Nachts um eins in Tokio, Atsuhiro Yoshida erzählt warmherzig von Außenseitern und zufälligen Begegnungen.
Tokio bei Nacht. Eine Filmrequisiteurin, eine Telefonseelsorgerin, ein Privatdetektiv, eine angehende Schauspielerin, ein Barkeeper. Sie treffen sich, verpassen sich, träumen und erinnern sich. Im Mondschein und dem Licht der Neonröhren wird die Nacht fast zum Tag.
In Atsuhiro Yoshidas liebevoll erzähltem Episodenroman hängt alles auf besondere Weise zusammen - und oft lenken zufällige Begegnungen das Leben in die richtige Richtung.
Atsuhiro Yoshida, geboren 1962 in Tokio, ist Schriftsteller und preisgekrönter Coverdesigner, der in seinen Büchern mit leichter Hand den kleinen Dingen nachspürt, die das Leben lebenswert machen und die zu suchen sich in jedem Fall lohnt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
begine
aus Lemwerder
5/5
23.10.2023
eBook (ePUB)
Episoden aus Tokio
Gute Nacht, Tokio ist ein ruhiger interessanter Episodenroman
von dem Schriftsteller Atsuhiro Yoshida.
Schon das Cover ist ansprechend und einfach in schwarz weiß.
Nachts fährt ein Taxifahrer verschiedene Personen, da ist die Requisiteurin, ein Detektiv, eine Notruftelefonistin und eine angehende Schauspielerin.
Jeder fährt mal mit dem freundlichen Taxifahrer, der mit Rat und Tat hilft.Es ist eine interessante Geschichte über Tokio bei Nacht.
Mit ruhiger Stimme schildert der Autor über die Emotionen der Personen. Das ist wirklich perfekt gemacht und macht Lust auf diese Lektüre.Der Autor versteht es Spitze, den Roman mit tollen Dialogen zu versehen.
annlu
5/5
08.10.2023
eBook (ePUB)
Nachts in Tokio
Nachts in Tokio sind die unterschiedlichsten Menschen unterwegs: ein Taxifahrer befördert Gäste durch die Stadt, eine Requisiteurin ist auf der Suche nach ungewöhnlichen Gegenständen, eine Telefonseelsorgerin ist für alle da, ein Detektiv ist auf der Suche und wird selbst gesucht… ungewöhnliche Persönlichkeiten gibt es hier genug. Was sie miteinander zu tun haben, zeigt sich im Laufe der Geschichte.
Tokio ist eine Welt für sich. In diesem Buch zeigt es sich bei Nacht – mit Charakteren, die alle an ihrem Privatleben zu knabbern haben und auf ihre eigene Weise auf der Suche sind. Der ein oder andere läuft sich dabei über den Weg, tauscht sich aus, kommt auch mal ins Philosophieren um doch das Wesentliche für sich zu behalten. Obwohl sich hier so viele Charaktere tummeln, wirken sie zum Teil einsam, sich selbst überlassen oder auch mal melancholisch. Das liegt vielleicht an dem Ambiente – obwohl über mehrere Nächte verteilt spielen sich die einzelnen Szenen immer nur nachts ab. Nicht alle von ihnen haben miteinander zu tun, auch wenn es immer mal wieder Berührungspunkte gibt, die wie zufällig wirken. So folgt der Leser den einzelnen Charakteren bei ihren nächtlichen Unternehmungen, beobachtet sie kurz, bekommt auch mal den ein oder anderen Einblick in ihre Vergangenheit – um dann wieder zum nächsten Charakter geworfen zu werden. Nicht alle Erzählstränge führen am Ende zusammen.
So verworren das Ganze klingt, so interessant zu lesen ist es. Einerseits lag der Reiz für mich dabei an der nächtlichen Umgebung und den Begegnungen, die nicht immer zu einem großen Aha-Erlebnis führen, die aber doch etwas in den Charakteren bewirken. Andererseits fand ich es angenehm, die einzelnen Charaktere ein Stück weit in ihrem Leben zu begleiten. Dabei spielen sich zwar ungewöhnliche Szenen ab, die aber nicht auf Spektakuläres zielen und dabei eine eher ruhige, mitunter melancholische, philosophisch angehauchte Stimmung ergeben.
