"GESCHICHTSBUCH, HISTORIENROMAN, KUNST-GUIDE UND REISEFÜHRER IN EINEM." FREUNDIN Burgund ist ein Wunder. Das mächtige Reich, das sich im 14. und 15. Jahrhundert zwischen Deutschland und Frankreich schob, vereinte spätmittelalterliche Hochkultur mit einer Blüte der nordeuropäischen Renaissance. Bart Van Loo erzählt die Geschichte des Reiches von der Antike bis zu seinem plötzlichen Untergang um 1500 so spannend, dass sich dem Leser die Welt der Höfe und Handelsstädte, der Ritterturniere und Bankette, die Welt der Stundenbücher und Jan van Eycks unvergesslich einprägt. Bart Van Loo präsentiert die Geschichte Burgunds wie ein sich immer weiter zuspitzendes Drama in 1111 Jahren und einem Tag: Das "vergessene Millennium" reichte vom antiken Königreich Burgund bis zum mittelalterlichen Herzogtum, das durch seine Burgen und Klöster - nicht zuletzt Cluny und Cîteaux - weit über seine Grenzen hinaus ausstrahlte. Im "burgundischen Jahrhundert" entstand ein glanzvolles Reich von Dijon im Süden bis nach Brügge, Antwerpen und Amsterdam im Norden, das in einem "verhängnisvollen Jahrzehnt" beinahe zum Königreich wurde und bald darauf unterging. Mit dem letzten burgundischen Herzog Karl begann bereits eine neue Zeit: Als Kaiser Karl V. machte er die Habsburger zur Großmacht und beherrschte ein Weltreich. Bart van Loos magistrale neue Geschichte Burgunds ist ein großer Wurf, der unwillkürlich an Barbara Tuchmans "Der ferne Spiegel" denken lässt. Großes Kino: Die Geschichte des Burgunderreichs. Thomas Ribi, Neue Zürcher Zeitung Jetzt als Taschenbuch! In Burgund erlebte die Kunst eine Hochblüte: Brügge und Gent, Jan van Eyck und Rogier van der Weyden, Stundenbücher und Dichtkunst. Mit 50 farbigen Abbildungen und 5 Karten.
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Florian Berger
5/5
24.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Das Phänomen Burgund lebhaft beschrieben
Ein sehr gut lesbares Buch, über die Geschichte von Burgund. Meine Augen sind durch die 577 Seiten Volltext geflogen wie bei kaum einem anderen Buch! Die zahlreichen Beigaben wie Bildertafeln, dynastische Diagramme und Karten haben sehr geholfen den Inhalt des Buches besser einzuordnen.
Ich kann definitiv eine Empfehlung geben!
Juti
aus HD
5/5
05.01.2025
Buch (Taschenbuch)
Meisterwerk mit falschem…
Meisterwerk mit falschem Titel 2025 beginne ich mit einem Ziegelstein aus dem Jahr 2019. Es lag noch auf meinem Nachttisch wegen einer ausgefallenen Reise nach Burgund. Doch mit dem heute Frankreich einverleibten Herzogtum um Dijon und Umgebung sowie der Grafschaft um Besancon hat dieses Geschichtswerk wenig zu tun: Es geht um die burgundischen Herrscher Flanderns und der Niederlande. Das Buch beginnt in der Spätantike, als Chlodwig sich taufen ließ und dem Ausspruch: v„Gallien ist ein eiskaltes Bad wert“, was später Heinrich IV. in „Paris ist eine Messe wert“ umtaufte (33f). Chlodwig half der Kirche sehr, den nebeneinander bestanden unterschiedliche christliche Lehren, die die anderen als Irrlehren betrachtete (37). Das alles ist nur Vorbemerkung. Los gehts 1302 als der Löwe von Flandern eine wichtige Schlacht gegen die Franzosen gewann. Auf S.269 beginnt ein Exkurs mit den Einwohnerzahlen der Städte Flanderns. Sie hatte 30 bis 50.000 Einwohner. Auch das Herzogtum Geldern kommt nicht zu kurz: 1388 schrieb er auf Papier, nicht Pergament, dem französischen König Karl VI. und forderte ihm zum Duell heraus. Richard II. bezeichnete er als König von England und Frankreich (166). Warum Karl den Provinzfürsten angriff, ist dennoch nicht klar: „Man lässt getrost einen Adler entkommen, um eine Gans zu fangen.“ (168) Karl der Kühne lebte nach dem Motto: „ Ich werde lieber gehasst als verachtet.“(453) Im Jahr 1472 eroberte er das Herzogtum Geldern, weil Sohn Adolf seinen Vater Arnold von Egmond gefangen nahm und der Papst mit Karl einen Schiedsrichter entsandte, der gleich das ganze Land eroberte. (456) An Neuss ist der Tollkühne dann später gescheitert. Die Nichte Philipp des Guten Elisabeth von Burgund heiratete übrigens ihren Cousin Johann von Kleve. Der Kindermacher soll 6 eheliche und 63 uneheliche Kinder gezeugt haben. (382) Philipp schrieb ein Buch Cent nouvelles nouvelles mit erotischen Kurzgeschichten ähnlich dem Decamerone, das den Schriftseller Jan Doesborch zum Werk „Der Betrug der Frauen“ inspirierte (409). Maler stachelten mit 4 Bilder im Brüsseler Rathaus die alte Hauptstadt Löwen an (424), heute Kopien im historischen Museum Bern. Neben der Geschichte kann das Buch auch als Reiseführer gelesen werden. In Cluny gab es ein prachtvolles Benediktinerkloster, in Citeaux wurde 1098 das erste Zisterzienserkloster