Chani hat es geschafft. Sie hat den Mann geheiratet, den sie sich ausgesucht hat – nicht selbstverständlich, wenn man in einer jüdisch-orthodoxen Gemeinde lebt. Und was nun? ›Seid fruchtbar und mehret euch‹, natürlich, aber genau das funktioniert eben nicht. Chani ist verzweifelt, denn ihr Mann Baruch kann sie verstoßen, wenn sie ihm keine Nachkommen schenkt. Und wer wäre sie dann noch unter ihresgleichen? Zwischen Rabbi, Fruchtbarkeitsklinik und ihrer Schwiegermutter muss Chani ›HaSchem‹ ein Schnippchen schlagen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
5/5
19.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine ergreifende Lebensgeschichte einer jungen Jüdin
Ich habe den rund 507 Seiten starken Roman "Die Hoffnung der Chani Kaufman", geschrieben von Eve Harris, erschienen in der deutschen Übersetzung von Kathrin Bielfeldt im Diogenes Verlag, zu Ende gelesen und bin absolut begeistert. Die Geschichte knüpft an den Vorgänger Die Hochzeit der Chani Kaufman an, den ich vor Jahren gelesen hatte. Meine Erwartungen an diese Fortsetzung waren hoch, und sie wurden nicht enttäuscht. Man muss den ersten Teil übrigens nicht zwingend noch einmal lesen, um reinzukommen, auch wenn ich die chronologische Reihenfolge empfehle. Inhaltlich geht es um Chanis Leben nach der Hochzeit, wobei das Buch tiefe Einblicke in ihr Innenleben, ihre Zweifel und Sorgen gewährt. Großartig ist, dass die Geschichte durch wechselnde Perspektiven – etwa vom Ehemann, der Schwiegermutter und anderen Wegbegleitern – bereichert wird. Es geht um Glauben, die Suche nach Zugehörigkeit und das eigene Wollen. Sprachlich lädt das Buch total ein und es macht einfach großen Spaß, das zu lesen. Der Stil ist einfühlsam, klar und transportiert das Zwischenmenschliche unglaublich spannend und berührend, ohne je nüchtern zu wirken. Weil so viel passiert, habe ich gar nicht gemerkt, dass das Buch über 500 Seiten hat, und konnte es kaum aus der Hand legen. Ich hoffe inständig auf eine weitere Fortsetzung. Eine eindeutige Empfehlung für alle, die eine spannende, gefühlvolle Geschichte und einen faszinierenden Einblick in die Innenwelt einer jungen Jüdin und ihrer Gemeinschaft suchen.
hamburg.lesequeen
aus Bargfeld-Stegen
5/5
15.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Super!
DIE HOFFNUNG DER CHANI KAUFMAN
Eve Harris
ET: 24.1.24
Chani und Baruch gehören einer jüdisch-orthodoxen Gemeinschaft an und leben derzeit in Jerusalem, wo Baruch die Laufbahn eines Rabbis anstrebt.
Ihre Ehe wurde vor einem Jahr arrangiert und war keine Liebesheirat, dennoch verbindet die beiden ein inniges und respektvolles Verhältnis.
Eigentlich könnte ihr Leben harmonisch sein, doch Chani ist nach einem Jahr Ehe noch immer nicht schwanger.
In der Gemeinschaft – und besonders vonseiten der Schwiegermutter – wird sie immer wieder spüren gelassen, dass dies als Makel gilt.
Baruchs Eltern drängen das junge Paar, eine Kinderwunschklinik in London aufzusuchen, während die Schwiegermutter die Situation nutzen möchte, um Chani loszuwerden, und einen Termin bei einer Heiratsvermittlerin vereinbart.
Parallel dazu erzählt der Roman die Geschichte von Rivka.
Sie hat ihren Mann Chaim, einen angesehenen Rabbi der orthodoxen Gemeinde in London, verlassen.
Seitdem gilt sie als Persona non grata, darf ihre Kinder weder sehen noch mit ihnen sprechen.
Nur ihr älterer Sohn, der in Jerusalem eine Talmudschule besucht, hält weiterhin Kontakt zu ihr.
Wie sich diese Geschichten entwickeln und welche weiteren Erzählstränge das Buch bereithält, möchte ich nicht vorwegnehmen – das empfehle ich euch, selbst zu entdecken.
Mich hat dieses Buch sehr berührt.
Ich habe es mit großer Freude gelesen und dabei unglaublich viel gelernt.
