Produktbild: Die verschwiegenen Jahre

Die verschwiegenen Jahre Roman

18

14,95 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.07.2023

Verlag

Hänssler

Seitenzahl

432

Maße (L/B/H)

21,7/13,9/4,2 cm

Gewicht

603 g

Farbe

Anthrazit / Grau

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Secrets She Kept

Übersetzt von

Renate Hübsch

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7751-6147-3

Beschreibung

Rezension

»Secrets She Kept ist ein Pageturner in ganz großem Stil. Cathy Gohlke ist eine Meisterin ihres Fachs.« Francine Rivers, Bestsellerautorin

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.07.2023

Verlag

Hänssler

Seitenzahl

432

Maße (L/B/H)

21,7/13,9/4,2 cm

Gewicht

603 g

Farbe

Anthrazit / Grau

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Secrets She Kept

Übersetzt von

Renate Hübsch

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7751-6147-3

Herstelleradresse

SCM Verlagsgruppe GmbH
Max-Eyth-Str. 41
71088 Holzgerlingen
DE
info@scm-verlagsgruppe.de

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  • Hopeandlive

    5/5

    26.09.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zukunft braucht Erinnerung

    Wir befinden uns in 1970er Jahren irgendwo in Amerika. Die junge Hannah Sterling leidet unter einem großen Bindungsschmerz. Ihr ganzes Leben hat sie sich nach einer tiefen und liebevollen Beziehung zu ihrer Mutter Lieselotte gesehnt. Doch in der Realität war ihr Verhältnis von distanzierter Kühle bis hin zur Kälte geprägt. Nun ist die Mutter gestorben und Hannah erlebt eine ambivalente Trauerphase. Dazu kommt noch, dass sie tatsächlich etwas von ihrer Mutter erbt. Es sind Briefe, die ein ganz anderes Bild von ihrer Mutter zeichnen als Hannah es zu ihren Lebzeiten wahrgenommen hat. Die Briefe machen Hannah mehr als stutzig. Sie machen sie neugierig. Neugierig zu erfahren, wie ihre Mutter wirklich war und ob sich denn nun im nachhinein noch so etwas wie ein Erkennen und ein Hauch von Beziehung einstellen kann. Wer war ihre Mutter wirklich? Das Geburtsland ihrer Mutter war Deutschland und Hannah stellt fest, dass ihr Großvater noch lebt und nimmt Kontakt mit ihm auf. Freudig nimmt sie die Einladung ihres Großvaters an, ihn in Deutschland zu besuchen, die Frage im Gepäck, wer ihre Mutter wirklich war? Im Jahr 1938, wir machen einen Zeitsprung in die Vergangenheit, lebt Lieselotte in Deutschland, in einer der finstersten Zeiten dieses Kontinents. Ihr Vater ist in der "Partei" und erhofft sich sehr viel von der neuen aufstrebenden Regierung Deutschlands, die doch so viel vor hat und Ordnung und Wohlstand verspricht. Sofern man sich an das Parteiprogramm hält. Lieselotte ist ein