Ist gründliche wissenschaftliche Arbeit mit einem tiefen Glauben an Gott vereinbar? Prof. John Lennox untersucht die Plausibilität einer christlich-theistischen Weltanschauung im Licht von neuesten Entwicklungen in der wissenschaftlichen Diskussion. Er konzentriert sich dabei auf aktuelle Aspekte der Evolutionstheorie, Fragen nach dem Ursprung des Lebens und des Universums und auf die Konzepte von Geist und Bewusstsein. So führt er detailliert und überzeugend in die Debatte zwischen Wissenschaft und Glaube ein. Dabei macht er auch deutlich, warum er nach wie vor von einem christlichen Ansatz zur Erklärung dieser Phänomene überzeugt ist. Dieses Buch ist solide in der Argumentation und respektvoll im Ton – eine wertvolle Lektüre für jeden, der sich mit der Beziehung von Wissenschaft und Gottesglauben auseinandersetzen will.
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Eine brillante Argumentation, komplexe Sachverhalte werden allgemein verständlich dargestellt. Absolute Leseempfehlung!
Bewertung aus Bargteheide am 06.05.2024
Bewertungsnummer: 2195068
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Der emeritierte Mathematik Professor John Lennox ist ein begnadeter Redner und Buchautor, dessen Wissen weit in die Naturwissenschaften reicht. Im vorliegenden Buch „Kosmos ohne Gott – Warum Glaube und Wissenschaft zusammengehören“ konnte ich mich umfassend über den aktuellen Stand der Forschung und den Diskussionen in der Biologie informieren. Meiner Meinung nach reicht ein grundlegendes Interesse an den Naturwissenschaften aus, um der Argumentation im Buch zu folgen, hinzu kommt das Prof. Lennox Deutsch auf muttersprachlichem Niveau Deutsch spricht, so dass die Lebendigkeit und Faszination von Professor Lenox, die er in seinen öffentlichen Vorträgen und Diskussionen zeigt, auch hier im Buch brillieren. So ist er in der Lage in seinen Büchern allgemein, aber auch in diesem besonders, gekonnt auch komplexe Sachverhalte anschaulich, für ein breites Publikum darzustellen, ohne dass dies auf Kosten der Genauigkeit geht. So bekommt der Leser einen aktuellen Stand der Diskussion zwischen den verschiedenen Ansätzen in der Evolutionstheorie und der Kritik aus christlicher Sicht.
Das übergreifende Thema von Prof. Lennox ist, dass das Grundprinzip von Forschung, das Ergebnis eines Experiments und seine Interpretation ergebnissoffen sein sollte, und dass der eigentliche Kampf, der nicht zwischen Wissenschaft und Gottesglauben stattfindet, sondern vielmehr zwischen einer materialistischen (naturalistischen) und einer übernatürlichen oder theistischen Weltanschauung. Denn die Naturwissenschaften sind dazu verpflichtet, Ergebnis offen zu forschen und nicht bereits im Vorhinein bestimmte mögliche Ergebnisse auszuschließen.
Dabei habe ich zu meiner Freude erfahren, dass in den aktuellen Diskussionen der Biologie der christliche Glaube einen gut fundierten Standpunkt besitzt. Dem Autor ist es gelungen, mir als Leser, die Prämisse des Buches klar darzustellen, dass die Existenz Gottes nicht gegen die naturwissenschaftlichen Grundsätze verstößt, sondern im Gegenteil die Strukturen die in allem Lebendigen innewohnt und mit denen sich die Biologie, Chemie und Informatik beschäftigen deutlich machen, dass hier ein Schöpfer am Werk ist. Dabei schafft es Prof. Lenox die Informationen so aufzubereiten, dass Menschen mit einem allgemeinen Verständnis der Naturwissenschaften dem Buch folgen können, und Spaß haben mit dem Autor die Spuren des Schöpfers in der Biologie, Chemie, Physik und Informatik zu folgen.
Ein grandioses Werk, das ich nur weiterempfehlen kann, insbesondere für alle, die nicht festgefahren sind, sondern offen sind für Argumentationen und Diskussionen und daran ihre Freude haben.
Ein sehr lesenswertes Buch für Personen, die sich für Wissenschaftstheorie und Religionsphilosophie interessieren
Tobias Krieg am 13.12.2023
Bewertungsnummer: 2087941
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
John Lennox ist ein emeritierter Professor für Mathematik der University of Oxford, der sich seit Jahrzehnten mit den Fragestellungen und Zusammenhängen von Wissenschaftstheorie und Religionsphilosophie beschäftigt. In der Debatte Theismus vs. Atheismus hat er sich wiederholt öffentliche Diskussionen mit Anhängern des Neo-Darwinismus wie Richard Dawkins geliefert. In seinem Buch "Kosmos ohne Gott. Warum Glaube und Wissenschaft zusammengehören" (OT: "Cosmic Chemistry. Do God and Science mix?") befasst er sich intensiv mit der Frage, ob ein theistisches Weltbild mit der Naturwissenschaft und dem aktuellen Stand von Physik, Chemie und Biologie in Einklang zu bringen ist. Im weiteren Verlauf des Buches geht er dann auf seinen persönlichen Glauben, das Christentum, ein und schaut auch hier, inwiefern dessen Aussagen mit Naturwissenschaft und rationalem Denken vereinbar sind.
Aufgeteilt ist das Buch in fünf Abschnitte, welche jeweils aus mehreren Kapiteln bestehen. Es hat einen Umfang von 442 Seiten, wozu noch etwa 45 Seiten Quellenangaben und Index kommen.
