Rob sorgt sich um ihre Tochter Callie, die winzige Knochen sammelt und mit imaginären Freunden flüstert. Sie erkennt in Callie etwas Dunkles, das sie an ihre Familie erinnert, die sie schon so lange versucht zu vergessen. Dennoch beschließt sie, ihre Tochter nach Sundial zu bringen, zurück in das Haus ihrer Kindheit, tief in der Mojave-Wüste. Dort wird sie eine schreckliche Entscheidung treffen müssen ... Rob hat Angst vor ihrer Tochter. Und Callie hat Angst vor ihrer Mutter. Ein neues fesselndes Gothic-Meisterwerk der internationalen Bestsellerautorin von Das letzte Haus in der Needless Street. Emma Stonex: »Ein Wüstenstaub-Albtraum mit dem Stachel eines Skorpions. Ich habe es geliebt.« Stephen King: »Dieses Buch darfst du nicht verpassen. Wirklich erschreckend.« Ian Rankin: »Gruselig, originell und packend.«
Catriona Ward wurde in Washington, D. C. geboren und wuchs in den USA, Kenia, Madagaskar, Jemen und Marokko auf. Heute lebt sie in England. Ihr Debüt RAWBLOOD (2015) erhielt den British Fantasy Award als bester Horror-Roman des Jahres. LITTLE EVE gewann den Shirley Jackson Award und wieder den British Fantasy Award für den besten Horror-Roman 2019. Catrionas dritter Roman THE LAST HOUSE ON NEEDLESS STREET erschien 2021 und wurde zum Bestseller, der demnächst verfilmt wird. 2022 folgte der ähnlich erfolgreiche Thriller SUNDIAL
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Bewertung
5/5
09.05.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wow, das Buch hat mich umgehauen
Es lag eine Weile rum, bis ich die Festa Must-Read-Empfehlungen entdeckt habe und feststellte, dass ich bereits zwei Bücher aus der Reihe hatte. Ich fing an und konnte nicht aufhören, das Buch zog mich in einen einen Sog. Es fällt in die Kategorie Horror, ist aber nicht übliche Chill-Thrill, sondern ganz anders, unerwartet, unbekannt - ich kann es nur empfehlen!
Blaxy87
aus Hannover
5/5
27.08.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unvorhersehbares Leseerlebnis
Es gibt viele Geschichten über Frauen, die in einer unglücklichen Ehe stecken und des Nachwuchses wegen ein Martyrium durchleben.
So einige solcher Geschichten habe ich gelesen oder mir in cineastischer Form zu Gemüte geführt.
Keine davon war wie die von Rob und ihrer Tochter Callie.
Callie war schon immer etwas anders, vorallem aber mehr auf ihren sadistischen und dominanten Vater Irving fixiert. Das beunruhigte Rob zwar, doch als sie heraus findet, dass das Mädchen Knochen von toten Tieren sammelt und sich seltsam der kleineren Schwester gegenüber benimmt, sieht Rob nur einen Ausweg.
Sie und Callie müssen weg von Irving. Sie müssen in Robs Heimat um zueinander zu finden.
In Sundial, dem abgelegenen Haus in der Wüste, in dem Rob isoliert aufwuchs, sollen Vergangenheit und Gegenwart aufeinander treffen.
In Sundial soll das enden, von dem vor vielen Jahren der Grundstein gelegt wurde.
Catriona Ward schreibt nicht lange drum herum: Schnell bekommt der Leser von Rob, ihrem Alltag und ihrer familiären Situation ein Bild vermittelt.
Dass die Autorin zwischendurch Callie kapitelweise zu Wort kommen lässt, ist ein kluger Schachzug und lässt die Geschichte nochmal in einem ganz anderen Bild erscheinen.
So hat man anfangs den Eindruck einen Roman oder gar ein Drama in den Händen zu halten, fühlt sich dann doch aber schnell in übernatürlichen Gefilden heimisch verankert. Doch auch dieser Eindruck wird im Laufe der Story gekippt.