junges, blondes und sehr gutaussendes Mädchen und ihrem Vater würde es sehr gut gefallen, sie mit einem hohen Offizier der Partei zu verbinden. Auch ihr Bruder Rudi strebt eine solche Parteikarriere an. Jedoch hat Lieselotte ihren eigenen Kopf und nachdem ihre Mutter verstorben ist und ihr Vater und Bruder immer mehr ihr Zuhause in der Partei finden, freundet sie sich mit der Familie Kirchmann an, die in der "Bekennenden Kirche" aktiv sind. Durch sie und deren Sohn Lukas bekommt sie auf die Welt und deren Geschehnisse einen anderen Blick und sie beginnt bei geheimen Aktionen mitzuhelfen. Das bleibt auf Dauer nicht verborgen und eines Tages steht die Gestapo vor der Tür.... Cathy Golke hat einen sehr bewegenden und mitreißend spannenden Roman geschrieben, in der sie sehr geschickt die Geschehnisse zur Zeit des dritten Reiches und des daraus folgenden zweiten Weltkrieges anhand von zwei Familien aufzeigt, die sich für die eine und für die andere Seite entschieden hatten und mit den grausamen Folgen bis heute zu kämpfen haben. Für die Nachkriegskinder und Kriegsenkel kann es nur eine Zukunft geben, wenn sie in der Lage sind in ihrer Familienbiografie nachzuforschen und Erinnerungen ans Licht zu bringen, die in Wirklichkeit nicht ans Licht wollen. Lieselotte ist nicht in der Lage über das zu sprechen, was ihr an Grausamkeit geschehen ist, was sie erlebt und mit ansehen musste. Ein Schicksal, dass viele Kriegskinder dieser Generation teilen und dass es ihnen nicht möglich macht, unbeschwert ihren Kindern Liebe und Annahme zu schenken. Dennoch verspüren sie den tiefen Wunsch ihre Geschichte zu teilen und erkannt zu werden. Leider war Traumatherapie damals noch kein Thema und so wussten wie Lieselotte viele Menschen nicht wie sie mit dem Erlebten umgehen sollten. Hannah, als Kriegsenkelin, begibt sich auf Spurensuche und ist mit dem, was sie herausfindet auf der einen Seite verwirrt und sehr herausgefordert, denn für die junge unerfahrene Amerikanerin tun sich Abgründe auf, mit denen sie niemals gerechnet hätte. Bei ihrer Suche findet sie vor allem den lebendigen Gott, der sie von Anfang an geliebt hat und ihr beisteht, wo immer sie hingeht. Es war für mich sehr bewegend zu lesen, wie Cathy Golke die Geschichte von Corrie ten Boom und ihrer Schwester in Ravensbrück mit einbezieht und aufzeigt, wie unerlässlich ein lebendiger Glaube, geprägt von Vergebung und Hoffnung, ist um solche furchtbaren Dinge zu bewältigen, Trost und neuen Mut für sein Leben zu finden. Somit finde ich diesen Roman so aktuell wie nie zuvor, nimmt doch der Antisemitismus in unserem Land zu und es absolut wichtig sich heute zu Jesus Christus und dem auserwählten Volk Gottes zu bekennen.