Fazit: Für alljene, die auch mal eine ruhige Geschichte mögen, kann ich den Roman uneingeschränkt weiterempfehlen.
Klaus
4/5
26.10.2023
eBook (ePUB)
Begegnungen
Tokio, eine Millionenstadt, Nachttaxifahrer Matsui ist hier mit seinem nachtblauen Auto unterwegs und chauffiert die verschiedensten Fahrgäste. Wer sind diese Menschen, die Nachts um eins unterwegs sind? Da ist die Requisiteurin vom Film, die bis zum nächsten Morgen die merkwürdigsten Sachen für ein Filmset auftreiben muss und dabei eine Obstdiebin kennenlernt, die bei der Telefonseelsorge arbeitet. Der Meisterdetektiv, der seinem Vater nachspürt in dem er dessen alte Filme anschaut, oder der nachtaktive Händler in seinem Laden für kaputtes Werkzeug.
Japanische Literatur ist noch nicht allzu lange Bestandteil meiner Lesehistorie, aber in den letzten Monaten habe ich hier einige gute Bücher lesen dürfen. Von der Beschreibung zu "Gute Nacht, Tokio" habe ich mich direkt angesprochen gefühlt, verschiedene Personen, deren Wege sich kreuzen, die für wenige Augenblicke, oder auch für länger ihre Träume und Wünsche miteinander teilen. Die Figuren in diesem recht kurzen Episodenroman sind alle irgendwie speziell, sie sind Außenseiter, oft einsam, desillusioniert, haben ihre früheren Träume und Ziele aufgegeben. Fast immer sind sie auf der Suche nach etwas, ohne das unbedingt immer benennen zu können.
Der Autor führt diese Figuren auf etwas verschlungenen Pfaden zueinander. Sehr ruhig und warmherzig erzählt er ihre Geschichten, oft entbehren diese nicht einer gewissen Skurrilität. Der Schreibstil ist nicht immer ganz einfach, was allerdings auch der Übersetzung geschuldet sein kann. Die verschiedenen Episoden springen in der Zeit und zwischen den Figuren, so dass es manchmal kurz stockt, weil man erstmal wieder den Anschluss finden muss. Die fremd klingenden Namen machen es dabei auch nicht unbedingt einfach.
Es ist sehr schön zu lesen, wie der Autor die einzelnen Personen und ihre Geschichten miteinander verbindet, wie sich ihre Wege kreuzen und sie sich dadurch entwickeln, verändern und zum Teil sogar ihr Leben verändern, aus anfangs unzusammengehörenden Einzelteilen wird ein Ganzes, dass sich dem Leser erst zum Ende des Buches erschliesst. Alles steht letztlich miteinander in Verbindung.
danzelot.zwei
5/5
03.11.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wundervoll
Mit wenigen Worten und einem klaren, unaufgeregten Schreibstil, wird diese laute und lebendige Stadt ganz still, ganz entschleunigt, während wir den Taxifahrer Matsui durch die Nacht begleiten und den Gesprächen mit seinen Fahrgästen lauschen.
So unterschiedlich die Charaktere sind - mal zurückhaltend, mal skurril - sie sind alle auf der Suche und wissen dabei nicht, wie sehr ihre Leben dabei miteinander verwoben sind oder noch werden.
"Gute Nacht, Tokio" ist nicht spannend im klassischen Sinn, aber es hat mich mit seiner ruhigen Art einfach verzaubert und bis zur letzten Seite nicht losgelassen ❤️
Eins meiner Highlights in 2023
Ganz klare Leseempfehlung
Bewertung
5/5
01.11.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Poesie im Alltäglichen
Geschichten, die von den kleinen, unbedeutenden Menschen handeln, die auf der Suche sind. Auf der Suche nach dem Bruder, dem geliebten Menschen oder dem Platz im Leben. Und auch wenn Tokio eine große Stadt ist, sind die Schicksale dieser Menschen miteinander verknüpft. Leise und poetisch
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