Der Preis des Überlebens - Ardor Benn hat die Zivilisation vor der sicheren Auslöschung bewahrt. Aber zu welchem Preis? Krieg brandet über das Reich hinweg, das rechtmäßige Königsgeschlecht wurde ausgelöscht und ein falscher Herrscher hat die Krone an sich gerissen. Doch dann erfährt Ard etwas, das die Karten neu mischen könnte: Ist der wahre Thronfolger vielleicht doch noch am Lben? Sein Kampf um die Einheit des Reiches führt den Meister von List und Tücke und seine Freunde in die geheimsten Winkel der Unterwelt, auf die wilde Drachensinsel Pekal, bis auf den Grund des Meeres und auf die Spur einer verloren geglaubten Liebe. Erneut muss Ardor Benn unter Beweis stellen, dass er sich auch in den aussichtslosesten Momenten auf seinen legendären Verstand verlassen kann. Denn sollte er ihn diesmal im Stich lassen, steht Ards Welt erneut vor dem völligen Ruin.
Kundinnen und Kunden meinen
3.5/5.0
Bewertung
Orell Füssli Book Circle Community
4/5
26.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Mehr Lore, mehr Chaos, mehr Ardor Benn
Mit The Shattered Realm of Ardor Benn liefert Tyler Whitesides eine starke Fortsetzung seiner aussergewöhnlichen Fantasy-Reihe ab. Während sich der erste Band vor allem um einen grossen und aufwendig geplanten Coup drehte, schlägt die Geschichte diesmal eine etwas andere Richtung ein: Statt eines riesigen Raubzugs steht die Infiltration einer alten Geheimgesellschaft im Mittelpunkt. Anfangs habe ich den Fokus auf den grossen Heist zwar ein wenig vermisst, letztlich hat mir dieser Ansatz aber sehr gut gefallen.
Denn natürlich bietet auch dieses Abenteuer wieder jede Menge Raum für Ardor Benns Improvisationstalent, Manipulationen und seine kreative kriminelle Ader… inklusive zahlreicher chaotischer Momente, die einfach Spass machen.
Besonders schön fand ich, dass viele bekannte Figuren aus dem ersten Band zurückkehren. Gleichzeitig bekommen auch mehrere weibliche Charaktere größere Rollen, was die Geschichte für mich noch abwechslungsreicher gemacht hat.
Insgesamt empfand ich die Handlung zwar stellenweise etwas weniger packend als im Auftaktband, dafür punktet die Fortsetzung umso mehr mit ihrem Worldbuilding. Man erfährt deutlich mehr über die Geschichte der Welt, die Religionen und das Magiesystem, was ich unglaublich spannend fand. Der Mittelteil zog sich für mich zwar erneut etwas, doch spätestens in der zweiten Hälfte nimmt die Geschichte deutlich Fahrt auf – und dieser Teil hat mir sogar noch besser gefallen als das Finale von Band eins.
Was ich an dieser Reihe generell besonders mag, ist ihre Atmosphäre: Trotz hoher Einsätze, Gefahren und spannender Situationen wird die Geschichte nie zu düster oder bedrückend. Stattdessen bleibt sie durchgehend ein unterhaltsames Fantasy-Abenteuer mit sympathischen Figuren und einer Leichtigkeit, in die man wunderbar eintauchen kann.
Auch Matthias Lühn überzeugt als Sprecher wieder auf ganzer Linie. Seine lebendige Erzählweise macht selbst solche Hörbücher kurzweilig und sorgt dafür, dass man sich schnell komplett in der Geschichte verliert.
Die Vorfreude auf den finalen Band ist auf jeden Fall gross ☺
*
Hörbuch Rezensionsexemplar erhalten von Ronin Hörverlag (unbezahlte Werbung, ehrliche Meinung)*
Sue
aus Uelzen
3/5
04.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Band 2 schwächelt etwas
"Lang ist die Reise zu den Heimischen Gestaden, und viele werden umkommen, ehe sie diese heiligen Ufer erreichen. Backbords erwartet dich Beistand, doch um Glorie zu finden, wende dich steuerbords, denn dort liegt der Weg zu ewig währender Vollkommenheit."