  • claudi

    aus Stuttgart

    5/5

    16.11.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    "Ein treuer Mann wird von…

    "Ein treuer Mann wird von vielen gesegnet; wer aber eilt, reich zu werden, wird nicht ohne Schuld bleiben." (Spr 28,20) Ein ganzes Leben lang hat sich die amerikanische Lehrerin Hannah Sterling nach der Liebe ihrer Mutter gesehnt. Doch Mutter Lieselotte bleibt kühl und distanziert ihr gegenüber und bis heute weiß sie nicht wieso. Selbst Tante Lavinia weiß etwas, will ihr jedoch nichts sagen. Nach ihrem Tod findet sie in einem Schließfach Briefe mit einer deutschen Adresse. Hannah ist enttäuscht und fragt sich, wer war ihre Mutter wirklich? Als sie eine Nachricht von ihrem Großvater aus Deutschland erhält, ist Hannah mehr als überrascht. Sie macht sich auf den Weg in ein unbekanntes Land, um mehr über ihre Mutter zu erfahren. Jedoch ein kalter, abweisender Großvater empfängt sie auch dort, der nichts mehr von der Vergangenheit wissen will. Hilfe und Unterstützung erfährt sie nur von ihrem Übersetzer Karl Schmidt. Sie muss erkennen, dass sie ihre Mutter nie richtig gekannt hat. Meine Meinung: Dieser Roman führt uns über zwei verschiedenen Zeitepochen und Handlungen. Die eine Handlung befasst sich mit den Jahren 1938–1945 im Kriegsdeutschland und der Judenverfolgung. Während die andere nach Lieselottes Tod über Hannah in den Jahren 1972–73 berichtet. Mit ihrem unterhaltsamen, mitfühlenden Schreibstil bringt sie mir vor allem die jeweiligen Charaktere näher. Dadurch, dass die Zeiten und Personen permanent abwechseln, kann ich das Buch fast nicht zur Seite legen. Besonders, weil ich immer neugierig bin, wie es mit den Hauptakteuren weitergeht. Mir ist besonders Lieselottes Schicksal an Herz gegangen. Ich bin mitunter fassungslos, in was für einer gefühlsarmen Familie sie aufgewachsen ist. Lediglich die kranke Mutter scheint aus der Art zu schlagen und Lieselotte ihr ähnlich zu sein. Ihr Vater hingegen ist kühl, distanziert und reagiert teils total narzisstisch. Selbst ihr Bruder tritt in die Fußstapfen des Vaters und eifert Ideologien Hitlers nach. Dazu passt der zwielichtige Arzt Dr. Peterson, von dem ich gerne etwas mehr erfahren hätte, warum er und Lieselottes Vater Freunde waren. Ich vermute ja, dass er ihren Vater und den Bruder ungünstig beeinflusst hat, was den Nationalsozialismus betrifft. Große Hilfe erfährt Lieselotte von ihren Nachbarn, der Familie Kirchmann. In deren Sohn Lukas sie heimlich verliebt ist. Allerdings gehören sie der Bekennenden Kirche an, die bei vielen nicht gerne gesehen ist. Doch mit der Pflege der kranken Mutter hat Frau Kirchmann etwas gut bei ihrem Vater. Allerdings wird sich das bald ändern, was dazu führt, möchte ich natürlich hier nicht verraten. Nur so viel Lieselotte wird auf ihrem weiteren Weg noch den Geschwistern Corrie und Betsie ten Boom begegnen. Hannah ist zwar ebenfalls gut dargestellt, doch sie konnte mich nicht so berühren wie Lieselotte. Sie ist dennoch sehr pflichtbewusst, empathisch und weiß genau, was sie will. Allerdings spürt man bei ihr sehr gut, die jahrelange vermisste mütterliche Liebe. Welche Schuld freilich Lieselottes Vater und ihr Mann Joe aufgeladen haben, erfahren wir ebenfalls. Mit viel Liebe zum Detail stellt hier die Autorin uns das Schicksal von Mutter und Tochter dar. Sie nimmt uns mit auf eine Reise in die harte, brutale Vergangenheit Deutschlands und in eine Gegenwart, die noch immer voller Schuld ist, die keiner mehr sehen will. Ich sehe viele Parallelen zur heute, wo ebenfalls niemand mehr vom Holocaust wissen will und schon wieder unter den Juden die Schuld gesucht wird. Themen wie Liebe, Schuld, Glaube, Vergebung und Annahme sind hier wesentlich. Ein Buch, das ich definitiv empfehle und dem ich gerne 5 von 5 Sterne gebe.

  • claudi-1963

    aus Schwaben

    5/5

    08.11.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zeit vergeht – Schuld nicht!

