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Zukunftsmusik Roman

5

14,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

30.08.2023

Verlag

Fischer Taschenbuch Verlag

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

18,8/12,4/2,1 cm

Gewicht

161 g

Farbe

Elfenbein / Kaffee

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-596-70939-7

Beschreibung

Rezension

Katerina Poladjan hat mit ›Zukunftsmusik‹ einen der ganz großen deutschen Gegenwartsromane geschrieben, den man jetzt in Zeiten des Krieges anders liest als noch in der Zeit des Friedens. ("WDR 2")
Vier weibliche Mitglieder einer Familie, eine Kommunalka und viel Witz – daraus entwirft Katerina Poladjan ein Sittengemälde der späten Sowjetunion. ("Ruhr Nachrichten")
Unbedingt lesen! ("Freundin")
Man könnte noch sagen, dass [Katerina Poladjan mit ›Zukunftsmusik‹] ein ›Buch der Stunde‹ geschrieben hat, das man jetzt lesen muss, im Angesicht russischer Großmachtfantasien. ("Der Spiegel")
Ein Schlüsselwerk, ein Pflichtbuch. ("Kleine Zeitung")
Man kann es lesen als eine Allegorie auf einen historischen Wendepunkt in der Geschichte der Sowjetunion. Vor allem aber ist [Poladjans] Roman ein Psychogramm [...] ("Freizeitmagazin Leo der Rheinpfalz")
Poladjans kurzer Roman ist voller novellistischer Beobachtungen. Aus dem lebensgrossen Glück oder Unglück der Menschen wird allerdings etwas Grösseres: ein psychologischer Augenblick der Zeit. ("Neue Zürcher Zeitung")
Der Roman ›Zukunftsmusik‹ ist ein Hoffnungs- und ein Trostbuch. Eine literarische Verteidigung der Menschlichkeit unter den besonderen Bedingungen der Macht. ("Neue Zürcher Zeitung")
Das Schöne ist, dass dieses Buch jenseits jedweder Aktualität eine Klasse für sich ist. ("Der Tagesspiegel")
Katerina Poladjans Roman [...] erzählt in seinem Kern von der Liebe, von der Hoffnung auf und der Sehnsucht nach einem besseren Leben. ("Der Tagesspiegel")

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

30.08.2023

Verlag

Fischer Taschenbuch Verlag

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

18,8/12,4/2,1 cm

Gewicht

161 g

Farbe

Elfenbein / Kaffee

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-596-70939-7

Herstelleradresse

FISCHER Taschenbuch
Hedderichstr. 114
60596 Frankfurt
DE

Email: produktsicherheit@fischerverlage.de

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  • Bewertung

    5/5

    16.08.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    In der sowjetischen Provinz

    Wir sind in Sibirien in der Sowjetunion in einer Kommunalka, das war eine Art staatlich verordnete WG, in der die Zimmer einer Wohnung auf mehrere Familien verteilt wurden, und die kollektiv genutzten Räume wie Küche und Bad so reguliert gemeinsam genutzt wurden, wie es die staatlichen Institutionen vorsehen. So wird der 3 cm zu grosse Küchentisch von Maria durch Genosse Matwei beklagt. Aber natürlich auch Begegnungsstätte zwischen den Bewohnern, deren Privatsphäre ja auf ein Zimmer beschränkt blieb. Wir landen tief im Dickicht sowjetischer Absurditäten. Und rund um diese Bühne gruppiert sich das Personal dieser Bühne an dem Tag, an dem der verehrte Genosse Generalsekretär Tschenenko das Zeitliche gesegnet hat. Wir sind im März 1985, als ein neuer Mann im Kreml an die Macht kommt, der Michail Gorbatschow heißt. Es wird Chopins Trauermarsch im Dauerlauf gespielt, aber in der sibirischen Provinz geht die sowjetische Realität unverändert weiter, noch ahnt niemand, welche Umwälzungen bevorstehen. Janka plant ihr Kwartirnik, eine Art “Hauskonzert” nicht systemkonformer Musik. Nachts arbeitet sie in der Fabrik, tagsüber kümmert sie sich um ihre Tochter Koschka, ihre Mutter Maria geht als Aufsicht ins Museum und die Oma Warwara hilft als pensionierte Hebamme auf der Gebärstation Kindern auf den Weg. Da ist Matwei, der pateitreue korrekte Beamte, der Versuche für die Weltraumfahrt beaufsichtigt. Ihm passiert an diesem Tag Unerhörtes, eine Versuchsperson stirbt. Es wirft ihn aus der Bahn, er klagt sich selber an. Da ist Ippolit, der Zugbegleiter, der immer alleine ist, weil seine Frau als Zugbegleiterin dann unterwegs ist, wenn er frei hat. Dann gibt es noch einen Professor, der immer abwesend ist, die Karisen und die Liebermann. Mit diesem Personal vollführt die deutsche Autorin mit russischen Wurzeln Grandioses, da wird geliebt, da wird gelästert und vor allem wird überlebt. Es entstehen groteske und absurd komische Dialoge. Die Welt wird als eine bürokratisch strukturierte Farce beschrieben, in der die “grosse Idee” den Menschen schätzen lernt, was ist, das beste aus der Situation zu machen und geduldig auf eine Verbesserung der Situation zu warten. Dieses kalte bürokratische System zwingt zur Menschlichkeit. So hilft die resolute Warwara einem Kind auf die Welt, dessen Mutter es ihr überlassen will. Matwei holt Koschka ab, weil Janka eine Gitarre auftreiben muss. Ihre Freunde Pawel und Andrej helfen ihr, mehr oder weniger. Das Ende des Buches ist der “Kwartirnik” und so surreal wie überragend.

