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Die Kolonie Roman | Longlist des Booker Prize 2022 | Nordirlandkonflikt | IRA | Familie | Kolonialismus

14

24,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.01.2025

Verlag

Nagel & Kimche

Seitenzahl

400

Maße (L/B/H)

18,7/12,4/3,7 cm

Gewicht

428 g

Farbe

Hellblau

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

The Colony

Übersetzt von

Nicole Seifert

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-312-01289-3

Beschreibung

Rezension

»Fein ausgemalte Figuren und große und kleine Brüche ergeben ein faszinierendes Bild und großartiges Leseerlebnis, das von der Macht der Sprache [...] erzählt.« Marius Müller Buch-Haltung 20250213

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.01.2025

Verlag

Nagel & Kimche

Seitenzahl

400

Maße (L/B/H)

18,7/12,4/3,7 cm

Gewicht

428 g

Farbe

Hellblau

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

The Colony

Übersetzt von

Nicole Seifert

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-312-01289-3

Herstelleradresse

Nagel & Kimche
Valentinskamp 24
20354 Hamburg
DE

Email: vertrieb@harpercollins.de

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  • LG

    5/5

    26.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Feinfühlig

    „Die Kolonie* ist einer dieser Romane, die im ersten Moment schlicht wirken, sich aber rasch zu einer vielschichtigen, historisch interessanten Geschichte über Sprache, Zugehörigkeit und Kolonialismus entwickeln. Ich bin aufgrund der großartigen Übersetzerin Nicole Seifert aufmerksam auf den Roman geworden und wurde sowohl von der Sprache als auch vom Inhalt des Romans nicht enttäuscht. Im Mittelpunkt stehen ein englischer Maler und ein französischer Linguist, die beide auf die Insel kommen. Der eine will endlich das große Kunstwerk schaffen, der andere die irische Sprache retten. Beide ignorieren dabei konsequent die Wünsche der Menschen, deren Leben sie als „Material“ benutzen. Das beschreibt Magee mit präzisem Blick: unaufdringlich, aber eindringlich, oft leise ironisch, nah an den Figuren. Besonders stark ist der Roman deshalb, wenn es um die Inselbewohner geht. Die eingeflochtenen kurzen Sequenzen zu den Ereignissen des Nordirlandkonflikts waren für mich zusätzlich interessant. „Die Kolonie* ist kein lauter Roman, aber feinfühlig und komplex für Leser:innen, die sich für Themen wie Kolonialismus und kulturelle Auslöschung sowie Widerstand dazu interessieren.

  • Bewertung

    aus Weil am Rhein

    5/5

    01.09.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Grossartig, bewegend, traurig und vielseitig

    Die Kolonie von Audrey Magee Aus dem Englischen von Nicole Seifert „Die irische Sprache stirbt, aber sie ist noch nicht tot. […] Es ist ein langsamer Tod, er zieht sich über Jahrhunderte, in denen die Sprechenden das Irische zugunsten des Englischen aufgeben.“ Ein mässig erfolgreicher englischer Maler und ein ehrgeiziger französischer Linguist verbringen den Sommer 1979 auf einer abgelegenen irischen Insel. Der eine benutzt die Inselbevölkerung als Modelle für seine Bilder, obwohl die Einheimischen dies nicht möchten. Der andere erhofft sich mit seinen Studien einen Doktortitel und eine Professur und würde die Bewohner am liebsten auf der Insel einsperren und ihnen verbieten, Englisch zu sprechen, um das Irische vor dem Aussterben zu bewahren. Obwohl sich die beiden Männer als Konkurrenten betrachten und einander nicht ausstehen können, ist ihnen doch gemeinsam, dass sie die Bedürfnisse und Wünsche der Insulaner missachten und sie für ihre Zwecke missbrauchen. Die daraus entstehenden Spannungen und die Reaktionen der Inselfamilie, bei der die beiden zu Gast sind, schildert die Autorin sprachlich ganz wunderbar und mit einem feinen Gespür für Zwischenmenschliches. Neben dem Machtgehabe der beiden Männer beschreibt Audrey Magee in diesem atmosphärischen, klugen Buch auch das Leben auf der kargen Insel sehr eindrücklich. Da ist einerseits die junge Witwe Mairéad, die sich vordergründig an die Sitten der Insel hält, jedoch einen eigenen Weg findet, mit den beiden Eindringlingen umzugehen. Ihre Mutter, Bean Uí Néill, die den Fremden misstrauisch gegenübersteht, und deren Mutter, Bean Uí Fhloinn, „die letzte rein irische Muttersprachlerin, die letzte Frau, die so lebt. mit dem Tuch um die Schultern, der Tonpfeife, den gestrickten Socken.“ Und dann James, Mairéads 16-jähriger Sohn, der den Maler umschwärmt wie eine Motte das Licht. Der Englisch sprechen möchte und nicht Fischer werden wie sein Vater, sein Grossvater, sein Onkel. Ein leises, unaufdringliches und doch unglaublich starkes Buch mit einem liebevollen, manchmal auch ironischen Blick auf seine Protagonisten. Über die Arbeit des Linguisten erfährt man viel über die Kolonisierung und Unterdrückung der Iren durch die Engländer und die perfiden Mechanismen, mit denen die katholische, irisch sprechende Bevölkerung drangsaliert und zur Aufgabe ihrer Kultur gedrängt wurde. Die immer wieder eingeschobenen kurzen Kapitel über die Opfer des Nordirlandkonflikts verleihen dem Roman zusätzlich historische Tiefe. Eine traurige, leider universelle Geschichte, wie sie auch in anderen gälisch sprechenden Gebieten der britischen Inseln stattfand und überall auf der Welt, wo kolonisierende Staaten die einheimische Bevölkerung unterwarfen, ausbeuteten oder vertrieben. Ich habe dieses Buch unglaublich gerne gelesen – einerseits, weil es stilistisch und inhaltlich in meinen Augen ein richtig gutes Buch ist, andererseits weil mich die kleinen irischen und schottischen Inseln geradezu magisch anziehen. „Die Kolonie“ hat mich sehr bereichert und restlos begeistert. Ganz grosse Empfehlung für alle, die ruhige, anspruchsvolle und gehaltvolle Literatur mögen.

