Edvard Munchs radikale Modernität der Malerei forderte die Zeitgenoss:innen heraus. Das gilt insbesondere für die Berliner Kunstszene um 1900, auf die der norwegische Symbolist großen Einfluss nahm, wo er aber auch Förderung erfuhr und sein Werk weiterentwickelte. Der Band erzählt bildreich und fundiert die Geschichte von Munch und Berlin.1892 lud der Verein Berliner Künstler den noch unbekannten Edvard Munch (1863–1944) zu einer Ausstellung ein. Die Öffentlichkeit war geschockt von den farbgewaltigen, skizzenhaften Bildern. Der Künstler genoss dieses Aufsehen und zog an die Spree, wo er bis 1908 immer wieder lebte. In Berlin bedeuteten Munchs Werke nicht nur eine Initialzündung für die Moderne. Auch die Vorstellung vom »Zauber des Nordens« (Stefan Zweig) erfuhr einen Wandel. Statt mit romantischen oder naturalistischen Fjordlandschaften verband man damit nun Munchs psychisch verdichtete Bildwelten.
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25.09.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der norwegische Maler und…
Der norwegische Maler und Grafiker Edvard Munch (1863-1944) war einer der wichtigsten Künstler der Moderne. Er gilt als Wegbereiter des Symbolismus und Expressionismus. Neben über 1700 Gemälden schuf er auch zahlreiche Grafiken und Zeichnungen. Viele seiner Gemälde mit ihrer radikalen Modernität schockierten zur Jahrhundertwende (1900) die Öffentlichkeit, heute dagegen sind sie weltberühmt und sie sind in vielen Museen vertreten. Vor allem in Deutschland war Munch sehr beliebt; so gab es von 1892 bis 1933 immerhin 65 Ausstellungen in Berlin. Die damalige Reichshauptstadt wurde für ihn zu einem wichtigen Produktions- und Ausstellungsort. Die enge Geschichte von Edvard Munch und Berlin will nun die Ausstellung „Zauber des Nordens“ (15. September 2023 bis 22. Januar 2024) anhand von rund 80 Werken (Gemälden, Grafiken und Fotografien) erzählen und dokumentieren. Im Hirmer Verlag ist der umfangreiche und reich illustrierte Begleitkatalog zu dieser bemerkenswerten Ausstellung erschienen. Der Katalogteil zeigt neben den Ausstellungswerken auch Werke anderer Künstler dieser Epoche. So wird der Übergang vom Naturalismus zur Moderne dargestellt. Im Essayteil (sieben Beiträge) beleuchten renommierte KunsthistorikerInnen besondere Aspekte in Munchs Leben und Berliner Schaffen. Sabine Meister widmet sich Munchs erster Ausstellung in Berlin 1892, die sich zu einem Skandal ausweitete, Janina Nentwig beschäftigt sich mit Munchs „Lebensfries“ in der Berliner Secession 1902, in dem der Künstler zentrale Themen seines Werkes abhandelte. Während Andreas Schalhorn einen Überblick über Munchs Druckgrafik der Berliner Jahre gibt, behandelt Christina Feilchenfeldt die Zusammenarbeit mit der Kunsthandlung Paul Cassirer. Abschließend lässt Dieter Scholz die große Munch-Retrospektive in der Berliner Nationalgalerie 1927 Revue passieren. In dem umfangreichen Anhang „Edvard Munch und Berlin“ sind neben einem Verzeichnis der ausgestellten Werke und Literaturhinweisen die einzelnen Berliner Ausstellungen im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts noch einmal näher kurz erläutert und mit einigen historischen Abbildungen ergänzt. Fazit: Ausstellung und Katalog dokumentieren umfassend Munchs fruchtbare Jahre in der Kunstmetropole Berlin.
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