Es ist eine dieser klaren, kühlen Nächte, die mitten im Sommer wie ein Geschenk des Himmels hereinbrechen. Wäre da nicht die Miete, hätte Wallace keine Sorgen mehr. Dann sieht er Esther, die alles hinschmeißen will - und sich von einer Klippe stürzt. Wallace springt ihr hinterher, rettet ihr das Leben und verliebt sich in sie. Doch bevor er herausfinden kann, wovor sie fliehen will, ist sie schon wieder weg, entführt. Aber Wallace wäre nicht Wallace, wenn er jetzt den Kopf verlieren würde. Er bleibt ruhig. Wie ein Mönch. Wie ein Henker. Und er wird sie finden. Die Comic-Legende Frank Miller, Schöpfer des bahnbrechenden Batman: The Dark Knight Returns, liefert im letzten Band seines Noir-Epos ein schonungsloses Trommelfeuer aus brutaler Action, dunklen Geheimnissen und tragischen Helden.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
caught_in_fairytales
aus München
4/5
24.02.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie immer beeindruckende Zeichnungen von Miller
Zeichnungen
Frank Millers schwarz/weiß-Zeichenstil ist unverkennbar und einfach immer wieder beeindruckend, auch wenn die diesmal eingesetzten blauen Akzente nicht ganz die Wirkung hatten wie beispielsweise das Rot im ersten Band. Besonders gefallen mir immer wieder Millers Regenszenen - das kann er einfach gut! - oder sein cleveres „Farb“-Spiel mit schwarz/weiß, wenn die teils sparsam eingesetzten und angedeuteten Details am meisten Wirkung erzielen. Unerwartet und amüsant fand ich auch den Mittelteil, der im Zeichenstil abweicht, aber dazu mehr im Fazit.
Fazit
Mit 328 Seiten war Band 7 ein richtiger Klopper, mit dem ich sehr Spaß hatte! Die Motivation des Protagonisten Wallace war zwar ziemlich simpel (aka Jungfrau in Nöten), und die weibliche Protagonistin war unerwartet labil und oberflächlich ausgearbeitet im Gegensatz zu den üblichen Miller-Powerfrauen, aber dafür war der Protagonist anständig und ließ sich nicht von seiner dunklen Heldenreise abbringen, und die genialen Zeichnungen haben sowieso von allem abgelenkt.
Wir haben also die Miller- (oder Noir-?)typischen ekligen männlichen Nebenfiguren, die Frauen nur als Objekt betrachten, und natürlich die stets überse*ualisierten weiblichen Nebenfiguren Im Gegensatz dazu einen Protagonisten, der ebendiese Männer verachtet und Frauen respektiert. Morde, Verfolgungsjagden und korrupte Polizisten dürfen natürlich auch nicht fehlen.
Nun zu den angekündigten Zeichnungen im Mittelteil: Wallace leidet an einem Punkt an Halluzinationen, und die Umsetzung dieser war einfach genial! Und zwar deshalb, weil wir den Fortgang der Ereignisse durch Wallace‘ verzerrte Wahrnehmung erzählt bekommen. Es taucht also schon mal ein Dinosaurier, Captain America oder ein Raumschiff auf, die Verfolger oder Verbündete darstellen, oft nach jedem Panel wechselnd, sodass es anfangs verwirrend ist, wer in der Comic-Realität wen darstellen soll.
Aus genannten inhaltlichen kleinen Schwächen 4 Sterne, aber allein die Zeichnungen sind die Lektüre definitiv wert! Und im neu aufgelegten Schuber sieht die Reihe noch genialer aus! Macht richtig Lust auf mehr Noir, mit dem ich bisher zugegebenermaßen wenig in Berührung gekommen bin.
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