Münsterland 1895: Zerrissen zwischen gesellschaftlichen Konventionen und dem Drang nach Freiheit kämpft eine junge Grafentochter für die Erfüllung ihres Traums ... Münsterland, 1895. Als älteste Tochter der Grafenfamilie von Scheweney ist Luises Leben vorbestimmt: Sie soll den Adligen Johan van Leeuwen heiraten und ihre Tage unter den feinen Damen der Gesellschaft verbringen. Doch die temperamentvolle Luise will ihre Zukunft selbst gestalten. Sie will Tiermedizin studieren und auf dem Gestüt ihrer Familie anpacken. Als sie heimlich an einer Veranstaltung der Frauenbewegung teilnimmt, lernt sie Max Brugge kennen. Der junge Sozialdemokrat hat für Luises Probleme nur Spott übrig, Johan wiederum entpuppt sich bei seiner Ankunft nicht nur als standesgemäß, sondern auch als weltoffen. Ein passender Ehemann scheint endlich gefunden - doch warum geht Max Luise einfach nicht aus dem Kopf?
Die große Münsterland-Saga von Lotte Grünewald: Band 1: Gut Friesenhain - Zwischen Traum und Freiheit Band 2: Gut Friesenhain - Zwischen Hoffnung und Vernunft Band 3: Gut Friesenhain - Zwischen Liebe und Skandal
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4.7/5.0
Eva_G
5/5
07.06.2024
Buch (Taschenbuch)
Der Kampf um die eigenen Träume
Ein Gestüt in der Nähe von Ibbenbüren im Münsterland, 1895: Der Gutshof Friesenhain ist bekannt für seine Pferdezucht. Schon allein deshalb hegen alle Mitglieder der Grafenfamilie eine große Liebe zu den großen, eleganten Tieren. Vorallem Luise, die ältere der beiden Töchter, genießt die Zeit auf den Pferden und kann hier eine Freiheit erleben, die es in ihrem sonstigen Leben nicht gibt. Auch Clara, die jüngste der drei Geschwister, fühlt sich den Pferden sehr verbunden, denn seit sie ein kleines Mädchen war, interessiert sie sich für alle Belange des Gestüts weit über die Liebe zu den Tieren hinaus. Nur zu gerne würde sie irgendwann das Gut führen, das aber wird ihrem großen Bruder Wilhelm einmal gehören. Obwohl dieser seit einem schweren Reitunfall des Vaters den Pferden und ihrer teilweisen Unberechenbarkeit misstrauisch gegenübersteht. Alle drei Geschwister haben mit den Zwängen der Gesellschaft zu kämpfen, erwarten die Eltern doch, dass sie die angedachten Pläne erfüllen. Dennoch pflegen die zwei Schwestern und auch Wilhelm eine enge Freundschaft zu Marie, der Tochter des Stallmeisters, die als Halbwaise vom Vater aufgezogen wurde und nun selbst beinahe das Amt eines Stallmeisters ausführt, denn sie liebt Pferde und hat ein Verständnis für die Tiere, wie es sehr modern und fortschrittlich ist. Doch vorallem Luise hält es seit einer Versammlung des Frauenvereins, der sie beiwohnen durfte, kaum mehr aus zwischen den gesellschaftlichen Konventionen und dem Druck, der auf sie ausgeübt wird, sich all dem zu Beugen und der Familie keine Schande zu bereiten, wie die Eltern es nennen...
Lotte Grünewald schildert die Lebenssituationen der drei jungen Frauen und auch des Grafensohnes sehr anschaulich und lebendig. Schnell hat man als Leser das Gefühl, selbst Teil der Handlung zu sein. Obwohl die Protagonisten in einer sehr konservativen und wenig fortschrittlichen Umgebung aufwachsen, entwickeln sie sich zu modernen und weltoffenen Menschen. Was ihnen wiederum das Leben nicht erleichtert, denn die Erwartungen der Eltern sind groß und setzen sie unter Druck. Vorallem das Thema der Frauenrechte steht im Mittelpunkt des Romans und zeigt, wie wichtig der Einsatz unserer Vorfahrinnen war, damit wir heute ein so selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben führen können.
