Und hierum geht es auf Deutsch: Wir sind in Kairo, im Jahr 1917. Fiona Figg, 25, Kitty Lane, 18, und Captain Clifford Douglas, Trio Infernale des Britischen Geheimdienstes, sind in geheimer Mission unterwegs nach Kairo. Einem Hinweis folgend sind sie dem deutschem Agenten Fredrick Fredricks auf der Spur, und mischen sich unter die britische Ex-Pat-High Society. Kaum angekommen, überschlagen sich aber auch schon die Ereignisse: ein junger französischer Archäologe wird tot in einer alten Grabkammer gefunden, ein weiterer britischer Agent wird vermisst, und es scheint einen blühenden Handel mit altägyptischen Kunstwerken zu geben, mit dem deutsche Agenten sich finanzieren. Kitty und Fiona heben alle Hände voll zu tun – und ganz nebenbei liegt der Ausgang des Krieges in ihren Händen….
Auf knapp 300 Seiten überschlagen sich beinahe die Ereignisse, und wir rennen mit den Protagonistinnen eine Woche durch Kairo zur Weihnachtszeit.
Ja, was soll ich sagen, ich war bestens unterhalten . Aus Fionas Ich-Perspektive erzählt, rasen wir durch das Ägypten zu Zeiten des 1. Weltkrieges. Das hier ist cozy crime vom Feinsten, sehr viel trockener Humor, dezente Satire, ich fand es super lustig und unterhaltsam. Die Autorin mixt Fakt und Fiktion, hier tauchen reale Persönlichkeiten wie Laurence von Arabien, Gertrude Bell und der Archäologe Howard Carter auf, die munter mit den fiktiven Charakteren interagieren, ich fand es sehr lustig. Ich weiß nicht, ob die genannten drei es auch so lustig finden würden, vor allem Carter steht hier nicht wirklich gut da, aber andererseits, satirisch gesehen: passt .
Trotz allem Humor und aller Satire muss man aber neidlos eingestehen, dass die Autorin das historische Setting gut recherchiert und dargestellt hat. Ich habe diverse Sachbücher und Biografien über Gertrude Bell und die Carterschen Ausgrabungen gelesen, und für mich war der Roman hier vom Setting stimmig. Also bei aller Phantasie des Falles: so in etwa stelle ich mir die Ära in Ägypten damals auch vor.
Ja, natürlich ist das hier kein Spionagethriller im herkömmlichen Sinne, das muss einem klar sein. Fionas Ermittlungstechnik ist nicht wirklich die Ausgefeilteste, hahahaha, sie klopft gerne einfach irgendwo an, stellt sich als British Intelligence vor und legt los, das ist natürlich Diplomatie pur , aber nochmals: es hat hier gepasst.
Das Buch ließ sich sehr gut weg lesen, auch als Nicht-Muttersprachlerin bin ich durch die Seiten geflogen.
Das hier ist der zweite Teil einer Serie, man kann aber getrost auch hiermit einsteigen. Alles nötige an Vorgeschichte bekommt man nebenbei erzählt. Und es geht mit einem dritten Teil demnächst wohl weiter: die Jagd auf Fredrick Fredricks muss weitergehen. Da bin ich doch gerne wieder mit dabei!
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