusammenbiegen, um die Todesangst vorzubereiten, die sie gleich in dir auslösen werden. Einen sprechenden Wolf gibt es auch nicht. Der dir geifernd zusieht, wie du Tellereisen jagst. Hinterlist und Bosheit sind, auf diese Fauna wie Flora bezogen, Kokolores. Mit einem Wort meiner Mutter ausgedrückt. Der Gratschbacher Wald und die Felder, die Wiesen, der Teich sind eine ganz übliche Summe aus Pflanzen, Wasser und Tieren, die darin wohnen. Sonst nichts. Das ist alles, was es mit der Gratschbacher Gegend auf sich hat.“ Ganz anders verhält es sich aber mit den Menschen, die diese Gegend bevölkern, das weiß uns die namenlose 11jährige Erzählerin von ihrem Versteck unter dem Lastwagen zu berichten. Während sie darauf wartet, von ihrer Freundin Luca gefunden zu werden, beobachtet sie das Umzugstreiben um sich herum, denn es ist ihr letzter Tag an dem Platz, an dem sie bisher aufwuchs, dem „Gratschbacher Hof“. Zu jedem, der gerade über den Hof wuselt hat sie etwas zu erzählen – und auch von jenen, die nicht mehr dabei sind. Franzi zum Beispiel, der das Messer von Ludwigs Großvater, das mit der Gravur 'Meine Ehre heißt Treue', wieder aus dem Brunnen hätte holen sollen, in den es versehentlich gefallen war. "Einen Meter nach dem anderen seilten wir ihn ab ins dunkle Loch [...]. Plitsch, plitsch, plitsch. Und dann folgte nach einer Weile das Platsch, zu dem wir schlagartig nach hinten kippten, das nun lose Tau in unseren Volksschulhänden. Dann hörten wir es gurgeln und zuckeln aus dem Brunnen, bevor es still wurde im Wald." Der Tod des Buben trifft alle in diesem Dorf - aus verschiedenen Gründen, aber immer an der am tiefsten liegenden Stelle - und zieht sich als roter Faden durch diesen mehr als brillant erzählten Antiheimatroman. Von Bigotterie und braunem Stammtischsumpf, von prügelnden Vätern und „Schürzenjägern“, von übergangenen und überforderten Müttern (die Seiten 66 – 68 sind eine Sensation!), von Vernachlässigung und die Nase in anderer Leute Angelegenheiten stecken, von von patriarchaler Gewalt durchtränkten Strukturen und Vergangenheitsverdrängung, von Ausnutzung, Diskriminierung und von einer queeren Kindheit und ersten Liebe am Fuße der Karawanken im tiefsten Kärnten berichtet Julia Jost wortmächtig und bildstark - und durchdrungen von Wahrhaftigkeit. Mir als Allgäuerin ist auf jeden Fall nichts davon fremd .. Verdeutlicht wird das zusätzlich in genialen Dialektwortwechseln, die dem episodenhaftem Erzählen noch eine gewaltige Portion Extrawürze verleihen! „Besitz vamindert man nit! Der Opa hot sich die Händ wund gschäpft für enk! Und ihr schmeißts olles weck! Olle Oarbeit umsunst!“ Unbedingt lesen, das ist eine extrem große #Leseempfehlung!

  • Bewertung

    aus Lüdenscheid

    5/5

    06.03.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Über ein Kind, das sich nicht unterkriegen lässt

    Julia Josts Romandebüt tut vieles auf einmal: Es handelt ab mit dem starren und rechten Weltbild der Figuren, stellt das Aufwachsen als queerer Mensch auf dem Land dar, ist böse, traurig, lustig und bewegend zugleich. Aber allem voran ist es eine Geschichte über ein Kind, das sich nicht unterkriegen lässt, das niemals passiv, sondern immer aktiv ist, immer etwas zu tun weiß. Und dass es daraus geschafft hat: Das lässt sich allein am Erzählstil erkennen, der bzgl des Weltbildes das Kind darstellt aber auf sprachlicher Ebene den erwachsenen Menschen, zu dem das Kind geworden ist oder irgendwann wird. Ein wundervolles, sprachlich wie inhaltlich eindrückliches Buch!

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