  • Bewertung

    5/5

    26.04.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zeitenwende in der Kommunalka

    Aus einem Transistorradio scheppert Chopins Trauermarsch. So beginnt frühmorgens der Tag, an dem allmählich durchsickert, dass Generalsekretär Tschernenko gestorben ist. Die Bewohner der Kommunalka, in einer Stadt weit östlich von Moskau gelegen, berührt das wenig. Keiner begreift diesen Tag als Zeitenwende. Jede und jeder geht dem gewohnten Alltag nach. Der Höhepunkt des Tages soll am Abend Jankas Küchenkonzert, ein Kwartirnik, werden. Wenn es Pawel doch nur gelingt, ihr bis dahin Ersatz für ihre beschädigte Gitarre zu besorgen. Poladjans Roman ist mit seinen leicht surrealen Momenten eine großartige Verbeugung vor der "russischen Seele": Auf dem Herd der Karisen simmert immer ein Topf mit köstlichem Essen, aus dem sich die anderen unauffällig bedienen. Und ist der Professor, den keiner zu Gesicht bekommt, womöglich durch das Dach verschwunden?

  • Ingrid

    aus Düsseldorf

    5/5

    23.02.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Liebe, Trauer, Wut und Hoffnung der Bewohner einer Kommunalka Mitte der 1980er

    Der Roman „Zukunftsmusik“ von Katerina Poladjan spielt am 11.März 1985 in der Sowjetunion, in einer Stadt östlich von Moskau, die über eine Klinik, ein Museum für Natur- und Völkerkunde, eine Fabrik zur Glühbirnenproduktion, eine technische Fakultät sowie ein geheimes Institut verfügt. Am Vortag ist der Staats- und Parteichefs Tschernenko verstorben, daher läuft im Radio Trauermusik. Die Autorin nimmt in ihrer Geschichte eine Kommunalka in den Fokus, in der das Staatsereignis kaum wahrgenommen wird. Aber ohne dass es jemand von den Mitbewohnern ahnt, bricht an diesem Tag eine politisch bedeutende neue Zeit an, von dessen Auswirkungen alle betroffen sein werden. In einer der Mietparteien der Kommunalwohnung leben vier Generationen auf kleinem Raum zusammen. Warwara ist Mitte 60 und wurde nach dem plötzlichen Tod ihres Ehemanns von ihrer Tochter Maria in die häusliche Gemeinschaft aufgenommen. Sie arbeitet immer noch aushilfsweise als Hebamme in der städtischen Klinik. Maria ist 45 Jahre alt, lebt getrennt und arbeitet als Museumswärterin. Ihre 20-jährige Tochter Jalka gehört ebenfalls zum Haushalt und ist seit einiger Zeit selbst Mutter. Um zum Haushaltsbudget beizutragen, arbeitet Jalka Schichten in der Fabrik. An eben jenem 11. März 1985 möchte sie mit einem Küchenkonzert in der Kommunalka etwas Neues wagen, doch die Umstände sprechen eher gegen die Durchführung. In dem Mikrokosmos der Wohngemeinschaft haben die meisten sich längst mit den Gegebenheiten abgefunden. Die vom Staat genehmigte Wohnfläche für jeden ist klein, aber man arrangiert sich. Das Gemeinwohl steht über dem des Einzelnen. In der Küche bleibt man nicht lange allein und in den Töpfen und Schränken der anderen lässt sich gern was Gutes finden. Dennoch hat sich jeder auf seine Weise einen Rückzugsort geschaffen. Auch wenn es nicht zu einem eigenen Bereich in der Wohnung reicht, kann man beim Träumen die ganze Welt bereisen und die Person sein, wer immer man sein möchte. Fantasien sind nicht zu reglementieren und nicht strafbar. Janka wünscht sich beispielsweise, mit einem selbstverfassten Lied berühmt zu werden und damit endlich die Tristesse ihres bisherigen Alltags hinter sich zu lassen. Katerina Poladjan hat ihre Figuren liebevoll mit Eigenarten versehen, die dafür sorgen, der Geschichte einen heiteren Ton zu verleihen. Auch wenn vieles in einem abgesteckten staatlichen Rahmen stattzufinden hat, sorgen Gefühle weckende zwischenmenschliche Kommunikation und unvorhergesehene Ereignisse für Abwechslung im Leben der Bewohner der Kommunalka. Liebe, Wut, Trauer und Hoffnung sind nicht zu vermeiden und vor allem die Älteren wissen, dass es trotz manchem Sturm immer weitergeht und jeder Tag neue Herausforderungen mit sich bringt. In ihrem Roman „Zukunftsmusik“ erzählt Katja Poladjan von einem Tag Mitte der 1980er im Leben einer Familie mit vier Generationen von Frauen, die auf engem Raum zusammenleben. Keine von ihnen ahnt, dass an diesem Tag eine politische Wende beginnt, alte Krusten aufgebrochen und neue Werte gesetzt werden, die zu unendlich weiteren Träumen von Chancen führen. Die Geschichte entbehrt nicht einem amüsanten Unterton durch die kleinen Marotten der Figuren. Gerne empfehle ich das Buch weiter.