gegründet. Im Dorf Leulinghen verlief die Grenze zwischen England und Frankreich mitten durch die Pfarrkirche. Eine Tür war englisch, eine französisch. (181) In Chapmol kann man noch den Mosesbrunnen bestaunen, in Dijon des Musee des Beaux-Arts mit mittelalterlicher Kunst (189), in Lille das Hospice Cióntesse (283), im Anwesen von Hesdin hat Margarete Philipp den Kühnen geheiratet, ein Märchenhochzeit (303), in Mechelen im Stadtpalast wurde auch ein Museum eröffnet, ebenso in der königlichen Bibliothek in Brüssel. Sehenswert ist auch der Marktbrunnen in Olen in der Provinz Antwerpen (572) Historisch wichtig ist Brücke von Monterrau, wo Johann Ohnefurcht in einem Hinterhalt mit dem französischem König ermordet wurde. Im alten Herzogtum Burgund sieht man heute noch das Hotel-Dieu von Beaune, das schönste Krankenhaus Westeuropas. (375) Im Museum der Schönen Künste in Antwerpen hängt das Bild Madonna von Melun für das die Mätresse Agnes Sorel Modell gestanden hat. Ein umfangreiches Buch, das 5 Sterne verdient hat. Zitate: Fruchtbare Mutter, sei gegrüßt! Deine Brüste, voll und glatt, wölben noch ohne Scham dein Kleid; zeigst voller stolzer Heiterkeit dein Leib, der Burgund geboren hat. (Liliane Wouters: Mere Flandre 74) Die Gojim halten es für gut, auf den Märkten und Plätzen der Stadt und in allen Winkeln ihrer Häuser Prostituierte zu platzieren, als wollten sie sich dadurch vor einer schweren Sünde bewahren, nämlich vor einem Verhältnis mit einer verheirateten Frau. (Rabbi Judah Mintz aus Brügge,86) Auf Bitten von Johannes XXII. verfasste der Franziskaner Alvarus Pelagrus 1330 ein Traktat, in dem er die einhundertzwei (!) Unzulänglichkeiten der Frau aufzählte. (281) In allem habe ich Ruhe gesucht und nicht gefunden, außer in einem Winkel mit einem Buch. Thomas von Kempen (378) Vor der Erfindung des Buchdrucks wäre die Reformation eine bloße kleine Spaltung, eine Irrlehre ohne nachhaltige Folgen geblieben; die Buchdruckerei hingegen macht sie zur Revolution. (Victor Hugo 480)
Bewertung
5/5
11.11.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr detailliert und informativ
Eine sehr gute Lektüre mit sehr vielen Details. Die Geschichte Burgunds und ihrer Protagonisten hut in den Zusammenhang gesetzt. Der Erzählstil ist fließend sodass man sich gut in die historischen Zusammenhänge herein versetzen kann. Klare Leseempfehlung.
Bewertung
5/5
15.05.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Meisererzählung der burgundischen Geschichte!
Bart van Loo vollbringt hier wahrlich eine Glanzleistung, es gelingt ihm eine chronologische Erzählung des Reichs Burgunds durch die Jahrhunderte, den Fokus legt der Belgier dabei merklich auf den flämischen Anteil der Geschichte. Van Loo schreibt sehr unterhaltsam, legt dabei aber konsequent geschichtliche Fakten auf den Tisch. Natürlich ist sein Werk oft romantisierend und schmückt die geschichtlichen Ereignisse mitunter stark aus, dennoch auch für geschichtlich bewanderte Leser ein Genuss. Ganz der französischen Geschichtsschreibung treu, legt Van Loo Wert auf eine positiv stimmige Erzählung und präsentiert uns das Mittelalter dabei als blühende Epoche der Kunst und Kultur!
Gelungene Abwechslung zu den sich ansonsten mit Krieg, Pest und Tod beschäftigenden deutschen Erzählungen über diese Zeit. Van Loo schafft ein Werk welches über die modernen Nationalstaaten hinweg darstellt wie die Niederlande, Frankreich, England sowie deutsche Gebiete miteinander verknüpft sind und über eine gemeinsame Geschichte jenseits der zahlreichen Konflikte verfügen.
Absolute Leseempfehlung für Geschichtsinteressierte!!!
Bewertung
5/5
11.11.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Burgund - Das verschwundene Reich
Burgund! Ein prachtvoller, wohlklingender und wohlschmeckender Name der einem auf der Zunge zergeht wie einer der wunderbaren Weine aus der Region. Als Land der Burgen und Ritter, ja als Inbegriff des Hochmittelalters hat sich dieser Landstrich tief ins kollektive Gedächtnis gegraben.Dabei ist Burgund viel mehr als das. Ein ganzes Millennium lang hat dieser Streifen wunderschönen Landes die europäische Geschichte militärisch und kulturell geprägt, ja zeitweise sogar Großmachtstatus erlangt, bis das burgundische Reich klang- und sanglos unterging.Bart van Loo erzählt kenntnisreich und spannend über 1111 Jahre und einen Tag, von den Anfängen Burgunds in der Spätantike bis zu seinem letzten großen Herrscher, Herzog Karl der als Kaiser Karl V. Die Habsburger zur Weltmacht formte und letztlich doch an der Moderne scheiterte.Ein Fest für alle Geschichtsbegeisterten!
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