Als letzter Clou erzählt Rob zwischendurch aus ihrer Vergangenheit; diese Passagen sind unvorhersehbar, überschlagen sich teilweise mit Wendungspunkten, schaffen es aber stets haarscharf an der Kurve zur Unglaubwürdigkeit vorbei zu schlittern.
Und bringen Tiefe in die Geschichte. Wer zuvor den Empathieknopf noch nicht gedrückt bekam, wird hier berührt werden.
Die Setzung der Erzählweisen ist so perfekt ausbalanciert, dass man nicht umhin kommt stetig weiterlesen zu wollen. Ein grandioser Sog entsteht, dem man folgen möchte - egal ob vergangenes oder gerade passierende Ereignisse, man muss einfach wissen, wie es weitergeht!
Gerade, wenn man bemerkt, dass nahezu alles erzählt wurde, wird der Adrenalinspiegel nochmals in die Höhe getrieben - mit einem Showdown, der quasi aus dem Nichts kommt.
Auch hiernach kann man nicht Verschnaufen. Das wird man vielleicht nie - denn in meinen Augen ist das Ende zwar passend, doch wird es nicht viele Fans haben und sollte mit Vorsicht erreicht werden. Nach knapp 500 Seiten nicht leicht, aber wie schon erwähnt - meiner Meinung nach - absolut passend zum Gesamtbild und lässt mich "Sundial" letztendlich mit ruhigem Gewissen als "Horrorliteratur" bezeichnen.
Dazu eine absolute Empfehlung für dieses außergewöhnliche und gut recherchierte Buch.
lauras_garden_of_books
5/5
06.08.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Psychologischer Horror, der mit viel künstlerischem Feingefühl gewebt wird und einen nicht mehr loslässt
„Sundial ist eine große Uhr, die Leben zählt und Zeit und Tage. Es kann gefährlich sein, an einem Ort zu leben, der Leben und Tod so gut versteht.“ (S.141)
Rob lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der Vorstadt; in einem unauffälligen Häuschen, das sich neben andere Einfamilienhäuser reiht, mit strukturierten und akkuraten Garten. Nach außen hin ein Bild der Normalität. Doch die Beziehung zu ihrem Mann ist geprägt von Gewalt, Manipulation und Hass. Die 9-jährige Tochter Annie sanftmütig, die 12-jährige Tochter Callie das Sorgenkind; dauernd führt sie Selbstgespräche und sammelt Knochen von toten Tieren. Als sie eine Gefahr für ihre jüngere Schwester wird, fährt Rob mit ihr nach Sundial; den Ort ihrer Kindheit und Jugend in der Mojave-Wüste. Dort will sie „in Ordnung bringen“, was mit Callie nicht stimmt.
Doch was hat es mit diesem verlassenen Ort in der Wüste auf sich, an dem Laborgebäude verfallen, Hundezwinger verlassen sind und Grabsteine in den Himmel ragen…
Beklemmend. Erstarrt. Schockiert. Lässt mich dieses Buch zurück.
Wir lesen aus vier Perspektiven und mehreren Zeitebenen; Rob erzählt uns von ihrem Alltag, ihrem Leben mit ihrem Mann und den Kindern.
Callie gewährt uns einen Einblick in ihre Gefühlswelt.
Wir lesen von „Arrowood“, einer romanhaften Geschichte, die Rob schreibt, in der die Namen ihrer Familienmitglieder vorkommen, die sie am Ende aber wieder wegradiert.
Und dann reisen wir in die Vergangenheit zur 17-jährigen Rob und ihrem Leben auf Sundial mit Jack, Falcon, Mia und Pawel.
„Also, das bin ich. Zumindest bin ich jetzt so. Es gibt andere, ältere Geschichten, aber die erzählen von einer Rob, die seit Jahren tot ist. Sie ist fort. Ich habe sie eingemauert, in Dunkelheit weggeschlossen. Vielleicht ist sie schon verhungert und dort gestorben. Ein Kind, für das man viele Hoffnungen hegte, unter dem Wüstensand begraben. Vielleicht ist das etwas Gutes. In meiner Familie hätte sie keinen Platz.“ (S.32)
Wie man es von Catriona Ward gewohnt ist, webt sie gekonnt die verschiedenen Perspektiven ineinander, fängt den Lesenden mit ihrem Schreibstil ein und lässt ihn nicht mehr los.
