1919 - Schicksalsjahr und Meilenstein für die Frauenbewegung! Eine faszinierende Zeitreise ins Jahr 1919 - lebendig erzählt in 12 Kapiteln und 12 Monaten.
1919 dürfen Frauen in Deutschland erstmals wählen und machen sich auf allen Gebieten daran, ihr Leben selbst zu gestalten: Käthe Kollwitz wird als erste Frau in die Akademie der Künste berufen, Marie Juchacz hält als Erste eine Rede im Parlament und Gunta Stölzl studiert am 1919 gegründeten Bauhaus. Während Rosa Luxemburg in Berlin ihren mutigen Einsatz für die politische Neuordnung mit dem Leben bezahlt, widmet man sich in Paris schon wieder der Wissenschaft und Kultur: Marie Curies Radiuminstitut öffnet seine Pforten, Sylvia Beach gründet Shakespeare Company und Coco Chanel kreiert ihren unsterblichen Duft Chanel No. 5. Unda Hörner verwebt weibliche Lebenswege und historische Ereignisse zu einer atmosphärisch dichten Erzählung - eine faszinierende Zeitreise ins Jahr 1919, in dem auf einmal alles möglich scheint für die Frauen.
Covermotiv: Tamara de Lempicka, Selbstporträt (C) Authorized by Tamara Art Heritage / VG Bild-Kunst, Bonn 2023
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1919 - Monat für Monat voller Spannung
Bewertung aus Ahrensburg am 01.02.2019
Bewertungsnummer: 1169127
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Buch "1919" von Unda Hörner bietet einen eindrucksvollen Blick in das Jahr 1919. In zwölf Kapiteln werden, Monat für Monat, Anekdoten aus diesem ereignisreichen Jahr erzählt. Unterhaltsam, spannend und informativ. Sind doch viele Ereignisse inzwischen in Vergessenheit geraten. Mit diesem Buch werden die Frauen mit dem Jahr 1919 wieder lebendig: Käthe Kollwitz, Rosa Luxemburg, Marie Curie, Sylvia Beach, Coco Chanel und viele andere. Unda Hörners Schreibstil ist dabei angenehm und unterhatsam. Sie zeigt dem Leser ein Jahr in all seinen Facetten: ob kämpferisch, leidenschaftlich, glücklich oder traurig. Mich konnte das Buch restlos begeistern, hat man doch nicht nur das Gefühl etwas über diese berühmten Frauen zu lesen, als vielmehr auch dabei zu sein. Ein durch und durch lesenswertes Buch, dass dem Leser ein großes Lesevergnügen bereiten wird.
Wahrscheinlich ist jedes Jahr…
Alais am 20.01.2019
Bewertungsnummer: 2716081
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Wahrscheinlich ist jedes Jahr ein spannendes Jahr, aber der Blick zurück in jene Zeiten, relativ kurz bevor sich Katastrophen wie die Machtergreifung der Nazis ereigneten, ist natürlich von besonderem Interesse. Dies ganz besondere jetzt, da wir in Deutschland wieder Rechtsextreme im Bundestag sitzen haben und wachsam sein müssen, damit unser Land nicht wieder im rechtsradikalen Mief untergeht ... Gleich zu Beginn schildert die Autorin auf sehr eindrückliche Weise mit der Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts eine abscheuliche Tat, die mit den lächerlich milden Strafen für die Täter wie ein früher Vorbote der Nazizeit wirkt ... und mich auf unheilvolle Weise daran denken ließ, dass auch heute wieder Staatsdiener im Zusammenhang mit rechter Gewalt in Kritik stehen ... Noch beunruhigender fand ich es angesichts des späteren Geschehens jedoch festzustellen, wie hoffnungsvoll und voller positiver Neuanfänge die Welt 1919 noch war, wie aktiv die Kulturszene sich zeigte und so doch das Land eigentlich gegen Rechtsextremismus hätte geimpft sein müssen. Durch Montessori und Steiner manifestierte sich endlich sogar ein Wille, Kinder zu eigenständigem Denken zu erziehen. 1919 schien also eigentlich noch nichts entschieden, vielleicht hätte man die Katastrophe noch abwenden können ... Dabei war gerade erst ein besonders grausamer, traumatisierender Krieg zu Ende gegangen. Wahrscheinlich liegt mein Eindruck, dass diese Kriegstraumatisierung der Menschen in Europa in diesem Buch eine erstaunlich geringe Rolle spielt, einfach nur daran, dass die Autorin ihren Blick vor allem auf die Frauen richtet. Für uns Frauen war 1919 in der Tat ein ganz besonderes Jahr, in Deutschland unter anderem dank der Einführung des Frauenwahlrechts. Beeindruckt hat mich aber auch, wie die in diesem Buch versammelten Frauen auf unterschiedlichste Weise die Gesellschaft mitgestaltet haben, dabei mussten sie unter ganz anderen Bedingungen wirken, als wir heute in unserer von größerer (wenn auch nicht vollständiger) Emanzipation geprägten Gesellschaft ... Ich habe den erhebenden Eindruck, dass auf gewisse Weise jede von ihnen über ihre Zeit hinauswuchs, das ist sehr inspirierend! Unda Hörner hat für ihr Buch aber auch eine Reihe wenn auch ziemlich unterschiedlicher, so doch immer faszinierender Persönlichkeiten ausgewählt, darunter Marie Curie, Coco Chanel, Else Lasker-Schüler, Sylvia Beach und Käthe Kollwitz. In dem nach Monaten angeordneten Kapiteln wirft sie nicht nur immer wieder einen Blick auf das Leben dieser Personen in diesem Jahr, sondern skizziert, wenn es angebracht erscheint, auch kurz die Vorgeschichte oder späteren Verlauf. Ich empfand die Erzählweise der Autorin als sehr angenehm und unterhaltsam. Sie hat einen schönen, eleganten Schreibstil voller Leichtigkeit und ich habe mich gefreut, in ihrem Buch sowohl Bekannte wiederzutreffen als auch viele für mich neue und interessante Informationen zu erfahren. Eine schöne und bereichernde Lektüre!
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