Der größte Dichter der frühen Moderne: die neue, überraschende Biographie von Rilke
Rainer Maria Rilke ist auch nach über einhundert Jahren ein Welteröffner. Er verführt seine Leser zur existenziellen Selbstbefragung und fordert Entschlüsse: »Du musst dein Leben ändern.« Seine Dichtung, das stellt Gunnar Decker auf faszinierende Weise heraus, war immer auch eine Reaktion auf die Krisen der Gegenwart, der Versuch, sich eine Gegenwelt zu erschreiben, die für ihn lebenswerter war als jene, die er in Prag, München, Worpswede, Moskau, Berlin, Rom, Duino, Venedig oder Paris vorfand. So scheinen Rilkes ruheloses Leben und sein metaphysische Fragen umkreisendes Werk auf einzigartige Weise verwoben. In seiner wunderbar erzählten Biographie widmet sich Decker auch erstmals Rilkes schwierigem Verhältnis zu seiner Mutter Phia, dem Nicht-Verhältnis zu seiner lebenslangen Ehefrau Clara und zur Tochter Ruth. Er beschreibt seinen Kampf gegen den körperlichen Verfall, der einen Schlüssel zum Verständnis des Werkes bietet, und deutet seinen Entschluss nach dem Ersten Weltkrieg, kein deutscher Dichter mehr sein zu wollen. Ein neuer, überraschender Blick auf eine der schillerndsten Dichterfiguren unserer frühen Moderne.
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Eine brillante Biografie!
Kristall86 aus an der Nordseeküste am 28.01.2024
Bewertungsnummer: 2118879
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Klappentext:
„Rainer Maria Rilke ist auch nach über einhundert Jahren ein Welteröffner. Er verführt seine Leser zur existenziellen Selbstbefragung und fordert Entschlüsse: »Du musst dein Leben ändern.« Seine Dichtung, das stellt Gunnar Decker auf faszinierende Weise heraus, war immer auch eine Reaktion auf die Krisen der Gegenwart, der Versuch, sich eine Gegenwelt zu erschreiben, die für ihn lebenswerter war als jene, die er in Prag, München, Worpswede, Moskau, Berlin, Rom, Duino, Venedig oder Paris vorfand. So scheinen Rilkes ruheloses Leben und sein metaphysische Fragen umkreisendes Werk auf einzigartige Weise verwoben. In seiner wunderbar erzählten Biographie widmet sich Decker auch erstmals Rilkes schwierigem Verhältnis zu seiner Mutter Phia, dem Nicht-Verhältnis zu seiner lebenslangen Ehefrau Clara und zur Tochter Ruth. Er beschreibt seinen Kampf gegen den körperlichen Verfall, der einen Schlüssel zum Verständnis des Werkes bietet, und deutet seinen Entschluss nach dem Ersten Weltkrieg, kein deutscher Dichter mehr sein zu wollen. Ein neuer, überraschender Blick auf eine der schillerndsten Dichterfiguren unserer frühen Moderne.“
Ich verehre die Werke Rilkes komplett. Was er geschrieben hat, ist unvergleichlich und einmalig. Mein Lieblingswerk ist „Der Panther“. Die Werke Rilkes zu analysieren fällt unglaublich schwer, denn es scheint schier unmöglich in die Gedanken dieses Genies eintauchen zu können. Es gibt Autoren, da kann man erahnen warum sie dieses oder jenes geschrieben haben, aber bei Rilke driftet man irgendwann komplett n die Unendlichkeit der Worte und ihrer Bedeutung ab. Er war ein Meister der Worte und wählte sie so, dass man sich darin verlieren konnte. Genau deshalb ist es von großer Wichtigkeit eine Biografie dieses Genies mal zu lesen. Gesagt getan mit dieser Ausgabe von Autor Gunnar Decker. Sein Zweittitel „Der ferne Magier“ trifft die Sache im Kern aber erstmal von vorn. In diesem Buch dürfen wir also in das Leben Rilkes eintauchen. Es geht um seine Kindheit, seine Versuche mit der Liebe, seiner ganz großen Liebe: den Worten selbst, es geht um Bekanntschaften, Freunde, Erfahrungen, Erkenntnisse, Bekenntnisse uvm.. Es ist eine waschechte Biografie die wir hier genießen dürfen und fest steht, wir kommen dem Magier der Worte definitiv näher und können ihn somit besser verstehen. Seine Beziehung zu seiner Tochter ist schmerzlich zu lesen aber ich muss gestehen, dass mich das nicht sonderlich gewundert hat bei ihm. Wiederrum den körperlichen Verfall zu erlesen tat ebenfalls weh und zeigte, wie er selbst sein Leben sah und wie schmerzhaft alles werden kann.
Diese Biografie bringt bedingt Licht ins Dunkle über Rilke selbst, denn das wahre Ich kann nur Rilke selbst erkannt haben, wenn er es sehen wollte und das hat er bestens für sich behalten. Dennoch hat Autor Gunnar Decker eine äußerst interessante Biografie verfasst, die sich sehr gut lesen ließ und eine echte Bereicherung ist. Fazit: Ein Muss für jeden Rilke-Fan und jeden Literatur-Interessierten! 5 Sterne hierfür und eine klare Leseempfehlung!
Rainer Maria Rilke (1875-1926)…
MaWiOr aus Halle am 13.11.2023
Bewertungsnummer: 2830866
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Rainer Maria Rilke (1875-1926) gilt als einer der einflussreichsten Lyriker des frühen 20. Jahrhunderts. Seine frühen Werke waren noch stark vom Jugendstil und vom Impressionismus geprägt. Später wandte er sich dem Symbolismus und der Moderne zu. Sein Leben war von vielen Veränderungen geprägt, die auch sein literarisches Schaffen beeinflusst haben. Der Schriftsteller und Journalist Gunnar Decker, der schon mehrfach Biografien vorgelegt hat (u.a. über Franz Fühmann, Hermann Hesse oder Ernst Barlach) widmet sich in seinem neuen Buch Rilke als „fernen Magier“. In acht umfangreichen Kapiteln beleuchtet er Rilkes Leben von dem Elternhaus, der Prager Kindheit, Schulzeit, Studium und Militärdienst über die ersten literarischen Arbeiten, sein Versuch, ein bürgerliches Leben zu führen, die Ehe mit der Bildhauerin und Malerin Clara Westhoff, seine Jahre in Paris, wo seine bedeutendsten Werke entstanden bis zu seiner Schaffensphase in der Schweiz und seiner Erkrankung und schließlich seinem Tod am 29. Dezember 1926. Die Biografie stellt Rilke als modernen Mystiker vor, als „einen Beschwörer der Als-ob-Existenz Gottes“, der am Ende seines Lebens ein französischer Dichter werden will. Doch in der Hauptsache wird der Mensch Rilke sichtbar. So findet Decker auch kritische Worte, wenn es um Rilkes Beziehungen zu anderen Menschen geht. Neben dem unsteten Leben Rilkes widmet sich der Autor auch immer wieder dessen vielschichtigem Werk, das sich durch sprachliche Musikalität und Flexibilität auszeichnet. Abgerundet wird die Neuerscheinung durch zahlreiche Anmerkungen und eine Zeittafel sowie ein Personenregister, das beim Auffinden der in dieser Biographie erwähnten Personen hilfreich ist.
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