Mit "Das zerbrochene Reich von Ardor Benn", aus der Feder von Tyler Whitesides, zieht es mich erneut in die Welt der Gentleman-Gauner-Legende und dem selbsternannten Meister von List und Tücke.
(Übersetzt von Bastian Ludwig.)
"Uns wurde Unrecht getan, doch aus dieser schändlichen Behandlung erwuchs unsere Stärke."
Das alte Königsgeschlecht wurde quasi ausgelöscht, lediglich die Königinmutter wurde verschont, und der Thron von einem Thronräuber besetzt. Seitdem wird das Reich vom Krieg überzogen. Doch es könnte einen Ausweg für das Land geben, als Ardor erfährt, dass der Prinz das Attentat eventuell überlebt haben könnte. Und so begibt sich der Meister von List und Tücke erneut in Gefahr, um das Reich zu retten. Sein Weg führt ihn in den Untergrund zu der Grauen Regentschaft - einer Gegeimgesellschaft, die im Hintergrund schon länger die Fäden zieht und deren Macht bis ins Königshaus reicht.
"Unter uns kann es keine Geheimnisse geben, denn unsere Augen blicken hinter die Fassade."
"Das zerbrochene Reich des Ardor Benn" kann nicht mit dem ersten Band mithalten. Es gibt hier einige Längen und mir fehlt der gewitze Coup mitsamt der Verkleidungen und der langen Vorbereitung, der mich in Band 1 gefesselt und fasziniert hat. Auch war es mir stellenweise zu viel Malm-Theorie und ich habe gemerkt, dass es gar nicht so einfach ist, seinen Lesern ein Magiesystem, das auf chemischen und physikalischen Prozessen basiert, nahe zu bringen, ohne sie dabei zu "nerven". Natürlich hat Whitesides das Ganze gut erklärt und es ist auch sehr interessant, aber ab einem bestimmten Punkt, wurde es dann zu viel Theorie. Für mich stimmt hier die Waage zwischen eigentlicher Story und theoretischem Wissen zum Magiesystem irgendwie nicht.
Doch das Buch hatte auch Aspekte, die mich sehr für die Story eingenommen haben. Da wäre zum Beispiel die Geheimgesellschaft. Deren Strukturen und Intrigen, die Abläufe und Regeln, etc., das war spannend und hat meine Neugierde geweckt. Auch der Moment im Buch, als der Blick auf die alte Prophezeihung und das Urvolk fiel, als es um die Heimischen Gestade ging, war für mich ein Highlight in diesem Buch. Das gibt dem Ganzen mehr Tiefe und ich hoffe sehr auf mehr davon in Band 3.
Ardor Benn ist nach wie vor ein Charakter, den ich auf eine Art zwar mag, der mir aber auch gehörig auf die Nerven geht. Er ist so von sich überzeugt und eingenommen, dass ihm oft der Blick für seine Freunde und deren Nöte fehlt. Trotz dieses "Fehlers" ist er ein guter Kerl - er kann halt nicht aus seiner Haut. Raekon dagegen mag ich wirklich. Ein großer Brummbär mit einem noch größeren Herzen. In diesem Buch werden wir nun mit seiner Sucht konfrontiert, die er seit dem Ereignis am Ende des ersten Bandes hat. Das ist sehr glaubwürdig dargestellt. Schade ist allerdings, dass sich das Thema im Laufe der Geschichte irgendwie im Sande verläuft.
Ihr seht, dass das Buch seine guten wie auch negativen Aspekte für mich hat. "Das zerbrochene Reich des Ardor Benn" leidet unter dem typischen Mittelband-Sydrom, das einem manchmal die Lust am weiterlesen nimmt. Zum Ende hin, hat die Story aber noch einmal eine Drive bekommen, so dass ich Band 3 nun durchaus auch lesen werde.
"Sie liebten nur, was Sie beherrschen konnten."
(3⭐️ von 5⭐️)
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