Abschnitt Eins beinhaltet die Einführung ins Thema. Zu seinem zentralen Anliegen schreibt der Autor (S.19): "...ist im Wesentlichen eine Frage der Weltanschauung. Welche Weltanschauung verträgt sich am besten mit der Wissenschaft: Theismus oder Atheismus? Hat die Wissenschaft Gott begraben oder nicht?" Er führt den Leser durch eine kurze Geschichte von Wissenschaft und Philosophie und zeigt, dass viele große Denker und Wissenschaftler Anhänger eines Glaubens an Gott waren.
In Abschnitt Zwei erklärt er Grundlagen und Grenzen der Naturwissenschaft und erläutert die vorherrschenden Paradigmen (Naturalismus bzw. Materialismus und Physikalismus). Er kommt zu dem Ergebnis, dass die Existenz eines Gottes, der das Universum geschaffen hat und aufrechterhält, nicht von der Wissenschaft ausgeschlossen werden und im Gegenteil sogar besser die Existenz von Naturgesetzen erklären kann.
In Abschnitt Drei geht es um die Feinabstimmung des Universums und um die Entstehung von Leben mit Bezug auf die neuesten Entwicklungen der Zellbiologie. Zentraler Begriff ist hier die "Information" und damit verbunden die Frage, wie in einem unbelebten Universum Information entstehen kann. Die aktuell bestehenden physikalisch-chemischen Theorien können diese Frage nicht wirklich beantworten. Danach geht es darum, ob Mechanismen im Universum überhaupt neue Information hervorbringen können oder ob dies evtl. nur von "außen" geschehen kann (übernatürliches Einwirken).
Abschnitt Vier widmet der Autor intensiv der (Neo-)Darwinschen Evolutionstheorie. Dabei kommt der Autor zu dem Schluss, dass sie in vielfacher Hinsicht erweitert und ergänzt werden muss. Aus seiner Sicht sind biochemische Prozesse so komplex, dass die von einer höheren Intelligenz geplant sein müssen (Gott). Zufällige Prozesse kommen nicht für die Entstehung komplexer informationshaltiger Systeme infrage.
Im abschließenden fünften Abschnitt geht es um die Systembiologie, die Auswirkungen der bisherigen Erkenntnisse zu Information, um Geist und Materie, Gehirn und die Quantentheorie. Der Logos als das steuernde Prinzip des Universums kommt vor Masse und Energie und erinnert mehr an ein Sprachwerk wie im Neuen Testament bei Johannes 1,1. Der Logos ist Gott und das Universum "wortbasiert". Dabei ist die Schöpfung kein einzelner Akt, sondern eine Abfolge von Sprechakten, durch die Gott neue Informationen ins (laufende) Universum gebracht hat. Dies führte jeweils zu einer Singularität, von denen es mind. drei gibt: Ursprung...des Universums, des Lebens und des Menschen. Gott ist Geist, Information ist immateriell. Geist lässt sich nicht auf Materie reduzieren. Das Universum scheint eher der Ausdruck einer Idee als ein physisches Ding zu sein. Alles beginnt mit Bewusstsein, also dem Geist Gottes.
"Kosmos ohne Gott" ist ein äußerst interessantes Buch, das mir eine Reihe von neuen Erkenntnissen und Ideen nahegebracht hat. Lennox' Darstellungen wirken sehr fundiert (er bezieht sich in vielen Fällen auf Veröffentlichungen von Nobelpreisträgern und anderen renommierten Forschern auf ihren Gebieten), sind für mich als Laien aber auch teilweise nur bedingt nachvollziehbar, so dass ich an manchen Stellen seine Interpretationen und Schlussfolgerungen nicht abschließend bewerten kann. Generell habe ich den Eindruck, dass er "der Suche nach Wahrheit verpflichtet" ist, bei seinen biblischen Ausführungen scheint er mir aber dennoch durch sein eigenes Weltbild geleitet zu sein (was nicht automatisch zu falschen Annahmen führt; allerdings kann ich ihm persönlich dort nicht folgen, obwohl sich meine Sicht auf Theologie und Intelligenz im Universum durch die Lektüre ohne Zweifel verändert hat). Dessen ist er sich aber auch bewusst.
Aus meiner Sicht kann man das Buch auch so verstehen, dass der Autor zeigen will, dass die christliche Theologie mit Naturwissenschaft sehr gut vereinbar ist bzw. sich beide sogar optimal ergänzen. Diesen Ansatz kannte ich bisher nur von Büchern, die sich mit moderner Physik und östlichen Philosophien und Religionen befassen. Ich musste immer wieder an "Das Tao der Physik" von Fritjof Capra denken. Lennox schreibt dazu (S.88): "Die Hauptaussage dieses Buches ist, dass die Wissenschaft Gott nicht begraben hat, sondern dass Theologie und Wissenschaft sich in einer kombinierten Erklärung vereinen, die mehr Aussagekraft hat als jede für sich allein." Auf S. 434 zitiert er Thomas H. Huxley: "Setze dich wie ein kleines Kind vor die Tatsachen, sei bereit, jede vorgefasste Meinung aufzugeben, folge demütig, wohin und zu welchen Abgründen die Natur auch immer führt, oder du wirst nichts lernen."
Leider ist das Buch nicht besonders "leserfreundlich" gestaltet. Der Autor reiht gefühlt oft ein Zitat an das nächste und geht nicht immer auf Basics der behandelten Themen ein. Teilweise verwendet er Begriffe, bevor sie im Text näher erläutert werden oder man sie aus dem Kontext auslesen oder erschließen kann. Mehr Vorwissen wäre hier sicherlich hilfreich (und zur Vertiefung findet man in den Quellen auch mehr als zahlreiche Literatur). Auf der anderen Seite hatte ich grundsätzlich den Eindruck eines roten Fadens, da der Autor seine Schlussfolgerungen immer wieder auf meist nachvollziehbare Weise zusammenfasst.
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