    "Ein treuer Mann wird von vielen gesegnet; wer aber eilt, reich zu werden, wird nicht ohne Schuld bleiben." (Spr 28,20) Ein ganzes Leben lang hat sich die amerikanische Lehrerin Hannah Sterling nach der Liebe ihrer Mutter gesehnt. Doch Mutter Lieselotte bleibt kühl und distanziert ihr gegenüber und bis heute weiß sie nicht wieso. Selbst Tante Lavinia weiß etwas, will ihr jedoch nichts sagen. Nach ihrem Tod findet sie in einem Schließfach Briefe mit einer deutschen Adresse. Hannah ist enttäuscht und fragt sich, wer war ihre Mutter wirklich? Als sie eine Nachricht von ihrem Großvater aus Deutschland erhält, ist Hannah mehr als überrascht. Sie macht sich auf den Weg in ein unbekanntes Land, um mehr über ihre Mutter zu erfahren. Jedoch ein kalter, abweisender Großvater empfängt sie auch dort, der nichts mehr von der Vergangenheit wissen will. Hilfe und Unterstützung erfährt sie nur von ihrem Übersetzer Karl Schmidt. Sie muss erkennen, dass sie ihre Mutter nie richtig gekannt hat. Meine Meinung: Dieser Roman führt uns über zwei verschiedenen Zeitepochen und Handlungen. Die eine Handlung befasst sich mit den Jahren 1938–1945 im Kriegsdeutschland und der Judenverfolgung. Während die andere nach Lieselottes Tod über Hannah in den Jahren 1972–73 berichtet. Mit ihrem unterhaltsamen, mitfühlenden Schreibstil bringt sie mir vor allem die jeweiligen Charaktere näher. Dadurch, dass die Zeiten und Personen permanent abwechseln, kann ich das Buch fast nicht zur Seite legen. Besonders, weil ich immer neugierig bin, wie es mit den Hauptakteuren weitergeht. Mir ist besonders Lieselottes Schicksal an Herz gegangen. Ich bin mitunter fassungslos, in was für einer gefühlsarmen Familie sie aufgewachsen ist. Lediglich die kranke Mutter scheint aus der Art zu schlagen und Lieselotte ihr ähnlich zu sein. Ihr Vater hingegen ist kühl, distanziert und reagiert teils total narzisstisch. Selbst ihr Bruder tritt in die Fußstapfen des Vaters und eifert Ideologien Hitlers nach. Dazu passt der zwielichtige Arzt Dr. Peterson, von dem ich gerne etwas mehr erfahren hätte, warum er und Lieselottes Vater Freunde waren. Ich vermute ja, dass er ihren Vater und den Bruder ungünstig beeinflusst hat, was den Nationalsozialismus betrifft. Große Hilfe erfährt Lieselotte von ihren Nachbarn, der Familie Kirchmann. In deren Sohn Lukas sie heimlich verliebt ist. Allerdings gehören sie der Bekennenden Kirche an, die bei vielen nicht gerne gesehen ist. Doch mit der Pflege der kranken Mutter hat Frau Kirchmann etwas gut bei ihrem Vater. Allerdings wird sich das bald ändern, was dazu führt, möchte ich natürlich hier nicht verraten. Nur so viel Lieselotte wird auf ihrem weiteren Weg noch den Geschwistern Corrie und Betsie ten Boom begegnen. Hannah ist zwar ebenfalls gut dargestellt, doch sie konnte mich nicht so berühren wie Lieselotte. Sie ist dennoch sehr pflichtbewusst, empathisch und weiß genau, was sie will. Allerdings spürt man bei ihr sehr gut, die jahrelange vermisste mütterliche Liebe. Welche Schuld freilich Lieselottes Vater und ihr Mann Joe aufgeladen haben, erfahren wir ebenfalls. Mit viel Liebe zum Detail stellt hier die Autorin uns das Schicksal von Mutter und Tochter dar. Sie nimmt uns mit auf eine Reise in die harte, brutale Vergangenheit Deutschlands und in eine Gegenwart, die noch immer voller Schuld ist, die keiner mehr sehen will. Ich sehe viele Parallelen zur heute, wo ebenfalls niemand mehr vom Holocaust wissen will und schon wieder unter den Juden die Schuld gesucht wird. Themen wie Liebe, Schuld, Glaube, Vergebung und Annahme sind hier wesentlich. Ein Buch, das ich definitiv empfehle und dem ich gerne 5 von 5 Sterne gebe.