  • Elke

    aus Vaihingen an der Enz

    5/5

    17.04.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein literarisches Kleinod

    Audrey Magee verbindet in ihrem Roman „Die Kolonie“ (2022 auf der Longlist des Booker Prize) auf ungewöhnliche Weise die nordirischen „Troubles“ mit dem Leben auf einer übersichtlichen, namenlosen Insel vor der westlichen Küste der irischen Republik. Beschreibungen des Inselalltags wechseln sich ab mit Meldungen über die Todesopfer, die die gewaltsamen Auseinandersetzungen auf beiden Seiten in Nordirland fordern. Diese Einschübe sind zu Beginn kurz, meist nur wenige Zeilen, was ihnen aber nicht die Eindringlichkeit nimmt. Im Verlauf des Romans nimmt die Länge der Terrormeldungen zu und sie werden auch in den Gesprächen zwischen den Inselbewohnern thematisiert. Aber das ist nur die Klammer, die alles zusammenhält. Wir schreiben 1979, die Bevölkerung auf der kleinen Insel ist mittlerweile stark geschrumpft, nur noch zweistellig. Wer der englischen Sprache mächtig ist, verlässt das Eiland und versucht, sich in England eine Existenz aufzubauen, während die Zurückgebliebenen ihrem traditionellen Tagwerk nachgehen. Die Männer fahren zum Fischen aufs Meer, die Frauen kümmern sich um Haus, Hof und die Kinder. So, wie es schon immer war. Im Sommer 1979 treffen dort zwei Besucher ein, die diese beiden Pole verkörpern und zwischen denen ein Kampf der Kulturen entfacht wird. Mr Lloyd, ein erfolgloser, mittelmäßig talentierter englischer Maler, der sich von der ursprünglichen, rauen Natur und dem Inselleben neue Inspirationen erhofft, ist zum ersten Mal vor Ort. Egoistisch beharrt er auf seinem Bedürfnis nach Einsamkeit, ist er doch zahlender Gast, und sucht den Kontakt zu den Bewohnern nur dann, wenn sie ihm von Nutzen sind. Er bewohnt ein isoliertes Cottage und empfängt dort Mairéad, deren Mann, Vater und Bruder dem Meer zum Opfer gefallen sind. Dass sie ihm heimlich Modell sitzt, muss ihr Geheimnis bleiben. Und auch James, ihr 15-jähriger Sohn, ist von dem Maler fasziniert und freundet sich mit ihm an. Lloyd zeigt ihm die Basics und ermuntert ihn, es auch einmal zu versuchen. Es dauert nicht lange, bis er erkennt, dass der Junge sehr talentiert und viel besser als er selbst ist. Und nicht ohne Eigennutz schildert Lloyd James die Möglichkeiten, die James Umzug nach England und die Vermarktung seiner außergewöhnlichen Gemälde dort mit sich bringen könnte. Gleichzeitig ermuntert er ihn, eigene Wege zu gehen, die Insel und deren kulturelles Erbe hinter sich zu lassen. Jean-Pierre Masson, ein französischer Linguist mit einer algerischen Mutter, hat quasi Heimrecht, war er doch im Zuge seiner Habilitation über die gälische Sprache schon öfter auf der Insel. Er ist fast schon besessen davon, diese zu bewahren, weshalb er sich auch über die Anwesenheit des Engländers ärgert, der des Gälischen nicht mächtig ist und deshalb in seiner englischen Muttersprache kommuniziert. Und deshalb muss sich Lloyd immer wieder mit der Anschuldigung Massons auseinandersetzen, dass er die Reinheit des Experiments gefährde und auch nicht besser als die britischen Kolonialisten sei. Masson ist ihm gegenüber ruppig und übergriffig, gleichzeitig aber im Umgang mit James‘ Großmutter mitfühlend und empathisch. Jemand, dessen Verhalten man erst dann einordnen kann, wenn man mehr über seinen persönlichen Hintergrund erfährt. Es ist eine Vielzahl von Themen, die in diesem Roman ihren Platz finden. Es geht um Leben und Zusammenleben, um Identität und Selbstverwirklichung, um das Bewahren von Traditionen und Neuanfänge, um Sprache und künstlerischen Ausdruck und um die leidvolle Geschichte eines zerissenen Landes. Last but not least ist „Die Kolonie“ vor allem wegen der sprachlichen Qualität ein Juwel, wie man es nur selten findet. Deshalb geht ein dickes Dankeschön auch an Nicole Seifert, die eine großartige Übersetzung abgeliefert hat. Ein Highlight, das man nicht verpassen sollte. Lesen. Unbedingt!

