Marguerite liebt Armand, einen jungen Mann aus den besten Pariser Kreisen. Als ihr von seinem Vater vorgehalten wird, sie stehe dem Glück Armands im Wege, beugt sie sich den Forderungen der Gesellschaft, die keine ehemalige Kurtisane in ihren Reihen dulden will. An der Wende von der Romantik zum Realismus entstand die ergreifende Geschichte der hochherzigen Kokotte, die aus Liebe ihrer Liebe entsagt.
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5.0/5.0
Klaus Effing
aus Köln
5/5
30.06.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Pariser Gesellschaftsdame und die große Liebe
Alexandre Dumas' Roman Die Kameliendame, erstmals 1848 veröffentlicht und in der von mir gelesenen Ausgabe von 1959 erschienen, hat mich besonders durch seinen Schreibstil beeindruckt. Trotz seines Alters wirkt der Stil keineswegs antiquiert – im Gegenteil: Er ist stets angemessen, feinfühlig und von zeitloser Eleganz.
Im Zentrum steht Marguerite Gautier, eine Pariser Gesellschaftsdame, die – obwohl sie als Mätresse oder, in heutigen Begriffen, als Escort-Dame lebt – niemals zur bloßen Projektionsfläche frivoler Fantasien wird. Dumas zeichnet sie als vielschichtige Figur, deren Schicksal bewegt, ohne kitschig zu wirken.
Neben ihr steht Armand Duval, der sich unsterblich in Marguerite verliebt – und an dieser Liebe nicht nur festhält, sondern zunehmend an ihr zerbricht. Er kann seine Gefühle nicht abschütteln, selbst als äußere Umstände und gesellschaftliche Zwänge ihn zum Loslassen zwingen. Seine Zerrissenheit zwischen Leidenschaft, Eifersucht und Ohnmacht macht ihn zu einer ebenso tragischen Figur wie Marguerite selbst.
Die große Stärke des Romans liegt in der Darstellung der Liebe – mit all ihren Höhen und Tiefen, Missverständnissen und gesellschaftlichen Hürden. Besonders berührend ist die Verbindung von romantischer Leidenschaft mit der tragischen Krankheit Marguerites. Ihre Tuberkulose verleiht der Geschichte eine zusätzliche Tiefe und Dringlichkeit, die über das rein Romantische hinausgeht.
Die Kameliendame ist ein feinfühliges Porträt der Liebe in einer von Konventionen geprägten Welt – ein Klassiker, der auch heute noch berührt. Ich habe eine schöne Ausgabe aus dem Nikol Verlag mit 230 Seiten gelesen.
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