  • vielleser18

    aus Hessen

    5/5

    02.11.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine tiefgründige Geschichte

    Nach dem Tod der Mutter führen Hannah, die sich auf die Spuren ihrer Herkunft begibt, Umschläge mit Adressen nach Deutschland. Was hat ihr ihre Mutter alles verschwiegen? Sie hatte nie ein gutes Verhältnis zu ihr, aber das, was sie entdeckt, bringt sie an den Rand der Verzweiflung. Wie soll sie mir der Schuld, die sie vorfindet, umgehen? Ein Roman, der auf zwei Zeitebenen spielt. Neben Hannahs Suche nach der Wahrheit in 1972, wird die bewegende Geschichte ihrer Mutter Lieselotte von 1938 bis 1945 erzählt. Erst nach und erfährt auch der Leser die ganze Tragweite, die ganze Tragödie. Ein christlicher Roman über das Loslosen von Schuld und die befeiende Kraft des Vergebens. Mitreißend, bewegend, spannend, nachdenklich machend und vor allem sehr gefühlvoll, der Roman war für mich wirklich ein fesselnder Pageturner, gerade weil man alles mitfühlen kann. Gerade in der zweiten Hälfte kann man das Buch kaum aus der Hand legen, auch wenn es einem so sehr an die Nieren geht, was man liest. Man kann sich alles so gut vorstellen und das macht das ganze natürlich auch nicht zu einer leichten Lektüre. Doch die Autorin hat es geschafft, dass am Ende nicht die Bitterkeit obsiegt, sie hat durch Hannah und der im Buch auftauchenden (realen) Figur Corrie ten Bom auch dem Leser viel Stoff zum Nachsinnen und Überdenken eigener Verhaltensweisen gegeben. Ich glaube dieses Buch wird man nach dem Lesen noch lange im Hinterkopf behalten.

  • Lia48

    5/5

    01.11.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Durch d. Antisemitismus aktueller & greifbarer denn je! Empfehlung!

