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Tot oder lebendig

Aus der Reihe Debütromane in der FVA
5

22,00 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.09.2023

Verlag

Frankfurter Verlagsanstalt

Seitenzahl

250

Maße (L/B/H)

21,1/13,7/2,5 cm

Gewicht

360 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-627-00312-8

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.09.2023

Verlag

Frankfurter Verlagsanstalt

Seitenzahl

250

Maße (L/B/H)

21,1/13,7/2,5 cm

Gewicht

360 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-627-00312-8

Herstelleradresse

Frankfurter Verlags-Anst.
Arndtstraße 11
60325 Frankfurt
DE

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  • mimitatis_buecherkiste

    aus Krefeld

    4/5

    27.07.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Unerwartet anders

    „Es war der Abend vor meinem dreißigsten Geburtstag, und wenn die folgenden dreißig Jahre so werden würden wie die bisherigen, wäre weiterleben schon arg lästig. Lästig ist aber auch, dass man sich erst umbringen muss, wenn man nicht mehr leben will. In Filmen ist das immer ein dramatischer Moment, untermalt mit elegischer Orchestermusik. Aber in Wahrheit ist es still.“ (Seite 5) Anna Thurow beschließt an dem Abend vor ihrem dreißigsten Geburtstag, zu sterben und wägt verschiedene Selbstmordarten gegeneinander ab. Sinnlos erscheint ihr das Leben, auch wenn sie nicht unglücklich ist, denn glücklich ist sie jedenfalls nicht. Durch Zufall landet sie bei einer Hypnotiseurin, die ihr attestiert, in ihr sei der Geist eines kroatischen Juden namens Andri, der in Dubrovnik gelebt hat. Ihre Neugier siegt und so macht sich Anna auf den Weg nach Kroatien, wo sie auf Anka trifft, die Andri gekannt hat. Dabei lernt sie vieles über die Kriegsvergangenheit des ehemaligen Jugoslawiens sowie auch die Naziverbrechen, aber sie erfährt dazu einiges über sich selbst. „Ich konnte mich nicht sattsehen an ihren Silhouetten, sie waren alle so schön, wie Samt und Seide, ich sah mich vor ihnen wie vor einem Geheimnis, und ich wollte in sie eindringen, aber ich wusste nicht, womit. Meinen Körper betrachtete ich, wie ich den Körper einer anderen Frau betrachtete: wie ein Wunder, aber auch wie ein Rätsel.“ (Seite 81) Zu Beginn fand ich Anna faszinierend, trotz ihrer düsteren Gedanken, ihrer Sprunghaftigkeit und ihrer Verwirrung hinsichtlich ihrem Geschlecht. Das Spiel mit den Worten beherrscht die Autorin, daran gibt es nichts auszusetzen, aber ein wenig ermüdete mich der Charakter von Anna irgendwann, sodass ich froh war über einen Ortswechsel, der uns in das Ex-Jugoslawien führte, wo es dann doch noch emotional und ernst wurde. Es ist kein Buch für zwischendurch, es hat mich gefordert, aber auch amüsiert. Die Reise hat mich gut unterhalten, versöhnte mich mit Anna und so gingen wir auseinander, ohne einander böse zu sein. Anders und lesenswert.

  • Bewertung

    4/5

    02.12.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Tiefgründiges Debüt voller Intensität und Melodramatik