  • Im_Lesehimmel

    aus Berlin

    5/5

    11.04.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein traurig schöner Roman

    Dieser Roman hat ambivalente Gefühle bei mir ausgelöst. Die Geschichte entführt mich auf diese kleine Insel, scheinbar weit entfernt vom politischen Chaos des Festlands. Es ist eine Welt für sich, durchdrungen von karger Schönheit und der Einfachheit des Lebens. Anfangs hat mich dieser feine, liebevolle Humor, mit dem die Anreise des Künstlers und die gedankliche Übersetzung seiner Erlebnisse in passende Bilder zum Schmunzeln gebracht. Die Ankunft auf der Insel und die Eigenheiten der Inselbewohner wirken treffsicher und authentisch. Ich lese über die Sicht eines Künstlers, der immer auf der Suche nach dem perfekten Motiv ist, und eines Linguisten, der Worte retten will, bevor sie für immer verloren sind. Doch die Autorin bringt gekonnt tiefgründige Gedanken in die scheinbare Idylle und so habe ich mit der Zeit eine ernste und beklemmende Stimmung wahrgenommen. Fast unbemerkt sickert der Nordirlandkonflikt durch Zwischenmeldungen und unterschwellige Spannungen zwischen dem englischen, charakterlich nicht gerade sympathischen Gast und den Einheimischen in die Geschichte. Und plötzlich wirkt alles nicht mehr so idyllisch . Hinzu kommt noch ein ganz persönlicher Einblick in die Vergangenheit des Linguisten, woraus sich sein enger Bezug zu Sprache und Parallelen herleiten lassen. Die Sprache spielt als Trägerin von Identität und als letzte Bastion gegen das Vergessen eine zentrale Rolle im Roman. Ihre langsame Auslöschung durch Kolonialisierung und Fortschritt schmerzt. Ich spüre den Verlust, der mehr ist als nur das Verstummen alter Worte, da er mit dem Verlust von Kultur, Stolz und Zugehörigkeit einhergeht. Das Buch beschreibt leise und dennoch unerschütterlich die Auswirkungen dieser Veränderungen auf verschiedenen Ebenen. Es erzählt von Enttäuschung, Ausnutzung und dem Zwang sich anzupassen. Die Charaktere sind hervorragend gezeichnet, ihre inneren und äußeren Konflikte spürbar und ihre Entwicklung glaubhaft. Die Atmosphäre ändert sich stetig. Sie ist mal rau und mal poetisch und bewegt sich in einer Welt zwischen Vergangenheit und Moderne, zwischen verschiedenen Lebensentwürfen sowie zwischen Zugehörigkeit und Fremdsein. Am Ende bleibt der bittere Geschmack von Verrat und Hilflosigkeit und bei mir eine tiefe Traurigkeit und Wut. Der Roman hat mich sehr berührt und war für mich ein schmerzlich schönes Buch.

  • V

    aus München

    5/5

    23.03.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Anspruchsvoller Lesegenuss

    Ein spannender Roman über eine abgeschieden Insel im Irland des Jahres 1979, der Hochzeit der "Troubles" in Nordirland. Die Bewohner*innen sind größtenteils unter sich, es wird noch gälisch gesprochen. Wie der Titel des Buches schon sagt, geht es auch um Englands Kolonialisierung von Irland und deren kulturelle Folgen. Zwei sehr gegensätzliche Besucher, ein englischer Künstler und ein französischer Linguist, kommen auf der Insel an und treffen dort aufeinander und auf die Einheimischen, vor allem die Familie ihrer Zimmerwirtin. Es entspinnen sich zahlreiche Konflikte. Besonders für Menschen, die an Irland und seiner Geschichte interessiert sind, aber auch für andere anspruchsvolle Lesende ist dieses Buch geeignet, ich werde es weiterempfehlen!

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