Als ich das Buch begonnen habe, war ich wirklich gespannt, was mich erwartet, denn ich habe bisher ausschließlich Positives über diesen Roman gehört. Und es hat sich bereits auf den ersten Seiten gezeigt, dass ich mich dieser Meinung anschließen werde. Innerhalb kürzester Zeit war ich bereits in der Mitte des Buches angelangt und konnte mich kaum mehr lösen, denn ich wollte immer weiterlesen. Ich mag die drei jungen Frauen, die so unterschiedliche Träume haben, aber dennoch immer füreinander da sind und eine die andere trösten und verstehen kann. Auch Wilhelm war mir sofort sympathisch und es gefällt mir, wie er neben dem Sozialdemokraten Max Brugge, eine so elementare Rolle einnimmt und die modernen Männer dieser Zeit vertritt. Nun bin ich schon sehr auf den zweiten Band gespannt und freue mich, dass ich nicht jetzt schon endgültig Abschied von Gut Friesenhain nehmen muss, sondern noch zwei weitere Teile dieser wunderbaren Reihe auf mich warten!
Eva_G
5/5
07.06.2024
Buch (Taschenbuch)
Der Kampf um die eigenen…
Der Kampf um die eigenen Träume Ein Gestüt in der Nähe von Ibbenbüren im Münsterland, 1895: Der Gutshof Friesenhain ist bekannt für seine Pferdezucht. Schon allein deshalb hegen alle Mitglieder der Grafenfamilie eine große Liebe zu den großen, eleganten Tieren. Vorallem Luise, die ältere der beiden Töchter, genießt die Zeit auf den Pferden und kann hier eine Freiheit erleben, die es in ihrem sonstigen Leben nicht gibt. Auch Clara, die jüngste der drei Geschwister, fühlt sich den Pferden sehr verbunden, denn seit sie ein kleines Mädchen war, interessiert sie sich für alle Belange des Gestüts weit über die Liebe zu den Tieren hinaus. Nur zu gerne würde sie irgendwann das Gut führen, das aber wird ihrem großen Bruder Wilhelm einmal gehören. Obwohl dieser seit einem schweren Reitunfall des Vaters den Pferden und ihrer teilweisen Unberechenbarkeit misstrauisch gegenübersteht. Alle drei Geschwister haben mit den Zwängen der Gesellschaft zu kämpfen, erwarten die Eltern doch, dass sie die angedachten Pläne erfüllen. Dennoch pflegen die zwei Schwestern und auch Wilhelm eine enge Freundschaft zu Marie, der Tochter des Stallmeisters, die als Halbwaise vom Vater aufgezogen wurde und nun selbst beinahe das Amt eines Stallmeisters ausführt, denn sie liebt Pferde und hat ein Verständnis für die Tiere, wie es sehr modern und fortschrittlich ist. Doch vorallem Luise hält es seit einer Versammlung des Frauenvereins, der sie beiwohnen durfte, kaum mehr aus zwischen den gesellschaftlichen Konventionen und dem Druck, der auf sie ausgeübt wird, sich all dem zu Beugen und der Familie keine Schande zu bereiten, wie die Eltern es nennen... Lotte Grünewald schildert die Lebenssituationen der drei jungen Frauen und auch des Grafensohnes sehr anschaulich und lebendig. Schnell hat man als Leser das Gefühl, selbst Teil der Handlung zu sein. Obwohl die Protagonisten in einer sehr konservativen und wenig fortschrittlichen Umgebung aufwachsen, entwickeln sie sich zu modernen und weltoffenen Menschen. Was ihnen wiederum das Leben nicht erleichtert, denn die Erwartungen der Eltern sind groß und setzen sie unter Druck. Vorallem das Thema der Frauenrechte steht im Mittelpunkt des Romans und zeigt, wie wichtig der Einsatz unserer Vorfahrinnen war, damit wir heute ein so selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben führen können. Als ich das Buch begonnen habe, war ich wirklich gespannt, was mich erwartet, denn ich habe bisher ausschließlich Positives über diesen Roman gehört. Und es hat sich bereits auf den ersten Seiten gezeigt, dass ich mich dieser Meinung anschließen werde. Innerhalb kürzester Zeit war ich bereits in der Mitte des Buches angelangt und konnte mich kaum mehr lösen, denn ich wollte immer weiterlesen. Ich mag die drei jungen Frauen, die so unterschiedliche Träume haben, aber dennoch immer füreinander da sind und eine die andere trösten und verstehen kann. Auch Wilhelm war mir sofort sympathisch und es gefällt mir, wie er neben dem Sozialdemokraten Max Brugge, eine so elementare Rolle einnimmt und die modernen Männer dieser Zeit vertritt. Nun bin ich schon sehr auf den zweiten Band gespannt und freue mich, dass ich nicht jetzt schon endgültig Abschied von Gut Friesenhain nehmen muss, sondern noch zwei weitere Teile dieser wunderbaren Reihe auf mich warten!