    „Vielleicht ist die Leere in mir keine Stille, sondern Lärm. Vielleicht ist sie das Echo des Urknalls, seines Donners, dieser Gewalt, aus der alles entstanden ist und das ist der Grund, warum es immer auch ein bisschen weh tut, dieses Leben.” Anna wird 30 und beschließt zu sterben - ihr Leben hat sie sich anders vorgestellt und diesen Schritt kann sie wenigstens kontrollieren. Vorher muss sie allerdings noch klären, wie man das überhaupt bewerkstelligt? Nachdem ihre Ärztin bei ihr eine Depression mit Suizidgedanken feststellt und sie erstmal drei Monate krankschreibt, kommt sie über Umwege zu einer Hypnotiseurin, die sie nach Dubrovnik schickt um ihrem früheren Ich zu begegnen. Die Geschichte entfaltet sich durch eine Kombination aus intensiven, fast schon greifbaren Emotionen und einer rauen, ungezähmten Frechheit, die gelegentlich in prägnanten und doch fragwürdigen Szenen mündet. Mit einer Prise Rotzigkeit präsentiert Zustra ihre Protagonistin und deren Gedankenwelt, wodurch man die Komplexität der inneren Kämpfe und der verzweifelten Suche nach Identität und Sinn hineingezogen wird. Stellenweise fand ich den Roman etwas holprig, da man Annas Gedankengang rund um die Hypnose und ihrem „früheren Ich” nicht ganz nachvollziehen kann, aber: Zustra schreibt sehr emotional und fängt das Wesen der Protagonistin unfassbar gut ein. So beschäftigt sich Anna im Roman mit wichtigen Themen und erfährt mehr zu den Balkankriegen, zur Erinnerungskultur Deutschlands, aber auch zum Leben an sich. Zustras bildliche, manchmal etwas obszöne Sprache spiegelt die depressive Gedankenwelt der Protagonistin sehr gut wieder. Mit kleinen Abstrichen hat Ariana Zustra hier ein Debüt voller Intensität und Melodramatik geschrieben, das bei mir noch eine Weile nachhallt. „Wir sind die Wilden! [...] Das denkt ihr doch über uns vom Balkan.” [...] „Ich denke das nicht.” [...] „Ja, aber die anderen. Die sagen, hier ist alles kompliziert, und zack: Muss man sich damit nicht beschäftigen.”

  • Nicole Kleber

    aus Eisenberg

    4/5

    30.10.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    So herzerwärmend wie traurig und lustig

    Als Kind wollte Anna Astronautin werden. Jetzt hat sie einen öden Bürojob in der ostdeutschen Provinz, wäre manchmal gerne ein Mann und ist fasziniert vom Tod. Deswegen möchte sie sich am Abend vor ihrem 30. Geburtstag das Leben nehmen. Frisch geduscht und nach einer Portion Pommes. Nachdem ihr dann aber die notwendigen Utensilien, wie Strick oder Gift, fehlen, oder sie feststellt, dass sie das Ziehen im Bauch nicht mag, wenn sie irgendwo runter springt, fällt der Selbstmord nochmal aus. Was aber bleibt, ist Annas überfordert sein vom Leben. Daraus hätte eine wirklich schwere Geschichte werden können. Was zum Glück aber nicht Ariana Zustras Absicht war. Denn die lässt ihre Heldin zwar erst mal für drei Monate krankschreiben, schwere Depression mit Hang zum Suizid, danach schickt sie sie aber zu einer Hypnosetherapeutin und die sagt ihr, dass ihr Straucheln daher rührt, dass sie die Reinkarnation des aschkenasischen Juden Andri aus Ragusa ist. Das hört sich,zugegeben, recht schräg an, aber weil sie ja gerade eh nicht zu tun hat fliegt Anna kurzerhand dahin. Nach Ragusa, dem heutigen Dubrovnik. Dort angekommen ist sie überwältigt von der märchenhaft schönen Stadt und könnte es jetzt einfach für ein paar Tage gut sein lassen – aber das lag wieder nicht in der Autorin Sinn! Die schickt ihre Anna nämlich wirklich auf die Suche nach besagtem Andri, dessen Seele in ihr haust. Und so lernt Anna Anka kennen, die Andri angeblich persönlich gekannt hat. Anka ist zwar redselig, gibt aber nicht wirklich viel preis. Mit dem eher schweigsamen Enkel Ankas, Adam, beginnt Anna eine Affäre und erfährt so zwar wenig über Andri, aber viel über Jugoslawien im 2. Weltkrieg unter Tito und über die Balkan-Kriege der 1990er-Jahre. Und am Ende auch über sich selbst … Einerseits ein nachdenklich machender und trauriger Roman, über eine Protagonistin, die nicht ankommt im Leben, nicht weiß, wer sie sein will, wie sie sein soll und über verdammten Krieg und was er anrichtet und hinterlässt und doch immer und immer wiederkehrt. Gleichzeitig ist dieser Debütroman aber so schräg und witzig, dass mir „Tot oder lebendig“ einfach großen Spaß gemacht hat. Und Spaß brauchen wir wohl alle ganz dringend ... Eine sehr große #Leseempfehlung für diese herzwärmende Geschichte!