Es war mein erstes Buch der Autorin, und ich möchte unbedingt noch mehr von ihr lesen.
Besonders beeindruckt haben mich die eindrücklichen Schilderungen einer streng orthodoxen Gemeinschaft, die wie eine isolierte Parallelwelt funktioniert, sowie die schonungslose Darstellung der massiven Unterdrückung von Frauen.
Umso stärker ist der Weg, den die Autorin aufzeigt, wie ein Ausbruch aus diesen starren religiösen Strukturen möglich sein kann.
Fazit:
Ein zart, bildreich und zugleich eindringlich erzählter Roman.
Wer für einige Tage in das Leben einer orthodoxen jüdischen Gemeinschaft eintauchen möchte, dem kann ich dieses Buch sehr ans Herz legen.
Große Leseempfehlung.
4½/5
Bewertung
Book Circle Community
5/5
07.01.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tolle Fortsetzung ...
… von Die Hochzeit der Chani Kaufman, bei der ich manchmal den Kopf schütteln musste, dann wieder lauthals lachen, sogar zu Tränen gerührt und immer wieder erstaunt darüber war, wie sehr man an einem Glauben festhalten kann. Beide Bücher geben einen Einblick in das Leben jüdisch-orthodoxen Menschen und zeigen sehr eindrücklich die Handhabung eines Glaubens in einer Welt, die sich stetig weiterentwickelt.
Obwohl auch eigenständig lesbar, empfehle ich die chronologische Lesung. Für mich auch ein Buch, das, indem es jüdisch-orthodoxen Glauben beleuchtet, einen Einblick in das streng gläubige Judentum gibt. Auf jeden Fall sehr eindrücklich und für mich ein Buch, über das ich noch länger nachdenke.
Sursulapitschi
5/5
13.05.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ist Religion noch zeitgemäß?
Ist Religion die Erfüllung oder eine Fessel? Das ist hier das Thema, das von ganz unterschiedlichen Seiten beleuchtet wird. Chanis Geschichte geht nahtlos weiter. Wie pendeln hin und her zwischen London und Jerusalem, als wären es Nachbarstädte.
Chani ist frisch verheiratet, aber nach einem halben Jahr noch immer nicht schwanger, dabei liegen ihr alle in den Ohren. Ihre skeptische Schwiegermutter sucht schon mal vorsichtshalber eine neue Braut für das Söhnchen.
Rivka versucht sich in ein Leben ohne religiöse Vorschriften einzufinden, stellt aber fest, dass das weitere Kreise zieht, als sie dachte.
Und Avromi soll die Jeschiwa in Jerusalem besuchen, hat aber seine Probleme damit. Will er wirklich ein streng religiöses Leben?
Das Buch ist wahrhaft erhellend und geht tief. Es erklärt anschaulich, was alles zu einem Leben als streng gläubiger Jude gehört und wie es sich damit lebt. Es gibt Regeln und eine Gemeinschaft, die wie eine große Familie sein kann, die aber auch überwacht, kontrolliert und bestraft. Es braucht Mut und Überwindung, sich davon zu lösen wie Rivka und Avromi. Man bekommt hier alle Seiten nahegebracht und kann sie sogar verstehen.
Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen. Es erzählt unterhaltsam und berührend eine Familiengeschichte, die man nicht oft zu lesen bekommt und hat mir eine ganz andere Welt gezeigt. Es wagt auch tatsächlich, die ketzerische Frage zu stellen, ob Religion noch zeitgemäß ist.
Bewertung
5/5
01.05.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Einblicke in eine koschere Welt
Eve Harris hat die Gabe, die Tragödie der strengen Regeln in der jüdischen Community beobachtend zu beschreiben und obendrein mit zurückhaltendem Humor zu würzen. Ich liebe diese Leichtigkeit ihres Schreibstils, der mich sofort mitnimmt in eine Welt, die sehr altertümlich anmutet. Ganz klar herausgearbeitet wurde von der Autorin das verursachte Leid, aber nebenbei beschreibt sie dieses jüdische Leben so verheißungsvoll. Ich schmecke all die Köstlichkeiten der jüdischen Küche, ich rieche sie und genieße mit. Die Menschen sind authentisch beschrieben - die jiddischen Begriffe wie "Mentsch" oder Beschreibungen wie "Er hat Zähne wie Shabet-Kerzen", oder dieses "Baruch HaShem" oder "nu, nu" das die Gespräche begleitet - der Leser kann sich dem Charme dieser eigenen Welt nicht entziehen. Danke für die Einblicke, Mrs. Harris!
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