    „Ist dir jemals in den Sinn gekommen, (…) dass sie vielleicht nicht will, dass ihr Mann oder ihre Gäste wissen, dass sie Jüdin ist? Dass sie es ihnen vielleicht nie gesagt hat?“ „Wir sind nicht mehr in den 30er- oder 40er-Jahren. Es gibt keinen Grund, sich zu fürchten ...“ So wie Hannah haben vermutlich bis vor Kurzem noch ziemlich viele Menschen gedacht. Wie sehr es jedoch tatsächlich unter der Oberfläche brodelt, wie schnell die Situation eskalieren kann und Antisemitismus selbst vor unserer eigenen Haustür in Deutschland wieder für alle sichtbar wird, wird uns seit einigen Wochen erschreckenderweise vor Augen geführt. Denn Antisemitismus existiert leider heute, wie damals und führt dazu, dass sich viele Juden nicht sicher fühlen können. „Der Antisemitismus war weitverbreitet - wir haben Vorurteile gegen Juden schon übernommen, bevor Hitler überhaupt an die Macht kam. (…) was die meisten Deutschen glaubten, ist nicht einfach verschwunden, nur weil wir den Krieg verloren haben.“ INHALT: Die 27-jährige Hannah kommt 1972 mit der Thematik in Berührung, als sie sich nach dem Tod ihrer Mutter Lieselotte, mit ihren Wurzeln auseinandersetzt. Warum ist ihre Mutter ihr und ihrem Vater gegenüber immer so kalt und unnahbar gewesen? Warum hat sie kaum etwas von sich und ihrer Herkunft erzählt? „Niemand wird so verschlossen geboren, Tante Lavinia. Ich muss wissen, ob das einfach ihr Wesen war, so abweisend zu sein, oder ob ihr etwas zugestoßen ist ... oder ob es an mir lag.“ Als Hannah alte Briefe durchgeht und auf einen ihr bis dahin unbekannten Großvater in Deutschland trifft, muss sie bald feststellen, dass die Geschichte ihrer Familie - vor dem Hintergrund des Holocausts - dunkler ist, als vermutet. Plötzlich lastet dieses Erbe als große Schuld auf ihren Schultern. Wie soll sie damit umgehen? Und wie lässt sich all das verzeihen? Berlin, 1938: Lieselotte bangt um die sterbenskranke Mutter, während ihr Bruder Rudi sich für die Nationalsozialisten begeistert und deren Sicht der Dinge vertritt: „Es wäre eine Gnade für sie, wenn sie nicht mehr leben würde. Sie verschlingt unsere Finanzen, und ihr Leben ist nicht mehr produktiv.“ Während der Vater zum ranghohen Mitglied der Nazipartei wird, engagiert sich Lieselotte in der Bekennenden Kirche und setzt sich heimlich für Juden ein. Doch diese werden immer häufiger denunziert, deportiert oder umgebracht und auch für Lieselotte wird die Situation immer gefährlicher … MEINUNG: Zugegebenermaßen habe ich mich vor dem Buch etwas gedrückt. Die vergangenen Wochen, der Krieg in Nahost und der aufflammende Antisemitismus auf dieser Welt, haben die Geschehnisse während des Zweiten Weltkriegs wieder so greifbar werden lassen. Und damit auch den Inhalt des Buches. Gleichzeitig sind genau solche Themen in Büchern wichtig, um Augen zu öffnen und um uns zu verdeutlichen, wohin dieser Hass und diverse Ideologien führen können … Zudem war der vorherige Roman der Autorin („Das Medaillon“) für mich ein absolutes Jahreshighlight in 2022, daher wollte ich mir „Die verschwiegenen Jahre“ unbedingt auch zu Gemüte führen! Auf zwei Zeitebenen erzählt Cathy Gohlke gekonnt die Geschichte von Hannah (ab 1972), die ihre Wurzeln unter die Lupe nimmt und einem dunklen Geheimnis auf der Spur ist; und von ihrer Mutter Lieselotte (ab 1938), die in einer nationalsozialistisch geprägten Familie aufwächst und die Schrecken des Krieges miterleben muss. Die beiden Erzählstränge ergänzen sich harmonisch und ergeben eine spannende und teils erschütternde Familiengeschichte vor dem Hintergrund des Holocausts, welche ich regelrecht verschlungen habe. Durch den Wechsel der Zeitebenen, war das Grauen des Krieges für mich beim Lesen etwas besser auszuhalten. Trotzdem fand ich es wieder erschreckend, wie mit Juden, alten und kranken Menschen umgegangen wurde. Oder, dass von Frauen erwartet wurde, als Gebärmaschinen für arische Nachkommen zu dienen. Mit großem Interesse habe ich auch die Thematik der „vererbten Schuld“ verfolgt: „Ich fühle mich schmutzig ... als könnte ich nie wieder sauber werden. Als hätte ich nicht leben dürfen, als hätte meine Familie nicht überleben dürfen.“ Der Schreibstil ist flüssig, leicht zu lesen und die Zahl der Personen nicht allzu groß, wodurch man sich intensiver mit den zwei Protagonistinnen befassen kann. Mit beiden habe ich sehr mitgefiebert. Während ich zu Beginn etwas an Emotionalität vermisst habe, hat mich das Buch nach etwa 300 Seiten so umgehauen, dass mir dafür die Worte fehlen. Bei dieser tragischen Entwicklung musste ich schwer schlucken - mich hat sie unglaublich berührt! Das Buch wird mich noch lange beschäftigen. Noch immer habe ich Bilder vor Augen … FAZIT: Cathy Gohlke gelingt es erneut, mich von einer tragischen und mitreißenden Familiengeschichte vor dem Hintergrund des Holocausts zu beeindrucken, die mich sehr berührt hat. Durch unsere weltpolitische Lage und den aufflammenden Antisemitismus wirkt der Roman aktueller und greifbarer denn je. Das Buch lässt mich nachdenklich zurück und wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben … 4,5/5 Sterne, ein Highlight und eine große Empfehlung von mir! (C. N.: Antisemitismus, Mord, Vergewa*tigung, Tod, Trauer, Ableismus)

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