  • Kaffeeelse

    Thalia Book Circle Community

    3/5

    03.03.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wer bin ich?

    Wer bin ich? Ein interessantes Thema. Hier nur wird dieses Thema etwas blutleer erzählt. Da finde ich die Informationen zu Kroatien schon viel besser und informativer. Obwohl mich dieses Wer bin ich?-Thema ursprünglich angelockt hatte.    Die junge Anna Thurow denkt über ihren Tod nach. Warum? Ja warum eigentlich. Den Leidensdruck zu diesen Gedanken habe ich nicht so erkennen können. Genauso wie ihr Verhalten im weiteren Verlauf des Romans nicht unbedingt zu einer Frau kurz vorm Dreißigsten Geburtstag passt, sondern eher zu einer 10 Jahre jüngeren Variante. Etwas kommt ihr falsch vor, ihr reales Leben und ihre Vorstellung davon. Ihre Geschlechtsposition. Trotz dieser Gedanken lebt sie aber ihr Leben in der kroatischen Stadt später recht extrovertiert. Werde ich mit diesem Charakter nicht warm? Nicht im Mindesten. Diesen Charakter finde ich etwas nervig und auch recht wild zusammengewürfelt. Schließlich geht sie zur Wahrsagerin und die Info, die sie dort bekommt, lässt sie aufbrechen nach Dubrovnik. Denn ein kroatischer Junge namens Andri rumort in Annas Seele. What? Nun gut, meinetwegen. Diesen Andri gab es wirklich, wie sie dann herausfindet, aber schlussendlich, welche Entwicklung unterläuft dieser Hauptcharakter Anna in dem Buch der Autorin Ariana Zustra? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht, denn mir hat sich dies nicht erschließen können nach der Lektüre des Romans. Mag sein, dass mich der Charakter aufgebracht hat und ich deswegen den roten Faden verloren habe. Mag sein, dass etwas in mir selbst sich bei der Lektüre zu diesem Buch immens gewehrt hat. Mag sein. Aber dieses Buch hinterlässt mich mit einigen Fragezeichen. Was irgendwie schade ist. 

  • Bewertung

    aus Modautal

    1/5

    06.02.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Abbruchrezension

    Ich musste dieses Buch auf Seite 81 abbrechen. Schade dass es mir nicht gefallen hat, da im #buddyread gelesen mit @lesereien Es geht um Anna Thurow, die am Abend vor ihrem 30. Geburtstag beschließt zu sterben. Sie erwägt sämtliche Möglichkeiten und verwirft jede wieder. Sie ist mit ihrem Leben unzufrieden und in einer echten Krise. Sie geht zu einer Hypnotiseurin und dabei kommt heraus, dass der Geist eines kroatischen Juden namens Andri in ihr rumort. Sie will mehr erfahren und reist ins kroatische Dubrovnik in Andris angebliche Heimatstadt. Ich muss sagen, das ich den Einstieg gut fand, der schwarze sarkastische Humor,wie beschrieben worden ist, wie die Protagonistin sich überlegt welche Selbstmord Methode die Richtige ist. Aber dann verliert sich die Autorin und die Protagonistin führt sehr lange belanglose Monologe. Es war für mich sehr weit her geholt, dass sie durch eine Hypnose sofort nach Dubrovnik aufbricht. Aber meine Hauptkritik, war als sie dann in der Kirche sitzt und von Seite 75 bis 81 Jesus aufs Korn nimmt und lästert, ich finde das nicht gut. Nicht jeder muss gläubig sein, aber derart lästern find ich muss man nicht. Diese sechs Seiten waren dann der hauptsächliche Abbruchsgrund.

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