  • Aischa

    aus Kissing

    4/5

    15.12.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zwischen Pessimismus und Perestroika

    Katerina Poladjans neuester Roman spielt an einem einzigen Tag. Es ist der 11. März 1985, der Tag nach dem Tod des sowjetischen Generalsekretärs Tschernenko. An diesem Tag wurde Michail Gorbatschow zu dessen Nachfolger gewählt. Dies wird nicht explizit erwähnt, und doch scheinen bei einer gewissen Grundschwermut, die sich durch die Erzählung zieht, auch immer wieder hoffnungsvolle Zukunftsaussichten durch. Ausgangspunkt der Geschichte ist eine Kommunalka, eine Gemeinschaftswohnung mit sechs Mietparteien. Der Staat ist auch im Privaten stets gegenwärtig, was beispielsweise dadurch deutlich wird, dass sogar die Länge der Küchentische vorgeschrieben ist. Die Bewohner sind bunt zusammengewürfelt, vom systemgetreuen Genossen, unter dessen Verantwortung ein Student bei einem medizinisch-physikalischen Versuch stirbt, bis zur jungen Musikerin, die nicht weiß, welcher ihrer Liebhaber der Vater ihrer Tochter ist. Dabei ist der Autorin eine grundlegende Liebe zu den Menschen anzumerken, egal wie schrullig eine Figur gerät, sie ist immer auch mit liebenswerten Eigenschaften ausgestattet. Der Roman ist von extremer Dichte und voller Anspielungen auf russische Literatur und Musik, die ich ehrlich gesagt mangels entsprechender Kenntnisse großteils nicht verstanden habe. Sehr unterhaltsam fand ich die stellenweise surrealen, zumindest aber skurrilen Twists. Und auch Poladjans Humor ist großartig, etwa wenn es über den Erdtrabanten heißt: "Was die Amerikaner vom Mond übrig gelassen hatten, hing tief am Nachmittagshimmel."

  • Sikal

    3/5

    27.02.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Umbruch

    Die Autorin Katerina Poladjan lädt uns ein, einen Blick in eine Kommunalka zu werfen und den Themen kurz vor der Ära Gorbatschow zu folgen. Wir begegnen vier Frauen einer Familie: Großmutter Warwara, Mutter Maria, Tochter Janka und der kleinen Enkelin Kroschka. Sie teilen sich mit anderen Mietern Küche und Toilette und müssen auch in ihrem privaten Zimmer sehr beengt leben, was immer wieder Konflikte heraufbeschwört. Warwara geht noch immer zur Arbeit ins Krankenhaus während Maria beinahe in einem Museum verstaubt und auch die kleine Kroschka in den Kindergarten bringt. Janka arbeitet nachts während sie von einer Karriere als Musikerin träumt. Ein Konzert in der Küche der Kommunalka soll ihr zu einem großen Sprung verhelfen, immerhin hat ein bekannter Künstler sein Kommen zugesagt. Doch ihre Gitarre ist kaputt und wie soll sie nun Musik machen? Außerdem begegnen wir noch den anderen Mietern der Gemeinschaftswohnung: Dem Nachbarn Koslapijs, der als Schlafwagenschaffner arbeitet und immer in Gegenrichtung zu seiner Frau unterwegs zu sein scheint. Und dem Ingenieur Matweij, der nach einem Vorfall im Institut seine Arbeit abbricht und irgendwie immer etwas zu sortieren hat. Generell will uns die Autorin in das Leben, das an einem Wendepunkt steht, einbeziehen. In beengte Wohnverhältnisse zu Sowjetzeiten und eine Hoffnung auf eine unbekümmerte, glorreiche Zukunft, die so ganz dann doch nicht eingetreten ist. Die Bewohner wollen sich den Umbruch noch nicht vor Augen führen, gönnen sich kleine Ausflüge aus dem Alltag der deprimierenden Situation. Der Schreibstil der Autorin ist zum Teil etwas sperrig und konnte mich nur bedingt fesseln. Die Charaktere scheinen flatterhaft und sind nicht zu greifen. Das Thema selbst hat man schon zig-fach gelesen. Leider konnte mich der Roman nicht so ganz erreichen, daher nur 3 Sterne.

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