Wie in einem Spinnennetz habe ich mich in der Geschichte gefangen gefühlt und auch nach Beenden des Buchs, fühle ich mich noch immer nicht davon gelöst.
Mit erstarrter und abstoßender Faszination habe ich von Robs Vergangenheit gelesen und in menschliche Abgründe geschaut.
Inhaltlich kann ich garnicht viel mehr Preis geben, das muss Jeder selbst entdecken, der sich in diese Geschichte wagt.
Man lässt sich hier auf psychologischen Horror ein, der mit viel künstlerischem Feingefühl gewebt wird.
Für mich wieder ein Meisterwerk der Autorin! 5 Sterne
Aber natürlich auch mit Vorsicht zu genießen; Achtung - keine leichte Kost!
„Das ist die zweite Waffe der Mojave. Die Kälte, die einen umbringt, wenn es der Tag nicht tut. Das erregt mich jedes Mal, dieses Wissen, dass die Geborgenheit in der Nähe ist, Wände und Wärme, obwohl der Tod einem mit kaltem Finger über den Nacken streicht. Er kann uns nichts anhaben. Jenseits der Wüste kommen wir nach Hause.“ (S.81)
Alexa K.
aus Bad Oeynhausen
4/5
18.04.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine außergewöhnliche Geschichte...
Zum Buch: Callie ist ein außergewöhnliches Mädchen, sie sammelt Tierknochen und redet mit ihnen. Das wissen ihre Eltern Rob und Irving zwar, sie sind aber ziemlich mit ihrer verkorksten Ehe beschäftigt. Als aber Callie ihrer kleinen Schwester Annie Tabletten gibt, an der sie hätte sterben können, reicht es Rob. Sie nimmt ihre Tochter Callie und fährt mit ihr an einen besonderen Ort: Sundial. Dort in der heißen Mojave-Wüste wuchs Rob einst mit ihrer Zwillingsschwester Jack auf, unter ungewöhnlichen Umständen. Aber dieses ist auch eine ungewöhnliche Situation…
Meine Meinung: Hierbei handelt es sich wirklich um eine außergewöhnliche Geschichte. In der der Leser erst einmal ankommen muss. Ich habe wirklich ein wenig gebraucht, wurde dann aber doch recht schnell von der einnehmenden Schreibweise der Autorin mitgenommen in die Wüste, in die Wirren der Köpfe der Charaktere. Und das ist nicht wirklich normal!
Die Autorin erzählt zunächst, wie es dazu kam, dass sie sich Callie schnappt und mit ihr wegfährt. Wozu das Ganze dienen soll, erfährt der geneigte Leser aber erst später. Das hat mich anfangs verwirrt, aber natürlich auch neugierig gemacht. Dann wird aus Sicht der Rob von damals ihre Kindheit näher erklärt. Wow, da möchte ich nicht wirklich mit beigewesen sein… Ihr Verhältnis zur Zwillingsschwester ist sehr gespalten. Aber auch aus Callies Sicht erfahren wir unheimlich viel zur Geschichte. Denn Callie ist wirklich ein außergewöhnliches Mädchen und man weiß nicht so recht, ob man Angst vor ihr haben oder Mitleid empfinden soll… Und so kommt es, dass Rob Angst vor Callie hat und ihre Tochter Angst vor ihrer Mutter. Klingt verrückt? Ist es auch! Aber mich konnte die Autorin dann letztlich voll abholen und mit der Auflösung am Ende völlig überraschen!
Mein Fazit: Das Buch habe ich anfangs sehr langsam gelesen, wurde aber immer schneller. Denn wenn man die Charaktere kennengelernt hat, muss man unbedingt wissen, was es damit auf sich hat! Das Werk kommt für mich nicht ganz an „Das letzte Haus in der Needless Street“ heran, aber es geht für mich in die richtige Richtung. Also vergebe ich hier gerne 4 Sterne!
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