Eliza
5/5
28.01.2024
Buch (Taschenbuch)
Opulente Sprache beschreibt den Wandel der Gesellschaft
Wow, was für ein Auftakt! Dieser erste Band der Münsterland-Saga hat mich restlos begeistert. Dies hat vor allen Dingen zwei Gründe, aber der Reihe nach.
Die Geschichte spielt auf einem Gestüt im Münsterland im Jahr 1895. Es geht nicht nur um Pferde, sondern auch um Familie, Freundschaft, das Leben auf einem Gestüt, aber auch die Rolle der Frau und der allgemeine Umbruch in der Gesellschaft. Im Mittelpunkt der Erzählung stehen die drei jungen Frauen Luise, Clara und Marie. Luise und Clara sind die Töchter des Gutsbesitzers und Marie ist die Tochter des Stallmeisters, die drei sind Freundinnen seit Kindheitstagen.
Die Familie macht für Luise Heiratspläne, doch das Schicksal will es anders.
Sehr gut gefallen hat mir zum einen die Zeichnung der Figuren. Alle Figuren haben eine Schattierung und eine ungeheure Tiefe, sie agieren überzeugend und sind sehr lebensnah gezeichnet. Dies gilt sowohl für die drei weiblichen Hauptfiguren als auch für die Familienmitglieder, die Angestellten des Gestüts und die anderen zahlreichen Nebenfiguren.
Des Weiteren hat mir unglaublich gut der Spannungsaufbau im Buch gefallen. Es wurde nie langweilig. Jedes Mal, wenn ich dachte, ja so geht es weiter, kam der nächste Turn. Das Buch hat mich unglaublich gefesselt. Außerdem sind mir keine Ungereimtheiten aufgefallen oder logische Fehler. Der Roman wird chronologisch erzählt, es finden kleinere Zeitsprünge statt, die aber nicht weiter ins Gewicht fallen.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen. Die Geschichte wird größtenteils aus den drei Perspektiven von Luise, Clara und Marie erzählt. Dennoch kommt man auch den anderen Figuren sehr nah und kann eine Beziehung zu ihnen aufbauen. Die Sprache ist opulent und dem Zeitgeist angepasst. Erzählende Passagen und Dialoge halten sich gut die Waage, sodass man sowohl ein gutes Bild vor Augen hat als auch die Handlung lebendig bleibt. Ein Personenregister und Dankesworte der Autorin runden den Roman ab. Für mich ist Lotte Grünewald / Mirjam Müntefering eine echte Entdeckung und ich werde mir nun die anderen Bücher der Autorin noch einmal genauer anschauen.
Ich bin sehr begeistert und freu mich schon sehr auf die Fortsetzung der Geschichte, welche im Januar erscheint, sodass wir nicht allzu lange warten müssen.
Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung für die Fans von historischen Familiensagas.
Klaudia K.
aus Emden
5/5
19.12.2023
Buch (Taschenbuch)
Ein wunderbarer Auftakt
Der Roman "Gut Friesenhain - zwischen Traum und Freiheit" von Lotte Grünewald ist ein so vielversprechender Auftakt zu einer geplanten Serie.
Die Handlung spielt in Münsterland um das Jahr 1895.
Luise von Scheweney ist die älteste Tochter des Grafen. Wie es in dieser Zeit üblich war ist allein durch ihre gesellschaftliche Stellung ihr Leben bereits in den wichtigsten Aspekten vorherbestimmt. So soll sie den Adeligen Johan von Leeuwen heiraten. Luise ist jedoch eine freiheitsliebende Frau, die viel lieber Tiermedizin studieren möchte zumal sie schon bei einer schweren Geburt eines Fohlens dabei war und diese belastende Situation selbständig gemeistert hat.
Bei einer Veranstaltung der Frauenbewegung lernt sie den Sozialdemokraten Max Brugge kennen. Im Laufe der Zeit stellt sie fest, dass er sehr weltoffen ist. Seine Meinung wird ihr immer wichtiger. Sie schätzt seine gerechten Ideen für eine neue Welt und lernt dort auch seine Schwester Paula kennen, die in Freiheit ohne Ehemann leben darf, was zu dieser Zeit die Ausnahme ist.
Luise hat noch eine jüngere Schwester Clara und einen älteren Bruder Wilhelm.
Clara fügt sich bis jetzt den Vorstellungen ihrer Eltern. Bei heimlichen Ausritten begegnet sie allerdings dem Nachbarn Richard von Thebe, den sie sehr sympathisch findet. Die beiden Nachbarfamilien sind jedoch seit Jahren durch einen Streit verfeindet.
Marie, die Tochter des Stallmeisters ist eine gute Freundin von Luise und Clara. Marie ist schon seit vielen Jahren heimlich in den Grafensohn Wilhelm verliebt...
Die Autorin hat einen sehr flüssigen, verständlichen und bildhaften Schreibstil. Die emotional wunderschöne Geschichte wird durch die bestens herausgearbeiteten Charaktere sehr gut in Szene gesetzt. Ob Luise ihre eigene Entscheidung treffen darf, wird durch ein Bekenntnis ihrer Mutter geklärt, das in ihren jungen Jahren statt fand. Der Roman ist von der ersten bis zur letzten Seite äußerst spannend und zu tiefst berührend.
buecherwurm_01
aus Heinsberg
5/5
29.11.2023
Buch (Taschenbuch)
Familiensaga Frauen und ihre…
Familiensaga Frauen und ihre Wünsche zum Ende des 19. Jahrhunderts Der Start in die Münsterland-Saga ist gelungen. Alles dreht sich um drei sympathische junge Frauen, die ihren Lebensweg Ende des 19. Jahrhunderts selber bestimmen möchten. Zwei Schwestern einer Grafenfamilie, die auf einem Pferdegut zusammen mit ihrer Freundin, der Tochter des Stallmeisters, aufgewachsen sind sind mit den an sie gestellten Erwartungen nicht einverstanden. In diesem ersten Band einer Trilogie steht die ältere Tochter Luise im Mittelpunkt. Ihr Wunsch ist es, Tiermedizin zu studieren. Die Konventionen ihres Standes sind ihr zuwider, sie möchte die von ihren Eltern geplante Heirat nicht eingehen und findet Zugang zur Frauenbewegung. Dort lernt sie einen Sozialdemokraten kennen und lernt andere Lebensweisen kennen. Durch die lebendige Sprache ist man gleich mittendrin im Geschehen. Die Charaktere sind authentisch gezeichnet und entwickelt, die Themen der damaligen Zeit sind nachvollziehbar beschrieben. Der aufklappbarer Umschlag zeigt im Innern die Umgebung des Gutes, das Namensregister ist hilfreich. Dieser unterhaltsame Roman ist sehr empfehlenswert.
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